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Assassin’s Creed: Origins gespielt auf Xbox One X: Wie The Witcher 4 in Ägypten. Epischstes Spiel des Jahres

Hoch zu Ross schwingen wir das Auge des Apophis, vom Kamel feuern wir den Langbogen ab, im Nil kämpfen wir mit Krokodilen: Herrscher wollen zu Fall gebracht, die Ehre gepflegt, Ägypten gerettet werden: Ja, dieses Assassin’s Creed: Origins wird endlich wieder ein richtig episches Abenteuer. Syndicate war spielerisch gut, hatte einige schöne Ideen in seiner Figuren-Konstellation, aber die Story war insgesamt etwas zu flach. Jetzt haben wir viel Zeit mit Assassin’s Creed: Origins auf der Xbox One X verbracht und können sagen: Hier kommt etwas Großes auf uns zu. Auch, weil Cäsars römische Legionen in Alexandria eintreffen und Ubisoft es immer wieder schafft uns zu überraschen…

 

Präsentiert von: Benjamin Kratsch


Inszeniert ist Assassin’s Creed: Origins wie ein Film-Epos: Große Schlachten, intrigante Herrscherfamilien, der Mord als Alltagsgeschäft. Wie Game of Thrones in Ägypten. Doch was uns vielmehr fasziniert, ist wie Ubisoft diese erzählerische Qualität nicht nur im Großen anwendet, sondern auch im ganz Kleinen. Man nimmt sich Zeit seinen Helden Bayek vorzustellen und seine Frau Aya, die eher die Rolle einer Kriegsgöttin wie Xena spielt. Es wirkt fast so, als würde sie uns missbrauchen, um ihre Gegenspieler unter fadenscheiniger Argumentation aus dem Weg zu räumen, um ihre Macht zu stärken.

Wir starten also aus einer anderen Ausgangslage als in vielen Assassin’s Creeds zuvor: Bayek ist ein angesehener Elitesoldat und Teil des Ordens der Medjay, die letzten Hüter Ägyptens. Die Menschen kennen und mögen ihn, seine Familie ist offensichtlich reich - seine Frau lebt in einem Palast, geschützt von einer großen Leibgarde und hat gute Verbindungen zu Kleopatra VII, die die letzte Pharaonin Ägyptens sein sollte.

Ein echtes Rollenspiel? The Witcher 4 in Ägypten

Vielleicht die größte Überraschung ergibt sich aus dem Gameplay: Assassin’s Creed hatte immer viele Waffen, aber wenig RPG-Elemente. Origins ist jetzt ein waschechtes Rollenspiel mit richtigem Inventar, wo wir Bayek von Kopf bis Fuß ausstatten - eben wie Geralt aus The Witcher. Beinschützer, Brustpanzer, Lederriehmen für die Arme oder doch lieber eine richtige Rüstung aus Bronze mit Gold-Ornamenten? Frei schwebender Kopf oder dicker, schützender Helm? Kurzschwert wie bei den Römern, Breitschwert für zwei Hände, Langschwert, Helebarde oder doch lieber das Auge des Aphophis - eine Keule, die jeweils an den Enden scharf ist und sich hervorragend eignet, um sich aus einer Umklammerung zu lösen. Hat euch der Feind umstellt, dreht ihr euch im Kreis, haut die Soldaten um und erledigt sie am Boden - oder sucht das Heil in der Flucht. Selbst Pferde und Kamele erhalten ihre eigenen Ausrüstungsslots, etwa um sie für die Schlacht zu panzern oder auch einfach nur einen Sattel anzulegen, der mehr einem hohen Diener Kleopatras würdig ist. Auch gibt es Skill-Trees auf drei unterschiedlichen Pfaden, ein richtiges Levelsystem und mehr Crafting-Möglichkeiten.

Ein signifikant anspruchsvolleres Kampfsystem

 

 

Assassin’s Creed war meist sehr durchgestylt, mitunter aber zu einfach. Gerade in AC 3 in Amerika konntest du mit Säbel und Tomahawk, nur so durch die Reihen britischer Soldaten wirbeln, ohne dass diese auch nur den Hauch einer Chance hatten. Das ändert sich jetzt grundlegend: Es gibt zwar auch große Schlachten, generell gilt aber eher Klasse statt Masse. Es gibt Khopesh-Krummschwerter und Lanzen, Äxte und Stäbe, aber auch Schilde aus Holz und Bronze: Die Reichweite deiner Waffe spielt eine deutlich größere Rolle als bisher. Die Reihe ist bekannt für ihr Hack-and-Slay-Kampfsystem, wo du Pirouetten drehend mehrere Feinde einfach aufschlitzt. Sprungangriffe etwa müssen jetzt besser getimed werden und können ins Leere gehen, wenn sich der Gegner wegrollt. Der Schild zum Blocken ist essentiell, die K.I. findet viel schneller deinen Schwachpunkt. Von Dark Souls leiht man sich gar das Lock-On-System: Per Druck auf den rechten Analogstick des Xbox-One-X-Controllers schalten wir einen Gegner in den Fokus. Das erlaubt es uns, um ihn herum zu tänzeln, seinen Schlägen auszuweichen, mit dem Schild zu blocken, Attacken gezielt zu timen. Haut er zu und wir parieren, ist seine Flanke ungeschützt - der perfekte Zeitpunkt für einen harten Stich. Spannend und ein Novum für die Serie: Viele Elite-Bosse wie der Sklaventreiber Herxesis- ein übler Geselle, dessen Stabwaffe mit Nägeln und Eisenspitzen verfeinert wurde - benötigen bestimmte Waffen, Rüstungen und Levelaufstiege, um sie besiegen zu können. So wird noch etwas mehr Rollenspiel-DNA in den Cocktail gemixt.

Fazit:

Assassin’s Creed: Origins verspricht endlich wieder ein richtig großes Spiel zu werden. Der Maßstab geht Richtung Open World, nicht nur eine Stadt ist wie bespielbar wie Paris in Unity, sondern ein ganzes Reich. Und nicht nur am Boden, hoch zu Kamel oder über den Dächern Thebens und Alexandrias, sondern auch auf den Galeeren, die auf dem Wasser kämpften. Besonders gut gefällt uns, wie groß die Geschichte gedacht ist, herrlicher Palast-Intrigen im Game-of-Thrones-Stil inklusive, aber auch Nebenschauplätze- und Figuren viel Liebe erfahren. Der gesteigerte Rollenspielanteil tut der Serie gut und gibt ihr frischen Wind, genauso wie das deutlich anspruchsvollere Kampfsystem. Und schließlich sieht es fantastisch aus, besonders auf der Xbox One X: In echtem 4K, mit super scharfen Texturen, sehr detailverliebten, in der Sonne glänzenden Rüstungen und originalgetreu nachgebauten Städten eines der größten Weltreiche aller Zeiten. 


Tags: Gamescom 2017