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Batman: Kult mit Herz und Humor

Im Oktober liefert SYFY eine weitere Chance, die ganze Serie zu erleben: Mit den Abenteuern von Batman und Robin schufen die Macher ein Format, das fünf Jahrzehnte später noch Freude macht. Seid ihr bereit für 120 Episoden mit Adam West und Burt Ward, verrückte Lebensweisheiten, das rote Telefon und satte Prügel?

Präsentiert von: Björn Sülter


Abgesehen von zwei frühen Serials (1943: Batman, 1949: Batman & Robin) hatte der Superheld aus Gotham City bis zu den 1960er-Jahren noch keinen großen Eindruck im Bewegtbildbereich hinterlassen.

Das änderte sich im Jahr 1966 jedoch schlagartig! Zur gleichen Zeit als auch das klassische Star Trek an den Start ging, zauberte man bei den Kollegen von ABC eine Serie hervor, die – eine erneute Parallele zu den Abenteuern von Capain Kirk & Co – auch über fünfzig Jahre später noch heiß und innig geliebt wird …

Nur mal kurz die Welt retten

Die Idee war es, eine einfach gestrickte Abenteuershow im Stile von Adventures of Superman und The Lone Ranger zu präsentieren, die sich um die Geheimidentitäten von Bruce Wayne und Dick Grayson drehte: Batman & Robin.

Die rund 25 Minuten langen Episoden waren dabei explizit an ein Publikum im Teenager-Alter gerichtet, lieferten eine übersichtliche Dramaturgie und viel Humor. Das Batman Theme von Neal Hefti wurde schnell legendär und die Präsentation der reichlich vorhandenen Prügeleinlagen mit den eingeblendeten Sprechblasen (Crash! Boff! Whack! Pow!) begeisterte die Zielgruppe.

ABC strahlte die Produktion ab dem 12. Januar 1966 zunächst zweimal die Woche aus. Im dritten Jahr wechselte man dann auf eine wöchentliche Erscheinungsweise. Die Fälle der Woche erstreckten sich somit zunächst in der Regel auf zwei Ausgaben und erreichten damit sogar die Länge normaler Dramaserien. Der ursprünglich zu Werbezwecken geplante Kinofilm wurde übrigens nach der ersten Staffel abgedreht und schnell in den Kinos platziert. Ein großer Erfolg war ihm nicht beschieden, erlaubte den Produzenten aber, den Batcopter ins Spiel zu bringen, den sie dann auch noch in der zweiten und dritten Staffel der Serie verwenden konnten.

Das Format lebte von der Situationskomik. Batman, Robin und alle anderen Beteiligten nahmen das zumeist alberne Treiben um sie herum bierernst, was oft zu absurden Szenen führte und den Stil der Serie prägte. Auch war der Aufbau der einzelnen Abenteuer eindeutig vorgegeben und begünstigte mit der Zeit viele der beliebten In-Jokes.

Zunächst klingelte immer das Telefon und brachte die Krise zu Batman und Robin. Nach einem Schnitt in die Bat-Höhle und einer Fahrt mit dem Batmobil erlebte man eine Besprechung mit dem Commissioner. Danach wurde in der Regel der Ort der Tat untersucht, der Zufluchtsort des Verantwortlichen ausfindig gemacht und schließlich besucht. Dort tappten unsere Helden fast schon routiniert in eine Falle, befreiten sich schließlich und machten den Antagonisten unschädlich.

Die Formel war so einfach und treffend gewählt worden, dass man sich ganz auf das Drumherum konzentrieren konnte. Der Spaß stand immer im Vordergrund.

Doch sanken bereits in der dritten Staffel die Quoten, was zu neuen Figuren (Batgirl) und anderen Ideen der Produzenten führte. Außerdem sorgte die auf einmal wöchentlich verkürzte Ausstrahlungsweise für noch rasantere Abenteuer, in denen man die Krise schneller abhandeln musste. Dazu veränderten sich die Kulissen und das Treiben wurde zunehmend surrealer. ABC hatte schließlich genug gesehen und zog gegen Ende des Jahres den Stecker. Zwar wollte NBC die Serie gerne übernehmen, nahm davon allerdings Abstand, als klar wurde, dass viele Kulissen bereits zerstört worden waren. Das Format hatte sich – sicherlich auch aufgrund der Schlichtheit und mangels zündender, neuer Ideen – schneller als erhofft überlebt. Heute schaut man eher auf den Kultfaktor und bewertet das Treiben in seiner Gesamtheit, was der Serie definitiv zugutekommt.

Dieser Kult findet dann auch im Heimatland keinen Abbruch: Auch heute wird die Serie noch regelmäßig im US-Fernsehen wiederholt und erfreut sich – wie auch in Deutschland – großer Beliebtheit.

Die Stars und was aus ihnen wurde

Dass beide Hauptdarsteller ihr Leben lang mit den ikonischen Rollen in Verbindung gebracht wurden, dürfte nicht überraschen. Zwar hatten West wie auch Ward bereits vor Batman in guten Projekten mitgespielt, nach der Serie zog es sie jedoch immer wieder zurück an den Ort ihres größten Erfolgs.

Dennoch spielte zum Beispiel Adam West auch noch in Genrefilmen wie Joyride mit, lieferte eine ganze Reihe an Synchronarbeiten und hatte immer wieder kleine Rollen in Film und Fernsehen.  So trat er in Fantasy Island, Love Boat, Hart aber herzlich, Lois & Clark oder sogar The Big Bang Theory auf. Adam West starb im Juni 2017 im Alter von 88 Jahren in Los Angeles. Sein Freund und Kollege Burt Ward schrieb dazu:

„This is a terribly unexpected loss of my lifelong friend, I will forever miss him. There are several fine actors who have portrayed Batman in films. In my eyes, there was only one real Batman that is and always will be Adam West. He was truly the Bright Knight.“

Ward selbst ist noch viel mehr als sein Kollege auf die kultige Rolle als Robin festgelegt, ging damit aber immer äußerst positiv um – bis heute. Der 73-jährige ist seit 1990 zum vierten Mal verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

So verwundert es auch nicht, dass sowohl West als auch Ward in den vergangenen 52 Jahren immer wieder zu ihren Paraderollen zurückkehrten – in der einen oder anderen Form. 1977 zum Beispiel traten sie gemeinsam vor das Mikrofon und gaben ihre Stimmen für die Animationsserie The New Adventures of Batman. Auch für das Special Legends of the Superheroes nahmen sie 1979 ihre Rollen wieder auf.

In den 1980er-Jahren waren die beiden bei Formaten wie Family Feud, Super Friends oder in der Talkshow America zu sehen oder zu hören. Im Jahr 2003 gab es ein Revival für den Film Return to the Batcave: The Misadventures of Adam and Burt. 2005 lieh West nochmal einem Format seine Stimme: Batman: New Times.

Die Jahre 2016 und 2017 förderten dann nochmal zwei Animationsfilme zutage, bei denen sowohl Adam West als auch Burt Ward mit ihren Stimmen dabei waren: Batman: Return of the Caped Crusaders und Batman vs Two-Face. Für West bedeutete der zweite Teil zudem eine seiner letzten Arbeiten. William Shatner (Captain Kirk aus Star Trek) sprach dort übrigens den Two-Face.

Unsterblich werden die beiden aber ohne Frage für die 120 Episoden der Jahre 1966 bis 1968 bleiben. Gönnen wir uns daher zum Abschluss eine Lebensweisheit von Batman, die heute aktueller als je zuvor zu sein scheint:

„Sprachen sind der Schlüssel zum Weltfrieden. Könnten wir alle die Sprache der Anderen sprechen, wäre die Geißel des Krieges vielleicht für immer gebannt.“

Ein neuer Durchlauf der Serie Batman startet am 15. Oktober um 12.35 Uhr auf SYFY.

Über den Autor:

Björn Sülter ist Jahrgang 1977 und hat in den 1980er-Jahren mit Star Trek und Star Wars seinen Einstieg ins phantastische Genre gefunden. Am meisten liebt er Serien wie Star Trek: Deep Space Nine, LOST, The X-Files oder Babylon 5 und ist der Phantastik immer treu geblieben. Seine aktuellen Favoriten sind Game of Thrones, Westworld oder The Orville.

Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt der Journalist, Autor & Podcaster über Medien. Bei SYFY ist er Experte für alles, was mit phantastischem Sehen zu tun hat. Man kennt ihn auch für seine Rezensionen und Kolumnen bei Serienjunkies, Quotenanalysen bei Quotenmeter, die Reihe "Die Experten", seine pointierten Kommentare zum Dschungelcamp, die unterhaltsame Medienkolumne Sülters Sendepause. und seine Artikel im Printbereich für die GEEK! oder FedCon Insider. Sein launiger Star-Trek-Podcast Planet Trek fm erfreut sich großer Beliebtheit und er ist eines der Gesichter des Experten-Portals Ich mag Star Trek. Außerdem ist er als Moderator auf Veranstaltungen wie der Destination Star Trek Germany oder anderen Cons aktiv sowie ein gern gehörter Gast in Hörbüchern, Podcasts und Radiosendungen. Sein Sachbuch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, zwei Leben erschien im August 2018. Im Oktober folgt der Auftakt seiner Jugendbuchreihe mit Ein Fall für die Patchwork-Kids: Leiche auf dem Freizeitdeck. Im Dezember startet seine neue Science-Fiction-Reihe mit Beyond Berlin: Ein kleiner Schritt für ein Mädchen.

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Norddeutschlands. Sein Motto: If you can dream it, you can do it!


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