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Battlestar Galactica: Party auf dem Kampfstern! Original & Reboot feiern doppelt Geburtstag

Üblicherweise begegnen eingefleischte Fans Reboots mit Vorsicht. Am Versuch des Ronald D. Moore aus dem Jahre 2003 jedoch kam kaum jemand vorbei: Zu episch, zu tiefgründig, zu reichhaltig geriet seine Neuinterpretation vor 15 Jahren. Doch auch das Original halten heute noch viele Fans in Ehren - 40 Jahre nach der Erstausstrahlung! Ein Grund zum Feiern!

Battlestar: Galactica

Präsentiert von: Björn Sülter


Die Geschichte auf der Mattscheibe ist für beide Inkarnationen schnell erzählt: Unter Führung von Commander Adama begibt sich der Kampfstern Galactica mit einem Konvoi von Überlebenden auf die Flucht vor den Zylonen und die Suche nach einer neuen Heimat: der sagenumwobenen 13. Kolonie.

Die Geschichte hinter den Kulissen gestaltete sich jedoch viel komplexer…

Rückblick: Die gute alte Zeit

Glen A. Larson ist ein Name, den vermutlich jeder Serienfan (der älter als 30 Jahre ist) in seinem Leben schon einmal im Vorspann gelesen hat. Der 1937 geborene und 2014 verstorbene Produzent, Autor und Komponist zeichnete für Serien wie Magnum, Knight Rider, Quincy, Buck Rogers, Ein Colt für alle Fälle, Ihr Auftritt Al Mundy, Automan, Die Leute von der Shiloh Ranch und Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann verantwortlich.

Auf dem Höhepunkt seines Schaffens ging 1978 dann auch die Serie Kampfstern Galactica auf Sendung. 24 Episoden liefen auf ABC und erreichten akzeptable Quoten. Auch die Umarbeitung der Episoden zu Kinofilmen für einige Märkte konnte durchaus finanziell überzeugen. Dennoch setzte man die Serie aufgrund der zu hohen Produktionskosten ab. Erst 1980 gab es einen Nachschlag: Galactica 1980. Larson war zwar wieder dabei, man verzichtete jedoch auf teure Effekte, die meisten Schauspieler und ließ die Episoden primär auf der Erde spielen. Das Ende war vorprogrammiert.

Kampfstern Galactica

Lorne Greene (Adama), Richard Hatch (Apollo), Dirk Benedict (Starbuck), Herbert Jefferson, Jr. (Boomer) und John Colicos (Baltar) waren die auffälligsten Dartsteller im Cast. Glen A. Larson schrieb fast alle Drehbücher selbst oder war beteiligt, außerdem komponierte er die Titelmusik (wie er es auch beispielsweise bei Serien wie Quincy, Ein Colt für alle Fälle oder Knight Rider getan hatte).

Für viele Science-Fiction-Fans ist Kampfstern Galactica bis heute Teil des großen klassischen TV-Kult-Quartetts, welches von Star Trek, Space: 1999 und Raumpatrouille Orion flankiert wird.

Flash Forward: Alles neu macht der Ron

Man hätte die Serie sicher auch ohne einen weiteren Nachschlag in guter Erinnerung behalten. Doch betrat 2003 ein gewisser Ronald D. Moore die heiligen Hallen des Galactica-Vermächtnisses. In diesem Zusammenhang fiel auch ein Wort, das bei Fans oft für Reizbarkeit sorgt: Reboot! Moore wollte die altehrwürdige Serie nicht fortsetzen oder ein Prequel erschaffen, er wollte sich das beste herausnehmen und etwas Eigenes daraus machen: Ein besseres Battlestar Galactica?

Das war sicher nie die Intention. Beide Serien sind eindeutig Kinder ihrer Zeit. Was Moore jedoch gelang, war eine kleine Sensation. Er nahm sich verschiedene Motive und bastelte daraus eine vollkommen eigenständige Serie, die mit ihrer düsteren Atmosphäre, ausgefeilten Figuren und mitreißenden Geschichten punktete.

Battlestar: Galactica

In einer Miniserie, 75 Episoden und zwei Fernsehfilmen (Razor, The Plan) erschuf er eine reichhaltige Welt voller Grautöne, Dramen und Gefahren. Keine Frage: Mit ihrer Schwermütigkeit und Schwatzhaftigkeit konnte die Serie durchaus anstrengen. Ließ man sich jedoch vollkommen auf Setting und Figuren ein, war dem Sog kaum zu entkommen.

In den wichtigsten Rollen brillierten James Edward Olmos (Adama), Mary McDonnell (Roslin), Jamie Bamber (Apollo), James Callis (Baltar) und Tricia Helfer (Number Six). Ein Stein des Anstoßes seitens einiger Fans wurde beispielsweise die Rolle der Starbuck, da Moore hier aus dem eigentlich männlichen Charakter eine Frau machte.

Und auch wenn das Ende der Serie bei einigen Fans nicht gut ankam – der Weg war in jedem Fall grandios gelungen und machte Battlestar: Galactica zu einem modernen Klassiker!

Tiefschlag: Die Spin-Offs reißen nichts

So gut die Serie war, so wenig erfolgreich gestaltete sich die Zeit nach dem Ende im Jahr 2009. Mit dem bewährten Team startete man 2010 in ein Prequel, das auf Caprica spielte und dem Leben der Familie Adama folgte. Die Serie hob sich im Stil und der Dramaturgie stark von Battlestar: Galactica ab und pflegte einen fast noch extremeren Handlungsstillstand.

Noch während der Ausstrahlung der ersten Staffel zog SYFY aufgrund schwacher Quoten den Stecker. Es war einfach nicht gelungen, die Fans der Vorgängerserie zu überzeugen.

Caprica

Dennoch arbeitete man ab 2010 auch an einer weiteren Prequel-Serie namens Blood & Chrome. Ein Pilotfilm wurde gezeigt, schließlich aber nur als 12-teilige Webserie gesendet. Erst 2013 ergänzte man neue Spezialeffekte und strahlte den Piloten als Fernsehfilm aus. Aus der Serie wurde leider nichts mehr.

Eine Neuverfilmung des Stoffes ist seit einigen Jahren geplant, bisher gibt es aber keine konkreten Informationen.

So bleiben insbesondere die Ur-Serie und das Reboot in bester Erinnerung und können Fans auch heute noch viele Stunden Unterhaltung schenken. Happy birthday, Galactica!

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


Tags: Battlestar Galactica   Kampfstern Galactica   Galactica 1980