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Buffy is back! Die doppelte Rückkehr der Vampirjägerin

Achtung ihr Vampire und Dämonen! Buffy Summers kehrt gleich doppelt zurück! Einmal im kultigen Original auf SYFY als deutsche HD-Premiere, einmal als frisches Spin-Off ins US-TV. Doch worum geht es bei dieser frühen Joss-Whedon-Serie eigentlich? Und was macht den Kult aus? Unser Experte Björn Sülter hat für euch den Holzpflock ausgepackt und ist losgezogen.

Präsentiert von: Björn Sülter


Wenn eine Serie der Startschuss für die grandiose Karriere des Machers ist, viele tolle Schauspielerinnen und Schauspieler hervorbringt, sieben Staffeln läuft und Comics und Spin-Offs nach sich zieht, dann sollte man definitiv genauer hinschauen. Dabei klingt die Prämisse des über 20 Jahre alten Formats zunächst gar nicht so sensationell: Heranwachsende müssen den idyllischen Ort Sunnydale von Kreaturen wie Vampiren und Dämonen befreien und nebenbei ihre Alltagsprobleme in den Griff bekommen. Keine leichte Aufgabe! Dabei möchte die Hauptfigur Buffy Summers doch eigentlich nur ein ganz normales Leben führen …

Macher Joss Whedon hatte vor Buffy – Im Bann der Dämonen (Buffy – The Vampire Slayer) an Serien wie Parenthood oder Roseanne geschrieben und mit seiner teils ungenannten Mitarbeit an Drehbücher zu Speed, Toy Story, Alien: Resurrection, Titan: AE, Waterworld und Twister in Hollywood Fuß gefasst.

Vor dem Start seiner ersten Serie hatte er zunächst einen Fernsehfilm abgeliefert, bei dem 1992 noch gänzlich andere Schauspieler mitgewirkt hatten – der Titel aber schon der gleiche war. Das Ergebnis war weder an der Kinokasse noch inhaltlich weltbewegend. Da zudem der Ton der Serie nicht gut angekommen war, änderte Whedon das Konzept und brachte fünf Jahre nach dem Kinoausflug die neu besetzte Serie an den Start. The WB schlug zu und konnte damit die Einschaltquoten konstant steigern. Für die letzten beiden Jahre wechselten die Abenteuer von Buffy, Angel, Xander und Willow dann noch zu UPN und überzeugten auch dort. Insgesamt konnte man am Ende der Reise satte 144 Episoden vorweisen.

Girl-Power!

Whedon hatte für seine Serie einen ganz einfachen – aber doch so brillanten – Ansatz gefunden: Er wollte ein Mädchen präsentieren, das bei Gefahr nicht schreiend davonlief sondern sich zur Wehr setzte. Damit wurde Buffy Summers – und ihre Darstellerin Sarah Michelle Gellar – zum Vorbild für eine ganze Generation von toughen Mädchen und lieferte zudem ein Frauenbild, das gegen den Trend lief und TV-Konventionen sprengte. Gespiegelt wurden die von den Kreaturen ausgehenden Gefahren  von den realen Problemen und Ängsten Heranwachsender. Ein cleverer Schachzug!

Dabei mögen viele (ältere) Zuschauer damals zunächst das Gleiche gedacht haben: Das ist doch nur wieder irgendein billig produzierter Trash für Teenager! Doch weit gefehlt. Leicht übersah man, mit wie viel Witz, Charme und Energie hier ein Mädchen den chaotischen Alltag zwischen Teenagerdramen und Weltuntergang in den Griff bekam - was ja meistens ohnehin das Gleiche ist (hier spricht der Schreiber als Vater einer Tochter durchaus auch aus Erfahrung). Wer nicht genau hinschaute, verpasste, wie existenzielle Fragen gestellt und behandelt wurden und Beziehungen zwischen Erwachsenen und Heranwachsenden wie auch Freundschaften zwischen den Teenagern beleuchtet und erklärt wurden. Ein Bonus war, dass Buffy immer für einen coolen Spruch gut war. Je länger man dranblieb, desto mehr setzte sich der spezielle Whedon-Humor fest und funktionierte.

Die Serie ließ sich dabei nie wirklich einem konkreten Genre zuordnen. Action, Spannung, Mystery, Horror und Thrillerelemente mischten sich mit Humor, Gesang und typischen Teenieklischees. Dass der Mix so gut funktionierte, war auf Whedon zurückzuführen, der bereits hier sein Händchen für Dialoge und die emotionale Ausarbeitung seiner Figuren bewies. Doch auch andere wunderbare Autorinnen und Autoren waren mit an Bord: Jane Espenson, Steven S. DeKnight oder David Fury sorgten gemeinsam mit ihrem Boss über alle sieben Jahre für abwechslungsreiche Geschichten, die immer zuerst die Figuren erstnahmen und somit die Anbindung der Fans an die Serie garantierten.

Für alle Fans wird der 7. August somit zum Festtag: SYFY zeigt die komplette Serie dann immer Montag bis Freitag gegen Mitternacht. Alle Informationen zur Ausstrahlung und der Serie entnehmt ihr bitte der Serienseite hier bei SYFY.

Spin me off, reboot & remake me

Die Ankündigung, dass es zudem eine neue Auflage der Serie geben soll, ließ viele alte Fans direkt auf die Barrikaden gehen. Joss Whedon würde zwar als ausführender Produzent dabei sein, den Posten des Showrunners vergab man jedoch an Monica Owusu-Breen, die man für ihre Arbeit an Serien wie LOST, Fringe oder Alias kennt. In einer ersten Erklärung hieß es, man würde aktuell nach einem geeigneten Distributionspartner (wie zum Beispiel Netflix) suchen und die Rolle der Buffy Summers mit einer farbigen Darstellerin neu besetzen. Ein lupenreines Reboot also? Nachdem das Remake von Battlestar Galactica aus Starbuck eine Frau gemacht hatte, schien nichts an dieser Meldung abwegig zu sein. Heute wie damals galt: The fans were not amused.

Ganz anders klang das Ganze dann allerdings rund eine Woche später bei der neuen Leading Lady Monica Owusu-Breen, als diese auf ihrem Twitter-Account erklärte:

"Für einige Genre-Autoren war es Star Wars. Für mich war Buffy, die Vampirjägerin mein Star Wars. Bevor ich Autorin wurde, war ich ein Fan. Sieben Staffeln lang habe ich miterlebt, wie Buffy Summers erwachsen wurde, sich verliebt hat, ihre Liebe getötet hat. Ich habe sie kämpfen, sie rackern und jagen gesehen.

Es gibt nur eine Buffy. Einen Xander, eine Willow, Giles, Cordelia, Oz, Tara, Kendra, Faith, Spike, Angel ... Sie können nicht ersetzt werden. Die brillanten und wundervollen Serien von Joss Whedon können nicht repliziert werden. Ich werde es gar nicht erst versuchen.

Hier sind wir also, 20 Jahre später. Und die Welt wirkt auf mich viel erschreckender. Es könnte also an der Zeit sein, einen neuen Jäger kennenzulernen ... und das ist alles, was ich dazu sagen kann."

Wissen sie denn, was sie tun?

Ob die Macher aufgrund der harschen Kritik umgeschwenkt sind, es sich bei den ersten Informationen um veralteten Ideen handelte oder jemand schlicht fehlinformiert war, spielt letztlich keine Rolle. Wichtig wird den meisten Fans ohnehin nur sein, dass man nun eine wirkliche Fortsetzung der geliebten Serie erhält, die auch Gastauftritte bekannter Figuren und Darsteller ermöglicht.

Vielleicht kann die neue Serie aber noch etwas anderes leisten: Ähnlich wie das neue Star Trek (Reboot-Kinofilme und Star Trek: Discovery) könnte das Buffy-Spin-Off auch den alten Abenteuern – die zugegebenermaßen visuell nicht gut gealtert sind – wieder neue, jüngere Zuschauer zuspielen, die wissen wollen, wie damals alles begann. Somit besteht die Chance, dass diese intelligente, vielschichtige Serie, die weitestgehend auf nervige Rollenklischees verzichtet, im doppelten Sinne ein zweites Leben erhält. Wer an der angestaubten Optik vorbeischauen kann, wird aber ohnehin reich belohnt.

Die Empfehlung für die nächsten Monate ist also eindeutig: SYFY schauen und die Serie erneut genießen. Mitfiebern wie Buffy reifer wird, sich verliebt, lernt ihre Gefühle zu ordnen und zu kanalisieren und wie sie nebenbei das tut, was sie immer so kompetent getan hat: Die Welt zu retten!

Schon gesehen? Bald erscheint das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache - präsentiert von SYFY!

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bereits bei Amazon vorbestellbar.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


Tags: Buffy - Im Bann der Dämonen   Angel