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Das große Krabbeln 2.0 Mit „Ant-Man and the Wasp“ schickt Marvel das nächste Superhelden-Team in den Einsatz auf der Kinoleinwand

Es war der vielleicht größte Überraschungserfolg der Marvel Studios: Die von Problemen gezeichnete Produktion „Ant-Man“ mit Paul Rudd in der Hauptrolle machte vor Kinostart hauptsächlich Negativschlagzeilen.

Branchenkenner befürchteten schon einen gewaltigen Flop, das Ende der Marvel-Glückssträhne in den Lichtspielhäusern. Doch Regisseur Peyton Reed gelang es, den Kammerjäger auf Abstand zu halten. Sein „Ant-Man“ wurde 2015 zum wahren Kassengold. Kein Wunder, dass die Fortsetzung nicht lange auf sich warten ließ.

Präsentiert von: Christian Humberg


Kleiner Mann, große Historie

Januar 1962. In den Chefetagen von Marvel Comics in New York City hielt man den Atem an. Die drei Comicgrößen Stan Lee, Larry Lieber und Jack Kirby hatten ihre Köpfe zusammengesteckt und einen neuen Superhelden für die beliebten Comics des Verlags ersonnen. Nun sollte der Ant-Man betitelte Kollege raus in den Einsatz – und die Kioske des Landes erobern. Doch würde der Plan gelingen?

Ant-Man hieß zu dieser Zeit Hank Pym. Er war ein brillanter Wissenschaftler und in der Lage, sich auf Ameisengröße zu schrumpfen – daher der Name. Diese besondere Fähigkeit nutzte Pym, wie Superhelden das nun einmal tun, zum Kampf gegen das Böse. Später sollten andere Helden seinen Namen fortführen, darunter auch Scott Lang.

In Ausgabe 27 des Comics „Tales to Astonish“ präsentierte sich Hank Pym erstmals der überwiegend jungen Leserschaft, und das Publikum fand sofort Gefallen an ihm. Lee, Leiber und Kirby hatten es einmal mehr geschafft.

 

Eine schwierige Geburt

Ant-Man auf die Leinwand zu bringen, davon träumte der Regisseur und Autor Edgar Wright (aktuell dank „Baby Driver“ wieder sehr gefragt) schon lange. 2003 bemühte er sich erstmals um eine entsprechende Erlaubnis, drei Jahre später bekam er sie. Wright – von Fans und Cineasten gleichermaßen für seinen schrägen Humor geliebt – schien die perfekte Wahl zu sein, aus der Geschichte eines käfergroßen Supermanns einen schnellen und bunten Zweistünder für die ganze Familie zu zaubern. Er sollte eine vielleicht albern wirkende Prämisse zu einem atemberaubenden Erlebnis machen. Zumal er der Figur schon seit Kindertagen verfallen war.

Der Plan war also gut. Doch dann fingen die Probleme an.

Das Marvel Cinematic Universe (MCU), der kreative Zusammenschluss aller Kinofilme des Hauses, erwies sich als immenser Erfolg. Deshalb bekam Wright die Order, seinen Traumfilm zu einem Teamfilm umzustricken. Neue Drehbuchfassungen wurden erarbeitet und wieder verworfen. Die Ansage des Lizenzgebers war klar: „Ant-Man“ würde ein Teil des MCU werden und deutlich weniger von Wrights eigener Handschrift tragen als gedacht.

Im Mai 2014 – nur kurz vor dem geplanten Drehstart – schmiss Wright enttäuscht das Handtuch. Er habe einen Marvel-Film machen wollen, ließ er die überraschte Genrepresse wissen, Marvel aber offenbar keinen Wright-Film. Kompromisse klingen anders.

Dennoch musste die Show weitergehen. Mit Peyton Reed hatte das Studio schnell den nächsten Kandidaten parat, und am Set von „Ant-Man“ fiel tatsächlich die erste Klappe. Der Rest ist Kinogeschichte.

 

Eine sichere Sache

Deutlich entspannter gestaltete sich da schon die Arbeit an der bald startenden Fortsetzung. Mit dem Erfolg des Vorgängers im Rücken plante sich „Ant-Man and the Wasp“ fast schon wie von selbst. Diesmal sollte Scott Langs Partnerin Hope von Dyne alias Wasp, gespielt von Evangeline Lilly, stärker in den Vordergrund treten. Auch Michael Douglas, der Langs väterlichen Mentor Hank Pym verkörperte, wurde erneut unter Vertrag genommen. Zum weiteren Cast des Sequels gehörten Michael Peña, Laurence Fishburne und Michelle Pfeiffer.

Ab August 2017 liefen die Kameras, vornehmlich in Atlanta, Georgia, das für Scott Langs Zuhause hinhalten musste. Die Dreharbeiten nahmen drei Monate in Anspruch. Da der Film einmal mehr viele Spezialeffekte beinhalten würde – die Helden dringen diesmal angeblich in die „Quantum Realm“ ein, die Kenner des Marveluniversums bereits aus den Comicvorlagen kennen werden –, plante man eine umfangreiche Postproduktionsphase ein.

Im Sommer 2018 sollen Ant-Man und Wasp die weltweiten Leinwände erobern.

 

Die Welt retten als persönliche Mission

Über die Geschichte, die der Film erzählt, ist noch wenig bekannt. Fanlieblinge aus Teil eins, darunter Peñas liebenswerter Gauner Luis, sind abermals an Bord, und Michelle Pfeiffer wurde ausdrücklich für die Figur Janet von Dyne gecastet. Das bietet Raum für Spekulationen, ist Janet – Gattin von Hank Pym und Mutter von Lillys Filmfigur Hope – doch bei einem ihrer eigenen Abenteuer als Superheldin Wasp im Quantenraum verloren gegangen. Man darf wohl vermuten, dass Tochter Hope sich nun auf die Suche nach der Frau Mama machen will. Und dass, denn so gehört es sich im Actionkino, dabei Probleme auftreten.

Ebenfalls gespannt sein darf man auf Laurence Fishburnes Figur Bill Foster, verbirgt sich hinter dieser doch niemand anderes als Black Goliath, ebenfalls ein bekannter Marvel-Held der zweiten Reihe, den Stan Lee gemeinsam mit dem Zeichner Don Heck ersann.

 


Tags: Ant-Man   Marvel   Marvel Comics