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Die 13 Star Trek Filme im Ranking: Vom Schlechtesten zum Besten

Nachdem sich der aktuelle Star Trek Beyond auf die Leinwände gebeamt hat (22. Juli), ist es an der Zeit einen genaueren Blick auf die Kinofilme der Reihe zu werfen.

 

Selbst wenn man die Fernsehserien (fünf Stück mit einer Sechsten in Planung) und alle Bücher, Hefte und Sonstiges wegstreicht, bleibt eine beeindruckende Anzahl an Star Trek Filmen. Mit 13 Teilen, die im Laufe von 37 Jahren herauskamen, wird die Serie im Bezug auf Langlebigkeit und Produktivität nur von James Bond übertroffen. Natürlich gab es einige Schwankungen in der Qualität der Trek Filme; von wirklich großartigen Science Fiction Abenteuern bis zu richtigen Peinlichkeiten.

 

Und die Serie geht weiter, mit der aktuellen Erweiterung Star Trek Beyond (die zu den besseren der Reihe zählt) und einem 14ten Film in Planung. Hier ist nun unser Ranking der 13 bereits erschienenen Filme, inklusive des Neuesten. Wir hoffen, dass neue Fans diese Liste als hilfreichen Guide nützen können, während wir die Diehards in die Diskussion zum Debattieren einladen. Bereit? Dann stürzen wir uns mutig hinein...

13. Star Trek V: Am Rand des Universums (1989)

Es lässt sich leider nicht leugnen: William Shatners einziger Regisseursversuch bei Star Trek bleibt das absolute Schlusslicht. Die Witze sind nicht lustig, die Schauspieler fühlen sich alle offensichtlich unwohl und machen sich lächerlich (arme Nichelle Nichols) und die Handlung, die damit beginnt, dass Spock seinen zuvor nie erwähnten, lang verlorenen Halbbruder trifft und damit endet, dass unsere Helden „Gott“ von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, ist schlichtweg dämlich. Shatners Regisseursarbeit ist stümperhaft und der Film sieht auch furchtbar aus, sogar für 1989 sind die Effekte billig und amateurhaft. Nach einer Trilogie von guten bis großartigen Filmen und gefolgt von einem der Besten ist es einfach, Am Rande des Universums als einfachen Ausrutscher abzustempeln. Einzig die gebündelte Faszination der Marke Star Trek verhinderte, dass Shatners Schwachsinn nicht die gesamte Reihe zerstörte.

 

12. Star Trek: Nemesis (2002)

Dieser Streifen hingegen hat die Reihe tatsächlich schwer beschädigt. Nachdem er herauskam, lag Trek für sieben Jahre lang auf Eis (auch im Fernsehen lief nur Enterprise zu der Zeit). Ehrlicherweise brauchte es eine Pause: Nemesis ist ein Mix aus zusammenhanglosen Ideen, die schlicht dumm (der neue Anführer der Romulaner ist ein Klon von Picard und das wissen wir, weil sie beide glatzköpfig sind) oder geklaut (ein weiteres Data Duplikat wird gefunden) sind. Dazu kommen fragwürdige Momente wie Deanna Trois mentale Vergewaltigung durch den Romulanischen Anführer Shinzon (ein junger Tom Hardy mit solider Performance) und Datas Versuch dem Film am Ende einen Höhepunkt a la Der Zorn des Khan zu geben, indem er sich selbst opfert. Alles in allem eine ziemlich enttäuschende Angelegenheit. Wie erwähnt spielt Hardy gut, Patrick Steward ist immer ein Pluspunkt und das Zusammenprallen von Shinzons Schiff mit der Enterprise ist ziemlich cool und so noch nie da gewesen. Aber Nemesis ist sich schlussendlich selbst der schlimmste Feind.

 

11. Star Trek Into Darkness (2013)

Obwohl technisch höllisch beeindruckend und mit einem Cast, der sich getrost als Erben der Original Sieben rühmen kann, ist Star Trek Into Darkness trotzdem auf viele Arten unfassbar beleidigend für Trek Fans. Das Drehbuch ist schrecklich, einerseits gespickt mit lächerlichen Konzepten wie das Beamen via Transporter quer durch die Galaxis (wozu haben wir denn dann Weltraumschiffe?) oder „magisches Blut“ – eine Idee, die die Autoren Roberto Orci und Alex Kurztman auch in deren ebenso furchtbaren The Amazing Spider-Man 2 verwendeten. Außerdem mischt sich dank Orci eine ungesunde Dosis Politik in Form einer 911 Verschwörungstheorie in den Film und nicht zu vergessen ein zynischer Versuch den Fans einen Gefallen zu tun, indem Benedict Cumberbatch zu einer halbherzigen Version von Khan gemacht wird. Den krönenden Abschluss bringt der Abklatsch des dritten Akts von Der Zorn des Khan, allerdings ohne die Emotionen und den packenden Höhepunkt. Regisseur J.J. Abrams zeichnet weiterhin für einige schreckliche Folgen verantwortlich, aber die Veröffentlichung dieses Stücks kann zurecht als dunkler Moment in der Trek Geschichte gesehen werden.

 

10. Star Trek: Der Aufstand (1998)

Es ist schon seltsam, dass lange Zeit über die geraden Nummern der Trek Filme gut und die ungeraden entweder langweiliger oder schlecht waren. Dieser neunte Leinwandstreifen beweist das (der darauffolgende Film Nemesis bricht die Tradition). Es gibt einfach viele dämliche Momente in diesem Film – von Worf, der sich mit Akne herumschlägt bis zu Datas besondere Beziehung zu einem kleinen Jungen. Das Ganze fühlt sich am Ende eher wie eine träge, überlange Fernsehfolge an. Die Locations sind fade, die Geschichte ist schwammig (die Föderation und eine Alien Art stecken unter einer Decke, um ein paar Ureinwohner von einem Planten zu locken, der im Grunde ein Jungbrunnen ist) und die Bösewichte (Anthony Zerbe und F. Murray Abraham) vermasseln alles innerhalb deren Reichweite. Man findet den Keim einer interessanten Idee über Korruption in der Föderation, der allerdings nie ausgebaut wird. Für einen Film mit einem solch aufstachelnden Titel ist Star Trek: Der Aufstand nur mäßig spannend.

 

9. Star Trek: Treffen der Generationen (1994)

Die Idee hinter Treffen der Generationen war großartig: einen Weg zu finden, den klassische und den Cast von Das nächste Jahrhundert in einem epischen Abenteuer zu vereinen. Traurigerweise haben mehr als die Hälfte der Originalcrew, am auffälligsten wohl Leonard Nimoy, nicht mitgespielt. Von den Dreien, die dabei waren, bekommen wir nur William Shatner in tatsächlicher Interaktion mit jemandem (nämlich Patrick Stewart) von Das nächste Jahrhundert zu sehen. James Doohan (Scotty) und Walter Koenig (Chekov) verschwinden nach der Eröffnungsszene. Die Geschichte, die die beiden Captains schließlich zusammenbringt, mit Malcolm McDowell als Wissenschaftler, der unbedingt einen Stern zerstören will, um in einer alternativen Realität namens „Nexus“ zu gelangen, ist verwirrend, vage und fühlt sich zu klein an – ja, sogar mit dem explodierenden Stern – für einen solch historischen Moment wie das Treffen der beiden berühmtesten Enterprise Commander. Außerdem ist Kirks Tod nicht annähernd so elegant oder ergreifend wie Spocks fünf Filme früher. Andererseits spielen Steward und Shatner toll, vor allem wenn man bedenkt, womit sie arbeiten müssen, die meisten der Das nächste Jahrhundert Schauspieler zeigen solide Leistungen und die Bruchlandung der Enterprise ist eine packende Szene.

 

8. Star Trek: Der Film (1979)

Ich kann mich noch gut daran erinnern, diesen Film im Kino gesehen zu haben in dem die Enterprise – größer denn je – praktisch über meinen Kopf schwebt. Und schwebt... und schwebt... bis die Kamera endlich liebevoll jeden Zentimeter des Schiffs abgefilmt hatte, waren 20 Minuten um. Dieser erste Versuch Trek vom kleinen auf den großen Bildschirm zu bringen war eine aufgeblasene (für kurze Zeit war es der teuerste Film aller Zeiten), träge und selbstverliebte Affäre, die sich trotzdem einen speziellen Platz in den Herzen der Fans sicherte. Schließlich war es toll unsere Helden in (Slow Motion) Action zu sehen. Shatner wirkt unbehaglich und steif, aber Nimoy und Kelley fügen sich zurück in ihre Rollen als Spock und McCoy als wären es nur sechs Monate und keine zehn Jahre gewesen, die seit dem Ende der Serie vergangen waren. Die Handlung ist pure Science Fiction und die neuen Charaktere Will Decker (Stephen Collins) und Ilia (Persis Khambatta) bringen frischen Wind. Es reicht nicht ganz um Star Trek: Der Film weiter oben im Ranking zu platzieren, aber immerhin hat er die Enterprise wieder zurück ins Weltall verfrachtet.

 

7. Star Trek Beyond (2015)

Diesem neuesten Trek Abenteuer einen Platz im Ranking zu geben ist schwierig, da man schwer einschätzen kann, ob er ein Erfolg sein und wie sich dessen Bewertung mit der Zeit verändern wird. Den Film mittendrin zu reihen ist daher eher eine sichere Bank, als eine echte Einschätzung. Was allerdings zählt, ist, dass Star Trek Beyond eine willkommene Rückkehr zu dem Geist und Optimismus des klassischen Star Trek, nach all der aufgedunsenen Paranoia von Into Darkness, ist. Es wirkt wie eine Folge der Originalserie in Filmlänge mit erstklassigen Effekten und modernen (soll heißen: extrem bearbeiteten) Action Szenen. Manche sind effektiv, aber Regisseur Justin Lin rüttelt teilweise ein bisschen zu sehr mit der Kamera und zeigt sich geschickter in den ruhigeren Momenten. Es gibt einige tolle Zusammenspiele zwischen Spock (Zachary Quinto) und McCoy (Karl Urban), während Kirk (Chris Pine) sich entschlossen und befehlshabend zeigt und damit optimal in den Chefsessel passt. Idris Elbas Krall ist ein hervorragender Bösewicht, der sich perfekt in das Thema des Films fügt. Star Trek Beyond ist unkompliziert mit dem Anspruch die Essenz von Star Trek wiederzubeleben – was größtenteils funktioniert.

 

6. Star Trek (2009)

Puristen werden diese Meinung wohl nicht teilen, aber Regisseur J.J. Abrams Neustart für die Enterprise Crew war, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, ein riesiger Erfolg. Die Idee hinter der Geschichte ist eine alternative Wendung (nun bekannt als die Kelvin Zeitlinie) und brillant, denn sie erlaubt es dem neuen Team seinen eigenen Weg zu gehen, ohne die vorhergehenden 43 Jahre auszulöschen. Aber Abrahams größte Leistung war der Cast selbst: jeder Einzelne von ihnen erfüllt die Erwartungen und bewahrt gleichzeitig Respekt vor den kulturellen Ikonen, die ihre Vorgänger darstellen. Quinto und Urban sind herausragend, doch Pine verkörpert wirklich makellos einen jungen, dreisten und impulsiven James Tiberius Kirk, der die Sternenflotte in Aufruhr versetzt. Leonard Nimoys Cameo sorgt ebenfalls für einen willkommenen Twist. Die Geschichte mit dem Romulaner (Eric Bana) und der „roten Materie“ ist unnötig geschäftig und vernachlässigbar, doch die neue Crew und die gesamte Energie des Films beweisen, dass Star Trek lebt – in jeder Zeitlinie.

 

5. Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (1984)

Nein, er ist nicht so gut wie sein Vorgänger. Aber im Schatten von Der Zorn des Khan zu stehen, führte dazu, dass Star Trek III über viele Jahre hinweg unterschätzt wurde. Einerseits liegt der Fokus wirklich auf der Chemie zwischen den zentralen Crew Mitgliedern (außer einem natürlich über beinahe die gesamte Spielzeit hinweg) und andererseits sehen wir Kirk in einigen der emotional prägendsten Momenten seines Lebens. Nicht nur verlor er seinen besten Freund im vorherigen Film, nun kommen auch noch sein Schiff und sein Sohn dazu – und trotzdem schafft er es wieder auf die Beine (im wahrsten Sinne des Wortes) und blickt nach vorn. Deshalb fühlt es sich auch nicht erfunden, sondern wohlverdient an, wenn Spock am Ende wieder zum Leben erwacht. Nimoy liefert ein selbstsicheres Debüt als Regisseur und Shatner zeigt eine großartige Performance. Auch alle anderen bekommen interessante Aufgaben (außer der armen Uhura) und die Zerstörung der Enterprise ist ein beeindruckender Moment. Auf der anderen Seite ist Christopher Lloyd zwar ganz lustig als Klingonen Bösewicht Krug, kommt aber nicht an Khan heran und das Set des Planeten Genesis sieht nicht gerade überzeugend aus. Dennoch bleiben genügend Gründe um diesen Film ein weiteres Mal anzusehen.

 

4. Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986)

Nach den ziemlich düsteren Star Treks II und III beschloss Produzent Harve Bennett die Dinge ein bisschen lockerer zu nehmen, so locker wie eine Geschichte über eine Weltraumsonde, die dabei ist die Erde zu zerstören und nur mit lange ausgestorbenen Walen kommunizieren kann, eben sein kann. Nimoy ist nicht nur als Regisseur zurück, sondern auch als Vollzeit Spock, wobei es pure Freude ist, ihm dabei zuzusehen, wie er seine Erinnerungen zurückholt und Kirk viel zu ernst nimmt. Hier gibt es die witzigste Trek Version, als sich die Crew durch das aktuelle San Francisco schlägt, um Wale wiederzufinden. Doch selbst, wenn es ziemlich ulkig wird, geht es nie zu sehr in Richtung Slapstick. Das Erscheinen der neuen Enterprise am Ende bringt außerdem Gänsehaut. Beinahe den gesamten Film ohne das Originalschiff zu drehen zeigt, wie beliebt die Charaktere bereits geworden waren und das Ergebnis war der größte Erfolg der Reihe an den Kinokassen bis heute.

 

3. Star Trek: Der erste Kontakt (1998)

Der zweite Das nächste Jahrhundert Film bleibt der Beste von Vieren, in denen diese Crew spielt und einer der feinsten gesamt. Jonathan Frakes (Commander Riker) beeindruckt mit seinem Debüt als Regisseur genau wie Patrick Steward als verwundeter Picard, dessen Anpassung durch die Borg vor Jahren tiefe Narben zurückgelassen hat, die seine Menschlichkeit stärker gefährden könnten, als die Borg selbst. Ich bin noch immer nicht ganz sicher, was das Konzept einer Borg Königin angeht (da sie eine Schwarm-Intelligenz sein sollten), aber Alice Krige ist überraschend sinnlich in ihrer Rolle. Dass die Borg in der Zeit zurückreisen, um den ersten Kontakt der Menschen mit der außerirdischen Rasse (der den Weg für die Föderation bereitet) zu unterbinden, ist eine clevere Idee, genau wie die, dass Riker hilft Zefram Cochranes ersten Warp Flug zu landen. Einige großartige Actionszenen, ein elegantes Drehbuch und Stewards Leistung machen diesen Film zu einem Höhepunkt der Gang des Nächsten Jahrhunderts.

 

2. Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991)

Ich schwöre Das unentdeckte Land ist der absolut unterschätzte Film in der Trek Serie und kurz dachte ich daran, ihn an die Spitze zu setzen (auch wenn das nie passiert ist). Nicholas Meyers zweites Outing als Trek Regisseur (auch am Drehbuch hat er mitgearbeitet) belegt, warum er einer der wertvollsten Mitstreiter in der Geschichte der Reihe ist. Er bringt Eleganz, Spannung und Klarheit zurück, nachdem die Serie mit Am Rande des Universums auf die Knie gestoßen wurde. Shatner und Nimoy sind auf deren Höhepunkten mit der zentralen Prämisse unsicherer Friedensverhandlungen zwischen der Föderation und den Klingonen. Während sie sich (vorsichtig) annähern, bekommt Kirk eine echte Chance sein eigenes Gewissen zu erforschen – und vielleicht herauszufinden, dass es lackt. Der Film zieht sich mittendrin ein bisschen beim Besuch auf dem Klingonen Gefängnis Planeten, aber er wird gerettet durch einen fantastischen dritten Akt, der nicht nur eine herausragende Schlacht im Weltraum, sondern auch einen echten Schlagabtausch zwischen Shatner und Nimoy bringt. Und es ist ein magischer Moment für jeden echten Fan, wenn die Unterschriften der Schauspieler über den Bildschirm gekritzelt werden, als die Enterprise in die Sterne hinweg segelt.

 

1. Star Trek II: Der Zorn des Khan (1982)

Ok, es ist keine Überraschung. Das gebe ich zu. Aber Star Trek II muss erst einmal übertroffen werden, denn er setzte die Messlatte für alle Filme der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sich nach Star Trek: Der Film wiederzufinden, war kein Leichtes und das Studio hat entschieden ein paar neue Leute an Board zu bringen, indem sie den Macher Gene Roddenberry beiseite schoben und Produzenten Harve Bennett und Regisseur Nicholas Meyer ins Spiel brachten. Sie warfen einen intelligenten Blick zurück auf die Trek Geschichte und fanden eine Handlung und einen Bösewicht mit denen sie Bezug auf Sterblichkeit und Erinnerung nehmen konnten und den Charakteren erlaubten den Lauf der Zeit zu respektieren und sich gleichzeitig kopfüber in ein nervenaufreibendes Abenteuer zu stürzen. Ricardo Montalban liefert eine überzogene (und angebrachte) Performance als Khan ab, der bis heute als einer der besten Science Fiction Bösewichte gilt. Auch der restliche Cast übertrifft die Erwartungen und wirkt weit befreiter als in Star Trek: Der Film. Und das Ende... ja, Spock kehrt schließlich von den Toten zurück, aber Star Trek II schafft es, dass man sich die gesamte Filmdauer über unsicher blieb. Darum funktioniert es auch und darum bleibt dieser Film der beste Trek von allen.

 

Quelle: blastr

Tags: Star Trek