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Die Marvel-Filme: Phase I, Teil I: Doppelter Iron Man und das grüne Monster

Das Marvel Cinematic Universe hat die Kinolandschaft seit rund zehn Jahren fest im Griff. Grund genug, in einer neuen Reihe auf die verschiedenen Phasen zu schauen und die Filme im Rewatch neu zu entdecken. Björn Sülter hat die Reise angetreten und sich zunächst Iron Man, The Incredible Hulk und Iron Man 2 vorgenommen.

Präsentiert von: Björn Sülter


Der perfekte Appetizer: Iron Man

Am 2. Mai 2008 startete in den USA mit Iron Man der erste Film der heute als Marvel Cinematic Universe bekannten Reihe. Jon Favreau führte Regie und Robert Downey Jr. übernahm die Titelrolle des Tony Stark alias Iron Man. Letztere Entscheidung war dann auch das dickste Pfund, mit dem der Auftakt wuchern konnte. Der Mime verlieh der Figur aus dem Stand Tiefe, Humor und eine Qualität, an der alles andere organisch wachsen konnte. Früh war klar: Nicht Superheld Iron Man war der Star des Ganzen, sondern eindeutig Tony Stark und somit eben Downey Jr., der jede Szene emotional an sich riss und dominierte.

Starks tragisch-anrührende Geschichte, die ihn zu einer Art Held wider Willen machte, der den neuen Status als Übermensch aber dennoch mindestens genauso genoss, wie den des schwerreichen Playboys, machte ihn sofort zu einer liebenswert-sympathischen Figur, mit der man mitfieberte. Vor allem, da er offenbar das erste Mal in seinem Leben bereit war, das Richtige zu tun.

Herrlich geriet auch das Ende des Films, als Stark alle guten Ratschläge in den Wind schlug und der Welt seine Identität als Iron Man offenbarte.

Der Film war ein Feuerwerk aus coolen Sprüchen und gelungenen Effekten, garniert mit einer stimmigen Geschichte und in der Summe der perfekte Auftakt für all das, was Marvel zu diesem Zeitpunkt vermutlich nur heimlich zu planen wagte. Ein Riesenspaß!

Post-Credit

Nick Fury (Samuel L. Jackson) besucht Stark, berichtet ihm von anderen Superhelden auf der Welt und möchte mit ihm über die Avengers-Initiative sprechen.

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Im Hintergrund konnte man den Schild von Captain America sehen – der Gag eines ILM-Artists, den Regisseur Favreau im Film beließ.

Luftloch mit Star: The Incredible Hulk

Bereits am 13. Juni 2008 folgte in den USA der zweite Steich: Hulk betrat die Bühne!

Was war das für eine große Freude, Edward Norton in der Rolle des Bruce Banner zu bekommen! Norton hatte beispielsweise in American History X, Fight Club und Red Dragon schwer begeistern können. Da konnte doch auch hier eigentlich nichts schiefgehen, oder?

Leider doch. Es bleibt bis heute ein Rätsel, was an der Schnittstelle zwischen Story und Star gehakt hat. Viele Unstimmigkeiten und Korrekturen hinter den Kulissen gingen durch die Presse und waren auf der Leinwand problemlos sichtbar.

Es fehlte in erster Linie an einer emotionalen Grundierung der Figur, an einer stimmigen und ausformulierten Vorgeschichte, die dann auch Norton die Chance geboten hätte, den Charakter zu etablieren, bevor alles in eine atemlose – und nicht immer mitreißende – Hatz kippte. Das Ergebnis war indes eindeutig: Das verfilmte Drehbuch kam derart blutleer daher, dass es letztlich jeder mittelmäßig begabte Darsteller hätte umsetzen können. Einen Norton hatte es für diese blasse Rolle nicht gebraucht. Auf der anderen Seite gelang dem Schauspieler jedoch auch in keiner Weise eine erinnerungswürdige Vorstellung. Es passte einfach nicht.

Schaut man sich dann noch an, wie wunderbar Mark Ruffalo sich seit The Avengers als Banner macht, wird die Sache nur noch mysteriöser. Ruffalo erreichte in viel weniger Szenen einen viel tieferen Effekt beim Zuschauer. Erfreuen konnte man sich hier somit einzig noch am herrlich kauzigen Tim Roth als Blonsky. Liv Tyler hingegen blieb genauso blass wie Norton – und somit wie eigentlich immer.

Doch Schwamm drüber. The Incredible Hulk war trotz aller Schwächen ein brauchbarer Action-Film mit einigen guten Schauwerten und Momenten, allerdings auch ohne Tiefgang oder bleibenden Erinnerungswert und somit ganz klar der schwächste Film der ersten Phase des Cinematic Universe.

Post-Credit

Tony Stark (Robert Downey Jr.) trifft sich in einer Bar mit General Ross (William Hurt).

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Der Film spielt sechs Monate nach Iron Man und somit zeitgleich mit Iron Man 2 und Thor.

Lauter, bunter, flacher – aber gut: Iron Man 2

Mit zweiten Teilen (und insbesondere bei solchen die eine Trilogie mitformen sollen) ist das ja so eine Sache. Entweder bauen sie virtuos auf dem vorhandenen Gerüst auf und ergänzen es zu einem Meisterwerk, oder das Ganze wird zu stark überzeichnet oder mangels zündender Idee weniger mitreißend. Beispiele gibt es viele. Bei Star Wars in der Originaltrilogie oder auch Back to the Future war der Mittelteil grandios, bei Indiana Jones eher flau. Hier nun hatten wir es wieder mit dem eindeutigen Versuch zu tun, richtig einen draufzusetzen - in jeder Hinsicht. Das Vorhaben gelang jedoch nur teilweise.

Robert Downey Jr. lieferte zwar erneut eine famose Leistung ab, die Überzeichnung seiner Figur nahm aber teilweise zu groteske Formen an.

Auf der anderen Seite konnte der Film mit Mickey Rourke als Ivan Vanko einen Helden präsentieren, der auf eine satanische Weise in sich ruhte und damit einen richtig starken Eindruck hinterließ.

Iron Man 2 versuchte in jeder Hinsicht, das Erstlingswerk zu toppen. Dabei übertrieben die Macher ein wenig, was dem Film aber in der Summe kaum schadete. Somit wurde das Werk der verdiente Erfolg und eine erneut abenteuerliche Hatz für den sympathischsten Egomanen der Welt.

Post-Credit

Thors Hammer wird durch Agent Coulson gefunden.

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In der Rolle des James Rhodes gab es einen Wechsel: Don Cheadle übernahm für Terrence Howard.

Scarlett Johansson war erstmalig in der Rolle der Natasha Romanov alias Black Widow zu sehen.

Iron Man

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

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Es lebe Star Trek


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