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Die Marvel Sidekicks: Unterschätzte Helden aus der zweiten Reihe - Teil 2

Vergangenen Freitag haben wir uns um die ersten Sidekicks aus dem weitläufigen Marvel-Universum gekümmert. Heute sind die Guardians of the Galaxy, Black Panter, Spider-Man, Black Widow und andere dran. Auch im zweiten Teil der Reihe wirft Björn Sülter einen Blick auf die heimlichen Helden der Marvel-Filme und ihren Anteil am Erfolg.

Präsentiert von: Björn Sülter


Sie werden für selbstverständlich gehalten und oftmals übersehen, obwohl sie einen wichtigen, wenn nicht sogar essentiellen Anteil am Erfolg des Marvel-Helden haben. Sie stehen ihren Anführern bei, egal welche Gefahr sich erhebt.

Sie riskieren mindestens genauso viel, wenn nicht noch mehr, denn oftmals steht ihnen nicht einmal eine spezifische Superkraft dabei zur Verfügung. Somit wird schnell klar: Auch wenn sich Sidekicks oftmals im Hintergrund aufhalten (müsssen), können die Helden im Vordergrund ihre Arbeit ohne sie kaum meistern.  

Ein Raumschiff voller Sidekicks

Die Guardians of the Galaxy bestehen eigentlich nur aus Sidekicks. Das ist unter anderem eines der Elemente, die sie so reizvoll machen. Sie sind durchweg fehlerbehaftete Figuren, die es erst gemeinsam schaffen, mit ihren spezifischen individuellen Fähigkeiten Heldenhaftes zu vollbringen.

Zudem besitzen sie einen unvergleichlichen und kommentierenden Humor, der in den anderen Filmen oftmals nur den Helfern der Helden zusteht. Allerdings wären sie ohne die anderen Mitglieder des Teams mehr oder weniger egozentrische und in den Weiten des Universums verlorene Individuen, die wie Drax und Gamora nur nach Rache oder wie Peter Quill und Rocket lediglich nach Geld gieren.

Insektenpartner und Geschichtenerzähler

Eine weitere Nebenfigur, die aber später zur Heldin wurde, ist Hope Van Dyne. Hope ist zunächst die entfremdete Tochter des genialen Erfinders Dr. Hank Pym sowie missbilligende und unfreiwillige Mitstreiterin der diebischen Knalltüte Scott Lang. Dennoch wird spätestens mit der ersten Backpfeife klar, wer wirklich die Hosen anhat. Da Evangeline Lilly spätestens durch ihre Tagen bei LOST zu einer fähige Actionheldin wurde, ist es kein Wunder, dass sie in Ant-Man and the Wasp eine schlagkräftige, aber auch witzige Rolle neben Scott einnehmen durfte.

Heimlicher Star der Ant-Man-Filme ist jedoch Luis, gespielt von einem wunderbar aufgelegten Michael Peña. Der enthusiastische ehemalige Zellengenosse fungiert als hochintelligenter und kompetenter Einbruchs- und Geschäftspartner. Darüber hinaus ist er aber auch ein wunderbar-dynamischer Geschichtenerzähler, der das Publikum mit wertvollen Hintergrundinformationen versorgt. Und wenn er dabei vom Hölzchen zum Stöckchen kommt, ist das für seine Gesprächspartner zwar frustrierend, für die Kinozuschauer aber umso amüsanter.

Typen am Computer

Ist Spider-Man eigentlich Iron Mans Sidekick, oder umgekehrt? Schwer zu sagen. Genau muss diese Beziehung auch nicht definiert werden, denn Peter Parker steht eine große Auswahl an Freunden und eine liebevolle Tante zur Verfügung, die ihn bewusst oder unbewusst in seiner Mission unterstützen, die Nachbarschaft zu schützen.

Hierzu gehört auch der gutherzige Ned (Jacob Batalon), der mindestens genauso smart ist wie Peter und selbst inmitten des ganzen Superheldengeschehens die Rolle des „Typen am Computer“ einnimmt. Die Rolle, die wir alle aus diversen Actionfilmen kennen: Eine Person, die am Computer sitzt und Pläne, Karten und andere wichtige Informationen hervorzaubert und damit den Helden versorgt, damit dieser seine Arbeit vernünftig erledigen kann.

Spider-Man: Homecoming und insbesondere seine Nebenfiguren sind allein deswegen schon so sympathisch, weil sie sich selbst ihrer designierten Rollen bewusst sind und diese ironisch kommentieren.

Beschützer afrikanischer Könige

Für kaum jemanden sind allerdings die Sidekicks so wichtig wie für T’Challa, den König von Wakanda. Zwar ist er Herrscher eines reichen, afrikanischen Landes, benötigt jedoch seine Freunde und Mitstreiter, um viele Aspekte seines Lebens und seiner Arbeit zu meistern: Seine geniale Schwester Shuri (Letitia Wright) versorgt ihn nicht nur mit tollen technischen Gadgets, sondern auch mit Humor und Lebensfreude. Wakanda-Agentin Nakia (Lupita Nyong‘o) ist dagegen international tätig und erinnert den König daran, dass es noch eine Welt außerhalb der sicheren Mauern Wakandas gibt, die es verdient hat, beschützt zu werden. Sie ist gleichzeitig moralischer Kompass und emotionaler Anker für den Superhelden.

Und auch ein König, der so mächtig wie T’Challa/Black Panther ist, braucht eine Leibwächterin: Okoye hat jeden toten Winkel im Auge, den T’Challa nicht sehen kann. So stark, stolz und schlagfertig wie sie sich präsentiert, sollte es sich jeder Gegner lieber zweimal überlegen, ob er sich mit ihr anlegt oder nicht doch lieber an Ort und Stelle wieder kehrtmacht. Das gilt sogar für die Liebe ihres Lebens. Denn wenn es darum geht, sich zwischen dem Wohl ihres Landes oder zwischen ihrem Ehemann zu entscheiden, zieht letzterer immer den Kürzeren, vor allem, wenn dieser Ehemann total daneben liegt.

Black Panther

Verhinderte Superheldin

Nun aber zu Natasha Romanoff alias Black Widow: Seit Iron Man 2, wo sie unverdienterweise nur durchschlagendes Beiwerk spielen durfte, stellt sie eine stete und wichtige Präsenz im Marvel-Universum dar. Sie ist eine Art spirituelle Begleiterin, die am einen oder anderen Punkt einen der Helden unterstützt hat, nicht nur mit ihren unglaublich schnellen und ausgeprägten Nahkampf-Fähigkeiten.

Ihre Motivationen waren nicht immer ganz durchsichtig und teilweise schien ihr selbst manchmal nicht so klar zu sein, wo ihre Loyalität lag: Würde sie eine undurchsichtige Spionin bleiben, die niemandem vertraut und der im Gegenzug niemand vertraut? Oder könnte sie sich aus dem Leben ohne Freunde befreien, um den Kampf gegen das Böse aufzunehmen? Romanoff ist eine der komplexesten Figuren des Marvel-Universums. Sie scheint genau verstanden zu haben, dass die Grenze zwischen Gut und Böse äußerst verschwommen sein kann. Darum ist es fast unverständlich, dass sie bis heute keinen eigenen Film bekommen hat.

Nicht von der Hand zu weisen ist nämlich, dass Scarlett Johansson ein handfester, populärer und verlässlicher Star sowie eine äußerst talentierte Schauspielerin ist und ihre Black Widow mehr Dimensionen aufweist als so mancher Marvel-Held aus der ersten Reihe. Was ist da also los, Marvel?

Black Widow

Vielleicht wird sich das aber bald ändern. Auch wenn das Schicksal unserer bisherigen und geliebten Helden mittlerweile festzustehen scheint, wissen wir noch nicht, was mit unseren Sidekicks geschehen wird. Gewiss ist lediglich, dass die Karten künftig kräftig durchgemischt werden.

So könnten die Sidekicks von heute schnell die Helden von morgen sein.                   


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