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Die Tomb Raider Doppel-Dosis: Montag und Dienstag auf SYFY

Zum Wochenanfang bringt SYFY die beiden Kinoabenteuer mit Angelina Jolie in der Rolle der Lara Croft auf die Fernsehschirme. Unser Björn Sülter hat auf den Mythos Tomb Raider geschaut und bringt euch für die Filme in Stimmung.

Tomb Raider

Präsentiert von: Björn Sülter


Indiana Jones gilt seit 1981 als einer der beliebtesten Action-Helden der Filmgeschichte. Harrison Ford verkörperte die Figur in bisher vier Kinofilmen, das Studio Lucas Arts brachte 1989 und 1992 seine Abenteuer dann in zwei der damals beliebten Grafik-Adventures auf die Computer. Andere Ausgaben auf verschiedenen Systemen und in unterschiedlichen Präsentationen gingen voraus und folgten. Indiana Jones wurde wie auch James Bond zur popkulturellen Ikone und Sinnbild der (männlichen) Heldenfigur.

Frau Jones?

Was der Welt jedoch eindeutig fehlte, war ein weibliches Äquivalent. Diese Lücke schloss der britische Designer Toby Gard, als er 1995 in Diensten von Core Design die Figur der Lara Croft erdachte. Seine britische Archäologin trug jedoch keine abgegriffene Lederjacke oder einen speckigen Cowboyhut, sondern wurde in einen äußerst knappen, engen, sexy Dress gekleidet und auf die Jagd nach Schätzen geschickt. Selbstverständlich gehörte auch Crofts große Oberweite als Markenzeichen zur Figur.

Über sieben Millionen Exemplare des ersten Spiels wurden verkauft, inklusive aller Fortsetzungen und Reboots schätzt man die Absatzzahlen der Reihe bis heute auf über 35 Millionen Einheiten.

Neben vielen Cosplayern und Schauspielerinnen, die aus Spaß an der Freude oder gegen Bezahlung in die Rolle der Lara Croft schlüpften, trieb das Franchise auch in anderen Bereichen teils irre Blüten. So erblickte in den 1990er-Jahren ein sogenannter Nude-Patch namens Nude Raider das Licht der Welt. Mit diesem konnte man den ersten Teil der Reihe mit einer nackten Lara durchspielen.

Doch trotz derartiger geistiger Ausfälle wurde die Figur der Lara Croft nicht ausschließlich zum Sex-Symbol, sondern vielmehr zum Vorbild vieler junger Frauen in Sachen Selbstbewusstsein, Glaube an die eigenen Fähigkeiten, Mut und Durchsetzungsvermögen. Lara ist intelligent, hübsch und athletisch und schlägt ihren weiblichen wie männlichen Kontrahenten auf diese Weise immer wieder ein Schnippchen. Ihren, zum Start äußerst plakativ gewählten, Dress schwächte man bis zum heutigen Tag immer weiter ab und auch die zunächst überdimensionale Oberweite reduzierte sich zusehends. Somit wurde Lara Croft über Umwege auch visuell zu der Figur, die sie im Kern schon immer gewesen war; zum Start hatte man lediglich den Fuß in die Tür kriegen müssen und somit an einigen Stellen – besonders eben visuell – überzogen.

Lara Croft

Nächste Ausfahrt Hollywood

Kein Wunder also, dass auch die Traumfabrik die Zugkraft der Figur erkannte und bereits Ende der 1990er-Jahre einen Film in Auftrag gab. Viele Überarbeitungen später kam Lara Croft: Tomb Raider dann 2001 tatsächlich in die Kinos.

Für die ikonische Hauptrolle gewann man Angelina Jolie, die im typischen Dress der Heldin auch durchaus eine gute Figur machte. Simon West, der vorher mit Con Air auf sich aufmerksam gemacht hatte, erhielt den Zuschlag in Sachen Regie und lieferte routinierte Arbeit ab. Der Film krankte jedoch etwas am sparsamen Drehbuch. Dafür gab es aber viel Lob für die Hauptdarstellerin, die der beliebten Figur Leben einhauchte und die Fans begeisterte.

In Sachen Story dreht sich alles um eine Uhr, die die Archäologin in ihrer Villa fand. Es handelte sich dabei allerdings nicht um eine gewöhnliche Uhr, sondern vielmehr um einen Wegweiser zu einem Relikt aus grauer Vorzeit, das eine geheimnisvolle Macht in sich barg. Neben Jolie spielten Gerard Butler (Terry Sheridan), Djimon Hounsou (Kosa) und sogar Til Schweiger als Sean in dem Streifen mit, Industrial-Pionier Graeme Revell (The Crow, Strange Days, From Dusk till Dawn) lieferte einen überzeugenden Soundtrack ab.

115 Millionen US-Dollar ließ man sich den turbulenten Spaß kosten, 275 Millionen kamen durch die weltweiten Kinoveröffentlichungen wieder herein. Somit galt der Streifen – trotz überwiegend negativer Kritiken – als finanzieller Erfolg.

Lara, do it again!

Eine Fortsetzung war nur Formsache. Bereits 2003 legte Jolie erneut die leicht veränderte Montur an. Regie führte diesmal jedoch Jan den Bont, der mit Speed und Twister einen starken Karrierestart im Regiestuhl hingelegt hatte, mit Speed 2: Cruise Control und The Haunting dann aber abgeschmiert war. Für den zweiten Teil der Lara-Croft-Saga hatte er 95 Millionen US-Dollar zur Verfügung, mit nur 156 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis beerdigte der Film aber (für lange Zeit) die Reihe und beendete auch de Bonts Regiekarriere. Allerdings hatte es durchaus noch Pläne für einen dritten Teil gegeben. Mit Angelina Jolies Weigerung, erneut in die Rolle zu schlüpfen, wurden diese aber endgültig zu Grabe getragen – zumindest bis zum Reboot 2018, als man Alicia Vikander den Part gab.

Die Story führte Lara im zweiten Teil auf der Suche nach der Büchse der Pandora (die sich in der namensgebenden Wiege des Lebens befinden sollte) erneut kreuz und quer durch die Welt. Butler, Hounsou und Schweiger kehrten wie einige andere zum Cast zurück. Erwähnenswert war zudem noch der gewohnt starke Soundtrack von Alan Silvestri, der Graeme Revell ablöste.

China verweigerte den Machern übrigens eine Freigabe des Films, weil dieser nach Ansicht der Medienbeauftragten der Regierung das Land als chaotisch und von Geheimorganisationen unterwandert darstellen würde.

Die Kritik fiel ähnlich aus wie beim Auftakt. Jolie erhielt Lob, Story und Actionsequenzen eher weniger. In Sachen Computerspiel-Adaptionen gehören beide Teile (und das aktuelle Reboot) aber fraglos zum Besten, was Hollywood bisher hervorgebracht hat. In allen Filmen gelang es den Machern (und insbesondere den Darstellerinnen), eine glaubwürdige Heldin auf die Leinwand zu bringen, die sich in kompetent choreographierter Action durch ihre Abenteuer schlug. Indiana Jones wäre sicher begeistert, eine solche Partnerin an der Seite zu haben.

SYFY zeigt Lara Croft: Tomb Raider am heutigen Montag ab 20.15 Uhr, Tomb Raider: Die Wiege des Lebens läuft morgen Abend ebenfalls um 20.15 Uhr. 

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

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Es lebe Star Trek


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