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Erobern die X-Men bald das Marvel Cinematic Universe?

Dank des Zusammenschlusses von Disney und 20th Century Fox könnten bald die X-Men im Marvel-Universum auftauchen. Warum es sich um einen guten Zeitpunkt für die Fusion handeln würde und wie diese dann aussehen könnte, schaut sich unser Björn Sülter heute an.

Präsentiert von: Björn Sülter


Die X-Men im Marvel Cinematic Universe? Das könnte in nicht allzu ferner Zukunft Kino-Realität werden. Denn Disney, wozu seit geraumer Zeit auch Marvel zählt, übernimmt nach einem durchaus spektakulären und spannenden Bieterkrieg das Filmstudio 20th Century Fox. Dazu gehören auch alle Comicfiguren, an denen Fox die Rechte hält. Disney und Marvel haben schon lange ein Auge auf alle Superhelden, die vor dem Entstehen des MCU an andere Studios verkauft wurden. Mit Sony konnten sich die Disney-Bosse und -Anwälte bereits einigen, damit Spider-Man wieder nach Hause kommen konnte. Die X-Men ließen sich dagegen nicht so leicht wieder einfangen, zumal 20th Century Fox weiterhin erfolgreich Filme mit ihnen produzierte.

Wie also könnte eine erfolgreiche Rückkehr von Professor X und Co. aussehen, insbesondere wenn noch X-Men-Filme unter der Schirmherrschaft von Fox ausstehen? Der lang erwartete X-Men: Dark Phoenix soll erst am 6. Juni 2019 in den Kinos erscheinen. Auch ein weitaus düstereres X-Men-Spin-Off mit Maisie Williams aus Game of Thrones namens The New Mutants soll am 2. August 2019 noch in die Kinos kommen. Trotzdem macht es Sinn, sich zu fragen, wie es mit den diskriminierten Mutanten-Helden weitergehen wird.

Was passiert im neuen Film?

Wie wir es mittlerweile von den X-Men-Filmen kennen, setzt auch X-Men: Dark Phoenix zu einem großen Zeitsprung an und spielt zehn Jahre nach den Ereignissen von X-Men: Apocalypse. Das Ansehen der X-Men in der Gesellschaft ist seitdem gestiegen, was allerdings dazu führt, dass sich das Mutanten-Team auf immer waghalsigere Missionen begibt. So reisen sie beispielsweise ins Weltall, um verunglückte Astronauten zu retten. Dort wird ihr Raumschiff jedoch von einer Sonneneruption erwischt. Jean Grey besitzt die Fähigkeit, die tödliche Sonnenenergie zu absorbieren und abzulenken, was aber leider fatale Folgen mit sich bringt: Ihr fällt es fortan äußerst schwer, ihre gefährlichen Kräfte zu kontrollieren. Eine ähnliche Storyline exerzierte bereits der Film X-Men: Der letzte Widerstand aus dem Jahr 2006 durch, war allerdings nicht in der Lage, die Tragik der Figur auf eine interessante und mitreißende Weise einzufangen.

Schon damals mussten einige geliebte Mutanten ihr Leben lassen, was auch im künftigen Film geschehen kann. In jedem Fall stellt sich die Frage, ob die X-Men im Zuge einer Zusammenarbeit mit Marvel und Disney nach 2019 zum Komplett-Reboot ansetzen werden, oder ob die aktuellen und durchaus beliebten Darsteller und Figuren mit hinüberzuretten sind. Schließlich könnten sich dadurch einige Kontinuitätsprobleme ergeben, die dem Zuschauer sicherlich sauer aufstossen würden. Der superschnelle Quicksilver, der bei den X-Men durch Evan Peters und bei den Avengers von Aaron Taylor Johnson dargestellt wurde (und zufälligerweise schon in Avengers: Age of Ultron verstorben ist), wäre nur ein Beispiel für viele Ungereimtheiten.

Die Zeit ist reif für ein Reboot im MCU!

Trotz der vielen berechtigten Zweifel handelt es sich um einen durchaus passenden Zeitpunkt für einen Neustart des Mutantenstadl. Aus der Sicht der X-Men wurden fast schon alle prominenten Handlungsstränge aus den Comics in Filmform erzählt. Hierzu gehörten beispielsweise „Zukunft ist Vergangenheit“, diverse Wolverine Storylines, „Apocalypse“, und „Dark Phoenix“ sogar zweimal. Auch ist es unwahrscheinlich, dass der beliebte Hugh Jackman in die ebenso populäre Rolle des Wolverine zurückkehren wird. Sein Film Logan muss zwar nicht unbedingt den Tod der Figur selbst bedeuten, allerdings handelte es sich um den idealen melancholischen Abgesang der Jackman-Ära. Wahrscheinlicher ist es also, dass ein anderer glücklicher Jungdarsteller, wie es Hugh Jackman einmal selbst war, die Chance erhält, den grimmigen unzerstörbaren Mutanten mit den Todeskrallen darzustellen. Innerhalb des Kontextes des MCU ist eine solche Neuausrichtung vielleicht sogar leichter zu akzeptieren, auch wenn wir alle unseren Hugh schmerzlich vermissen würden.

Für das MCU rückt langsam der Zeitpunkt näher, das Universum mit frischen Helden aufzufüllen: Wir müssen uns nämlich wohl oder übel darauf gefasst machen, dass die Marvel-Kinolandschaft nach Infinity War 2 nicht mehr dieselbe sein wird wie früher. Einige Helden sterben vielleicht, andere legen eventuell endgültig ihr Cape, ihre Rüstung oder ihren Schild nieder. Zeit für eine Infusion neues Heldenbluts. Sogar ein Emporkommen der X-Men im aktuellen Marvel Cinematic Universe wäre gut erklärbar: Wie in der alten Timeline könnten die X-Men auch im MCU im Untergrund leben und sich vor den Behörden verstecken. Möglicherweise entscheiden sie sich nach dem Thanos-Angriff aus dem Schatten zu treten und in ihre Heldenrollen zu schlüpfen.

Vorstellbar ist auch, dass Professor X die Erinnerung der Menschen an die Mutanten vollkommen gelöscht oder seine Mitstreiter und Schützlinge von der Außenwelt abgeschirmt hat, um sie vor den misstrauischen und gefährlichen Menschen zu schützen. Das Marvel-Universum würde mit Magneto zudem einen interessanten, weil gebrochenen und dreidimensionalen Helden erhalten. Dieser wäre außerdem der Vater von Scarlett Witch und Quicksilver, was wiederum auf völlig neue erzählerische Pfade oder in Sackgassen führen könnte. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass in den geheimsten Räumen von Disney und Marvel bereits Pläne geschmiedet und Weichen gestellt werden, um diese Pfade zu gehen und aus potentiellen Story-Sackgassen wieder herauszufinden und den Fans maximales X-Men-Entertainment zu präsentieren. Schließlich sind die X-Men in den Comicheften schon lange ein wichtiger Bestandteil der Avengers.

Marvel schweigt sich aus, wir hoffen das Beste

Marvel Studios und Kevin Feige haben sich bisher übrigens noch nicht bezüglich ihrer Pläne mit den X-Men geäußert. Dabei scheint es sich aber nur um eine Frage der Zeit zu handeln, bis man die Bombe platzen lässt. Und man wird sich die Begeisterung bei den Fans kaum vorstellen können. Auch wenn die X-Men-Filme 1999 eine neue Ära der Comic-Adaptionen einleiteten und es mehr bessere als schlechtere Ausgaben gibt, hoffen viele sicher auf einen sauberen Neustart. Denn der Drang nach Kontinuität ist so hoch wie noch nie. Und Marvel zeichnet sich trotz einiger Stolpersteine wie Neubesetzungen gerade durch eine strenge Kontinuität aus, die ein zentraler Teil des Erfolgs ist. Wie auch immer das Ergebnis ausfallen wird, es dürfte sich um eine kluge und spaßige Integration der X-Men handeln.

 

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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