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Firefly: Das unverhoffte Karrieresprungbrett

Wie stark Joss Whedons kurzlebige Serie hinter den Kulissen mit Talent versorgt war, lässt sich sehr gut an den verschiedenen Karrierewegen der Beteiligten erkennen. Wir haben für euch einmal genauer hingeschaut – für wen wurde die Zeit nach der Serie zum Volltreffer, bei wem lief es eher ruhiger?

Präsentiert von: Björn Sülter


Es gibt Serien, die hinterlassen einen großen Eindruck, obwohl sie gar nicht lange auf Sendung waren. Joss Whedons SciFi-Western Firefly gehört definitiv dazu. Ein Grund dafür ist in jedem Fall die Qualität der Schauspieler, Autoren und Produzenten, die auch nach dem abrupten Ende der Serie größtenteils ihren Weg gegangen sind ...

Der Big Boss geht steil

Joss Whedon hinterließ seinen ersten großen Fußabdruck im TV-Bereich bereits zwischen 1997 und 2003 sowie zwischen 1999 und 2004 mit Buffy – The Vampire Slayer und Angel. Nach Firefly ging es für ihn munter weiter. Dollhouse lief immerhin zwei Jahre und seit 2013 ist er bei Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. aktiv. Im Kinobereich geriet sein Aufstieg jedoch noch steiler: Bei Captain America: The First Avenger durfte er das Drehbuch überarbeiten, am Überraschungshit The Cabin in the Woods war er als Autor und Produzent beteiligt, The Avengers schrieb er dann komplett und führte Regie. Weiter ging es mit Viel Lärm um nichts und Avengers: Age of Ultron (beide Drehbuch und Regie). Zwischendurch überarbeitete er erneut Thor: The Dark Kingdom und schrieb zuletzt Justice League. Der Film Omniverse, basierend auf einem Whedon-Drehbuch, wird 2018 in die Kinos kommen.

Übrigens: Auch Whedons Kollege im Produktionsstab Tim Minear blieb gut im Geschäft. Er schreibt Episoden für Serien wie Dollhouse, American Horror Story oder aktuell Feud. Kameramann David Boyd konnte sich ebenfalls nicht beschweren: Er landete Jobs bei Sons of Anarchy, Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D., Sleepy Hollow, Longmire oder Aquarius und startete erfolgreich seine Karriere als Regisseur. Bei The Walking Dead durfte er sogar bereits siebenmal in dieser Funktion das Ruder übernehmen.

Captain, oh Captain


Bevor Nathan Fillion zu Captain Malcolm Reynolds wurde, hatte man den heute 46-jährigen Schauspieler nur aus kleineren Rollen gekannt. Doch konnte das schnelle Ende seiner ersten großen Serienrolle einer weiteren Karriere nicht schaden. In Lost Drive, Robot Chicken und Desperate Housewives tauchte er auf und landete 2009 schließlich die Hauptrolle bei der auf ihn und Kollegin Stana Katic zugeschnittenen Crime-Serie Castle, in der er 173 Episoden den Autor Richard Castle verkörperte, ehe die Serie 2016 beendet wurde. Zudem war er in The Big Bang Theory, Modern Family, Santa Clara Diet und Brooklyn Nine-Nine zu sehen. Für 2018 ist er als wiederkehrende Figur in der Netflix-Serie A Series of Unfortunate Events angekündigt.

Im Kino lief es für Fillion allerdings etwas ruhiger. Hier war er vornehmlich als Voice-Actor für verschiedene Produktionen (Die Monster Uni, Cars 3, Guardians of the Galaxy) aktiv und spielte kleinere Rollen wie in Super, Viel Lärm um nichts oder Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen sowie Hauptrollen in kleineren Produktionen wie Slither. Für 2018 ist Fillion jedoch auch im Thriller Nomis angekündigt.

Als Voice-Actor in Computerspielen baute sich der beliebte Mime zudem ein weiteres Standbein auf und wirkte an Titeln aus der Halo- oder Destiny-Reihe mit.

Die Frau an seiner Seite


Morena Baccarin kann man ohne Frage als Leading Lady der Serie bezeichnen. Für sie persönlich war Firefly dann auch der Startschuss im Serienbereich, denn vorher hatte sie nur in kleineren Filmrollen mitgespielt. Nach der Serie folgten mehrere Auftritte in O.C. California, Stargate SG-1, Heartland, The Mentalist, The Good Wife oder zuletzt in der Miniserie The Red Tent. Einmalig war sie zum Beispiel bei How I Met Your Mother, Numb3rs oder Medium dabei.

Spannender sind jedoch ohnehin ihre Hauptrollen in V - Die Besucher als Anna, in Homeland als Jessica Brody und seit 2015 in Gotham als Dr. Leslie Thompkins. Und auch im Filmbereich hat sie zuletzt den Schlüssel gefunden: Als Vanessa Carlysle war sie in Deadpool zu sehen und wird auch in der Fortsetzung 2018 mit von der Partie sein.

Morena Baccarin war übrigens ursprünglich gar nicht die erste Wahl für die Rolle gewesen - zunächst war Rebecca Gayheart an der Reihe, behielt den Job jedoch nur einen Tag, da ihr die nötige Chemie mit dem Rest des Casts fehlte. So kam Baccarin schließlich doch noch ins Spiel.

Die Coole

Gut weiter ging es nach der Serie auch für Gina Torres, die Zoe Alleyne Washburne verkörpert hatte. Doch der Reihe nach. Vor Firefly war die in New York geborene Schauspielerin zum Beispiel schon in Law & Order, NYPD Blue, Xena, Profiler, Hercules oder Alias zu sehen gewesen. Sie ergatterte danach Serienhauptrollen in Standoff als Cheryl Carrera, in Suits als Jessica Pearson und in The Catch als Justine Diaz sowie wiederkehrende Rollen in Angel, 24, The Shield, Eli Stone, Flash Forward, Gossip Girl, Hannibal, Revenge oder Westworld und Einzelauftritte in Boston Legal, The Unit, Castle und vielen anderen. Dazu spielte sie in Fernsehfilmen und war in beiden Fortsetzungen von Matrix als Cas zu sehen.

Der Haudegen

 

Der 1962 geborene Adam Baldwin war bereits vor Firefly durch seine Arbeit an Independence Day, Der Patriot oder Full Metal Jacket sowie besonders auch als Knowles Rohrer in fünf Episoden von Akte X ein Begriff.

Nach Firefly und Serenity verließ ihn das Glück nicht: Er spielte diverse Fernsehfilme und absolvierte unzählige Gastauftritte in Serien, war mehrfach bei Angel, Justice League oder Law and Order: Special Victims Unit dabei, hatte Hauptrollen in den beiden gescheiterten Serien The Inside und Day Break und landete schließlich Hauptrollen bei Chuck und The Last Ship. Im Serienbereich ist er also bis heute dick im Geschäft, im Kino wurde es jedoch eher ruhig um ihn.

Die ruhigere Schiene


Der etwas unscheinbare Alan Tudyk, der in der Serie den Hoban „Wash“ Washburne gespielt hatte, wird leicht unterschätzt. Dabei darf sich der Mime durchaus zu den gut gebuchten Schauspielern in Hollywood zählen. Gastrollen hatte er in Serien wie Dollhouse, CSI, Justified oder Arrested Development. Größere Rollen nahm er in Newsreaders und Suburgatory ein. In Sachen Film war er in vielen kleinen Produktionen zu sehen, spielte jedoch auch in I, Robot, Transformers 3 - Die dunkle Seite des Mondes und zuletzt sogar in Rogue One: A Star Wars Story mit. Außerdem wird er immer wieder als Sprecher gebucht, so zum Beispiel im Serienbereich für American Dad, Family Guy oder zuletzt The Tick und im Filmbereich für die Ice Age-Reihe, Die Eiskönigin, Zoomania oder Moana. Zu all dem spielt Tudyk auch noch Theater oder spricht Figuren in Videospielen.

Jewel Staite, die beliebte Darstellerin der Kaylee Frye, konnte sich im Filmbereich leider nicht groß etablieren. Dafür war sie jedoch nach Ende der Serie noch regelmäßig im TV aktiv. Hauptrollen übernahm sie in Stargate Atlantis, The L.A. Complex und zuletzt in The Killing. Gastauftritte in Serien wie Wonderfalls, Dead Like Me, Warehouse 13, Supernatural, Castle oder Blindspot stehen ebenfalls zu Buche. Letztlich gelang ihr damit zwar kein großer Wurf, aber immerhin konstante Engagements.

Für Summer Glau, die River Tam gespielt hatte, gilt etwas Ähnliches wie für ihre Kollegin. In Sachen Filme hat sie primär ein paar TV-Movies und Direct-to-Video-Veröffentlichungen vorzuweisen. Im Serienbereich feierte sie ihren größten Erfolg mit der Titelrolle in Terminator: The Sarah Connor Chronicles, die immerhin zwei Staffeln lief. In Serien wie The Unit, The 4400, Dollhouse, The Cape, Alphas oder zuletzt Arrow oder Sequestred war sie regelmäßig zu sehen. In Hawaii Five-0, Castle, Chuck oder The Big Band Theory durfte sie Gastauftritte absolvieren.

Sean Maher alias Simon Tam gehörte schon in Firefly eher zu den unscheinbaren Figuren. Auch seine Karriere verlief nach Ende der Serie eher gemütlich. Einzelne Episoden von CSI: Miami, Ghost Whisperer, Arrow, Warehouse 13 oder The Mentalist stehen in seiner Vita. In The Playboy Club und Make it or Break it durfte er immerhin sieben und acht Episoden mitmischen. 2012 holte Joss Whedon ihn zum Film Viel Lärm um nichts. Danach machte er viel Voice-Acting und nahm an kleinen Produktionen teil.

Ron Glass war schon bei seinem Amtsantritt in Firefly als Derrial Book ein profilierter Schauspieler, der mit der Serie Barney Miller große Erfolge in den 70ern und 80ern gefeiert hatte. Nach seiner Zeit auf der Serenity wurde es etwas ruhiger um ihn. Er spielte noch in ein paar Filmen mit (Lakeview Terrace, Sterben will gelernt sein) und war bei All Grown Up, Shark sowie zweimal bei Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. zu Gast. Ron Glass starb 2016 im Alter von 71 Jahren.

Ein erlesener Cast

Man sagt Joss Whedon nach, ein richtig gutes Händchen für die Besetzung seiner Projekte zu besitzen. Firefly ist ein ideales Beispiel für diese These. Wenngleich nicht allen Darstellerinnen und Darstellern der große Durchbruch gelang, zeigt sich doch, dass sie durchweg bis heute zum Inventar der Serienwelt gehören.

Mit Nathan Fillion, Gina Torres, Monica Baccarin und Adam Baldwin hatte die Serie aber definitiv die heißesten Eisen im Feuer.

Joss Whedon persönlich startete jedoch von allen Beteiligten sicherlich die größte Karriere und schwang sich über die Jahre zu einem der profiliertesten und angesagtesten Filmemacher in Hollywood auf.

 
Firefly läuft auf SYFY in einer Eventprogrammierung am 17., 24. und 31. Januar ab 20.15 Uhr mit jeweils fünf Episoden am Stück.
 

Mittwoch, 17.01.2018 ab 20:15 Uhr       

                                                                
01. Serenity (Teil 1)
02. Serenity (Teil 2)                            
03. Schmutzige Geschäfte         
04. Fernab der Zivilisation              
05. Das Duell           
 

Mittwoch, 24.01.2018 ab 20:15 Uhr        

                                                               
06. In letzter Sekunde                       
07. Mrs. Reynolds                           
08. Jaynestown                                 
09. Kampf ums Überleben          
10. Falsches Spiel        
 

Mittwoch, 31.01.2018 ab 20:15 Uhr     

   
11. In den Fängen des Shanyou
12. Antiquitätenraub                            
13. Die Botschaft                               
14. Leichte Mädchen                          
15. Der Kopfgeldjäger      
 

Autor, Journalist & Podcaster Björn Sülter ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Noch dieses Jahr erscheint sein Buch "Es lebe Star Trek", das von SYFY präsentiert wird - Informationen dazu gibt es zeitnah hier bei SYFY sowie auf seiner Homepage, bei Twitter oder beim Verlag in Farbe und Bunt.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie ausführlich jede Episode von Star Trek: Discovery. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er über das langlebige Franchise.

Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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