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GameCheck: "Sim City" Vorschau

Gepostet von syfy.de

Zehn Jahre nach SimCity 4 und ganze 24 Jahre nach dem ersten Teil wird die erfolgreiche Wirtschaftssimulation nun "rebootet". Denn der neue Teil aus der Schmiede von EA-Tochterfirma Maxis wird nicht 4.1, 5 oder 5000 heißen, sondern schlicht und ergreifend "SimCity".

Dahinter steckt laut Produzent Kip Katsarelis der Gedanke, dass die Marke für sich spricht und es nach so vielen Jahren endlich Zeit für einen Neustart der Reihe wird. Mit einem Bündel Neuerungen verspricht man sich, neue sowie alte Fans zu locken.

Gemeinsam mehr erreichen
Die größte Neuerung ist wohl der "Multiplayer-Modus": SimCity soll nicht mehr nur alleine Freude bereiten, sondern auch vernetzen und das gemeinsame Spiel mit Freunden ermöglichen. Das kann in einer offenen Region geschehen, in der mit Freunden und Fremden zusammen gebaut werden kann, oder in einer privaten Region, in der man Freunde zum Mitspielen einlädt. Jeder kontrolliert weiterhin seine eigene Stadt, kann sich aber mit anderen Städten austauschen.

Hinzu kommt, dass sich alle 16 Städte in einer Region gegenseitig beeinflussen. Man kann ein guter Nachbar sein und Feuerwehrautos, Polizeikräfte oder Strom in eine andere Stadt schicken, um zu helfen. Oder man spezialisiert sich auf umweltgefährdende Industriezweige und sieht zu, wie alle Sims der ganzen Region krank werden.

Um sich darüber auszutauschen und seine Freunde auf dem neuesten Stand zu halten, gibt es "SimCity World". Darüber verbinden sich Freunde, die dort auch ihren Fortschritt vergleichen und sich in einer Rankingliste messen können. Der Citylog liefert sogar weltweite Bestenlisten und Nachrichten darüber, was in den benachbarten Städten gerade geschieht, sowie Empfehlungen auf Basis der Spielerfahrung seiner Freunde.

Über SimCity World kann man auch auf eine Handelsplattform zugreifen, in der man mit Ressourcen handelt, deren Preis sich durch Angebot und Nachfrage ergibt. Wer jedoch von Natur aus großzügig ist, darf an seine Freunde auch Geschenke verschicken.

Wenn man sich jedoch nicht auf andere verlassen möchte,  kann man weiterhin im "Solo-Modus" spielen oder im "Multi City Play" alleine mehrere Städte steuern, die sich gegenseitig beeinflussen.

Tourismus-König oder Ölmagnat?
Um es spannender zu machen, kann sich nun jede Stadt auf einen Industriezweig spezialisieren. Die Möglichkeiten sind "Mining", "Drilling", "Trading", "Electronics", "Culture" und "Gambling". Durch die Option, verschiedene Städte miteinander zu verbinden, muss nicht jede Stadt über eine Feuerwehrwache, ein Kraftwerk, eine Schule oder über einen Wasserturm verfügen.

Man kann beispielsweise eine typische Vorstadt bauen, die nur aus Häusern und Parks besteht, nebenan eine Großstadt, die auf Touristik spezialisiert ist, und als dritte Stadt eine reine Industriefläche, zu der die Sims aus der Vorstadt mit dem Zug oder dem Auto fahren, um zu arbeiten.

Zusätzlich ist es möglich, in einer Stadt ein oder sogar mehrere Großunternehmen zu betreiben. Man schlüpft also nicht nur in die Basisrolle des Bürgermeisters, sondern auch in die eines Industriemagnats. Und zu jedem Großunternehmen gehört auch eine entsprechende Bestenliste, auf der man sich mit anderen Spielern vergleichen kann.

Mit der Spezialisierung einer Stadt verändern sich aber auch ihr Flair, die Atmosphäre und ihr Charakter. Die umliegenden Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete passen sich dann automatisch an. Wenn man ein Casino baut, verwandeln sich die Häuser in der Umgebung in exklusive Eigentumswohnungen und aus den Gewerbebetrieben werden hell beleuchtete Touristenkneipen und Hotels. Zusätzlich steigt die Kriminalität, weshalb in der Nähe eine Polizeistation benötigt wird.

Groß, größer, Großprojekte
Wenn die Verbrechensquote sehr hoch ist, benötigt man auch zusätzliche Gefängniszellen. Das neue SimCity ermöglicht eine Gebäudeerweiterung von Institutionen mithilfe von "Gebäudeversatzstücken". So kann man nach und nach zusätzliche Module für Polizeistationen, das Rathaus, Krankenhäuser, Schulen oder die Feuerwache dazukaufen und aufstellen. Die Klinik bekommt neue Behandlungsräume, um eine größere Anzahl von Patienten verarzten zu können, sowie einen Krankenwagenstellplatz mit mehreren Krankenwagen, um für Außeneinsätze gerüstet zu sein.

Bei steigender Anwohnerzahl benötigt man in der Schule weitere Klassenzimmer und die Feuerwache kann in eine Feuerwehrhauptwache umgewandelt werden, um noch benachbarte Städte zu versorgen. Je erfolgreicher sich die Stadt entwickelt, desto mehr Versatzstücke kann man freischalten.

Das gilt auch für die Großprojekte, die zusammen mit anderen Städten realisiert werden können. Dafür schließen sich mehrere Spieler (oder Städte) zusammen, um beispielsweise ein Space Center, eine Solarfarm, einen Fusionsreaktor oder einen internationalen Flughafen zu errichten.

Neue Engine mit schicker Datenebene
Und wer bei all den Gebäudeerweiterungen, Großprojekten und Spezialisierungen Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren, dem hilft die neue Datenebene zur Visualisierung. Sie zeigt auf der Wasserebene den besten Standort für einen Wasserturm, präsentiert direkte Momentaufnahmen der Stromverteilung in der Stadt und visualisiert auf der Verbrechensebene, wo die meisten Delikte begangen werden. Hilft dabei, den besten Standort für eine Polizeiwache zu bestimmen.

Dies ist auch der neuen GlassBox-Engine zu verdanken, die SimCity noch detaillierter und lebendiger machen soll, wie Dan Moskowitz, der für die Spielmechanik verantwortlich ist, erklärt: "Unsere neue Engine sorgt für eine Art gläserne Stadt, die durch und durch transparent ist. Der Spieler kann dadurch sehr einfach auf alle Systeme zugreifen. Was aber noch wichtiger ist: Es macht einfach Spaß, der Simulation zuzuschauen." So hat jetzt jeder Sim eine eigene Biografie, man kann ihm folgen und ihm beim Leben in der Stadt helfen, indem man Aufgaben und Bitten erfüllt, die die Einwohner in Sprechblasen äußern.

Sechs Stunden Spiel
Für einen ersten Eindruck durfte ich mich schon einmal sechs Stunden durch das Spiel klicken. Die Zeit verging wirklich schnell! Nach dem umfassenden und schön konstruierten Tutorial, in dem man eine Stadt retten muss, die zuvor von einem schlechten Bürgermeister in den Ruin getrieben wurde, ging's dann auch direkt ans Eingemachte: Standort wählen und drauflos bauen.

Die Handhabung wurde im Vergleich zu den Vorgängern noch erleichtert, sodass man ruckzuck vor einer fertigen und funktionierenden Stadt sitzt und mithilfe der übersichtlichen Statistiken für Bildung, Kriminalität usw. seine Stadt zunehmend verbessern kann.

Doch das Wachstum hat leider irgendwann ein Ende. Die Städteflächen sind von Anfang an vorgeschrieben und leider recht klein gewählt - und obwohl sich hinter der gestrichelten Linie, die die Stadtgrenze markiert, nur Wald und Wiese befindet, kann dort partout kein weiteres Haus gebaut werden. Dies erschwert die nachträgliche Vergrößerung der Stadt, denn die Straßen und Gebäude wollen sich erweitern. Um dies zu gewähren, müssen bereits bebaute Flächen abgerissen werden. In diesem Sinne bleibt das Wachstum der Stadt leider eingeschränkt und man hat nach sechs Stunden Spielzeit schon mit Platzmangel zu kämpfen.

Dagegen soll natürlich das "Multi City Play" Abhilfe schaffen, indem man einfach eine neue Stadt eröffnet, aber ich hätte großen Spaß daran, eine riesige Metropole zu erschaffen, die in sich geschlossen funktioniert und alles (Arbeitsplätze, Parks, Wohngebiete, Einkaufszentren) beinhalten kann. Doch dafür sind die Karten leider viel zu klein.

Fazit
Mit "SimCity" präsentiert das Studio Maxis den Reboot seiner Wirtschaftssimulation SimCity. Dazu hat man sich allerlei neue Funktionen einfallen lassen, etwa City-Spezialisierungen, Gebäudeerweiterungen, eine übersichtliche Datenebene, die den Überblick über grundlegende Informationen zur Stadt erleichtert, und Großprojekte.

Die wichtigste Neuerung ist der Multiplayer-Modus, der gemeinsames Spielen mit Freunden (und Fremden) in einer Region ermöglicht. Zusätzlich verbindet SimCity World die Spieler über die Citylog-Zentrale, bietet Bestenlisten an und auch weltweite Challenges. In regelmäßigen Abständen werden neue Herausforderungen freigeschaltet, die alleine oder in Kooperation gelöst werden müssen. Dies können z.B. "Speed-Challenges" sein, die den Spieler fordern, eine Aufgabe in einer bestimmten Zeit zu lösen. Dies fördert die Motivation, steigert den Suchtfaktor und hält das Spiel über einen längeren Zeitraum aktuell und spannend.

Über ständige Updates werden nach und nach aber nicht nur Herausforderungen, sondern auch besondere Gebäude (und möglicherweise neue Features) freigeschaltet. So kann man seine Stadt z.B. irgendwann mit dem Kölner Dom oder dem Big Ben zieren, um Touristen anzulocken.

Alles in allem erweist sich SimCity als würdiger Nachfolger der Reihe. Einziger Kritikpunkt bleibt nach sechs Stunden Spielzeit, dass die Städte von der Grundfläche her im Nachhinein nicht wachsen können und die Karten von Beginn an zu klein gewählt sind.

Quelle: gamona

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