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Jurassic Park-Saga: Als die Dinos (wirklich) laufen lernten

Der Faszination für Dinosaurier kann man sich schon an sich kaum entziehen. Es brauchte jedoch exakt zwei Männer, die Anfang der 90er Jahre einen Hype begründeten, der alles zuvor Bekannte in den Schatten stellte. Die Dinos feierten ihre Auferstehung!

Präsentiert von: Björn Sülter


Der Roman

„Wissenschaftler konzentrieren sich nur darauf, ob sie etwas tun können, und stellen sich nie die Frage, ob sie es tun sollten.“

– Dr. Ian Malcolm, Chaos-Theoretiker im Roman

Es war das Jahr 1990, als Autor Michael Crichton, der mit Der große Eisenbahnraub, Congo oder Sphere bereits einige Erfolge vorzuweisen hatte, sein Dino-Epos Jurassic Park vorstellte. Crichton waren die Allmachtsphantasien von Wissenschaftlern schon lange ein Dorn im Auge gewesen und er fragte sich, wie weit man letztlich gehen würde, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Was, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Was wären moralische Bedenken dann noch wert?

In seinem Buch realisiert ein schwerreicher Sonderling die Vision eines Freizeitparks mit echten Dinosauriern. Warum? Weil er es kann! John Hammond ist der Inbegriff des sympathischen Größenwahns. Sein eigenes Faible wird zum Motor hinter einer Maschinerie, die letztlich ihm und seinem Team das Gottspielen ermöglicht – und ins Verderben führt.

Mit viel Witz, Charme, Spannung und einer großen Prise Hintergründigkeit sezierte Crichton in seinem Buch diesen Tanz auf der Rasierklinge: Vom Staunen, über Zweifel und Angst bis hin zum Desaster. Ein Stoff für Hollywood?

Der Film

Das dachte sich auch Steven Spielberg, der noch vor der Veröffentlichung des Buches mit Crichton zusammensaß, um die Fernsehserie Emergency Room zu planen. Spielberg wollte die Idee unbedingt umsetzten und so setzte sich letztlich Universal in einem Bieterwettstreit durch und kaufte die Rechte ein. Spielberg musste nur eine Kröte schlucken: Er sollte nach dem Film Hook zunächst die Dinos loslassen, noch bevor er sich Schindlers Liste zuwenden konnte.

Für den Filmemacher bot sich mit dem Stoff gewissermaßen die Chance, seinen legendären Film Der weiße Hai noch einmal an Land zu verfilmen. Mit einem Budget von 63 Millionen US-Dollar und einer ganzen Armada an grandiosen Effektspezialisten ließ er die beeindruckenden Urzeitlebewesen auferstehen und begründete eine fast schon an Hysterie grenzende Begeisterung – bei Groß und Klein. Die Dino-Mania griff weltweit um sich und sorgte nicht nur für ein Einspielergebnis von über einer Milliarde US-Dollar, sondern auch im Merchandisingbereich für klingelnde Kassen. Noch heute ist Jurassic Park in der Liste der weltweit erfolgreichsten Filme (nicht inflationsbereinigt) auf Platz 27 zu finden und dort mit Abstand der älteste Eintrag. Der Film ET auf Rang 74 ist dann übrigens der nächstältere Film – auch ein Spielberg-Werk.

Dabei war der Produktionsprozess gar nicht so einfach. Zunächst adaptierte Crichton sein Buch persönlich, was dazu führte, dass nur rund zwanzig Prozent der Handlung die Transformation überstanden. Als Nächste durfte sich dann Malia Scotch Marmo an einer Bearbeitung versuchen, die jedoch auch nicht den Segen Spielbergs fand. An dieser Stelle kam David Koepp ins Spiel. Dieser setzte neu an, veränderte die Figuren, strich große Teile der Exposition und brachte auf diese Weise frischen Wind in die Geschichte. So wurde zum Beispiel aus dem harten Finanzhai Hammond der nette Opi, den wir später im Film erleben durften.

Noch heute sind die Auswirkungen des Hypes spürbar, etwa mit den Dinosaurierskeletten zum selber freilegen, die in jedem gut sortierten Spielzeugladen zu finden sind. Auch 25 Jahre nach dem ersten Teil sind die Urzeitwesen omnipräsent. Da ist es doch selbstverständlich, dass der Film keine einmalige Sache blieb, oder?

Die Sequels

Die großen Erfolge von Buch und Film ließen Michael Crichton schon bald einen Nachfolger schreiben. Spielberg nahm erneut im Regiestuhl Platz und brachte 1997 mit einem Budget von 73 Millionen Dollar Vergessene Welt – Jurassic Park an den Start.

Alles war in der zweiten Runde selbstverständlich noch größer, dramatischer und spannender. Die langsam aufgebaute Faszination des ersten Teils ging dabei natürlich verloren, dennoch spülte der Film durch die reine Kinoauswertung weltweit 618 Millionen Dollar in die Kassen.

Doch wollte Universal noch mehr. Für den dritten Teil gab es dann jedoch weder eine Romanvorlage von Crichton, noch wollte Spielberg erneut die Regie übernehmen. Joe Johnston bekam die Chance und verfilmte das Drehbuch vom Autorentrio Buchman, Payne und Taylor, basierend auf den Figuren von Michael Crichton. Das Ergebnis hieß schlicht und ergreifend Jurassic Park III, wobei die römische Zahl drei im Logo aus Dinokratzern bestand.

Der Film kam 2001 in die Kinos, kostete 93 Millionen Dollar und spielte weltweit 369 Millionen ein. Somit erreichte er zwar noch die Gewinnzone, die Luft wurde aber dünner. Da auch Kritiker und Fans Ermüdungserscheinungen zeigten und den Film eher zwiespältig besprachen, sollte es eine ganze Weile dauern, bis die Dinos wieder durch die Kinos stampften ...

Die neue Ära

Erstaunlicherweise hatte man das bei Universal jedoch ursprünglich anders gesehen. Man liebäugelte lange sogar mit einem Produktionsstart für einen vierten Film der Reihe in den Jahren 2004 und 2005. Doch daraus wurde bekanntlich nichts.

Es dauerte vielmehr bis im Jahr 2013 Colin Trevorrow an Bord kam und mir Derek Connolly die Idee verfolgte, einen funktionierenden Park zu zeigen. Den gleichen Plan hatte übrigens auch schon Spielberg gehabt. Doch nahm das Ganze nun endlich Fahrt auf. Der Film feierte 2015 Premiere und brach diverse Rekorde. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 1,6 Milliarden US-Dollar liegt er bis heute (nicht inflationsbereinigt) auf Platz 4 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten - direkt hinter Avatar, Titanic und Star Wars - Das Erwachen der Macht. Selbstverständlich wurde er damit auch zum erfolgreichsten Film des Franchise.

Am 22. Juni 2018 wird der zweite Teil der Geschichte in die Kinos kommen: Jurassic World - Das gefallene Königreich. Regie führt diesmal Juan Antonio Bayona, das Drehbuch stammt wie schon beim Vorgänger von Colin Trevorrow und Derek Connolly. In der Geschichte bekommen es die Helden des ersten Teils mit einer veränderten Situation zu tun. Der Freizeitpark auf der Isla Nublar wurde aufgegeben und die Dinosaurier konnten sich dort vier Jahre lang ungestört entwickeln. Als ein Vulkanausbruch droht, kehren die ehemalige Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) und Tiertrainer Owen Grady (Chris Pratt) jedoch zurück, um die Tiere zu schützen, müssen aber erkennen, dass eine noch größere Gefahr droht: Für die Menschheit! Die Trailer versprechen in jedem Fall erneut ein Effektgewitter, das hoffentlich auch in Sachen Story begeistern kann.

Und es geht noch weiter: Die neuen Filmen wurden von Colin Trevorrow schon früh als Trilogie geplant. Dementsprechend gab Universal bekannt, dass der dritte Teil am 11. Juni 2021 in die Kinos kommen wird. Die Dinomania wird so schnell also kein Ende finden. Schnallen wir uns an!


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