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Kritik zu Star Trek: Discovery 1.04 - The Butcher's Knife Cares not for the Lamb's Cry

Autor und Journalist Björn Sülter ist einer der Trek-Experten in Deutschland und schreibt exklusiv für unseren Partner Robots & Dragons Rezensionen zur neuen Serie Star Trek: Discovery. Und nicht nur das: Im Podcast Planet Trek fm diskutiert er mit anderen Kennern der Trek-Szene die neusten Episoden.

Präsentiert von: Björn Sülter


Die Serie nähert sich weiter ihren Figuren an, spinnt ein Netz um Schuld und Sühne und erklärt sich endgültig zum Spiegel einer verrohten Zeit. Das ist schwer zu ertragen, aber trotzdem mehr als potentes Star Trek.

Was passiert?

Michael Burnham beginnt langsam, sich in ihrem neuen Leben auf der U.S.S. Discovery einzuleben, während die Crew von einer Kolonie unter Beschuss der Klingonen um Hilfe gebeten wird. Derweil haben diese jedoch ihre ganz eigenen Sorgen...

Willkommen am zweiten Tag meines neues Lebens

Nur ein Tag ist seit den Ereignissen aus der Episode "Context is for Kings" vergangen, und Michael Burnham darf sich immerhin schon einmal eine Uniform aus dem Wissenschaftsbereich replizieren - wenn auch ohne Rang. Somit belassen es die Autoren dabei, in kleinen Schritten einen Weg für die Protagonistin in ihr neues, zweites Leben zu finden. Zudem erhält sie eine Lieferung von ihrer verstorbenen Mentorin Captain Georgiou - vielleicht eine Art Vermächtnis? Erstmal ist hier jedoch Geduld gefragt: Wie bei derartigen Story-Kniffen üblich, lässt man den Handlungsstrang bis zu den finalen Momenten der Episode offen.

Und auch die Serie tastet sich weiter vorsichtig an das heran, was man inzwischen ohne Frage als Star Trek 2.0 bezeichnen kann, darf und sollte. Primär über den Charakter des Captain Gabriel Lorca wird eine bedrückende Atmosphäre erzeugt, die sich durch alle Korridore des Schiffes zu ziehen scheint. Die Zeit drängt, die Situation im Krieg mit den Klingonen verschlechtert sich zusehends, und wenn der Föderation nicht langsam etwas einfällt, ist es aus mit den tollen Idealen, die Lorca aus seiner sehr pragmatischen Der-Zweck-heiligt-alle-meine-Mittel-Haltung so gerne mit Füßen tritt.

So erhalten wir denn auch direkt zu Beginn Einblick in eine dramatische Kampfsimulation auf der Brücke (in die Saru und Burnham hineinplatzen), an deren Ende ein ernüchterter und verärgerter Captain wenig schmeichelhafte Worte für seine Crew findet. Picard wäre sicher not amused über so wenig Empathie. Lorca hingegen verfolgt nur ein Ziel: Diesen verdammten Krieg zu gewinnen. Erneut macht er deutlich, dass Burnham sein Gamechanger in einem Haufen Phantasten (oder wie er sagt: staunenden Forschern) sein soll. So zeigt er ihr viel früher als erwartet seine Menagerie mit all den gesammelten Waffen, Skeletten und dem gefangenen Tardigrade. Seine simple Anweisung: Das Ding hinter dem Kraftfeld kann kämpfen und Klingonen töten, also machen Sie gefälligst eine Waffe für mich daraus. Das ist nicht gerade das, was Knigge empfiehlt, aber leider absolut pragmatisch in Zeiten, die nur von Todeslisten und Verlustberichten gekennzeichnet sind. Ein gewisser Herr Benjamin Sisko kann da ein Liedchen von trällern.

Da der Captain seine Zeit aber auch nicht gestohlen hat, stellt er Burnham seine herbe Sicherheitschefin Landry an die Seite, die jedoch in einem Anfall von Aktionismus und übersteigertem Ego direkt ihr Leben verliert, da sie den "Ripper", wie sie das unbekannte Wesen wenig feinfühlig tauft, provoziert und unterschätzt. Ich muss zugeben: Hier hat mich die Serie erstmals kalt erwischt. Landry hatte ich durchaus eine relevantere Rolle zugetraut.

Burnham wählt danach einen anderen Ansatz für ihre Forschung - sie benutzt Saru und seine hier erstmals benannten Gefahr-Ganglien, um zu beweisen, dass das Tardigrade sich nur bei Gefahr verteidigt und prinzipiell nicht feindselig ist. So schön es ist, wie man hier die Mär vom bösen, hässlichen Monster erzählt, das am Ende ein Schmusekätzchen wird, so plakativ zeichnet man den Weg dorthin nach. Ein wenig fühlte ich mich an den Grüffelo erinnert - ein Kinderbuch, das ich gerne meiner Tochter vorlese. Nun denn: Star Trek war in 51 Jahren immer mal wieder wenig subtil - das Herz hat dieser Handlungsstrang aber in jedem Fall am rechten Fleck.

Schluss mit lustig, wir müssen Leben retten

Doch wühlt eine neue Information die ohnehin angespannte Situation weiter auf. Eine wichtige Kolonie auf Corvan II wird von den Klingonen angegriffen. Und in einer fast schon urkomischen Variante von "Sie sind das einzige Schiff in Reichweite", muss Lorca die Discovery schnellstmöglich irgendwie dorthin bekommen. Und natürlich ist es nicht realistisch, dass die Föderation diese so wichtige Kolonie offenbar fast unbewacht lässt. Das gibt einen kleinen Punktabzug, mehr nicht. Der Grund für die Relevanz der Discovery ist dabei aber eigentlich ganz einfach: Lorca hat als einziger den Sporenatrieb unter der Haube, der zwar vor Kurzem die U.S.S. Glenn auseinander gerissen hat, aber der es dem Benutzer eben auch ermöglicht, ohne Zeitverlust an jeden beliebigen Ort zu reisen. Für die Akten: Wir wissen nun also, dass man theoretisch mit der von Stamets entwickelten Methode quasi freien Zugang zu allen erdenklichen Orten besitzt. Harter Kanon-Tobak, ich glaube aber fest an eine sinnvolle Erklärung für die Nichtexistenz dieser Technik in zeitlich späteren Serien. Hat hier etwa jemand schon Vertrauen zu den Produzenten gefasst?

Der Haken an der Sache ist aber eindeutig: Der Antrieb muss natürlich auch funktionieren.

Da sich Lorca und Stamets in diesem Punkt leider nicht einig sind, erleben wir erneut einen heftigen Knatsch zwischen dem Captain und seinem wissenschaftlichem Leiter, der endgültig dafür sorgt, Lorca den Orden des "Biggest Badass in the Fleet" zu verleihen. Wie er hat noch kein Captain bei Star Trek mit seinen Untergebenen gesprochen. Nicht einmal Sisko, Ransom oder Jellico - um die bisherige Hardliner-Riege zu nennen. Auch, dass er den letzten Notruf der Kolonie samt "Papa ich habe Angst" auf die Lautsprecher des Schiffes schaltet, ist mehr als gewagte Psychologie. In Lorcas Welt ist eben kein Platz für Träumer oder Schöngeister. Sein Credo: Funktioniere, oder geh. Er lässt sich sogar dazu hinreißen, Stamets zu erklären, dass all dessen Forschung Eigentum der Sternenflotte sei. An dieser Stelle fiel mir dann doch glatt eine wunderbare Szene aus Jagd auf Roter Oktober ein, als dort der Politoffizier seinem Captain Ramius erklärte: "Dieses Schiff ist Eigentum der Menschen der Sowjetunion". Nun ja - der gute Politoffizier musste für diese Blasphemie sterben. Stamets kommt mit einem einzigen Ping davon, wenn mir der kleine Scherz erlaubt ist.

Fakt ist also: Der Antrieb ist die Lösung - und Stamets muss sich etwas überlegen.

Zurück zum Grüffelo

An dieser Stelle kommt dann wieder Burnham ins Spiel, die inzwischen eine Verbindung zwischen Sporenantrieb und dem süßen "Ripper" entdeckt hat. Der Gute steht nämlich aus irgendeinem Grund total auf die Sporen und offenbar hatte man sich diesen Umstand bereits auf der Glenn zunutze gemacht. Ist das Wesen also die Lösung für das Problem, dass Stamets den Kurs nicht kontrollieren kann?

Gesagt, getan. Mit wissenschaftlicher Begeisterung wird der dicke Käfer in die Reaktorkammer gebeamt, an eine von der Glenn geborgene Vorrichtung angeschlossen, und los geht’s mit Sporenspeed. Es zeigt sich, dass das Wesen eine Art Supercomputer darstellt und mit den Sporen kommunizieren kann. Technik, die begeistert.
Ein klein wenig (oder etwas mehr) gleitet man mit dieser Darstellung natürlich in den Fantasy-Bereich ab - fast fühlte ich mich auch wie auf der Moya (aus Farscape) - Pilot, bitte übernehmen. Und tatsächlich schob man sogar noch den Spruch hinterher, im "Ripper" vielleicht den neuen Navigator des Schiffes gefunden zu haben. Harcore-Trekkies brauchen an dieser Stelle erneut gute Nerven oder einen Schnaps.

Doch halt: Wir sind hier trotzdem immer noch bei Star Trek, und das Drehbuch weiß das nur zu genau. Denn so leicht sich Burnham von ihrem Forschergeist hatte leiten lassen, so sehr muss sie nun erkennen, wie sie dieses Wesen für ihre Zwecke missbraucht hat. Ihre Erkenntnisse haben einzig und alleine dazu geführt, eine fremde und sicher empfindungsfähige Lebensform zu instrumentalisieren - um ihrem eigenen Captain das zu liefern, wonach er verlangte. Als sie es erkennt, ist es jedoch schon zu spät. Das Wesen möchte, zurück in seiner Zelle, nicht einmal mehr die leckeren Sporen kosten. Der Vertrauensverlust ist da. Und Burnham hat sich das erste Mal die Hände schmutzig gemacht.

Trau, schau, wem

Und hier spiegelt sich dann auch die ganze Lebensgeschichte von Burnham wider - und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Burnham kam als Monster auf die Discovery und wird vermutlich weiterhin hart dafür arbeiten müssen, um Saru, Tilly und andere Crewmitglieder vom Gegenteil zu überzeugen.

Der Tardigrade kam ebenfalls als Monster an Bord - bis Burnham seine Fähigkeiten entdeckt.

Beide werden gegen ihren Willen instrumentalisiert - beide müssen einem größeren Ziel folgen. Und beide sind damit sichtlich unglücklich. An Bord der Discovery und in dieser Serie ist offenbar wirklich Nichts und Niemand exakt so, wie es zunächst scheint. Das ist verdammt gut für die Spannung und verdammt unterhaltsam für die Zuschauer. Hübsch gemacht, ihr Autoren.

Ins Gesamtbild fügt sich dann natürlich auch noch das zu Beginn eingeführte Vermächtnis von Captain Georgiou ein. Ihre Holo-Rede ist wunderbar freundschaftlich, sanft und wie sie selber sagt fast mütterlich gehalten. Etwas zu sehr, wenn man ehrlich ist - hier durchleben wir an Burnhams Seite schon ein wenig mit dem Holzhammer die schmerzhafte Lektion ihres Verrats noch einmal. Die Reaktion der jungen Frau fällt da fast eine Spur zu dezent aus, oder irre ich mich?

Eine Randnotiz bleibt, dass man nach einem erfolgreichen Sporen-Sprung und einer unfassbar coolen Aktion von Lorca die Kolonie rettet und die Klingonen ins Sto’Vo’Kor befördert. Lorca benimmt sich dabei fast wie ein Dirigent des Wahnsinns, als er bis zur letzten Sekunde ausharrt und wie in Trance den finalen Befehl gibt. Dieser Mann ist irre. Vollkommen irre. Aber leider auch irre gut.

Frauen an die Macht

Und dann wären da noch die Klingonen. Ihre Erwähnung habe ich mit gutem Grund ganz ans Ende dieser Rezension gesetzt, erfüllen sie doch im eigentlichen Sinne keinen Zweck für die Haupthandlung. Man setzt sie hier gewissermaßen als losgelösten Nebenstrang (ähnlich der Vorgehensweise bei Game of Thrones oder The Expanse) ein und erweiterte so ihre Geschichte.

Dabei drängt sich zunächst das Gefühl auf, man wolle die Zuschauer auch weiterhin mit viel untertiteltem Valium-Geschwafel langweilen. Besonders Kol kann abseits typischer Klingonen-Verhaltensweise nicht überzeugen. Und was die Sprache angeht: Vielleicht sollte man es einmal mit anderen Zahnprothesen versuchen? Die armen Mimen klingen, als würden sie zum Feierabend unter heftigen Unterkieferkrämpfen leiden müssen.

Auf einer etwas globaleren Ebene fällt noch auf, dass die Dialoge zwischen den Klingonen inhaltlich mindestens eine Klasse schwächer sind, als die an Bord der Discovery. Schaut man darüber jedoch hinweg, gewinnt dieser Aspekt der Gesamtgeschichte immerhin ein paar neue Facetten. L’Rell positioniert sich dabei als heimliche potentielle Anführerin und am Ende gelingt es den Autoren sogar, die Geschichte von ihr und Voq frühzeitig vom bisherigen Schauplatz abzulösen und neu auszurichten. Übrigens spiegelt man auch in dieser Nebenhandlung die exponierte Rolle von Burnham, die in der Haupthandlung die Figur hinter dem eigentlichen Anführer ist und dennoch maßgeblichen Anteil am Erfolg hat. Toll!

Hatte ich vor der Episode noch wenig Lust auf mehr Klingonen, bin ich nun sogar schon gespannt, wie es mit den beiden Turteltäubchen an Bord der Shenzou weitergehen wird. Dafür ertrage ich dann sogar ihr Gerede.

Ein paar Beobachtungen

Saru zeigt sich in dieser Episode wenig erfreut über Burnhams Verbleib auf der Discovery - seine Freundlichkeit schiebt er auf die Gewissheit, sie würde schnell wieder in ihrem Gefangenentransport entschwinden. Ein Schelm, der Saru. Auch spannend: Er ist gar nicht so ahnungslos bezüglich seines Captains, wie man in der vorigen Episoden annehmen konnte. Seine Äußerung, dass Burnham perfekt zu diesem passen würde, spricht eher für ein gestörtes Verhältnis. Spannend, spannend, der Mann. Wie bereits vermutet, bietet diese Dreierkonstellation enormes erzählerisches Potential.

Die Kolonie Corvan II wurde übrigens bereits in der TNG-Episode "New Ground" erwähnt. Dort sagte man, dass der Planet aufgrund zu starker Industrialisierung an der Schwelle zur Zerstörung wegen starker Verunreinigung der Atmosphäre stünde. Da man den Planeten hier als industriellen Knotenpunkt der Föderation bezeichnet, liefert das eine sehr schöne Kontinuität.

Außerdem gibt es neue Informationen zu Burnham: Sie wurde 2226 geboren und besuchte von 2245 bis 2249 die Vulkanische Wissenschaftsakademie.

L’Rell beendet nebenbei noch Diskussionen, ob Captain Georgiou eventuell im Verlauf der Serie noch einmal lebendig zurückkehren könnte. Wie sie sagt, hätten sie und Voq gemeinsam ihr Fleisch gegessen. Na herrlich. Hier erwischte mich die Serie dann nach Landrys Tod gleich nochmal kalt - auch an dieser Front hatte ich noch etwas erwartet.

Kol wird übrigens als Mitglied des Hauses des Kor bezeichnet. Dieser hatte in "Soldiers of the Empire" aus DS9 ähnlich verächtlich auf einen anderen Klingonen herab geschaut, der nicht aus einem der führenden Häuser kam: Damals ging es um Martok, nun um T’Kuvma und seine Gefolgsleute - insbesondere Voq. Stark.

Technisch betrachtet

Den Sporenantrieb in Aktion zu sehen, ist eine tolle Sache. Doch auch die Kolonie Corvan II, die verwaiste Shenzou sowie erneut das Innere von T’Kuvmas Schiff begeistern. Dafür liegt der Tardigrade irgendwo zwischen überdesignt und trashig. In Szenen ohne viel Bewegung überzeugt das Design jedoch mehr als beim Angriff auf Landry.

Regie führte bei dieser Episode Olatunde Osunsanmi. Der Nigerianer ist im Genre durchaus bekannt und inszenierte Episoden von Falling Skies, Under the Dome, The Last Ship, Sleepy Hollow oder Blindspot. Hier liefert er eine handwerklich tolle Episode ab, die einzig bei der langen Dialogsequenz zwischen Voq und L’Rell zu Beginn uninspiriert zwischen zwei Einstellungen hin und her wechselt. Der Rest ist jedoch Maßarbeit.

Das Drehbuch lieferten Jessie Alexander und Aron Elie Coleite. Coleite ist bisher besonders bekannt für seine Arbeit an Heroes und diversen Comics. Alexander war an Hannibal, Heroes oder Alias beteiligt sowie am Drehbuch zum Film Arac Attack von 2002. Ihnen gelingt eine dichte Arbeit, die wichtige emotionale Ansatzpunkte clever verknüpft und zunehmend mehr Resonanz erzeugt.

Heimlicher Star ist jedoch erneut der Score, der mit einer wirklich tollen Atmosphäre aufwartet, verschiedene Themen variiert und das Maximum aus der düsteren Stimmung herausholt.

Bei den Schauspielern gefallen besonders Doug Jones (Saru), Jason Isaacs (Lorca) und Mary Wiseman (Tilly). Mary Chieffo (L’Rell) spielt sich seitens der Klingonen deutlich in den Vordergrund und skizziert auf dieser Seite den bisher reichhaltigsten Charakter. Voq bleibt hingegen eher der manipulierbare Außenseiter, Kol der typische Kriegstreiber. An dieser Front darf - oder muss - noch mehr drin sein. Wilson Cruz (alias Dr. Culber) ist erstmals mit von der Partie und erhält keine wirkliche Gelegenheit, sich zu zeigen.

Die Frau des Rezensenten

Als man begann, sich näher mit dem Tardigrade zu befassen, lief sie zu Höchstform auf und dozierte von Pontius bis Pilatus über das Bärtierchen von der Erde und was sie darüber nicht schon alles gelesen habe. Eindeutig: Diese Anleihe gefiel ihr sehr. Ansonsten störten sie einzig die zu langen Klingonen-Sequenzen, die Episode als Ganzes beschrieb sie jedoch als typisches Star Trek in Sachen Message und Umsetzung - wenn auch äußerst düster.

Sonequa Martin-Green gefällt ihr noch nicht besonders - die distanzierte, fast steife Spielweise führt bisher dazu, dass sie noch keinen Zugang zum Charakter gefunden hat. Dafür findet sie jedoch Captain Lorca mehr als faszinierend. Vielleicht sollten hier meine Eifersuchts-Ganglien anspringen?

Gib dem Kind einen Namen

The Butcher's Knife Cares not for the Lamb's Cry: Was zunächst definitiv wie ein geborgtes Zitat klingt, ist offensichtlich eine clevere Eigenkreation der Autoren. Es handelt sich hier übrigens um den zweitlängsten Titel aller Trek-Episoden, einzig übertroffen von der Originalserie und "For the World is Hollow and I Have Touched the Sky".

Im Kontext der Handlung handelt es sich zudem um eine äußerst treffende Beschreibung für das, was Lorca und Landry im Großen wie im Kleinen auf ihrer Agenda haben - und womit sich Burnham und Stamets nun ebenfalls regelmäßiger werden befassen müssen.

Fazit

Schaut man nicht ganz so genau hin, präsentiert uns die Serie hier nur eine generische Rettungsmission in einem äußerst düsteren Gewand und mit wenig Ansatz für Optimismus.

Gräbt man jedoch tiefer, entblößt sich eine mehr als potente Studie von Schuld und Sühne, die sich nicht nur durch verschiedene Ebenen der Handlung, sondern auch mitten durch die Charaktere zieht.

Wie schon bei Star Trek: Deep Space Nine kommentiert das Drehbuch gesellschaftliche und menschliche Mißstände unter der Last eines Krieges und regt zum Nachdenken darüber an, wie die Welt eigentlich sein sollte - und warum sie es aktuell nicht sein kann. Das ist zwar weit weg von einer Utopie, stellt aber immerhin die absolut richtigen Fragen und präsentiert uns das Leben wie es nun einmal ist: Niemals nur schwarz und weiß.

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen

zusätzlicher Bildnachweis:© CBS

Tags: Star Trek