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Krypton-Special II: Die klassischen Superman-Filmabenteuer

Superman gehört zu den Medienphänomen, die mehr Leben als eine Katze besitzen. In unserer Reihe von Specials beschäftigen wir uns heute mit den klassischen Serials und Filmen, die seit den 1940er-Jahren die Kinos heimgesucht haben. Vorhang auf für Bud Collyer, Kirk Alyn, George Reeves und Christopher Reeve!

Superman

Präsentiert von: Björn Sülter


Im Oktober startet auf SYFY die erste Staffel von Krypton. Ein guter Grund, dem Superman-Mythos ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Im ersten Teil ging es um die ersten Schritte des Superhelden. Heute befasst sich unser Björn Sülter mit den frühen Gehversuchen im Kino.

Ein Land vor unserer Zeit

Wenn man heute von den klassischen Superman-Filmen spricht, denkt jeder sofort an Christopher Reeve. Doch gab es auch eine Zeit vor ihm, in der die Rechteinhaber versuchten, ihre Marke auf die große Leinwand zu bringen.

Zwischen 1941 und 1943 entstanden in diesem Zug siebzehn animierte Kurzfilmchen fürs Kino, die alle um die acht bis zehn Minuten lang waren. Superman-Schöpfer Joe Shuster hatte im Hintergrund für eine visuelle Kontinuität zu den Comics gesorgt und Bud Collyer dem Helden erstmals eine Stimme geschenkt.

Superman

1948 entstand dann ein Serial aus fünfzehn Teilen, das erstmals mit realen Schauspielern gedreht wurde. Kirk Alyn wurde darin der erste Darsteller, der die ikonische Figur verkörpern durfte. Auch die Figuren Lois Lane, Perry White, Jimmy Olsen sowie Jor-El und die Kents kamen hier bereits vor. Für Columbia Pictures war dieses Serial ein großer finanzieller Erfolg.

Superman

Das Sequel Atom Man vs Superman lief 1950 in einer ebenfalls fünfzehnteiligen Ausgabe, kam aber nicht so gut an wie der erste Versuch. Immerhin wurde hierbei aber Supermans Gegenspieler Lex Luthor erstmals aus Fleisch und Blut gezeigt.

Superman

Im Jahre 1951 wurde es dann allerdings erst so richtig trashig: George Reeves übernahm die Rolle des Superman im B-Movie Superman and the Mole Men. Lippert Pictures drehte den 58 Minuten kurzen Streifen in nur 12 Tagen runter, was man dem Ergebnis leider auch anmerkte. Letztlich diente er aber ohnehin nur als Versuch, eine Serie auf die Beine zu bringen und erschien dann auch ab 1953 noch einmal neu geschnitten als Doppelepisode der Serie Adventures of Superman. Doch darum kümmern wir uns noch an anderer Stelle.

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Mit diesem Ausflug endete die erste Phase der Kinoversionen rund um den Besucher von Krypton. Mehr als zwanzig Jahre später sollte es dann jedoch schon wieder ernst werden für den Mann aus Stahl.  

Sein Name war Reeve, Christopher Reeve

Wir schrieben das Jahr 1978, als Richard Donner die Regie für einen Big-Budget-Film anvertraut bekam. Superman sollte die Geschichte des Superhelden fit für eine neue Generation machen. Neben Christopher Reeve in der Hauptrolle besetzte man Marlon Brando als Jor-El, Gene Hackman als Lex Luthor, Terence Stamp als Zod und Margot Kidder als Lois Lane – eine erlesene Besetzung, die sich auszahlen sollte. 55 Millionen Dollar ließ man sich den Spaß kosten, über 300 Millionen kamen direkt wieder herein – von späteren Auswertungen gar nicht zu sprechen.

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Reeve spielte die Rolle noch in drei Fortsetzungen der Jahre 1980, 1983 und 1987. Besonders die letzten beiden konnte allerdings bei weitem nicht mehr an die erfolgreichen Zahlen anknüpfen.

Superman

Das Leben der Supermänner

Doch was wurde eigentlich aus der ganzen Riege an Männern aus Stahl, die so lange für immer neue Abenteuer in den Kinos gesorgt hatten?

Bud Collyer, die erste Stimme des Superman, war besonders für seine Arbeit im Radio und als Gameshow-Moderator bekannt. Er starb im Alter von nur 61 Jahren bereits 1969.

Kirk Alyn, der eigentlich John Feggo Jr. hieß, spielte nach seinen beiden Auftritten als Superman noch Blackhawk im gleichnamigen Serial von 1952 und den General Sam Lane im Film Superman von 1978. Er erkrankte später an Alzheimer und starb 1999 im Alter von 88 Jahren.

George Reeves ging als eine der tragischsten Figuren in die Superman-Geschichte ein. Dem Vernehmen nach war er nie wirklich glücklich mit seinen Rollen gewesen und hatte stets nach Höherem gestrebt. Unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen starb er im Jahr 1959 im Alter von nur 45 Jahren in seinem Zuhause in Los Angeles. Den Ergebnissen langjähriger Untersuchungen zufolge schoss er sich selbst in den Kopf.

Christopher Reeve spielte Superman in vier Kinofilmen und hatte auch danach noch eine erfolgreiche Hollywood-Karriere. Der passionierte Reiter verletzte sich jedoch 1995 bei einem Sturz schwer und war von diesem Tag an querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Er zog sich danach weitestgehend aus dem Filmbusiness zurück, gründete mit seiner Ehefrau eine Stiftung und versuchte, Menschen mit einem ähnlichen Schicksal bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen. Im Remake von Das Fenster zum Hof trat er noch einmal in einer größeren Rolle in Erscheinung und spielte schließlich sogar in Smallville eine Art Mentor für Clark Kent. Leider starb Reeve nach seinem zweiten Auftritt in der Serie mit nur 52 Jahren im Jahr 2004.

Smallville

Vier Schauspieler, vier Lebenswege. Als Mann aus Stahl werden uns alle aber in jedem Fall für immer in Erinnerung bleiben.

Bald geht es weiter mit Björn Sülters Superman-Specials – dann mit dem Serienuniversum, fiesen Gegenspielern, dem Setting und vielem mehr.

Nicht vergessen: Die neue Serie Krypton startet am 18. Oktober auf SYFY in die erste Staffel und zeigt die Vorgeschichte auf dem Heimatplaneten des Helden - weit vor dessen Geburt.

SYFY zeigt die Serie in Deutschland ab dem 18. Oktober um 20.15 Uhr, zum Auftakt mit einer Doppelfolge, danach immer donnerstags um 21.00 Uhr mit einer neuen Episode. Die Wiederholung der Vorwochenfolge ist jeweils um 20.15 Uhr zu sehen.

Über den Autor:

Björn Sülter ist Jahrgang 1977 und hat in den 1980er-Jahren mit Star Trek und Star Wars seinen Einstieg ins phantastische Genre gefunden. Am meisten liebt er Serien wie Star Trek: Deep Space Nine, LOST, The X-Files oder Babylon 5 und ist der Phantastik immer treu geblieben. Seine aktuellen Favoriten sind Game of Thrones, Westworld oder The Orville.

Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt der Journalist, Autor & Podcaster über Medien. Bei SYFY ist er Experte für alles, was mit phantastischem Sehen zu tun hat. Man kennt ihn auch für seine Rezensionen und Kolumnen bei Serienjunkies, Quotenanalysen bei Quotenmeter, die Reihe "Die Experten", seine pointierten Kommentare zum Dschungelcamp, die unterhaltsame Medienkolumne Sülters Sendepause. und seine Artikel im Printbereich für die GEEK! oder FedCon Insider. Sein launiger Star-Trek-Podcast Planet Trek fm erfreut sich großer Beliebtheit und er ist eines der Gesichter des Experten-Portals Ich mag Star Trek. Außerdem ist er als Moderator auf Veranstaltungen wie der Destination Star Trek Germany oder anderen Cons aktiv sowie ein gern gehörter Gast in Hörbüchern, Podcasts und Radiosendungen. Sein Sachbuch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, zwei Leben erschien im August 2018. Im Oktober folgt der Auftakt seiner Jugendbuchreihe mit Ein Fall für die Patchwork-Kids: Leiche auf dem Freizeitdeck. Im Dezember startet seine neue Science-Fiction-Reihe mit Beyond Berlin: Ein kleiner Schritt für ein Mädchen.

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Norddeutschlands. Sein Motto: If you can dream it, you can do it!


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