News /

Krypton-Special V: Die neuen Superman-Filme

Nach den frühen Filmen gab es im Superman-Universum einen Bruch. Doch startete man die Reihe schließlich neu – mit gemischtem Erfolg. In seinen Superman-Specials befasst sich Björn Sülter heute mit den aktuellen Kinofilmen und wagt einen vorsichtigen Ausblick.

Präsentiert von: Björn Sülter


Im Oktober startet auf SYFY die erste Staffel von Krypton. Ein guter Grund, dem Superman-Mythos ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

Im Auftakt ging es um die ersten Schritte des Superhelden, im zweiten um die klassischen Filmabenteuer, im dritten um die vielen Feinde des Helden und im vierten um die klassischen Serien.

Heute befasst sich unser Björn Sülter mit den aktuelleren Gehversuchen im Kino.

Singers Kurzauftritt

Im Jahr 1987 hatte Christopher Reeve seinen letzten Kinoauftritt in Superman IV: The Quest for Peace absolviert. Es sollte fast zwanzig Jahre dauern, bis die Reihe eine Fortsetzung erfuhr.

Das Wort Fortsetzung ist dabei übrigens nicht wörtlich zu nehmen. Der Film Superman Returns von 2006 war zwar eine inhaltliche Fortführung der beiden Abenteuer von 1978 und 1980, ignorierte aber den dritten und vierten Teil von 1983 und 1987 völlig.

Als Mastermind hinter der Produktion verpflichtete man Bryan Singer, der einen gänzlich neuen Cast zusammenstellte. Singer selbst ist neben diesem Werk insbesondere für seine X-Men-Filme und Operation Walküre bekannt, sorgt allerdings seit vielen Jahren eher abseits seiner Filme für negative Schlagzeilen.

Brandon Routh übernahm die ikonische Rolle des Clark Kent und Kevin Spacey (der aus ähnlichen Gründen wie Singer aktuell keine gute Zeit in Hollywood verlebt) mimte den Lex Luthor. Dazu gesellten sich Kate Bosworth als Lois Lane und Marlon Brando als Jor-El. Trotz dieser durchaus erlesenen Besetzung ließ der Film Teile der Fans emotional kalt, obwohl viele Kritiker überzeugt wurden. Mit einem Budget von über 200 Millionen US-Dollar holte man nur knapp unter 400 Millionen weltweit herein, was den Film letztlich zu einem Minusgeschäft machte.

Superman Returns ist sicher besser als sein Ruf, das finanzielle Ergebnis und die Probleme des Machers verhinderten jedoch weitere Versuche seitens Singer.

Die Zukunft spricht Snyder

Es dauerte erneut sieben Jahre, bis der Kryptonier mit dem Faible für knallige Farben wieder fliegen durfte – diesmal unter der Regie von Zack Snyder, der seinen visuellen Stil mit Werken wie 300 oder Watchmen prägen konnte und heute als Produzent durch Kracher wie Wonder Woman, Suicide Squad oder die kommenden Filme Aquaman, The Flash und Wonder Woman 1984 gut im Geschäft ist.

Sein erster Superman war Man of Steel von 2013. Für die Hauptrolle wählte Snyder Henry Cavill aus, der auch durchweg überzeugte. An seine Seite stellte man erneut ein tolles Staraufgebot: So spielte Kevin Costner den Jonathan Kent, Diane Lane seine Frau Martha, Laurence Fishburne gab Perry White, Russel Crowe war als Jor-El an Bord und Amy Adams als Lois Lane. An dieser Front gab es also nichts zu meckern!

Allerdings erhielt der Film viel Kritik für die lahme Story und eine fehlende Vision für die Figur des Superman. Der Score von Hans Zimmer und die Effekte ernteten andererseits viel Zustimmung. Da das Box-Office-Ergebnis mit 668 Millionen US-Dollar Einspielergebnis bei 225 Millionen Dollar Produktionskosten stimmte, wurde schnell eine Fortsetzung angekündigt.

In Batman vs Superman: Dawn of Justice ließ Snyder 2016 die beiden größten DC-Helden aufeinandertreffen. Ben Affleck erntete für seine angeblich hölzerne Darstellung des Batman viel Kritik, Cavill wurde hingegen erneut sehr positiv aufgenommen. Adams, Lane und Fishburne kehrten zurück, Jesse Eisenberg übernahm die Rolle des Lex Luthor und Jeremy Irons die des Butlers Alfred. Mit 874 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis toppte man sogar den Vorgänger, auch wenn der zweite Film mit etwas unter 300 Millionen Dollar etwas teurer geriet.

Für Henry Cavill und Zack Snyder war damit noch lange nicht Schluss! Nach dem Prinzip „erst einer, dann zwei, dann alle“ ließ der Regisseur in Justice League schließlich einen ganzen Haufen Superhelden auflaufen. Neben Superman und Batman (erneut: Affleck) waren hier besonders Wonder Woman (Gal Gadot), Flash (Ezra Miller) und Aquaman (Jason Momoa) zu nennen. Zugegeben: Gadot hatte bereits im zweiten Teil mitgespielt.

Der Film kostete satte 300 Millionen US-Dollar und spielte vergleichsweise enttäuschende 658 Millionen ein. Zudem gerieten viele Kritiken negativ. Der Versuch seitens DC, sich nach dem Marvel-Level und dem der Avengers zu strecken schlug somit fehl. Weder erreichte man die Lockerheit, noch den Humor. Filme von DC blieben – wie bereits gewohnt – eher steril und fanden den Zugang zum Massenmarkt nur im Ansatz.

So bleibt der aktuelle Stand auch ein wenig vage: Ein Sequel zu Justice League liegt genauso auf Eis wie The Batman, der Standalone-Film über den Rächer aus Gotham City. Das große DC Extended Universe ist somit – was seine größten Helden angeht – noch nicht vollkommen durchgestartet, erhält aber mit den bereits erwähnten Aquaman, The Flash und Wonder Woman 1984 schon bald wieder Zuwachs. Dazu kommen Shazam!, Birds of Prey, Cyborg und Green Lantern Corps.

Eine Menge los ist im DC-Superheldenzirkus also ohne Frage - da wird sich doch sicher auch irgendwann wieder ein Platz für Clark Kent finden lassen, oder?

Die Männer aus Stahl

Brandon Routh trug das Cape des Superman nur einmal. Vorher war er hauptsächlich durch kleine Gastrollen in verschiedenen Serien aufgefallen, nach seinem Abstecher in das Superheldengenre blieb ihm der große Durchbruch dann auch lange Zeit verwehrt. Er spielte in weniger beachteten Filmen und Serien mit, bis er schließlich 2014 als Ray Palmer (Atom) in Arrow, The Flash und Legends of Tomorrow wieder etwas durchstartete. Einmal Held, immer Held?

Superman

Henry Cavill startete 2013 in seine Zeit als Superman – und ist bis heute an Bord. In drei Filmen war er mit von der Partie und wird seinem Vertrag nach auch noch mindestens einmal zur Rolle zurückkehren. Zuvor war er insbesondere durch seine Mitwirkung in The Tudors aufgefallen, hatte daneben aber auch in verschiedenen Filmen mitgespielt. Zuletzt konnte man ihn in Mission: Impossible - Fallout sehen.

Superman

Bald geht es weiter mit unseren Superman-Specials – dann mit verschiedenen Battles rund um den Mann aus Stahl und vielem mehr.

Übrigens: Die neue Serie Krypton startet am 18. Oktober auf SYFY in die erste Staffel.

SYFY zeigt die Serie in Deutschland ab dem 18. Oktober um 20.15 Uhr, zum Auftakt mit einer Doppelfolge, danach immer donnerstags um 21.00 Uhr mit einer neuen Episode. Die Wiederholung der Vorwochenfolge ist jeweils um 20.15 Uhr zu sehen.

Über den Autor:

Björn Sülter ist Jahrgang 1977 und hat in den 1980er-Jahren mit Star Trek und Star Wars seinen Einstieg ins phantastische Genre gefunden. Am meisten liebt er Serien wie Star Trek: Deep Space Nine, LOST, The X-Files oder Babylon 5 und ist der Phantastik immer treu geblieben. Seine aktuellen Favoriten sind Game of Thrones, Westworld oder The Orville.

Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt der Journalist, Autor & Podcaster über Medien. Bei SYFY ist er Experte für alles, was mit phantastischem Sehen zu tun hat. Man kennt ihn auch für seine Rezensionen und Kolumnen bei Serienjunkies, Quotenanalysen bei Quotenmeter, die Reihe "Die Experten", seine pointierten Kommentare zum Dschungelcamp, die unterhaltsame Medienkolumne Sülters Sendepause. und seine Artikel im Printbereich für die GEEK! oder FedCon Insider. Sein launiger Star-Trek-Podcast Planet Trek fm erfreut sich großer Beliebtheit und er ist eines der Gesichter des Experten-Portals Ich mag Star Trek. Außerdem ist er als Moderator auf Veranstaltungen wie der Destination Star Trek Germany oder anderen Cons aktiv sowie ein gern gehörter Gast in Hörbüchern, Podcasts und Radiosendungen. Sein Sachbuch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, zwei Leben erschien im August 2018. Im Oktober folgt der Auftakt seiner Jugendbuchreihe mit Ein Fall für die Patchwork-Kids: Leiche auf dem Freizeitdeck. Im Dezember startet seine neue Science-Fiction-Reihe mit Beyond Berlin: Ein kleiner Schritt für ein Mädchen.

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Norddeutschlands. Sein Motto: If you can dream it, you can do it!


Tags: Krypton   Batman vs Superman   Men of Steel   Justice League   Superman