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Marvel-Regisseur Whedon über die Zukunft des Fernsehens

Wer kennt es nicht: Das gute Gefühl, wenn die neue Folge der Lieblingsserie endlich läuft. Doch das könnte eventuell bald nicht mehr der modernen Art und Weise entsprechen, Fernsehen zu schauen. Was Regisseur Joss Whedon dazu meint, erfahrt ihr hier.

Joss Whedon ist im Bereich Science-Fiction-Fantasy eine Legende: Für Buffy - Der Vampir-Killer schrieb er das Drehbuch, bei Marvel's The Avengers , Avengers: Age of Ultron  und bei Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. führte er Regie. Er kennt sich also aus, was Filme und TV-Serien angeht.

Doch anscheinend ist er kein Fan von dem sogenannten "Binge-watching", wie er es in einem Interview mit The Hollywood Reporter deutlich macht. Das Phänomen "Binge-watching" steht für die veränderte Art und Weise, wie Menschen Serien anschauen: Wie ein Marathon werden alle Folgen einer Staffel hintereinander angesehen. Das liegt meistens daran, dass manche Anbieter die Serien auch nur im Paket alle Folgen auf einmal veröffentlichen. Dieses Modell möchte Whedon ungern vertreten:

"Ich würde das nicht machen wollen. Ich würde wollen, dass die Leute jede Woche zurückkommen und die Erfahrung machen, sich etwas zusammen zur selben Zeit anzusehen. Wir haben Doctor Horrible in drei Akte veröffentlicht. Wir haben das teilweise gemacht, weil ich damit aufgewachsen bin, Mini-Serien wie Lonesome Dove anzusehen. Ich habe solche Events im Fernsehen geliebt. Und als das dann in den Hintergrund geriet, dachte ich mir: "Lasst es uns im Internet machen!". Im Laufe dieser einen Woche veränderte sich das Gespräch über die Serie immer und immer wieder. Das zu beobachten, war aufregend. Klar bringt Netflix ein Haufen unglaublicher Sachen raus. Und wenn sie zu mir kommen und mir sagen würden, "Hier ist das Geld! Mach das, was du liebst!", würde ich sagen: "Du kannst es veröffentlichen, wie du willst. Tschüss."

Whedon meint, dass diese Art und Weise Fernsehinhalte zu konsumieren der Kunst des Mediums nicht dienlich ist. Denn wenn eine ganze Staffel auf einmal plötzlich da ist, verliert man die Fähigkeit, sich auf einen einstündigen Fernsehinhalt konzentrieren zu können, so Whedon. 

"Aber meine Vorliebe gilt eher dem Old-School. Wenn man sich daran festhalten kann, dann wird es genau. Eine spezifische Folge, das nützt den Zuschauern. Und es ist nützt auch den Autoren. "Darüber werden wir diese Woche reden!". Für dich sechs, zehn, dreizehn Stunden und für die Leute keinen Moment zum Atmen und Verdauen zu haben...nur "Oh, das ist nur Teil sieben von zehn" zu sagen - das macht es emotional formlos. Und ich mache mir Sorgen darüber in der Gesellschaft - dieses auf alles immer Zugang zu haben. Aber wenn das die Art und Weise ist, wie es die Leute haben wollen, dann werde ich weiterhin so hart arbeiten. Ich werde mich anpassen."

Vermutlich hat Whedon Recht, denn wenn man sich acht bis zehn Stunden einer Serie auf einmal anschaut, ist es sehr viel schwerer, sich auf die ganzen Einzelteile zu konzentrieren. Ganz davon abgesehen, dass sich manche auch nur alles auf einmal ansehen, weil die Spoiler-Gefahr sonst zu groß ist. Somit ist es fast schade, dass man langsam die Möglichkeit verliert, sich zusammen zur selben Zeit die Folge anzusehen. Wenn sich jeder alleine zu jeder Zeit etwas ansehen kann, zerbricht diese gemeinsame Basis. Aber mal sehen, mit einem Regisseur wie Whedon hat das Old-School-Modell vielleicht doch noch eine Chance.

Quelle: Syfy Wire

Tags: Marvel Serie