News /

Mortal Engines: Krieg der Städte - 3 Gründe, warum ihr ins Kino gehen solltet

Es sollte der Winterblockbuster des Jahres 2018 werden, das Kinopublikum entschied aber anders. Wir schauen hinter die Kulissen und nennen euch drei Gründe, warum Mortal Engines: Krieg der Städte trotzdem einen Blick wert ist.

Mortal Engines

Präsentiert von: Björn Sülter


Der Herr der Blockbuster

Winterblockbuster sind für die großen Filmstudios mehr als attraktiv, und ein Mann steht für epische Filmreihen fast schon sinnbildlich. In den Jahren 2001 bis 2003 hielt Peter Jackson mit seiner dreiteiligen Reihe Der Herr der Ringe die Kinosäle fest in seiner Hand. Rund drei Milliarden US-Dollar spiele die Trilogie ein und zementierte Jacksons Position als große Nummer in Hollywood.

Herr der Ringe

Auch King Kong lief im Jahr 2005 im Dezember und spülte 550 Millionen Dollar in die Kasse. Die zweite Mittelerde-Trilogie Der Hobbit sorgte dann zwischen 2012 und 2014 erneut für strahlende Gesichter beim Studio. Wieder standen rund drei Milliarden US-Dollar weltweites Einspielergebnis zu Buche.

Der Hobbit

Die Filmrechte am Roman-Vierteiler Mortal Engines von Philip Reeve hatte Jackson sich bereits 2009 gesichert, konnte das Projekt aber erst ab 2016 wirklich anschieben. Geplant war, nach und nach alle Bücher zu verfilmen. Dazu schrieb er am Drehbuch mit, versammelte viele bekannte Gesichter seines bewährten Neuseeland-Teams, setzte auf Effekt-Guru Christian Rivers als Regisseur und versammelte einen stimmigen Cast rund um Hugo Weaving, der den Elrond im Mittelerde-Epos verkörpert hatte.

Mortal Engines

Ein epischer und dystopischer SF-Streifen vom Meister des großformatigen Kinos, pünktlich zu Weihnachten ausgeliefert - Was zur Hölle konnte da noch schiefgehen?

Crash! Boom! Bang!

Manchmal ist das Leben einfach nicht fair. Obwohl der Saal gebucht, die Kapelle engagiert und Deko wie auch Buffet vorzeigbar geraten waren, füllte sich die Party nur spärlich und tanzen wollte auch niemand. In Zahlen: Der 100 bis 150 Millionen US-Dollar teure Streifen spielte bisher weltweit nur rund 40 Millionen ein. Für Universal Pictures wird sich der prognostizierte Verlust inklusive aller Marketingkosten auf rund 150 Millionen US-Dollar belaufen. Ein Desaster, von dem wohl kaum jemand ausgehen konnte!

Mortal Engines

Auch die Kritiker halfen nicht: Kritische bis mäßige Besprechungen gaben sich die Klinke in die Hand. Zwar wurden immer wieder die generelle visuelle Umsetzung oder auch die Effekte angepriesen, Story und Identität fielen jedoch in vielen Fällen durch.

Doch ist das noch lange kein Grund, den Film zu verpassen. Hier sind drei schnelle Gründe für euren Weg ins Kino.

Grund 1: Optik, Optik, Optik!

Wie bei Immobilien (Lage, Lage, Lage) ist es bei Filmen dieser Machart auch oft eine simple Frage des visuellen Erlebens. In dieser Disziplin begeistert Mortal Engines in jedem Fall. Die Umsetzung der Welten des Philip Reeve gelang durchweg gigantisch. Hier zahlte sich auch aus, dass Jackson seinem Effekt-Guru Rivers vertraute. Dieser brachte zwar nicht die nötige Erfahrung in der Schauspielerführung oder das Gespür für eine schlüssige Dramaturgie mit (was man dem Film auch anmerkt), hält aber dennoch immer die Balance aus Optik und Inhalt.

Wer bereit ist, sich auf die Berieselung der Sinne einzulassen, wird mit einem Feuerwerk belohnt. Und auch wenn die Story und die Tiefe der Figurenzeichnungen nicht mit dem imposanten Drumherum mithalten können, ist Mortal Engines nicht mit einem vergleichsweise seelenlosen Film wie Valerian von Luc Besson zu vergleichen.

Mortal Engines

Grund 2: Island-Power!

Schön anzusehen ist fraglos auch der zweite Grund: Hauptdarstellerin Hera Hilmar, die die Hester Shaw spielt. Die gebürtige Isländerin, die nach Weihnachten 30 Jahre jung wird, kennt man insbesondere für ihre Darstellung der Vanessa in der Serie Da Vinci´s Demons. Für die Rolle in The Quiet Storm wurde sie im Jahr 2007 für eine Edda nominiert. Mortal Engines ist ihre erste Blockbusterrolle.

Als Hester hinterlässt sie einen starken Eindruck und lässt hoffen, dass der immer offensichtlichere Fehlschlag des Films ihrer Karriere nicht wird schaden können. Neben Hugo Weaving bietet sie mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke eindeutig die überzeugendste Leistung im Cast und bleibt durchweg positiv im Gedächtnis. Hinschauen, Hollywood!

Mortal Engines

Grund 3: Bebender Score!

Neben der Optik ist auch der Soundtrack meist essentieller Teil einer Blockbustererfahrung. Ikonische Themen gibt es in der Filmgeschichte inzwischen so reichlich wie kompetente Soundmagier. Man denke an angesagte Player wie Bear McCreary oder Ramin Djawadi. In diesem Fall haben wir es mit einem Mann zu tun, der im wirklichen Leben unter dem Namen Antonius Tom Holkenborg bekannt ist und aus den Niederlanden stammt. Der 51jährige ist in seinem Wirken jedoch als Junkie XL (oder JXL) bekannt und arbeitet als Komponist, Instrumentalist, DJ, Produzent und Tontechniker. Sein Remix zu A Little Less Conversation von Elvis Presley im Jahre 2002 wurde ein weltweiter Hit, zudem liefert er auch Sounds für Videospiele wie FIFA18.

In Sachen Filme arbeitete er bisher insbesondere an DC-Veröffentlichungen wie Wonder Woman, Batman vs Superman, Deadpool oder Mad Max: Fury Road. Er kooperiert in diesem Medium gerne mit Hans Zimmer - man könnte von schlechteren Kollegen lernen.

Zuletzt war er an Werken wie Tomb Raider oder Der dunkle Turm alleinverantwortlich tätig. Sein Score zu Mortal Engines ist energiegeladen, leicht entrückt, atmosphärisch dicht und wechselt zwischen tragenden Klangteppichen und aggressiven Uptempo-Nummern. Somit bieten die starke Optik und der gelungene Score eine Einheit, die Freude für die Sinne bietet.

Mortal Engines

Der Rat kann also ganz eindeutig nur lauten: Ab in die Kinos und selbst ein Bild machen!

Mortal Engines: Krieg der Städte läuft seit dem 13. Dezember in den deutschen Kinos.


Tags: Mortal Engines