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Pierre „Turbopolsa“ Silfver im Porträt: Vom Auswechselspieler mit viel Pech zum Rocket-League-Weltmeister


Das Rocket-League-Jahr 2017 war …wild, überraschend und ziemlich großartig. Wie viele eSports-Titel kennt ihr, in dem ein unbekannter Schwede vom Auswechselspieler zum Weltmeister, Captain und Star der Szene aufstieg? Besondere Geschichten verdienen es erzählt zu werden: Bühne frei für Pierre „Turbopolsa“ Silfver.

 
 

Präsentiert von: Benjamin Kratsch


Große Sportler zeichnen sich durch großen Sportsgeist aus: Etwa als Cristiano Ronaldo mit dem Torwart Sergio Assenjo kollidierte. Seine Kollegen plädierten direkt auf Elfmeter, er hingegen kümmerte sich um den verletzten Keeper, nahm beim Schiedsrichter die Schuld auf sich und verzichtete auf den Elfer. Den Ronaldo der Rocket-League-Szene gab in Washington Turbopolsa: Das Grand Final war etwas unfair gelaufen - seine Gegner von Method hatten nicht viel mehr als 20 Minuten Zeit, um sich von einem sehr harten Halbfinale gegen Cloud9 zu erholen. Method wurden auf der Bühne zerstört, sie waren sichtlich physisch nicht mehr in der Lage ihr Potential abzurufen und konnten kaum Gegenwehr zeigen. Es wurde ein leichter Sieg für Turbopolsas Gale Force eSports, doch er entschied sich sie mit auf die Bühne zu nehmen, sie noch einmal beklatschen zu lassen - so wie es große Sieger tun. Und noch ein bisschen mehr.

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„Also eigentlich hat Kaydop besser gespielt, er sollte MvP sein“ 

„Actually…ich denke Kaydop sollte MvP sein. Er hat besser gespielt als ich“, meint Turbopolsa kurz nach dem Sieg der RLCS Season 4 zu einem recht verdutzten Goldenboy, der ihm als Moderator gerade erst die Medaille als Most Valuable Player - als wertvollster Spieler des Tages - überreicht hatte. Und weil der schwedische Team-Leader kein Mann großer Worte, sondern eher großer Taten ist, hängte er kurzerhand seinem Kollegen noch eine zweite Medaille um den Hals. Der Franzose lacht, der Schwede grinst. Das Teamplay hat er im Blut, er kommt eigentlich aus dem Hockey. Seit 10 Jahren bereits spielt er in seiner Heimatstadt Åkersberga diesen Teamsport und sagt selbst, dass er viel aus dem Hockey auf Rocket League übertragen kann: „Ich finde es faszinierend wie reale und virtuelle Welt zusammenwachsen. Ich habe mit FIFA und NHL angefangen, bin dann auf Rocket League gewechselt und es gibt so viele Parallelen zu Hockey: Von den Team-Formationen her, den Taktiken, den Pässen, den Flanken, aber auch der ganzen Mentalität. Du musst dich blind verstehen, weil all diese Spiele sehr schnell sind.“ 

 

 

"Ich hatte zwei Möglichkeiten: Aufhören oder brutal hart trainieren"

„Während der ersten RLCS, haben wir den Sport noch sehr casual genommen: Ich war auf dem Turnier, habe Paschy kennengelernt, er hat mich gefragt, ob ich innerhalb eines Roster-Changes Lust hätte für MockIt zu spielen - klar, einfach mal ausprobieren. Wir wurden Freunde, aber haben nicht harmoniert und verloren beide Spiele - danach habe ich das Team wieder verlassen. Es gab viel Kritik an mir, was hart war, ich war das nicht gewohnt und hatte zwei Möglichkeiten: Aufhören, die Karriere beenden, bevor sie angefangen hat. Oder brutal hart trainieren. Es war ein schwieriger Weg, auch mit meinem zweiten Team gab es viele Niederlagen. Als die RLCS 3 vor der Tür stand, kam Remkoe auf mich zu, meinte er braucht einen Sub - einen Auswechselspieler. Er war ein großer Star, ich ein niemand. Das war meine Chance, weil sein Teamkollege gerade Examen schreiben musste. Zur RLCS 3 war noch kaum einer Profispieler mit festem Gehalt. Ich trainierte hart, wir spielten gut und mit NRG - Northern Gaming gewann ich die dritte RLCS, was ein gigantischer Moment war. Und jetzt durfte ich auch helfen die vierte Trophäe zu gewinnen.“

Ein dezentes Understatement als Captain von Gale Force, aber so ist er nun mal. Der gute Turbopolsa.

 
 

Tags: Universal Open Rocket League