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Sleeping in Light: Die traurige Geschichte der Babylon 5-Darsteller

Sie ist eine der beliebtesten Serien im phantastischen Genre: Die fünf Staffeln, diverse Fernsehfilme und Spin-Offs umfassende Geschichte der Raumstation Babylon 5. Dass jedoch bereits zum 25. Geburtstag der Serie viele beliebte Schauspieler nicht mehr unter uns weilen, ist die andere Seite des diesjährigen Jubiläums.

Babylon 5

Präsentiert von: Björn Sülter


Babylon 5 hat zwischen 1993 und 1999 die Fans mit einer epischen Geschichte begeistert. Danach folgten zwar noch diverse Nachschläge, doch kann man die Kerngeschichte durchaus zwischen den Startpunkt „The Gathering“ und den letzten regulären Fernsehfilm „A Call to Arms“ verorten. In den nächsten Wochen werden wir die Kultserie hier bei SYFY in verschiedener Form würdigen. Heute geht es dabei um sechs beliebte Figuren – genauer um die tragische Geschichte derer, die sie verkörpert haben.

In the Shadows

Der erste Todesfall im Hauptcast betraf im Jahre 2004 ausgerechnet den Darsteller des Arztes: Richard Biggs, der den sympathischen und doch so problembehafteten Dr. Stephen Franklin gespielt hatte. Biggs wurde 1960 in Ohio geboren und hatte durch sein Mitwirken an Zeit der Sehnsucht erstmals auf sich Aufmerksam gemacht. Babylon 5 wurde dann seine zweite große Rolle. Zum Zeitpunkt seines überraschenden Todes war er Teil des Ensembles von der hierzulande weniger bekannten Serie Strong Medicine: Zwei Ärztinnen wie Feuer und Eis. Dort musste seine Figur dann off-screen für tot erklärt werden.

Biggs kollabierte in seinem Haus in Los Angeles und starb kurze Zeit später an einer Aortendissektion. Er hinterließ seine Frau und zwei Kinder und wurde nur 44 Jahre alt.

Babylon 5

Der zweite, der von uns ging, war 2006 der beliebte Genremime Andreas Katsulas, der so unvergleichlich den Botschafter G’Kar dargestellt hatte. Katsulas wurde 1946 in Missouri geboren und war zum Beispiel auch durch seine Rolle des Romulaners Tomalak in Star Trek: The Next Generation bekannt und beliebt.

Kurz vor seinem Tod konnte man ihn noch je einmal in Star Trek: Enterprise („Cogenitor“) und NYPD: Blue sehen. Anfang 2005 erhielt er die Diagnose Lungenkrebs. Kurz vor seinem Tod lud er J. Michael Straczynski, Peter Jurasik und Douglas Netter in sein Haus ein und ließ sich von JMS alle Geheimnisse erzählen, die es hinter den Kulissen der Serie einst gegeben hatte - und von denen er bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts wusste. Er starb 2006 mit nur 59 Jahren und hinterließ wie sein Kollege Richard Biggs seine Frau und zwei Kinder.

Babylon 5

2011 starb Jeff Conaway, den man in der Serie als Assistenten von Sicherheitschef Michael Garibaldi, Zack Allan, kennengelernt hatte. Conaway erblickte 1950 in New York das Licht der Welt, wurde Schauspieler und Sänger und hatte in den 70er Jahren zum Beispiel in Grease und Taxi mitgespielt. Er hatte immer wieder mit Substanzmissbrauch zu kämpfen und erlangte durch seine Teilnahme an der Show Celebrity Rehab with Dr. Drew traurige Berühmtheit. Seinen Tod im Jahre 2011 brachten die Ärzte daher auch in engen Zusammenhang mit seinen langjährigen und anhaltenden Drogenproblemen.

Jeff Conaway war dreimal verheiratet und hatte keine Kinder.

Babylon 5

Nur rund ein Jahr später erreichte die Fans dann die Nachricht vom Tod von Michael O’Hare, der in der ersten Staffel und in Gastauftritten den Commander Jeffrey Sinclair gespielt hatte. Der 1952 in Illinois geborene O’Hare hatte bereits während der Arbeit an der Serie mit gesundheitlichen Probleme zu kämpfen gehabt. Vor seiner Zeit bei Babylon 5 war er ein gefeierter Theaterschauspieler am Broadway und im Großraum New York gewesen und zudem in vielen Serien aufgetreten. Er zog sich nach seiner Zeit bei der Serie und Gastauftritten in Law & Order weitestgehend von der Schauspielerei und aus der Öffentlichkeit zurück, da er unter schweren krankheitsbedingten Wahnvorstellungen litt.

Erst Monate nach seinem Tod lüftete JMS das lange gehütete Geheimnis und klärte die Fans über die Umstände von O’Hares Ausscheiden und seine Krankheit auf.

Babylon 5

Vier Jahre später starb der nächste Sympathieträger der Serie. Der 1956 in New York geborene Jerry Doyle war eigentlich Pilot und Börsenmakler an der Wallstreet, vollzog 1991 jedoch nicht nur einen Umzug nach Los Angeles sondern auch eine extreme Neuorientierung in seiner Karriere.

Mit Rollen in Das Model und der Schnüffler und Reich und schön verdiente er sich erste Sporen. Dann gelang ihm der Sprung in den Cast von Babylon 5, wo er als Sicherheitschef Michael Garibaldi direkt zu einem Fanliebling wurde. Nach Ende der Serie war er zudem Produzent, Politiker und Gastgeber einer Radiotalkshow.

Jerry Doyle starb eines natürlichen Todes, nur elf Tage nach seinem 60. Geburtstag – der Gerichtsmediziner merkte später an, dass Doyles chronischer Alkoholismus allerdings definitiv ein Faktor bei seinem Tod war. JMS und Doyle hatten diese Problematik übrigens auch innerhalb der Serie gezeigt und in die Figur des Michael Garibaldi integriert.

Babylon 5

Vergangenes Jahr traf es dann noch einen weiteren sehr beliebten Mimen. Stephen Furst, der als Stephen Nelson Feuerstein 1954 in Virginia geboren wurde, hatte als Pizzafahrer sein Bild in die Pizzaverpackungen gelegt, um Aufsehen zu erregen und vielleicht einen Job beim Film zu ergattern.

Und wirklich spielte das Schicksal mit. Produzent Matty Simmons sah das Foto und besetzte Furst als Flounder in der Komödie Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd. Neben der Rolle des Vir Cotto in Babylon 5 ist er noch für sein Mitwirken in Chefarzt Dr. Westphall bekannt. Furst war zudem auch Produzent und Regisseur.

Im Juni 2017 starb er an den Folgen seiner jahrelangen Diabetes-Erkrankung in seinem Zuhause in Moorpark, Kalifornien. Er hinterließ seine Frau und zwei Söhne, die beide ebenfalls in der Filmindustrie tätig sind.

Babylon5

Alive and kickin‘

Doch gibt es selbstverständlich und glücklicherweise nicht nur diese tragischen Geschichten rund um den Cast. Viele andere Darstellerinnen und Darsteller erfreuen sich auch heute noch bester Gesundheit und sind gut im Geschäft.

Stoßen wir also virtuell auf die nächsten 25 Jahre dieser wundervollen kleinen SF-Oper an - und denken dabei heute an alle, die bereits viel zu früh von uns gegangen sind ...

Babylon 5

Autor, Journalist & Podcaster Björn Sülter ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Noch dieses Jahr erscheint sein Buch "Es lebe Star Trek", das von SYFY präsentiert wird - Informationen dazu gibt es zeitnah hier bei SYFY sowie auf seiner Homepage, bei Twitter oder beim Verlag in Farbe und Bunt.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie ausführlich jede Episode von Star Trek: Discovery. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er über das langlebige Franchise. Besucht gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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