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Star Trek: Besinnliche Abenteuer zum Fest

Wer sich zu Weihnachten ein paar stimmungsvoll-nachdenkliche Abenteuer der verschiedenen Crews gönnen möchte, erhält heute von Björn Sülter drei Tipps, welche Episoden nicht fehlen sollten.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Star Trek und Weihnachten gehören vielleicht nicht unbedingt zusammen. Dennoch gelang es den verschiedenen Serien immer wieder, Episoden zu präsentieren, deren Botschaften so universell sind, dass man sie sich gerne in einem ruhigen Moment noch einmal vor Augen führen kann.

Die drei folgenden Abenteuer gehören aus ganz unterschiedlichen Gründen in diese Kategorie. Klare Rewatch-Empfehlung über die Feiertage!

Eine Minute vor Zwölf

Eine der schönsten, aber leider oft zu wenig beachteten, Episoden von Star Trek: Voyager spielt größtenteils im Jahr 2000. Einige Tage vor Silvester trifft Shannon O’Donnel mit ihrem kaputten Auto in einer Kleinstadt in Indiana ein. Hier soll das Millennium Gate entstehen, was viele Anwohner zum Verkauf ihrer Häuser und Geschäfte zwingt. Den widerspenstigen Gallier gibt in diesem Fall ein gewisser Henry Janeway, der mit seinem Buchladen mehr als bereit ist, für sein Lebenswerk zu kämpfen!

Die Episode erzählt ihre Geschichte in Rückblenden, da man sich an Bord der USS Voyager an Vorfahren erinnert und dabei unter anderem die Richtigkeit dieser Informationen in Frage stellt.

Nicht nur beschwört sie durch ihr winterliches Setting weihnachtliche Gefühle herauf, sie ist vor allem eine wunderbare Abhandlung über die Bedeutung familiärer Wurzeln und zeigt, wie wichtig es ist, niemals den eigenen Ursprung zu vergessen und dennoch etwas Eigenes aus seinem Leben zu machen.

Außerdem verdeutlicht uns die Episode, wie wichtig es ist, für seine Überzeugung zu kämpfen. Für jeden Menschen kann die Weihnachtszeit im besten Sinne eine Zeit sein, die eigenen Lebensparameter abzuklopfen und gegebenenfalls nachzujustieren. Episoden wir diese zeigen uns all diese Möglichkeiten des Daseins auf und unterhalten zudem auf eine Weise, die neben Star Trek nur wenige Formate leisten können.

Dass die Geschichte obendrauf erstklassige Performances von Kate Mulgrew und Kevin Tighe bereithält, kann man dann schon als Sahnehaube auf der Festtagstorte bezeichnen.

So überlassen wir den Toast dann auch Captain Janeway, die Aussage und Emotion der Episode zum Schluss in zwei schlichte Worte verpackt ...

"To family."

11:59 (deutscher Titel: 23:59) ist eine Episode der fünften Staffel von Star Trek: Voyager. Regie führte David Livingston, die Story stammte von Brannon Braga und Joe Menosky. Letzterer schrieb auch das Drehbuch.

Star Trek

Das Licht des Lebens

Magische Episoden, die Scharen von Fans verzaubern und immer wieder Gesprächsthema sind, findet man auch bei Star Trek nicht an jeder Ecke. Wenn man jedoch über die Episode spricht, in der Captain Picard in wenigen Minuten ein komplett anderes Leben durchlebt, verheiratet ist, altert, Kinder geschenkt bekommt, seine Enkel aufwachsen sieht und schließlich als steinalter Mann die Wahrheit erkennt, weiß jeder, wo wir uns befinden.

Sein Abenteuer als Kamen besticht durch Emotionen, wunderbare Dialoge, den Zusammenhalt einer Familie und Gemeinschaft im Angesicht eines unvermeidlichen Schicksals und profitiert ohne Frage auch von der Glanzleistung Patrick Stewarts.

Dass ein Mann wie Picard auch ein einfaches Leben führen kann und damit rundum glücklich ist, bietet zudem viel Stoff für Gedanken über eigene Lebensentscheidungen. In jedem Fall sollte man sich aber immer vor Augen halten, wie zerbrechlich das Leben und wie einzigartig jede Sekunde, Minute oder Stunde davon ist.

Jeder Moment zählt und ein kurzer Moment kann ein ganzes Leben sein, wenn man es zulässt und bewusst lebt. Kamen sagt das zu seiner Tochter besser und prägnanter, als ich es jemals könnte ...

"Seize the time ... Live now! Make now always the most precious time. Now will never come again."

The Inner Light (deutscher Titel: Das zweite Leben) ist eine Episode der fünften Staffel von Star Trek: The Next Generation. Regie führte Peter Lauritson. Die Story stammte von Morgan Gendel, das Drehbuch schrieben Morgan Gendel und Peter Allan Fields.

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Für ein kleines Lächeln

Der Ansatz der dritten Episode ist so simpel wie mitreißend: Ein Sohn (Jake) möchte seinem durch den Job schwer belasteten Vater (Captain Sisko) eine Freude machen und ihn von den Sorgen etwas ablenken. Aus diesem Grund begibt er sich auf eine abenteuerliche Hatz nach einer seltenen Baseball-Karte, gerät an der Seite seines besten Freundes Nog in verschiedene spaßige, aber auch brenzlige Situationen, behält dabei aber immer das Ziel vor Augen.

Am Ende leistet Jake für seinen Vater dann auch exakt das, was er sich gewünscht hat. Der durch den Krieg gezeichnete Anführer von DS9 hält für einen Moment inne, vergisst die Welt um sich herum und lächelt.

In unserer von Überfluss und Zynismus geprägten Welt sind es diese Momente, die uns daran erinnern, was Weihnachten heutzutage sein kann und sollte: Das Fest der Besinnung auf Werte, Familie und kleine Gesten der Nächstenliebe. Weniger ist mehr. Jake schenkt seinem Vater das, was er auf andere Weise nie erhalten hätte. Magisch! Oder wie der Beschenkt es ausdrückt:

"Even in the darkest moments, you can always find something that'll make you smile."

In the Cards (deutscher Titel: Die Karte) ist eine Episode der fünften Staffel von Star Trek: Deep Space Nine. Regie führte Michael Dorn. Die Story stammte von Truly Barr Clark und Scott J. Neal. Das Drehbuch schrieb Ronald D. Moore.

Star Trek

Wir von SYFY wünschen allen unseren Lesern besinnliche Weihnachten!

Star Trek

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich. Ab 14. November 2018 endlich auch als E-Book erhältlich!

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember liefert er mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe ab.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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