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Star Trek: Ceti Alpha V - Der Macher äußert sich zum Status des Projektes

Lange war es still um den Ansatz von Nicholas Meyer, die Geschichte rund um Khan Noonien Singh und seine Supermenschen weiterzuspinnen. Doch jetzt meldete sich der ehemalige Franchise-Retter wieder zu Wort und sprach dabei auch noch über seinen Abgang bei Star Trek: Discovery.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Beginnen wir mit den Fakten: Es ist inzwischen bekannt, dass CBS nach verschiedenen Möglichkeiten sucht, die Marke Star Trek auf ihrem Streamingportal CBS All Access omnipräsent zu machen.

Star Trek: Discovery war der Anfang (und geht im Januar in die zweite Staffel), die neue (und noch unbetitelte) Serie rund um Jean-Luc Picard wird folgen und die Animationsserie Star Trek: Lower Decks aus der Feder von Mike McMahan (Rick & Morty) hat sogar schon eine Bestellung für zwei Staffeln erhalten.

Dazu gesellen sich die Gerüchte um eine Serie über die Sektion 31 mit Michelle Yeoh als Imperatorin Georgiou und um eine Akademie-Serie aus der Feder von Stephanie Savage und Josh Schwartz (Chuck, The OC, Gossip Girl).

Etwas älter sind schon die Andeutungen rund um ein Format über Khan Noonien Singh, das auf dem Planeten Ceti Alpha V spielen sollte. Diese stammten von keinem geringeren als Nicholas Meyer, der vor vielen Jahren mit dem Drehbuch und der Regie zu Star Trek II: The Wrath of Khan, der Mitarbeit am Drehbuch zu Star Trek IV: The Voyage Home und dem Drehbuch und der Regie an Star Trek VI: The Undiscovered Country unschätzbare Beiträge zum Erfolg der klassischen Kinoreihe geleistet hatte.

Der inzwischen 72-Jährige Meyer ist in den letzten Jahren weniger in Erscheinung getreten, wurde aber von Bryan Fuller als Berater zur ersten Staffel von Star Trek: Discovery geholt. Über seinen Einfluss herrschte lange Zeit Unklarheit. Ein wenig Licht ins Dunkle brachte er nun aber selber und ging dabei gleich auch noch auf den Status seines Khan-Projektes ein.

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To Khan or not to Khan?

Zu Beginn sei noch der Hinweis gestattet, dass CBS sich in diesem Jahr den Titel Ceti Alpha V schützen ließ. Im gleichen Zuge schützte man auch andere Namen, darunter Star Trek: Lower Decks, was bekanntlich inzwischen als Titel der neuen Animationsserie bekanntgegeben wurde. Auch Star Trek: Reliant gehörte dazu - die USS Reliant war in Star Trek II: The Wrath of Khan das Schiff, mit dem Chekov samt seines Captains in die Gewalt des Supermenschen Khan geriet. CBS hatte also zumindest vorgebaut, sollte es zu einer Serienbestellung kommen. Nur für das Protokoll: Auch Star Trek: Starfleet Academy, Star Trek: Destiny und Star Trek: Section 31 wurden bis zum heutigen Tag registriert. Star Trek: Destiny gilt dabei immer noch als heißer Anwärter für den Titel der Picard-Serie.

Nicholas Meyer äußerte sich nun in einem Interview mit dem YouTube-Kanal Midnight's Edge zum Status seines Projektes.

“I was commissioned to write a 3-hour or 3-night event, and that’s what I did. It’s called Ceti Alpha V and I don’t know the current status. It’s been up in the air. Partially, there was a lot of confusion between CBS, and there were big upheavals at CBS and while they sort of didn’t know who was in charge, they also didn’t know what they were going to do with Ceti Alpha V. I’m not exactly sure what’s happened, I haven’t heard from them in some time.”

Somit steht also fest, dass ein Drehbuch für eine dreistündige Geschichte (die man als Event senden oder in mehrere Happen aufteilen könnte) vorliegt, Meyer aber seitdem nichts mehr von den Bossen gehört hat. Der Autor spricht in diesem Zusammenhang auch von Konfusion bei CBS. Dabei könnte er auf die gescheiterten Versuche anspielen, CBS und Paramount wieder unter einem Dach zu vereinen. Wenn man davon ausgeht, dass die Rechte an Star Trek II: The Wrath of Khan bei Paramount liegen, darf CBS vielleicht aktuell gar keine Serie produzieren, die auf diesem Setting beruht. Vielleicht hatte man Meyer in dem festen Glauben des Erfolgs bei diesen Gesprächen beauftragt und das Projekt aufgrund der anhaltenden Probleme erstmal wieder zu den Akten gelegt? Da Khan und seine Leute aber auch in der Episode Space Seed aus der Originalserie aufgetaucht waren (von der die Rechte bei CBS liegen), besteht hier unter Umständen eine äußerst komplexe Rechtesituation, die vielleicht schlicht (noch) nicht geklärt ist. Die Tatsache, dass es einen Auftrag seitens CBS, die Registrierung zweiter potentieller Seriennamen und ein fertiges Drehbuch gibt, lässt aber zumindest die Tür noch offen.

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Meyer selber ist derweil von seiner Arbeit auch überzeugt und dachte laut über mögliche andere Gründe nach, warum CBS noch nicht zugegriffen hat. 

“It’s very good. It’s a terrific trilogy. I think one of the things that happened is they’re not sure that a trilogy is long enough to warrant the cost of doing it. Maybe it should be something longer, or … I don’t know the details of their thinking, because I haven’t heard them.”

No more Discovery

Was Meyers Arbeit an Star Trek: Discovery angeht, konnte er zumindest ein wenig die Gerüchte zerstreuen, er habe auch schon im ersten Jahr eigentlich gar nichts zur Serie beigetragen - wenn er auch sehr vage in seiner Schilderung bleibt.

“I was brought on to it by Bryan Fuller, who was the original showrunner. I had never worked on a television series before and thought that would be an interesting thing to do, as indeed it was. What my contributions to it were hard to determine, because television is a group effort and there is so much overlap that I can’t either claim or refute credit for the end result because the difference between what is written and gets filmed and what was talked about in conference before things are written is very, very hard to determine with what you would call meaningful or objective precision.”

Das ändert aber alles nichts daran, dass Meyer nun offenbar endgültig nicht mehr an Bord ist, wie er weiterhin ausführte.

“I was involved with it for the first year, and I worked on it, I wrote things on it, and then I was not invited for the second year. I don’t know why.”

Interessant an all seinen Aussagen ist besonders ein Aspekt: Offenbar hat man es Seitens CBS schon seit einer Weile nicht mehr nötig, Meyer über irgendetwas zu informieren. Er weiß nichts über das Khan-Projekt, er wurde nach der ersten Staffel Star Trek: Discovery nicht mehr zur zweiten eingeladen und er weiß nicht mal warum. Man darf nicht vergessen: Meyer galt schon früher als Querkopf - wie auch beispielsweise ein Bryan Fuller. Vielleicht hatte er nach dessen Abgang einfach nicht mehr das nötige Standing bei den neuen (und inzwischen auch schon wieder geschassten) Showrunnern?

Wir werden geduldig abwarten müssen, ob aus seiner Khan-Serie noch etwas wird. An anderem neuen Star Trek dürfte es uns derweil allerdings nicht mangeln.

Nicholas Meyer

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Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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