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Star Trek: Discovery - Berg, Harberts, Goldsman gefeuert! Kurtzman übernimmt

Paukenschlag bei der CBS-Serie: Die beiden Showrunner und Produzent Akiva Goldsman müssen gehen. Die Gründe liegen angeblich nicht in der kreativen Vision, sondern in unschönen inneren Prozessen. Unser Star-Trek-Experte Björn Sülter hat alle Informationen für euch!

Präsentiert von: Björn Sülter


Star Trek: Discovery hat bereits eine sehr belastete Produktionsgeschichte aufzuweisen. Der Start wurde mehrmals verschoben, Mastermind Bryan Fuller noch vor der Ausstrahlung der ersten Staffel entlassen und seine eher unerfahrenen Kollegen Gretchen J. Berg und Aron Harberts etwas überraschend zu Nachfolgern bestimmt. Auch Personalien wie die von Trek-Ikone Nicholas Meyer, der offenbar nur wenig zur Serie beitragen durfte oder die von Trek-Veteran Joe Menosky, der nach der ersten Staffel zu The Orville wechselte, sorgten für Verwunderung.

Nun jedoch wird es langsam wirklich unübersichtlich: Mitten in der Produktion zur zweiten Staffel feuerte CBS laut Berichten von THR, Deadline und Variety die aktuellen Showrunner Berg und Harberts und verkündete darüber hinaus noch, dass Alex Kurtzmans rechte Hand Akiva Goldsman ebenfalls nicht mehr zur Serie zurückkehren wird. Goldsman war nach Fullers Demission explizit verpflichtet worden, um die Produktion mit seiner großen Erfahrung auf Kurs zu halten.

Daher ist die Begründung für das Aus der drei zu einem so unglücklichen Zeitpunkt natürlich mehr als interessant. An dieser Stelle berufen sich alle drei Quellen auf Informationen aus dem Produktionsumfeld, nicht jedoch auf offizielle Äußerungen von CBS. Ausdrücklich nahm man die Trennung nicht aufgrund kreativer Differenzen vor (wobei: was sollen die hohen Tiere bei CBS auch sonst sagen, wenn sie die Serie nicht ruinieren wollen?), sondern aus Gründen, die im Binnenverhältnis des Produktionsstabs zu suchen sind. Hier wird es dann auch langsam kritisch. Angeblich hätten die beiden Showrunner keinen sehr angenehmen Umgangston mit den weiteren Autoren gepflegt, man spricht sogar von Beschimpfungen. Ein kaum mehr harmloser Vorwurf, der den Karrieren der beiden definitiv schaden dürfte.

Auch der zweite genannte Grund ist kaum angenehmer: Das Budget bei den ersten fünf neuen Episoden und besonders beim Auftakt soll weit überzogen worden sein. Auch hier hatte CBS scheinbar Angst, dass den beiden Showrunner-Neulingen das Ganze endgültig aus dem Ruder laufen könnte. Womit wir auch wieder bei Akiva Goldsman wären. Dieser sollte auf all diese Prozesse ein Auge haben – seine Absetzung darf man in gewisser Weise als Statement verstehen, dass ihm die Erfüllung seiner Aufgaben nicht gelungen ist. Besonders Harberts soll bei verschiedener Gelegenheit im Writer’s Room ausfallend geworden sein und die Beherrschung verloren haben. Viele der Autoren sollen sich unwohl gefühlt haben und standen kurz davor, eine offizielle Beschwerde einzureichen oder komplett zu kündigen. Harberts wiederum soll die Autoren unter Druck gesetzt haben, diese Angelegenheit intern zu belassen. Diesem Wunsch kam man offenbar nicht nach und informierte Alex Kurtzman.

Dieser wird nun die Geschicke der Serie dem Vernehmen nach alleine übernehmen und die Position des Showrunners ausfüllen. Wen er sich langfristig noch an Bord holt, muss man abwarten. Für den Moment sind fünf Episoden produziert und die Serie befindet sich in einer kurzen Produktionspause, bevor es dann mit veränderter Organisationsstruktur hinter den Kulissen weitergehen wird.

Die Pressemeldung von CBS klingt übrigens in diesem Zusammenhang wunderbar schlicht:

„Wir haben ein paar Änderungen bei den Produzenten von Star Trek: Discovery. Die Serie wird unter der kreativen Vision und der Führung von Produzent und Co-Schöpfer Alex Kurtzman fortgesetzt. Star Trek: Discovery bleibt auf Kurs für die zweite Staffel im Jahr 2019 mit neuen und fortgesetzten Geschichten, die auf der erfolgreichen ersten Staffel aufbauen.“

Wären da nicht die ganzen anderen Gerüchte, die irgendwie aus Produktionskreisen durchgesickert sein müssen, könnte man fast an einen harmlosen Vorgang denken. So bleibt beim neusten Kind aus dem Hause Star Trek aber offenbar weiterhin der Wurm drin.

 

Autor, Journalist & Podcaster Björn Sülter ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

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Björns Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

 


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