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Star Trek: Discovery: Traileranalyse mit Spock, Klingonenhaar, alten Schiffen & roten Engeln

Im Rahmen der Comic Con in New York präsentierten die Macher einen neuen Trailer zur zweiten Staffel, der mit haarigen Klingonen, dem neuen Spock, Number One und roten Engeln aufwarten konnte. Schaut rein in unsere ausführliche Traileranalyse von Björn Sülter.

Star Trek: Discovery

Präsentiert von: Björn Sülter


Das Panel zu Star Trek: Discovery auf der Comic Con in New York in der Nacht auf Sonntag brachte uns einen neuen Trailer zur zweiten Staffel und damit auch diverse spannende Erkenntnisse.

Doch zunächst zu den Fakten: Die zweite Staffel von Star Trek: Discovery wird am 17. Januar 2019 auf CBS All Access Premiere feiern. Somit läuft die Serie in den USA nun offenbar immer Donnerstags.

Netflix wird - so sollte man vermuten dürfen - weiterhin am Tag darauf die internationalen Märkte bespielen. Der Freitag wäre hierfür dann also der neue Tag für die deutschen Fans und der 18. Januar 2019 der Startpunkt der Reise.

Aktuell sind 13 Episoden geplant, also zwei weniger als im ersten Jahr. Dort wurde die Episodenzahl aber auch erst im Verlauf der Produktion nach oben angepasst.

Neben den bekannten Darstellern werden Anson Mount als Captain Christopher Pike, Rebecca Romijn als Number One und Ethan Peck als Spock zum Cast stoßen. Außerdem wird Tig Nataro mehrere Episoden als Jet Reno mit von der Partie sein.

Star Trek: Discovery

Eine haarige Angelegenheit?

Seit der Ankündigung, dass Ethan Peck die Rolle des Spock spielen würde, waren die Fans natürlich gespannt, den Mimen erstmals in Make-Up und Kostüm zu sehen. Dass er im Trailer nun aber mit etwas längeren, wirren Haaren und Vollbart präsentiert wurde, hatten wohl die wenigsten erwartet. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um eine Szene handelt, in der er durch Burnhams Einsatz frisch auf die Discovery gelangt. Vielleicht war er auf einer längeren Mission und hatte einfach keine Zeit für einen Frisörbesuch?

Man darf sicher Wetten abschließen, dass Peck sich später in der Staffel noch mit der von Leonard Nimoy und Zachary Quinto bekannten Frisur und ohne Bart zeigen wird. Übrigens: Im Trailer solltet ihr unbedingt auf seine Stimme achten, die man als Voice-Over unter die Szene legte. Gänsehaut garantiert! Rein von diesem Aspekt scheint Peck bereits eine tolle Wahl zu sein!

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Auch Leonard Nimoy hatte als Spock übrigens einmal einen Bad-Hair-Day. In Star Trek: The Motion Picture war der Vulkanier gerade dabei, das Ritual des Kolinahr zu absolvieren, als er die Präsenz von V'Ger spürte. Einen Bart hatte sich Spock damals zwar nicht stehen lassen, die Frisur ließ jedoch arg zu wünschen übrig.

Star Trek

Im gleichen Film musste übrigens McCoy zu Beginn einen grausamen (und ganz offensichtlich falschen) Vollbart zur Schau tragen - vielleicht handelt es sich also sogar um eine Art verschmelzender Doppelreferenz an den Start der Kinoreihe.

Star Trek

Auch in Sachen Klingonen geht es offenbar im zweiten Jahr äußerst haarig zu! Nachdem Bryan Fuller die Krieger in seiner ursprünglichen Vision zu kahlköpfigen Latexmonstern gemacht hatte, rudert man seitens der Produktion nun offenbar zurück, wie zwei Vertreter der Spezies im Trailer belegen. Somit sehen unsere liebsten Blutweintrinker auch sofort wieder vertrauter aus. Der Herr links auf dem Bild scheint nach der Gesichtsbemalung zu urteilen übrigens dem Hause Kor anzugehören - wie auch schon Kol in der ersten Staffel.

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Sollte es sich bei der Dame rechts auf dem Foto um Mary Chieffo und ihre L'Rell handeln (was auch die Äußerungen Chieffos im Panel erklären würde), hat man aber definitiv auch noch erheblich an ihrer Maske herumgedoktert, was dem Wiedererkennungswert der Figur ein wenig abträglich ist. Von den Augen her könnte es sich aber definitiv um die neue Kanzlerin der Klingonen handeln.

Vielleicht wäre ein etwas subtileres Vorgehen seitens der Maskenbildner an dieser Stelle besser gewesen, als direkt so viel am bekannten Erscheinungsbild der Figur zu verändern. Man vergleiche dazu das Foto aus der ersten Staffel.

Star Trek: Discovery

Doch wie begründet man das plötzliche Haarwachstum denn nun? An dieser Front machten es sich die Autoren erfreulicherweise gar nicht so einfach und wühlten sich quer durch den Kanon des Trek-Franchises. Fündig wurden sie bei einer Episode aus Star Trek: The Next Generation, genauer in Rightful Heir aus der sechsten Staffel. Dort traf Worf auf einen Klon des großen Khaless und erfuhr, wie dieser früher einmal eine Locke seines Haares abgeschnitten und in einen Fluss aus Lava geworfen hatte. In diesem Fluss schmiedete er dann das erste Bat'leth.

Die Autoren von Star Trek: Discovery dachten diese Anekdote fröhlich weiter und gelangten zu folgender Sichtweise: Klingonen neigen dazu, in Kriegszeiten ihre Haare abzuschneiden, in Friedenszeiten lassen sie sie hingegen wachsen. Das passt zwar ehrlicherweise weder zum Rest des Trek-Kanons, noch zum Anfang von Star Trek: Discovery, zeigt aber immerhin das ehrliche Bemühen, nicht einfach nur die von Fuller angestoßene Abkehr von der Ästhetik der Spezies nun wieder umzukehren. Die Klingonen wurden seit den 1960er-Jahren in Star Trek schon so oft verändert, weiterentwickelt und angepasst, dass es kein Problem sein sollte, diese neuerliche Information in das wacklige Gebilde des Kanon zu integrieren.

Außerdem: Für einen potentiellen Gastauftritt von Michael Dorn als Worf in der neuen Picard-Serie ist diese Anpassung ohnehin eine sehr gute Nachricht. Der beliebte Mime könnte dadurch problemlos aussehen, wie wir ihn lieben, ohne dass sich die Darstellung mit Star Trek: Discovery irgendwie ins Gehege käme.

Von roten Engeln, Nummer Eins und D7-Kreuzern

Erstmals bekamen wir im Trailer auch die von Rebecca Romijn gespielte Number One zu sehen, also den ersten Offizier von Captain Pike auf der USS Enterprise. Wie groß ihre Rolle in der Staffel sein wird, ist bisher unbekannt. Vermutlich muss sie die Stellung auf der Enterprise halten, während ihr Captain sich mit den Damen und Herren der Discovery vergnügt.

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Neben der Rückkehr zum bekannt-beliebten Aussehen der Klingonen scheint man auch in Bezug auf die Schiffe der Kriegerrasse etwas umzudenken. Anders ist das im Trailer gezeigte Hologramm eines klassischen D7-Schlachtkreuzers nicht zu erklären.

Star Trek: Discovery

Offenbar wird man in Zukunft also tatsächlich eher das Beste beider Ansätze vermischen. Sicher keine schlechte Idee! Hier ein Blick auf einen klassischen Schlachtkreuzer aus Star Trek VI: The Undiscovered Country.

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Doch damit noch nicht genug: Wir bekamen durch den Trailer auch noch einen ersten visuellen Eindruck von einem der zentralen Handlungselemente der neuen Staffel. So stößt Burnham auf der Suche nach Spock und beim Erforschen der mysteriösen sieben Signale auf ein Symbol, das einen roten Engel zu zeigen scheint. Auch Spock hatte diesen Engel bereits früh in seinem Leben häufiger gesehen. Doch was hat es damit auf sich? Werden die Autoren hier eine religiöse Geschichte spinnen, die den Glauben Burnhams (die als Mensch bei Vulkaniern aufgewachsen ist) und den von Spock (der eine menschliche Mutter hat) auf die Probe stellt und auslotet? Bisher war nur Star Trek: Deep Space Nine tief in religiöse Themen eingedrungen, die anderen Serien hatten sich eher zurückgehalten und das Thema sehr dosiert eingesetzt. Man darf gespannt sein!

Star Trek: Discovery

Obendrauf gab es noch viele Actionmomente, eine Szene, in der Stamets etwas aus Tilly herausholt (vielleicht die Spore, die in der ersten Staffel auf ihre Schulter fiel?) und Szenen mit Georgiou und dem schwarzen Abzeichen, das erneut auf ihre Verbindung zu Sektion 31 hinweist. Man wird abwarten müssen, wie alle diese Elemente im finalen Produkt zusammenfinden.

Über weitere Neuigkeiten rund um die zweite Staffel von Star Trek: Discovery halten wir euch selbstverständlich auf dem Laufenden. Im November folgt zudem die Rezension der zweiten Episode der Short Treks namens Calypso.

Buchtipp: SYFY präsentiert das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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