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Star Trek: Discovery vs The Orville: Die neuen Trailer lassen es krachen!

Die San Diego Comic Con brachte unter anderem neue Trailer für die jeweils zweiten Staffeln von Star Trek: Discovery und The Orville. Während der eine genau das zeigt, was man erwarten durfte, legt der andere eine dezente Kehrtwendung nahe. Unser Experte Björn Sülter hat für euch genau hingeschaut.

Star Trek: Discovery

Präsentiert von: Björn Sülter


Details zu den neuen Staffeln der aktuellen Star-Trek-Serie und der MacFarlane-Liebeserklärung an das große Franchise wurden bereits händeringend erwartet. Auf den Panels der San Diego Comic Con war es nun so weit und die Macher beider Serien zeigten endlich neues Bewegtbildmaterial. Während The Orville bereits im Herbst ins zweite Jahr geht, müssen wir auf Star Trek: Discovery noch bis zum Januar 2019 warten – von ein paar sogenannten Short Treks abgesehen, die uns die Wartezeit verkürzen sollen und zum Beispiel die Vorgeschichten von Tilly, Saru und Harry Mudd erzählen werden.

Doch was boten die beiden Trailer nun genau? Was dürfen wir von den neuen Abenteuern erwarten?

Der Seth, der bleibt bei seinen Leisten

Aus einigen Ecken kam nach Veröffentlichung der Vorschau auf die zweite Staffel von The Orville direkt Kritik: Dieser Trailer hätte genauso gut aus Material der ersten Staffel bestehen können! Das war doch gar nichts Neues! Und wirklich: The Orville scheint sich auch in den neuen Abenteuern absolut treu zu bleiben. Es wird geblödelt, es gibt Action, die Krill scheinen aufzutauchen und persönliche Probleme stehen im Vordergrund, flankiert von Shuttleausflügen und Planetenabenteuern. Doch muss das schlecht sein?

The Orville

Die Episoden der ersten Staffel machten Spaß und verbreiteten gute Laune – wenngleich man immer etwas verbessern kann, war eine Neuausrichtung weder nötig noch zu erwarten gewesen. Man hatte sich bereits über die Episoden des ersten Jahres mehr und mehr gefunden, den Humor eingepegelt und sogar ernstere Stoffe und deutlichere Science-Fiction-Konzepte zugelassen. Wenn nun die beliebte Crew mit genau diesem Ansatz zurückkehrt – und exakt danach sieht es zur Zeit aus – dürfte den Fans daran wenig Sorgen bereiten! Volle Kraft voraus, Orville!

Ich geb Gas, ich will Spaß!

Neben den bekannten Figuren zeigte uns der Trailer für Star Trek: Discovery einen ersten Blick auf Anson Mount in der Rolle des Captain Christopher Pike. Mount macht dabei eine sehr gute Figur und passt perfekt zu seinen Vorgängern Jeffrey Hunter aus The Cage und Bruce Greenwood aus den Reboot-Filmen. Er trug eine Uniform, die auf eine merkwürdige Art und Weise nicht zu denen aus der bisherigen Serie passte, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung der klassischen Leibchen aus der Originalserie darstellte. Warum die Crews zweier Sternenflottenschiffe derart unterschiedlich eingekleidet sind, wird man uns sicher irgendwann im Verlauf der Serie noch erklären (müssen). Doch war Pike im Trailer auch kurz in einer normalen Discovery-Uniform zu sehen, was entweder auf sein kurzzeitiges Engagement als Captain hindeutet oder auf etwas anderes. Langfristig dürfte er allerdings nicht Captain bleiben, da er in einigen Jahren das Kommando der USS Enterprise an einen gewissen Captain James T. Kirk abgeben muss - sofern man den Kanon der anderen Serien bewahren möchte. Mount deutete allerdings an, dass er für die gesamte zweite Staffel gebucht sei - vielleicht ist er also der Jason Isaacs des neuen Jahres? Wie dem auch sei: Zusätzlich erhielten wir noch einen ersten Blick auf ein anderes neues Crewmitglied: Einen Saurianer, dessen Spezies in Star Trek besonders durch ihren Brandy Bekanntheit erlangten. Das Update dieser bisher kaum genutzten Alienrasse gelang dabei visuell überzeugend.

Star Trek: Discovery

Erneut setzte man dazu auf viel Action und ein buntes Treiben. Dennoch gab es auch ruhige Momente, etwa als Burnham mit Captain Pike über Spock und dessen Verwicklung in eine neue – und möglicherweise längerfristige – Bedrohung sprach: Sonderbare Signale, die laut Burnham eine fast schon philosophische Bedeutung besitzen könnten. Der Rest des Trailers war geprägt durch schnelle Schnitte, Abenteuer und vor allem eines: Spaß!

Battle me this, battle me that

Einen klaren Gewinner kann man aus dem Trailermaterial nicht herausziehen, eher schon eine unerwartete Annäherung. So war Star Trek: Discovery im ersten Jahr bedingt durch die Geschichte um den Krieg gegen die Klingonen, dem Abstecher ins Paralleluniversum, den Verrat von Burnham an Georgiou, von Lorca an seiner Crew und die Enthüllung rund um Tyler/Voq eher düster geraten. The Orville hingegen hatte von Beginn an eindeutig die leicht-seichte Humorkarte ausgespielt. Während es im zweiten Fall dabei zu bleiben scheint, kommt uns nun auch die echte Trek-Serie heiterer daher, was man sowohl an Sarus „oh dear“ wie auch an vielen anderen Momenten sehen kann. Schließlich haute man den Zuschauern ganz am Ende sogar noch eine Szene um die Ohren, die fast zu 100% The-Orville-Style besaß! Klar ist: Wenn beide Serien gegenseitig von sich lernen würden, könnte es letztlich sogar beide besser machen. Mit dieser Denkweise ist der hier gezeigte Weg sicher keine schlechte Entscheidung. Besonders weil Star Trek: Discovery bereits in der ersten Staffel schöne humorvolle Momente zu bieten hatte, in denen die Crew am sympathischsten wirkte (man denke an Magic to Make the Sanest Man Go Mad).

Star Trek: Discovery

In Sachen Effekte gewinnt aber selbstverständlich weiterhin Star Trek: Discovery, das ohne jeden Zweifel die deutlich modernere Präsentation besitzt. Hochglanz-SF vs Retro-SF der 1990er Jahre. Der Rest ist dann aber fast komplette eine Frage von Geschmack und Sympathie. Einzig die Tatsache, dass man bei den Trek-Kollegen offenbar erneut auf eine durchlaufende Hintergrundbedrohung setzt, unterschiedet die Ansätze. Freuen wir uns einfach auf zwei Serien, die uns erneut viel Stoff zum Freuen, Mitfiebern, Lachen und darüber Reden bieten werden. Es ist eine gute Zeit, Science-Fiction zu mögen!

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bereits bei Amazon vorbestellbar.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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