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Star Trek: Picard forever! Die Rückkehr des Patrick Stewart

Die Katze ist aus dem Sack: Die nächste Star-Trek-Serie dreht sich um niemand Geringeren als Jean-Luc Picard! Patrick Stewart zieht für CBS All Access noch einmal die Uniform an und erlebt frische Abenteuer. Unser Trek-Experte Björn Sülter ist euphorisiert und hat alle Fakten für euch.

Star Trek: Deep Space Nine

Präsentiert von: Björn Sülter


Es ist schon verrückt - einen Tag vor Abgabe meines Buches Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, Zwei Leben zur Druckerei flattert eine Nachricht herein, die für Trekkies wie mich alles verändert. Patrick Stewart trat gestern bei der Star Trek Las Vegas Convention gemeinsam mit dem neuen Trek-Boss Alex Kurtzman überraschend auf und ließ die begeisterten Fans die Neuigkeiten auf prägnante Weise wissen: "Jean-Luc Picard is back!"

Ein Mann, ein Wort

Man muss nur in meinem Buch, das am 25. August erscheinen wird, nachschauen, um mein besonderes Verhältnis zur Serie und zu der Figur des Jean-Luc Picard zu ergründen. Dort heißt es:

Dass die Show zu einer derart souveränen Angelegenheit wurde, ist jedoch in besonderem Maße mit einer Personalentscheidung hinter den Kulissen verbunden: Patrick Stewart. Dass man sich traute, einen britischen Shakespeare-Mimen mit Halbglatze auf den Stuhl des Captains zu setzen, stellte sich als Jackpot heraus. (...) Er stellte seine Klasse in den Dienst der Sache und bügelte miese Drehbücher, trashige Kulissen und die Talentfreiheit einiger Kollegen aus. Sieben Jahre und vier Kinofilme blieb Stewart der Fixstern für die Serie. Picards unaufgeregte, diplomatische, weise, väterlich strenge und unantastbar faire Art, mit Menschen und Problemen umzugehen, wurde dabei zum Markenzeichen der Serie.

Keine Frage - Star Trek: The Next Generation hat mich Anfang der 1990er-Jahre endgültig zum Trekkie gemacht, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt bereits rund zehn Jahre die Abenteuer der Crew um Captain Kirk verfolgt hatte.

Captain Picard war in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt, da er eine Art von Führungsfigur repräsentierte, die erstrebenswert war. Picard war ein Vorgesetzter, für den man gerne arbeiten würde, dem es gelang, eine positive Atmosphäre zu schaffen und seine Untergebenen abzuholen und mitzunehmen. Dass die Serie zudem ein so kompetenter Mix aus Abenteuer, Humor und wichtigen Denkansätzen war, erledigte den Rest.

Star Trek: The Next Generation

The Next Next Generation

Doch was erwartet uns nun konkret von der neuen Serie? Fakt ist: Das Projekt hat bisher weder einen Namen, noch ein Startdatum. Damit wird CBS vermutlich auch nach den Erfahrungen mit Star Trek: Discovery vorsichtig sein. Laut Stewart sprechen die Kreativen seit einem guten halben Jahr über die Geschichten. Zunächst wollte der 78jährige Mime auch gar nicht dabei sein, ließ sich jedoch durch die Gespräche und einen Rewatch seiner Serie bekehren.

Gradually it became clearer and clearer to me, that the power of that show, the success of that show, the benefits that it gave – I have never, ever grown tired of hearing from people who say “You’re show changed my life. Without Star Trek: The Next Generation I might not be here.”

Drehbücher existieren noch keine. Realistisch dürfte man sicher nicht vor Anfang 2020 mit ersten Bewegtbildern rechnen dürfen. Auch ist bisher völlig unbekannt, was Picard in der neuen Serie treiben wird oder wer ihm dabei zur Seite steht.

Wie Patrick Stewart verlauten ließ, werden wir allerdings einen veränderten Picard erleben. Rund zwanzig Jahre nach den Ereignissen aus Star Trek: Nemesis könnte es sein, dass dieser Picard nicht mehr Captain ist und sich an einem anderen Punkt seiner Geschichte befindet. Konkreter wurde es jedoch nicht.

He may not, and I stress may not, be a captain anymore. He may not be the Jean-Luc that you recognize and know so well. It may be a very different individual. Someone who has been changed by his experiences. Twenty years will have past, which is more or less exactly the time between the very last movie – Nemesis – and today.

Dennoch versicherte er den Fans auch, dass man das Erbe der Ur-Serie bewahren werde.

It will be, I promise you, I guarantee it, something very, very different. It will come to you with the same passion, and determination and love of the material and love of our followers and our fans, exactly as we had it before.

Letztlich ist das auch etwas, wofür Picard und Stewart stehen: Das Bewahren von Werten. Dennoch: Eine Serie aus den 1980er- und 1990er-Jahren in die heutige Zeit zu überführen, zu modernisieren und dennoch den Kern nicht zu verlieren, dürfte eine spannende und fordernde Aufgabe sein.

Star Trek: The Next Generation

Es eröffnen sich allerdings auch ungeahnte Möglichkeiten. Zwanzig Jahre nach den Ereignissen aus Star Trek: Nemesis bedeutet nämlich auch, dass man aus Star Trek: Voyager und Star Trek: Deep Space Nine alle möglichen Figuren auftreten lassen könnte. Was treibt man auf Bajor? Was auf Cardassia? Wie geht es der Station DS9? Was ist aus der Voyager-Crew geworden? Ist Janeway noch Admiral? Was macht Seven? Wo hat es all die anderen hin verschlagen? Was wurde aus Riker und Troi auf der USS Titan? Ist Riker vielleicht inzwischen Admiral? Was wurde aus Worf und LaForge auf der Enterprise?

Die Autoren haben sich hier ein Spielfeld erschlossen, dass ihnen alle Trümpfe auf die Hand legt. Zudem können sie eine Situation zeigen, die uns völlig neu ist. Die Föderation könnte sich verändert haben, die Machtverhältnisse verschoben sein. In zwanzig Jahren kann viel passieren! Neue wie alte Spezies können auftauchen und für Probleme sorgen. Die Erde selbst könnte an einem Wendepunkt stehen. Spannend!

Produziert wir die Serie von Patrick Stewart, Alex Kurtzman, Heather Kadin, Akiva Goldsman, Pulitzer-Preis-Träger Michael Chabon (der auch eine Episode für das neue Short Trek geschrieben hat) sowie Rod Roddenberry und Trevor Roth. Zum Autorenstab gehört auch noch die Romanautorin Kirsten Beyer, die laut Aussagen von Discovery-Produzent Ted Sullivan wohl die treibende und kreative Kraft hinter dem Projekt sein soll sowie James Duff, der ebenfalls kürzlich zu Star Trek: Discovery gewechselt war. Beyer, Duff, Goldsman und Chabon bilden auch das Kreativteam.

Die Meßlatte liegt in jedem Fall hoch. Um Star Trek: The Next Generation und die Figur des Picard nicht nachträglich zu beschädigen, werden sich die Produzenten und Autoren strecken müssen. Vielleicht schauen sie wie Stewart einfach noch einmal genau die 178 Episoden der Serie und die Kinofilme an. Denn auch wenn dort natürlich nicht immer alles nur Gold war, war die Zeit geprägt von wiederkehrenden Mustern, die sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Star Trek verwässert und verloren haben.

Lesen wir dazu noch einmal in das Kapitel über Star Trek: The Next Generation aus meinem Buch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, Zwei Leben hinein.

Gerade was die Schulung eines jungen Geistes angeht, ist Star Trek: The Next Generation mit seiner positiven Sichtweise, dem meist konfliktfreien Miteinander, den Werten und Grundsätzen und der Suche nach friedlicher Koexistenz und dem unbändigen Forscherdrang damals ein echter Segen gewesen. Das Format brachte etwas mit, was vielen späteren und heutigen Serien (in und außerhalb von Star Trek) und damit ebenso Generationen von jungen Menschen im Medium TV schlicht fehlt. Star Trek: The Next Generation hat mich somit nicht nur endgültig zu Star Trek gebracht, es hat mir über die Jahre überdies unzählige wertvolle Denkanstöße geliefert, meinen Horizont erweitert, mich Zustände auf der Erde – vergangene, gegenwärtige und zukünftige – hinterfragen und neu bewerten lassen und mir zudem auch noch Freude, Spaß und beste Unterhaltung geschenkt.

Hoffen wir, dass die Produzenten in der Lage sein werden, noch einmal derart abzuliefern. Den besten Mann für den Job haben sie in jedem Fall schon auf der Kommandobrücke. Make it so, mon capitan!

Star Trek: The Next Generation

 

Star Trek: The Next Generation | Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert läuft immer MO-FR 15:15 und samstag um 20:15 auf SYFY

 

Lies jetzt die ganze Geschichte nach: Am 25. August erscheint das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache - präsentiert von SYFY!

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bereits bei Amazon vorbestellbar.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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