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Star Trek: Spannende News zur Picard-Serie, mehr Animationsprojekte und Short Treks

Unverhofft kommt oft: Nach der Ankündigung von weiteren Short Treks und einer zweiten Animationsserie gab es heute Nachschlag in Form von ersten und sehr überraschenden Infos zur Serie um Jean-Luc Picard! Unser Star-Trek-Experte Björn Sülter ordnet die News für euch ein.

Star Trek: The Next Generation

Präsentiert von: Björn Sülter


Alex Kurtzman, der aktuelle Boss hinter allen Entwicklungen rund um den Serienbereich von Star Trek, gab zuletzt einige Interviews, die ein spannendes Licht auf kommende Entwicklungen im Franchise werfen.

Short Treks werden jetzt gezeichnet

Fangen wir harmlos an. Dass die Short Treks nach den ersten vier Episoden (Runaway, Calypso, The Brightest Star, The Escape Artist) fortgesetzt würden, hatten wir schon berichtet. Dass es so schnell gehen würde, war jedoch bisher unklar.

Short Treks

Bereits im Frühjahr, direkt nach der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery, will man mit zwei weiteren Episoden an die Öffentlichkeit gehen - diesmal jedoch in animierter Form!

Bleibt nur zu hoffen, dass CBS und Netflix (oder ein anderer Player) sich bis dahin endlich einigen, damit auch wir in Deutschland (und dem Rest der Welt) die teils sehr überzeugenden Abenteuer erleben dürfen. In jedem Fall macht CBS damit auch die Ankündigung aus dem vergangenen Herbst war, die Pausen zwischen den verschiedenen Staffeln und Inhalten aus dem Trek-Bereich nicht zu lang werden zu lassen.

Animationsserie für die Jüngsten

Auch sonst kommt offenbar in gezeichnetes Star Trek eine Menge Bewegung. Neben der von Mike McMahan erdachten Serie Star Trek: Lower Decks, die sich dem Vernehmen nach an ein erwachsenes Publikum richtet und liebevoll Themen des Franchise aufs Korn nehmen soll, plant Kurtzman auch noch ein weiteres Format in diesem Sektor; allerdings mit einem gänzlich anderen Ansatz.

Ähnlich wie in Sachen Star Wars will man mit einer Animationsserie den Zugang zum Franchise für die jüngeren Zuschauer erleichtern. Kurtzman verglich dann auch die beiden SF-Giganten direkt miteinander:

"Ich denke an meine Kindheit und Luke Skywalker, den Farmjungen, der zu den Zwillingssonnen von Tatooine schaut und sich seine Zukunft vorstellt. Trek hat mir das nie gegeben. Trek hatte immer etablierte Erwachsene, (die) bereits in der Sternenflotte (waren) und Leute, die bereits entschieden hatten, wer sie waren. Es hatte in diesem Bereich nie Ambitionen. Für mich ist es wichtig, einen Weg zu finden, jüngere Zuschauer zu erreichen (und zwar) auf eine Weise die Trek (erreichen) sollte, aber auf die es nie gelungen war."

Die Aussage ist durchaus problematisch. Auf der einen Seite überzeichnet Kurtzman natürlich bewusst, um seinen Standpunkt klar zu machen. Dennoch sollte man festhalten, dass die verschiedenen Star-Trek-Serien durchaus ein junges Publikum erreicht haben. Nicht umsonst sind viele Fans heute zwischen dreißig und siebzig Jahre alt und erinnern sich noch genau, wie sie in den 1960er- und 1970er-Jahren durch die Classic-Serie oder ab den 1980er-Jahren durch die verschiedenen anderen Inkarnationen zum Franchise kamen.

Wahr ist allerdings, dass Trek diesen Appeal offenbar irgendwann Ende der 1990er-Jahre verloren hat und erst mit den Reboot-Filmen etwas zurückerlangte; wenn auch aus anderen Gründen.

Es wird spannend zu sehen, wie Kurtzman sich diesen Weg vorstellt und was dann am Ende dabei herauskommt. Mit seinen Worten hat er die Messlatte aber in jedem Fall sehr hoch angelegt.

Er verspricht immerhin, dass die beiden geplanten Animationsprojekte sich nicht ähneln werden, sogar in Sachen Ton und Stil große Unterschiede aufweisen könnten. Wann die beiden Serien starten werden ist noch nicht bekannt.

Filmstopp

In Sachen Kinofilme gab es hingegen eine schlechte Nachricht: Die Regisseurin S. J. Clarkson, die fest als erste Frau auf diesem Posten bei einem Star-Trek-Film eingeplant war, hat nun für den Pilotfilm der neuen Westeros-Serie zugesagt; angeblich soll in dem Zuge bekannt geworden sein, dass der vierte Rebootfilm auf Eis liegt. Paramount hat sich dazu allerdings noch nicht weiter geäußert. Klar ist aber, dass die stockenden Verhandlungen mit Chris Pine und Chris Hemsworth offenbar ein größeres Problem darstellen und die Fortsetzung der Reihe massiv verzögern - oder gar verhindern?

Picard und die Verbindung zum Filmfranchise

Von besonderer Bedeutung sind aber selbstverständlich die neuen Informationen zur bisher noch unbetitelten Picard-Serie, die Ende des Jahres auf unseren Schirmen landen wird; auch diese haben etwas mit dem Filmfranchise zu tun.

Kern von Kurtzmans Aussagen ist dabei, dass man direkt Bezug auf Ereignisse aus Star Trek von 2009 nehmen wird; obwohl Film- und Serienfranchise eigentlich seit 2005 voneinander getrennt laufen. Doch verwundert es eigentlich gar nicht, da Kurtzman am Drehbuch zum ersten Reboot-Film mitgeschrieben hatte. Dort war man folgendermaßen vorgegangen, um eine alternative Realität und somit eine neue Erzählebene in der Zeit der klassischen Serie zu etablieren: Man startete im Jahr 2387, als Romulus trotz umfangreicher Bemühungen der Föderation und von Botschafter Spock einer Supernova zum Opfer fiel. Daraufhin gerieten Spock und der Romulaner Nero ins Jahr 2233, wo Nero das Schiff von George Kirk zerstörte und der kleine James T. Kirk geboren wurde. Der Rest der Filmhandlung von Star Trek etablierte dann die neue alternative Realitätsebene der Reboot-Filme.

Dass man nun die Zerstörung von Romulus (die in die klassische Zeitlinie fällt, aber eben im losgelösten Kinofranchise erwähnt wurde) tatsächlich auch in der Zeitlinie der klassischen Serien als gegeben nimmt und sogar einen Aufhänger für die Picard-Serie daraus macht, kommt etwas überraschend, ist aber mehr als erfreulich, weil es die beiden Erzählstränge wieder unter einem Dach vereint.

Wir schreiben also inzwischen das Jahr 2399, zwölf Jahre nach der Zerstörung von Romulus. Captain Picard hatte in Star Trek: Nemesis im Jahr 2379 seinen Klon Shinzon getroffen und war auf die Romulaner getroffen. Auch in der vorausgehenden Serie Star Trek: The Next Generation hatte es immer wieder Begegnungen mit diesem Volk gegeben. Man denke an Spocks Bemühungen um eine Wiedervereinigung zwischen Vulkaniern und Romulanern, bei der Picard auch auf Spocks Vater Sarek traf und auf Romulus undercover ermittelte. Für die neue Serie destilliert man aus diesen Versatzstücken nun den Aufhänger.

Picard selbst scheint von all diesen Ereignissen durchaus sehr direkt betroffen zu sein, wie Kurtzman verlauten ließ.

 “Picards Leben wurde durch den Zerfall des Romulanischen Imperiums drastisch verändert.”

Warum dem so ist, wie Picard damit am Rande des 25. Jahrhunderts umgehen wird und wohin all diese Informationen und Puzzleteile die Serie, ihn und uns führen werden, bleibt indes noch weiter abzuwarten.

Angesprochen auf eventuelle Unterstützung des ehemaligen Captains der Enterprise durch Gastauftritte aus seiner Serie ließ Kurtzman auch noch etwas verlauten, was durchaus als vielsagend durchgeht:

"Alles kann passieren."

Es dürfte also spannend bleiben. Bis wir mehr wissen, bleibt uns allerdings nichts anderes übrig, als noch eine Tasse heißen Earl-Greys zu trinken - natürlich frisch aus dem Replikator. Zum Wohl!

Star Trek

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember liefert er mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe ab.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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