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Star Trek und die dunklen Geheimnisse: Die Geschichte von Sektion 31

Bald könnte es eine neue Serie rund um die Geheimorganisation Sektion 31 und Imperatorin Georgiou aus Star Trek: Discovery geben. Doch was hat es damit überhaupt auf sich? Unser Björn Sülter hat sich durch die Trek-Geschichte gegraben und die Fakten für euch.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Bisher ist es nur ein Gerücht. Deadline berichtete, dass man an einer Serie über die Abenteuer von Imperatorin Georgiou und der Sektion 31 interessiert wäre. Die verschiedenen Verpflichtungen von Schauspielerin Michelle Yeoh könnten diesen Plänen zwar im Wege stehen, eine Einigung (beispielsweise für eine Miniserie) ist aber dennoch nicht ausgeschlossen.

Für den Moment schauen wir daher einfach mal, was es mit dieser Geheimorganisation überhaupt auf sich hat und in welchen Episoden der verschiedenen Serien sie eine Rolle spielte. Fakt ist: In Star Trek, Star Trek: The Animated Series, Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Voyager sowie in allen klassischen Kinofilmen spielte das Thema keine Rolle. Einzig in Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Enterprise und dem zweiten Reboot-Film Star Trek Into Darkness kochte es hingegen hoch.

Die verschiedenen Erwähnungen in Comics und Romanen lassen wir an dieser Stelle außen vor. Vieles davon ist zwar ohne Frage sehr lesenswert, gehört aber nicht zum offiziellen Kanon der Trek-Geschichte. Gehen wir also einfach chronologisch durch alles, was auf dem großen und kleinen Schirm zu sehen war.

Basics – Ich könnte es dir sagen, dann muss ich dich aber töten

Zunächst muss man wissen, dass es sich bei Sektion 31 um eine offiziell nicht existierende Organisation handelt, die vollständig autonom und bereits seit der Gründung der Sternenflotte operiert. Vergleichbar ist sie in ihrem Vorgehen und in Sachen Geheimhaltung mit dem Romulanischen Tal Shiar und dem Cardassianischen Obsidian Order – diese beiden sind jedoch im Vergleich offiziell operierende Geheimdienste.

Der Name der Organisation leitet sich aus der Charta der Sternenflotte ab. Dort heißt es in Artikel 14, Sektion 31, dass außerordentliche Maßnahmen ergriffen werden können, wenn es sich um eine extreme Bedrohung handelt. Somit besitzt Sektion 31 zwar keine Legitimation, wird aber offenbar von den führenden Personen gedeckt oder vorsätzlich ignoriert, solange die Aktionen übergeordneten Agenden dienen.

"Interesting, isn't it? The Federation claims to abhor Section 31's tactics, but when they need the dirty work done, they look the other way. It's a tidy little arrangement, wouldn't you say?" – Odo, 2375 (The Dogs of War)

Star Trek: Enterprise – Die Anfänge

Malcolm Reed, Sicherheitschef der NX-01, war vor seiner Zeit auf der Enterprise Agent der Sektion 31. Als er im Jahr 2154 eine Suche nach Dr. Phlox durchführte, wurde er von seinem ehemaligen Kontaktmann Harris erneut rekrutiert, was ihm Probleme mit seinem Captain einbrachte und dazu führte, dass er Harris die Stirn bot und ausstieg (Divergence/Affliction).

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2155 nutzte Reed seinen Kontakt dann aber erneut, um eine Krise abzuwenden. (Terra Prime/Demons). Von Harris angedrohte Konsequenzen wurden aufgrund der Absetzung der Serie nicht mehr behandelt - jedoch wie oben bereits erwähnt in Buchform thematisiert.

Harris zeigte sich in dieser Serie übrigens in einer Art Lederkluft ohne jegliche Abzeichen oder Kennzeichnungen.

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Star Trek: Discovery – Plötzlich nicht mehr so geheim

Rund einhundert Jahre später sahen wir plötzlich schwarze Abzeichen auf der USS Discovery, die zunächst keinen Sinn ergaben (Context is for Kings).

In einer Bonusszene, die nach der ersten Staffel veröffentlicht wurde, erlebten wir dann, wie Imperatorin Georgiou ein solches Abzeichen erhielt. Ein Mann namens Leland wollte die Besucherin aus dem Spiegeluniversum für seine Sache anwerben. Diese Szene ist der Aufhänger für eine Fortsetzung der Thematik im zweiten Jahr von Star Trek: Discovery und potentiell darüber hinaus.

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Warum die Sektion 31 im 23. Jahrhundert plötzlich schwarze Abzeichen eingeführt hatte, obwohl es sich um eine ultrageheime Organisation handelte, ist unklar. Diese müssten auf einem Schiff wie der Discovery eigentlich jemandem auffallen und Fragen provozieren, oder? Immerhin passte aber Lelands Klamottenwahl ziemlich gut zu dem, was man aus dem Trek-Kanon in Sachen Sektion 31 bis dahin kannte.

"What I want is galactic peace, but I don't believe that comes without vigilance ... and a moral cost." – Leland, 2257 (Will You Take My Hand?)

Star Trek Into Darkness – Eine andere Wahrheit

Im Reboot-Kinouniversum bekam die Crew der Enterprise es in Star Trek Into Darkness ebenfalls Mitte des 23. Jahrhunderts mit Sektion 31 zu tun. Am Ruder stand hier Admiral Marcus, der sich mit der USS Vengeance ein imposantes Schiff gebaut hatte und Khan für seine Zwecke zu benutzen plante.

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Am Ende des Films wurde Marcus mit samt seiner Crew getötet und die Vengeance zerstört.

"If you've got something to say … say it. Tomorrow's too late." – Admiral Marcus, 2259 (Star Trek Into Darkness)

Doch Vorsicht: Alle Informationen aus diesem Kinofilm stammen aus der alternativen Zeitlinie und nicht aus dem Kanon aller Serien und der klassischen Kinofilme. Sie dienen somit nur als Ergänzung, haben aber auf die Zeitlinie, in der wir uns bewegen, keinen Einfluss.

Star Trek: Deep Space Nine – Das Ende der Geschichte?

Im 24. Jahrhundert stand alles was mit Sektion 31 zu tun hatte im Zeichen von zwei Männern: Sloan und Bashir. Luther Sloan war zu dieser Zeit offenbar der hochrangigste Agent der Organisation und rekrutierte den Doktor von DS9. Zumindest dachte er das. Bashir entschied sich jedoch, seinen Kollegen von dem Besucher zu berichten und man beschloss, dass er nächstes Mal auf den Deal eingehen sollte, um seinerseits für Sisko und Co zu spionieren (Inquisition).

Im Jahr 2375 kehrte Sloan dann auch tatsächlich mit einem brisanten Auftrag zurück, der den Arzt schließlich sogar zu Admiral Ross führte und dessen Verwicklung in einige unschöne Vorgänge aufdeckte (Inter Arma Enim Silent Leges).

"Is that what we have become? A 24th century Rome, driven by nothing other than the certainty that Caesar can do no wrong?" – Julian Bashir, 2375 (Inter Arma Enim Silent Leges)

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Später entdeckte Bashir dann, dass Sektion 31 den Virus, der die große Verbindung der Gründer befiel, entwickelt hatte. Er lockte Sloan unter einem Vorwand nach DS9, was diesen zum Selbstmord trieb (When It Rains..., Tacking Into the Wind, Extreme Measures). Weitere Entwicklungen in der Causa Sektion 31 sind nicht bekannt. Hier könnte allerdings die neue Picard-Serie tätig werden, da man dort einen Sprung an die Schwelle des 25. Jahrhunderts hinlegte und somit ebenfalls auf das Thema eingehen könnte.

Die Zukunft – Alles offen

Sollte es zu einer Serie über Georgiou und Sektion 31 kommen, stehen den Autoren eigentlich alle Türen offen. Man könnte verschiedene Teams und Personen zeigen, die für die Geheimorganisation Aufträge übernehmen. Da alles streng geheim ist, besteht wenig Risiko, dem Kanon zu widersprechen.

Für den Moment wird die Geschichte der Imperatorin aus dem Spiegeluniversum dem Anschein nach aber erstmal in der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery fortgeführt. Wo wir danach stehen, werden wir abwarten müssen.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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