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Wie rettet Marvel das Universum?

Heute wagt unser Björn Sülter einen Blick in die Zukunft á la Doctor Strange: Wie endet der Infinity War? Womit können unsere Helden das Universum retten? Und was wird dann aus dem Marvel Cinematic Universe?

Captain Marvel

Präsentiert von: Björn Sülter


Marvels Avengers: Infinity War hat nicht nur alle Erwartungen an der Kinokasse gesprengt, sondern uns auch kollektiv mit einem großen Fragezeichen aus den Lichtspielhäusern entlassen. Doch gibt es natürlich bereits Hinweise. Viele Zuschauer, welche die einschlägigen Entertainment-News ab und zu verfolgen, wissen wahrscheinlich schon, welche Stars ihre Verträge verlängert haben und wer sich möglicherweise bald anderen Dingen zuwendet. Oder vielleicht doch nicht? In den diversen Comic-Universen ist so ziemlich alles möglich, sodass sogar totgeglaubte Helden wieder zurückkommen können.

Schon heute gibt es einige Theorien, die sich darum drehen, wie die Hälfte des zu Staub zerfallenen Universums wieder ins Leben zurückfinden und unsere Superhelden den Superschurken Thanos besiegen könnten. Genau werden wir das alles natürlich erst 2019 im Kino erfahren. Das soll uns aber nicht davon abhalten, wild über die diversen Möglichkeiten der verheißungsvollen Rettung zu spekulieren.

Captain Marvel: Retterin des Universums?

Ein entscheidender Schlüssel zum Avengers-Sieg scheint Captain Marvel zu sein. Nicht umsonst zeigten uns die beiden Regie-Brüder Russo, dass Samuel L. Jackson alias Nick Fury die noch unbekannte Heldin mit einem 1990er-Jahre-Beeper in der Szene nach dem Abspann zu Infinity War anfunkte, kurz bevor er selbst verschwand. Auf dem Display war ihr Logo zu sehen und die Intention dürfte klar sein: Captain Marvel wird mindestens ein entscheidendes Puzzleteil für die Rettung des Universums zu sein. Wie Carol Danvers – Captain Marvels richtiger Name – das anstellen möchte, bleibt allerdings noch relativ unklar. Auch der Trailer zu ihrem eigenen Film gibt bisher wenig Auskunft über die künftige Rolle im Gesamtgeschehen. Genau genommen ist nicht einmal völlig klar, was in ihrem eigenen Film geschehen wird. Bekannt ist lediglich, dass sie in der amerikanischen Luftwaffe diente, bevor sie ihre Superkräfte erhielt.   

Captain Marvel

Zumindest in den Marvel-Comics konnte sie mit ihren Photonen-Strahlen und Supersonic-Flugkräften gegen den mächtigen Thanos antreten und hat diesen Kampf sogar überlebt. Zum ersten Mal trat Carol Danvers jedoch in Marvel-Comics aus dem Jahr 1968 auf. Es gibt inzwischen jedoch zahlreiche Captain-Marvel-Inkarnationen und entsprechend unterschiedliche Origin-Stories. Der künftige Film scheint sich aber auf eine spezielle Ausgabe aus dem Jahr 2012 zu beziehen, in dem Danvers ihre Superkräfte von einem Vorgänger übernimmt. Darin erhält sie diese vom Kree-Volk, die wir im Kino bereits im ersten Guardians of the Galaxy kennengelernt haben. Dieser Rasse gehörte auch der ursprüngliche Captain Marvel an, der eigentlich Mar-Vell hieß. Danvers geriet zufällig in eine Schlacht zwischen Mar-Vell und seinem Erzfeind Yon-Rogg. Sie wurde mit der Kree-DNA und den entsprechenden Kräften ausgestattet. Hierzu gehören die Fähigkeit zu Fliegen (auch ohne Flugzeug), sowie übermenschliche Kräfte und die Gabe, Energie zu absorbieren.

Diese Fähigkeiten nutzte sie in den Comics, um das Universum vor Thanos zu retten: 2015 schloss sie sich unter anderem deswegen mit Black Panther und anderen Superhelden zusammen. Auch ihre Vorgänger Mar-Vell und Thanos haben bereits eine gemeinsame Vorgeschichte: Mar-Vell wurde von einem Wesen namens Eon als kosmischer Verteidiger des Universums dazu verpflichtet, sich Thanos in den Weg zu stellen. Mar-Vell schaffte es, Thanos ein Artefakt mit dem Namen Cosmic Cube abzuluchsen und die Zeit bis vor der Zerstörung des Universums durch Thanos zurückzudrehen.

Der Tesserakt im Marvel-Kinouniversum kann als Äquivalent zu diesem Cosmic Cube angesehen werden. Außerdem war Mar-Vell auch ein Bestandteil der Geschichte Titans, also von Thanos Heimatplaneten. Dort half er nämlich der Bevölkerung gegen den Supercomputer namens ISAAC zu kämpfen, der Thanos korrumpiert hatte. Mar-Vell starb später an Lungenkrebs auf Titan und wurde von Thanos Geist in die Unterwelt geführt. Carol übernahm ab diesem Zeitpunkt, wurde damals aber noch Mrs Marvel genannt. Danvers, die sicherlich einiges an Zeit mit Mar-Vell verbracht hat, konnte wahrscheinlich Einiges aus dessen Erfahrung lernen, um Thanos zu besiegen und den Schaden, den er angerichtet hat, wieder rückgängig zu machen.

Captain Marvel

Eine andere Theorie beschäftigt sich mit Scott Lang (Ant-Man), der in Ant-Man and the Wasp im „Quantum Realm“ festgesetzt wird. Ein Universum oder auch ein ähnliches Universum findet in einem Superhelden-Comic aus den 1980er-Jahren mit einem Superhelden namens Quantar Erwähnung. Hier nutzte die Hauptfigur spezifische Artefakte, um in die sogenannte „Quantum Zone“ zu reisen. Von dort aus konnte er überall im Universum wieder auftauchen. Auch wenn Quantar kein Teil des aktuellen Kinouniversums ist und wahrscheinlich auch niemals sein wird, kann es durchaus geschehen, dass Carol Danvers sich diese Fähigkeit zu Nutzen machen kann. Schließlich war Quantar einer der Nachfolger von Mar-Vell. Sie könnte beispielsweise in die "Quantum Realm" reisen, dort auf Ant-Man treffen und von dort aus durch Zeit und Raum reisen.

Das ist alles relativ verwirrend, was für Erzählungen in Comics durchaus üblich sein kann, aber man kann vollstes Vertrauen in die Produzenten haben, dass sie eine kohärente und spannende Geschichte daraus stricken werden.

Iron Man, Captain America und Co. – Was passiert mit den anderen Helden?

Natürlich wird Captain Marvel nicht allein verantwortlich für die Rettung des Universums sein. Schließlich sind noch einige andere Heldinnen und Helden übrig: Iron Man, Captain America, Bruce Banner, Thor, Black Widow, Rocket Racoon, Nebula, War Machine, Okoye, M’Baku. Die Schicksale von Shuri (Black Panthers Schwester), Wong (bekannt aus Doctor Strange) sowie Hawkeye sind zudem noch unbekannt. Auch die Zukunft von Valkyrie (gespielt von Tessa Thompson in Thor: Tag der Entscheidung) ist weiterhin ungewiss, auch wenn mittlerweile bekannt gegeben wurde, dass sie den Angriff zu Beginn des Infinity-War-Filmes überstanden hat.

Werden alle diese Figuren überleben? Es bleibt abzuwarten. Sicherlich stehen einige Sequels bereits fest und es ist schwer zu glauben, dass Marvel wirklich eine derart düstere Richtung einschlägt. Allerdings musste sich das Studio oft die Kritik gefallen lassen, dass die Geschehnisse der vorangegangenen Filme zumindest für die Helden kaum Konsequenzen bargen. Sicherlich wünscht kaum jemand unseren Helden etwas Böses. Allerdings fällt es hin und wieder schwer, mitzufiebern, wenn von vornherein sowieso klar ist, dass alle überleben werden. Klar scheint zu sein, dass die klassischen Avengers, also Iron Man, Captain America, Thor, Hulk oder Natasha Romanoff eine besondere Rolle zukommen wird. Uns erwartet also eventuell ein Film, der gleichzeitig Abgesang auf die alte Garde sein wird, die uns die letzten zehn Jahre begleitet hat und einer neuen den Staffelstab übergeben wird … oder vielleicht auch nicht.      

Nebula und Rocket Raccoon sind ebenfalls noch mit von der Partie, eine Reise durch den Weltraum und ein Besuch beim im Moment noch mit seiner Arbeit zufriedenen Thanos, wo auch immer er sich gerade befindet, ist also nicht ausgeschlossen. Besonders interessant bleibt allerdings die Aussage von Doctor Strange, der kurz bevor er verschwindet, einem verdutzten und geschockten Tony Stark erklärt, dass es sich um den einzigen Weg handelt und sie sich jetzt im Endspiel befinden. Wir erinnern uns außerdem, dass er etwa in der Mitte von Avengers: Infinity War alle möglichen Szenarien bereits durchgespielt hatte.

Es ist also durchaus möglich, dass das für das Publikum schockierende Ende lediglich ein Schachzug war, um Thanos Einhalt zu gebieten. Der Winter-Soldier-Darsteller Sebastian Stan deutete so etwas Ähnliches zumindest in einem Interview an. So erzählte er, dass er sich einmal während des Drehs umgeschaut und voller Freude Michelle Pfeiffer, Michael Douglas und Samuel L. Jackson neben sich entdeckt habe. Eines scheint also sicher: Wir können uns auf ein episches Finale freuen, in einer Form, wie es das Kinouniversum bis dato noch nicht gesehen hat.

Über den Autor:

Björn Sülter ist Jahrgang 1977 und hat in den 1980er-Jahren mit Star Trek und Star Wars seinen Einstieg ins phantastische Genre gefunden. Am meisten liebt er Serien wie Star Trek: Deep Space Nine, LOST, The X-Files oder Babylon 5 und ist der Phantastik immer treu geblieben. Seine aktuellen Favoriten sind Game of Thrones, Westworld oder The Orville.

Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt der Journalist, Autor & Podcaster über Medien. Bei SYFY ist er Experte für alles, was mit phantastischem Sehen zu tun hat. Man kennt ihn auch für seine Rezensionen und Kolumnen bei Serienjunkies, Quotenanalysen bei Quotenmeter, die Reihe "Die Experten", seine pointierten Kommentare zum Dschungelcamp, die unterhaltsame Medienkolumne Sülters Sendepause. und seine Artikel im Printbereich für die GEEK! oder FedCon Insider. Sein launiger Star-Trek-Podcast Planet Trek fm erfreut sich großer Beliebtheit und er ist eines der Gesichter des Experten-Portals Ich mag Star Trek. Außerdem ist er als Moderator auf Veranstaltungen wie der Destination Star Trek Germany oder anderen Cons aktiv sowie ein gern gehörter Gast in Hörbüchern, Podcasts und Radiosendungen. Sein Sachbuch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, zwei Leben erschien im August 2018. Im Oktober folgt der Auftakt seiner Jugendbuchreihe mit Ein Fall für die Patchwork-Kids: Leiche auf dem Freizeitdeck. Im Dezember startet seine neue Science-Fiction-Reihe mit Beyond Berlin: Ein kleiner Schritt für ein Mädchen.

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Norddeutschlands. Sein Motto: If you can dream it, you can do it!


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