Ab in die Zukunft!
So stellt ihr euch das Leben in 1000 Jahren vor

Hast du dich schon einmal gefragt, wie die Welt in der Zukunft aussieht? Stell dir beispielsweise vor, du hättest die Gelegenheit, dich jetzt einfrieren und in einem von dir ausgewählten Jahr wieder auftauen zu lassen. Wie wäre das? SYFY wollte mit Hilfe einer Umfrage herausfinden, wie sich die Befragten die Zukunft nach einem jahrelangen Kryoschlaf vorstellen und welche Science-Fiction-Welten unsere Vorstellung von der Zukunft am meisten prägen.

Einfach mal die Augen schließen und dem Alltag für einen Moment entfliehen: Das kennen wir alle, zum Beispiel nach einem anstrengenden Arbeitstag. Und gerade in Zeiten einer globalen Pandemie, die unser Leben mitunter stark einschränkt, haben viele dieses Bedürfnis vermutlich sogar noch häufiger. Science- Fiction Fans wissen schon lange: In fiktionale Inhalte einzutauchen, hilft dabei, den Alltag kurz zu vergessen. Und auch in der Medienpsychologie hat sich der sogenannte Eskapismus, also die Realitätsflucht, als häufiger Grund für das Eintauchen in die Science- Fiction Welt herausgestellt. Warum das so ist? In unseren Lieblingsfilmen und -serien geht es um unsere Fantasien von Vergangenheit, Gegenwart und vor allem der Zukunft. Wir haben uns gefragt, wie ihr euch das zukünftige Leben auf der Erde vorstellt. Was dabei herauskam, erfahrt ihr ihr!

KI ist schon in der Gegenwart angekommen, doch wie wünscht ihr sie euch?

Die Zukunftsszenarien in unseren Sci-Fi- und Fantasy-Welten sind vielfältig. Ob nun Koexistenz mit Maschinen wie in „Terminator“ oder „I, Robot“, Zeitreisen wie in „Planet der Affen“ oder „Zurück in die Zukunft“ oder gar das Zusammenleben mit Mutanten und Superhelden in Menschengestalt wie in „X-Men“ oder „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ – sie alle schaffen alternative Realitäten, in die wir uns nur zu gerne flüchten.

Ein weiterer Faktor, der in vielen dieser Serien und Filme eine große Rolle spielt, ist die künstliche Intelligenz (KI). Sie hat beispielsweise in Form von Chatbots oder Algorithmen, die unser Medienkonsumverhalten beeinflussen, auch in unseren Alltag schon Einzug gehalten. In der Allensbach-Umfrage im Auftrag der Gesellschaft für Informatik aus dem Jahr 20191 kam beispielsweise heraus, welche Science-Fiction-Maschinen unsere Vorstellungen von KI am stärksten geprägt haben. Auf den vordersten Plätzen landeten dabei mit R2-D2 aus „Star Wars“, dem Terminator, Sonny aus „I, Robot“ und Wall-E vor allem Roboter bzw. Androiden, aber auch K.I.T.T. aus „Knight Rider“ prägte unsere Vorstellung von KI enorm.

Die fantasievollen Science-Fiction-Welten aus Filmen und Serien laden uns regelmäßig dazu ein, von der Zukunft zu träumen. Doch wie wäre es, diese Zukunft mit Hilfe der Kryonik selbst zu erleben? Die Kryonik ist eine in der Popkultur häufig genutzte Technik, um Zeitsprünge und Langlebigkeit plausibel erscheinen zu lassen. Per Umfrage wollten wir nun wissen, wie ihr euch die Zukunft nach einer eben solchen Kryokonservierung vorstellt.

Von Star Trek bis Dune: Was ihr von der Zukunft erwartet

Die Kryonik beschreibt das Einfrieren von menschlichen Organen und Körperteilen bis hin zum völligen Kryoschlaf eines kompletten Individuums, um es für die Zukunft zu konservieren. Die Technik findet in vielen unserer liebsten Science-Fiction-Universen Anwendung, wie zum Beispiel in „Star Trek“ mit der Aufweckung Khans oder in „The Return of the First Avenger“, in dem der Winter Soldier aus dem Kryoschlaf erwacht. Da hat sich sicherlich der ein oder andere von euch schon gefragt, wie es wohl wäre, wenn man sich selbst in diese Konservierung begibt und zu einem Zeitpunkt in der Zukunft wieder auftaut. SYFY hat sich dafür mit dem Marktforschungsinstitut APPINIO zusammengetan. Gemeinsam wollten wir von insgesamt 503 Umfrageteilnehmern aller Geschlechter (m/w/d) durch 13 Fragen folgende zentralen Themen beantworten:

  • Seid ihr unter der Voraussetzung, dass ein Kryoschlaf bereits heutzutage möglich sei, dazu bereit, euch in einen solchen zu begeben?
  • Falls ja, wie stellt ihr euch die Zukunft dann vor?

Q1

Unsere Umfrage hat ergeben, dass 39% der Befragten generell bereit dazu wären, ihren Körper einfrieren zu lassen.

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Unabhängig davon, ob sich die Teilnehmer nun selbst in einen Kryoschlaf begeben würden, wollten wir wissen, für wie lange sie sich einfrieren lassen. Dabei kam heraus, dass 71% nicht allzu weit in die Zukunft schauen möchten und sich schon nach 50 oder 100 Jahren aufwecken lassen würden. In der schnelllebigen Welt von heute mit immer weiter fortschreitender Digitalisierung und Technologisierung verändern sich unsere Lebensumstände innerhalb von wenigen Jahren schon so drastisch, dass alleine das wohl schon einen Blick in die Zukunft wert wäre. Der Wunsch, sich “nur” 50 bis 100 Jahre einfrieren lassen zu wollen, erscheint unter diesen Umständen plausibel: So bekommt man einen Einblick in eine Welt, die sich auf der einen Seite technisch extrem weiterentwickelt, sich aber auf der anderen Seite noch nicht komplett von unserer gegenwärtigen Lebenspraxis entfernt hat.

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Q2

Q3

Nichtsdestotrotz wollte SYFY die Vorstellungskraft der Teilnehmer etwas herausfordern und fragte, wie sie sich die Zukunft in etwa 1.000 Jahren vorstellen und ob die Entwicklung eher utopisch oder dystopisch sein wird. Der knapp überwiegende Teil der Teilnehmer blickt dabei optimistisch in die Zukunft, was dafür spricht, dass sie an zukünftige technische Lösungen glauben, mit deren Hilfe sich globale Herausforderungen besser meistern lassen.

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Bei der Frage, wie unser Leben in 1.000 Jahren konkret aussehen wird, ist die Tendenz hingegen klar: Die Hälfte aller Befragten geht davon aus, dass Roboter und Maschinen eine große Rolle auf der Erde einnehmen werden, wie es etwa bei „Terminator“ oder „Westworld“ der Fall ist, was in Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen von KIs wie bereits beschrieben keine unwahrscheinliche Vorstellung ist. Ein Drittel sieht ein Leben auf verschiedenen Planeten und das Reisen per Raumschiff wie in „Star Trek“ und „Star Wars“ als eine wahrscheinliche Option, wobei insgesamt etwa drei Viertel aller Teilnehmer davon ausgehen, dass bis in 1000 Jahren auf jeden Fall außerirdisches Leben entdeckt wurde.

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Q4

Q5/Q6

Die logische Schlussfolgerung unserer Umfrageteilnehmer aus der Entdeckung außerirdischen Lebens sowie einer von Maschinen und Robotern geprägten Erde ist, dass eine möglichst friedliche Koexistenz zwischen jenen Lebensformen und uns Menschen das momentan wohl wahrscheinlichste Szenario darstellt. Immerhin 8% haben sich ein bisschen von „The Walking Dead“ inspirieren lassen und halten ein Zusammenleben mit Zombies für möglich.

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In Anlehnung an bekannte Science-Fiction-Filme wollte SYFY wissen, auf welchen Charakter die Befragten in dieser entfernten Zukunft nicht verzichten möchten. Das Ergebnis: Rund ein Drittel gab den Terminator an, woraus ein gewisses Sicherheitsbedürfnis zu schließen ist. Eine andere populäre Figur ist Dr. Emmet Brown aus „Zurück in die Zukunft“, was sinnbildlich als ein Vertrauen in die Wissenschaft interpretiert werden kann. Doc Brown ist aber auch in Anbetracht der 57%, die Zeitreisen in 1.000 Jahren generell für möglich halten, eine nachvollziehbare Wahl.

Q7/Q8

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Q9

Apropos „Zurück in die Zukunft“: Fliegende Fahrzeuge sind laut 43% der Umfrageteilnehmer eine wahrscheinliche Transportmöglichkeit der Zukunft, allerdings glauben auch rund 20% an das Konzept des Beamens, das ihr aus „Star Trek“ sicherlich hinlänglich kennt. Interessant ist auch, dass 22% Transportröhren und den Personentransport per Drohne für wahrscheinlich halten. Gar nicht abwegig, wenn man sich vergegenwärtigt, dass beispielsweise in den Niederlanden erste Entwicklung von transportfähigen Drohnen in Gang sind, in der Schweiz Blutkonserven per Drohne zu medizinischen Einrichtungen befördert werden und die Marke Uber schon jetzt langfristig den Personentransport per Drohne plant2. Was auch auffällt: Nur knapp 14% der Teilnehmer glauben an rein elektrisch betriebene Versionen gegenwärtiger Transportmittel. Diese Lösung scheint für viele noch zu naheliegend, zu wenig futuristisch und vielleicht auch zu nah an dem Alltag, den sie kennen und erleben, zu sein.

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Wie wir es aus unseren liebsten Science-Fiction-Welten kennen, ist auch die Zukunft nicht perfekt und wie in der Gegenwart gibt es auch dort Konflikte, die mitunter globalen oder gar galaktischen Ausmaßes sind. Kein Wunder also, dass ganze 71% der Teilnehmer innerhalb der nächsten 1.000 Jahre eine Apokalypse prognostizieren. Großen Einfluss übt das Bewusstseins aus, dass Pandemien schnell ausbrechen können und auch die aktuellen Entwicklungen des Klimawandels führen dazu, dass unsere Befragten wärmere Klimazonen wie in “Dune - der Wüstenplanet” (Subtropen/Wüstenlandschaften) oder “Avatar” (Tropen/Regenwald) in der Zukunft für am wahrscheinlichsten halten.

Q10/Q11

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Q12

Abschließend ging es noch ein wenig um den Kreislauf des Lebens an sich: Etwa 35% der Teilnehmer gehen davon aus, dass der klassische Lebenskreislauf aus Geburt, Leben und Tod durch im Labor gezüchtetes Leben durchbrochen wird. Diese Entwicklung setzt zum einen die Aufhebung etwaiger ethischer Einschränkungen, die mit der Züchtung künstlichen Lebens einhergehen3, und zum anderen die erfolgreiche Anwendung dieser Methode voraus.

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Der Großteil der Befragten ist sich hingegen einig bei der Frage, wo wir in Zukunft leben werden: 39% halten ein Fortleben auf der Erde für wahrscheinlich, ganze 32% halten aber auch ein Leben auf einem anderen Planeten unseres Sonnensystems für möglich. Sollte es SpaceX-Chef Elon Musk gelingen, sein Vorhaben, Leben auf dem Mars bis 2050 zu etablieren, in die Tat umzusetzen4, ist auch diese Annahme unserer Umfrageteilnehmer nicht abwegig.

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Q13

Quo vadis Kryonik?
So realistisch ist das Erleben der fernen Zukunft per Kryokonservierung

Das Eintauchen in ein Leben in der fernen Zukunft ist ein schöner Traum, der uns dank zahlreicher Science-Fiction-Serien und -Filme manchmal herrlich real erscheint. Kryonik ist dabei eine beliebte Technik, um möglichst plausibel die Konservierung menschlicher Körper aus unserer irdischen Gegenwart für zum Teil außerirdische Zukunftsszenarien zu erklären. Das Einfrieren eines Menschen ist prinzipiell bereits heute möglich, doch lassen sich die natürlichen Verfallsprozesse eines menschlichen Körpers damit (noch) nicht aufhalten. Es bleibt abzuwarten, was der technische Fortschritt in den nächsten Jahrzehnten bringt.

Insgesamt haben die Teilnehmer der SYFY-Umfrage in einigen Punkten plausible Einschätzungen bewiesen, die anhand gegenwärtiger technischer und wissenschaftlicher Entwicklungen nachvollziehbar sind. Unser Alltag wird schon jetzt von KIs bestimmt und auch der Klimawandel wirkt sich spürbar auf das Leben auf der Erde aus. So ist es kaum verwunderlich, dass zum einen eine Koexistenz mit Maschinen, Robotern oder Androiden als derzeit wahrscheinlichstes Szenario eingeschätzt wird und zum anderen wärmere Klimazonen auch in unseren Breitengraden immer wahrscheinlicher werden.

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