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10 großartige Horrorsequels, die auch beim zweiten (und dritten!) Ansehen noch gruseln – Teil 1

Das Einzige, was noch schwieriger hinzubekommen ist als ein guter Horrorfilm ist seine Fortsetzung. Wir schauen uns in dieser zweiteiligen Reihe zehn Versuche an, die wunderbar gelangen und auch beim wiederholten Anschauen für Gänsehaut sorgen.

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Für jeden Aliens oder Tanz der Teufel II (Evil Dead II) gibt es einen (oh Graus!) Space Platoon (Leprechaun 4: In Space). Dem Publikum 90 Minuten erstklassigen Horror-Genuss zu bieten, ist bei einmaliger Gelegenheit relativ »leicht«. Doch pulstreibenden Schrecken ein zweites, drittes oder viertes Mal zu erzeugen, erweist sich als echte Herausforderung – aber das hält Hollywood nicht von dem Versuch ab.

Da das Horrorgenre in den letzten Jahren immens populär beim Publikum geworden ist, plündern die Studios ihre Gewölbe voll gruseligen Materials, das man entweder rebooten oder fortsetzen kann. Außerdem ist man immer auf der Suche nach den nächsten neuen Horror-Hits wie A Quiet Place, die man auf Wegen zu vermarkten versucht, die das Publikum hoffentlich mit dem Verlangen nach mehr zurückkommen lassen. Und gelegentlich bringt Hollywood auch Fortsetzungen hervor, die ebenso gut, wenn nicht noch besser als der erste Teil sind.

Anlässlich des (durch die Pandemie verspäteten) endlich erfolgenden Kinostarts von A Quiet Place II präsentieren wir die ersten 5 von 10 erschreckenden Fortsetzungen, die sich anzuschauen lohnen; mit voller Beleuchtung zu Hause (dabei stehen nur Fortsetzungen auf der Liste, keine Reboots).

Freitag der 13.: Das letzte Kapitel (1984)

Der vierte Teil von Freitag der 13. sollte ursprünglich der letzte sein und hätte eine Bestnote als Abgang verdient gehabt. Stattdessen splatterte sich das Franchise durch einige ziemlich fragwürdige Fortsetzungen zu Tode. Doch Das letzte Kapitel macht die Fehltritte mit seinen grausamen Morden und einem jungen Corey Feldman wieder wett, der den letzten Schritt gegen die Nummer-1-Todesursache sexhungriger jugendlicher Camper wagt.

Schließlich findet der unaufhaltsame Killer mit der Eishockey-Maske nach zwei Fortsetzungen (einer davon gar in 3D) und zahllosen lüsternen Teenagern seinen Meister in Gestalt eines unfreiwilligen 12-jährigen Helden, gespielt von Feldman. Dank eines starken Drehbuchs und einigen cleveren Morden – Crispin Glover wird nie wieder »Wo zum Teufel ist der Korkenzieher?« fragen – fühlte sich der Film spaßig und abschließend an. Natürlich kehrte die Serie 1985 mit Ein neuer Anfang (A New Beginning) zurück, in dem (Achtung, Spoiler!) Jason selbst nicht einmal auftritt. Nach dem ganz im Ernst witzigen sechsten Film, Jason lebt (Jason Lives) wandelte sich die Freitag-der-13.-Reihe vom Zeltlager-Gruselfest ins haushoch Übertriebene. Die Geschichte von Jason Vorhees hätte hier enden sollen.

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Halloween II (1981)

Halloween II ist auf eine verrückte Weise ebenso einflussreich wie das Original. Sein Krankenhausschauplatz hat nicht nur andere Ausflüge in das Franchise inspiriert (der sechste Teil der Reihe sowie Rob Zombies Halloween II stehen in seiner Schuld), sondern auch das Genre insgesamt mit Fortsetzungshandlungsorten unter vielem anderem in Scream Queen (im Fernsehen) bis zur unterschätzen Meta-Horrorkomödie The Final Girls von 2015. Darüber hinaus jedoch gibt es nicht viel Bemerkenswertes in der halbgaren Fortsetzung.

Sicher, die Originaldrehbuchautoren Carpenter und Debra Hill kehrten zurück, hatten aber meistenteils keine Ideen. In der Tat wurde der Einfall, dass Laurie Strode (erneut Jamie Lee Curtis) Michaels Schwester war in letzter Minute eingebracht und war nichts, das einer der Filmmacher geplant hätte (bizarrerweise stellte dies die Basis für den Rest des Franchises einschließlich der Neuverfilmungen dar; der Film von 2018 ignoriert diesen Handlungsaspekt). Ab einem bestimmten Zeitpunkt während der Produktion wurde der ursprüngliche Regisseur Rick Rosenthal abgelöst und es lag bei Carpenter, einige Schlüsselszenen zu filmen. Gruselig.

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Halloween (2018)

Jamie Lee Curtis als Laurie Strode kehrt mit einer verdienten (und gewalttätigen) Abrechnung mit ihren inneren Dämonen zurück in dieser Mischung aus Reboot und Fortsetzung von David Gordon Green. Der Slasherstreifen ignoriert die Ereignisse aus jedem Film der Serie bis auf John Carpenters Original, indem er vierzig Jahre nach Michael Myers‘ erstem Mordfeldzug einsetzt. Geschehnisse wie in dem Klassiker kommen erneut in Gang, was sich ebenso frisch, erschreckend und zeitgemäß anfühlt wie beim Original.

Diesmal bewegt sich die von Curtis gespielte Strode auf den Pfaden von Sarah Connor in T2-Manier, da sich das letzte Mädchen Laurie zur alarmbereiten Überlebensspezialistin gewandelt hat. Sie lebt allein, immer auf der Hut und den Tag erwartend, an dem ihr psychotischer Stalker zurückkehrt. Das tut er in diesem Film und die Resultate sind ebenso überraschend wie spektakulär. Durch das vollständige Ignorieren der ungeheuer ausgebauten Hintergrundgeschichte (einschließlich Halloween II, was den Abschied von Laurie als Michaels Schwester bedeutet) erschaffen Regisseur Green und Co-Autor Danny McBride einen Horror-Thriller, der sich seiner Vermächtnisnachfolge bestens bewusst ist und außerdem absolut unterhaltsam. Er geht zurück zu den Ursprüngen und rührt bedächtig daran, wie durchdringend Gewalt und Trauma sein und ganze Generationen mit brutaler Konsequenz beeinflussen können. Diese seltene Art von Fortsetzung kann vier Jahrzehnte später stolz neben dem Original bestehen.

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Nightmare III: Freddy Krueger lebt (1987)

Wie bekämpft man Freddy Krueger? Natürlich, in dem man sich ihm in der Traumwelt stellt. Dieser Versuch jedoch bekommt nicht jedem Mitglied des Teams Dream Warriors gut, doch der Film liefert alle Schrecken, die der Fan braucht dank einem Drehbuch unter Mitarbeit von Frank Darabont (Die Verurteilten).

Viele Freddy-Fans nennen den dritten als ihren Lieblingsteil – in der Tat ist Freddy Krueger lebt der beste Film nach Wes Cravens Original; aus gutem Grund. Teil 3 machte Freddy, nun ja, zu Freddy. Viele der persönlichen Macken des ikonischen Slashers (seine Vorliebe für schwarzen Humor beispielsweise und seine Sprüche, während er meuchelt) nahmen hier ihren Anfang, was der Figur dazu verhalf, eine feste popkulturelle Größe seit über 35 Jahren zu werden. Regisseur Chuck Russell erweiterte mittels des von Wes Craven mitverfassten und dann von ihm selbst und Darabont umgeschriebenen Drehbuches das Freddy-Konzept in kreativer Weise: Indem Freddy zum ersten Mal seine Opfer dadurch angreift, indem er ihre Träume und auch Ängste gegen sie wendet. Doch die Traumwelt verleiht ebenso einigen von Freddys potenziellen Opfern die Fähigkeit, ihn in einer Weise anzugehen, wie es in der realen Welt nicht möglich ist.

Dieses neuartige Konzept brachte einige der erinnerungswürdigsten Morde des Franchises hervor und setzte Maßstäbe, beispielsweise, wenn Freddy eine angehende Schauspielerin dadurch tötet, dass er sie mit dem Kopf voran in einen zersplitternden Fernsehbildschirm stößt und dabei »Das ist er, Jennifer, dein großer Fernsehdurchbruch!« schreit – ein Satz, den sich im Original Freddy-Schauspieler Robert Englund ausdachte. Die ambitionierte Handlung von Freddy lebt erhebt sowohl Filmserie als auch Genre in einer Weise, wie es selten bei Horrorfilmfortsetzungen geschieht.

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Zombie (Dawn Of The Dead), (1978)

Während seiner Karriere lasteten zwei Vorurteile auf George A. Romero – Zombies und die Sinnleere einer kapitalistischen Gesellschaft. Zombie ermöglichte es dem verstorbenen Filmemacher, beides in einem furchterregenden Zombie-Thriller zu kombinieren, der auf effektvolle Weise Schrecken durch seine sozialkritischen Anklänge verbreitet, wenn Überlebende in einem Einkaufscenter am Kampf gegen eine Horde Untoter scheitern. Mit einigen von Romeros unappetitlichsten und einfallsreichsten Splatterszenen (wie etwa ein von Rotorflügeln enthaupteter Zombie) nutzt Zombie das Horrorgenre zu einem satirischen Überraschungsangriff auf die konsumgesteuerte amerikanische Kultur. Mehr als jeder Zombiefilm davor oder danach zeigt uns Zombie, dass die Menschheit nie etwas anderes als ihr eigener schlimmster Feind sein wird: Selbst dann, wenn sie mit sprichwörtlichen Zombies konfrontiert wird.

Nur nebenbei erwähnt: Zack Snyders Remake von 2004 ist ein großartiger Zombieschocker auf seine eigene Weise, qualifiziert sich jedoch nicht für diese Liste, da es sich dabei nicht wirklich um eine Fortsetzung handelt.

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Fünf weitere große Horrorfilm-Fortsetzungen präsentieren wir euch morgen in Teil 2 dieses Artikels!

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Dieser Artikel wurde von Thorsten Walch von Moin Moin Medien im Auftrag von SYFY.de übersetzt.

Der Originalartikel stammt von SYFY.com und wurde von Phil Pirrello geschrieben.