News | 49 Monate

10 Hintergrundinfos zum Actionfilm Total Recall aus den 1990ern

Die 1990er sind mit Filmen gefüllt, die heute schon zu Klassikern gezählt werden. Einer davon: Total Recall. Hier sind ein paar Hintergrundinformationen zur originalen Produktion.

Total Recall Die Totale Erinnerung 036

Der Actionfilm Total Recall mit Arnold Schwarzenegger aus dem Jahre 1990 erzählt die Geschichte eines Bauarbeiters, der von der Rekall Inc. falsche Erinnerungen eingepflanzt bekommt und sich plötzlich in einem neuen, abenteuerlichen Leben wiederfindet.  2012 kam das Remake mit Colin Farell in der Hauptrolle heraus. Trotzdem bleibt die Schwarzenegger-Version ein großer Must-See.

Hier zehn Infos zum Originalfilm, die euch vielleicht ein wenig mehr Hintergrundwissen über den Action-Klassiker geben werden:

  1. Die Story: Total Recall beruht auf eine Kurzgeschichte vom US-amerikanischen Science-Fiction Autor Philip K. Dick, Erinnerungen en gros (in Englisch: We Can Remember It For You Wholesale). Im April 1966 in der Zeitschrift The Magazine of Fantasy & Science Fiction veröffentlicht, handelt die Geschichte von einem Mann, der falsche Erinnerungen hat und entdeckt, dass er eigentlich ein Geheimagent ist. Ein Unterschied zur Verfilmung ist, dass der Protagonist kein Bauarbeiter, sondern Buchhalter ist und mit Nachnamen Quail heißt. Außerdem endet die Kurzgeschichte auch ganz anders: Anstatt, dass Quail die Welt mit Alien-Technologie rettet, möchte die Regierung ihn eigentlich umbringen. Doch da die Aliens Quail so sehr lieben und ursprünglich vorhatten, die Welt zu zerstören, ersparen sie dem Planeten dieses Schicksal, unter der Bedingung, dass Quail am Leben bleibt. Da im Falle von Quails Tod die Welt mit ihm ein Ende findet, lässt die Regierung ihn frei.
  2. Das Drehbuch: Das erste Drehbuch für Total Recall wurde von Dan O’Bannon und Ronald Shusett geschrieben, die auch für das Alien-Skript verantwortlich sind. Doch das Drehbuch für Total Recall wurde über vierzig Mal bearbeitet. David Cronenberg, einer der Regisseure, arbeitete allein an zwölf Entwürfen. Der 40. beinhaltete keinen bearbeitungsfähigen dritten Akt.
  3. Indiana Jones meets Mars: Als Cronenberg an dem Projekt arbeitete, erklärte er, dass der Film in viele verschiedene Richtungen ging. Er sagte: „Ich arbeitete ein Jahr daran und entwarf zwölf Manuskripte. Irgendwann kamen wir dann zu einem Punkt, an dem Ron Shusett sagte, „Weißt du, was du getan hat? Du hast die Philip K. Dick-Version gemacht.“ Und ich sagte: „Ist das nicht, was mir machen sollten?“. Er meinte: „Nein, nein, wir wollen “Jäger des verloreren Schatzes reisen nach Mars“ machen.““
  4. Vier verschiedene Quaids: Arnold Schwarzenegger war nicht die erste Wahl, was die Hauptrolle in Total Recall betrifft. Christopher Reeve, Richard Dreyfuss, William Hurt und Patrick Swayze waren alle für die Rolle des Douglas Quaid in Frage gekommen. In den 1980ern gehörten die Rechte zum Film Dino De Laurentiis. Schwarzenegger bat diesen, Quaid zu porträtieren, wurde jedoch abgelehnt. Der einzige Grund, weshalb Schwarzenegger doch die Rolle erhielt, war, dass er, als De Laurentiis die Option fallen ließ, dem Filmstudio Carolco sich selbst als Star mit dem Drehbuch vorschlug. Außerdem bekam Schwarzenegger das Sagen über die Produktion, inklusive der Option, die Arbeit der Produzenten, Regisseure, Autoren, Co-Schauspieler und Promotion zu bestimmen.
  5. Der Doktor ist Johnny Cab: Im englischen Original hätte der Satz vom Roboter Taxi lauten sollen: „Please state the nature of the driving emergency.“ Gespielt wurde dieser vom Doktor aus Star Trek Voyager. Es handelte sich um Robert Picardos Stimme und sein Gesicht wurde als Modell für Johnny Cab verwendet.
  6. Von Robocop zu Total Recall: Schwarzenegger hatte eine Chance auf die Hauptrolle in RoboCop, die letztendlich Peter Weller vergeben wurde. Doch das hatte wohl Auswirkungen auf Schwarzenegger, der sich für RoboCop‘s Regisseur Paul Verhoeven als erste Wahl für Total Recall entschied.  Mitglieder der Besetzung und der Crew von RoboCop arbeiteten auch an Total Recall.
  7. Die „Dreibrüstige Prostituierte“: Einer der vielen ikonischen Momente im Film ist, als Quaid auf Mary trifft, die auch als „Dreibrüstige Prostituierte“ bekannt ist. Eigentlich hätte die Frau sogar vier Brüste haben sollen, doch die Macher waren der Meinung, dass sie dann zu sehr einer Kuh ähneln würde. Die Schauspielerin Lycia Naff meinte, die Erfahrung sei  beschämend gewesen, als hätte sie ihre echten Brüste entblößt.  Außerdem erzählte sie, ihr Lächeln sei nur oberflächlich gewesen und sie wäre kurz davor gewesen, in Tränen auszubrechen. Sie empfand das Ganze als so erniedrigend, dass sie sich jeder Öffentlichkeitsarbeit für den Film widersetzte und sogar einen Auftritt in der Tonight Show von Johnny Carson ablehnte. Allerdings wurde der Charakter so berühmt, dass im Total Recall-Remake Mary mit einer anderen Schauspielerin erneut gezeigt wurde.
  8. Eigentlich ab 18: Ursprünglich wurde der Actionfilm laut den US-amerikanischen Medienregelungen als „nicht für Jugendliche geeignet“ (X-rated) bewertet. Um zumindest ein „R-Rating“, also ab 17 Jahre, zu bekommen, wurden einige Szenen aus dem Film herausgeschnitten, sowie Benny’s Aufspießung oder Richter’s abgeschnittener Arm.  Trotz dieser Veränderungen wurde der Film aufgrund seiner vielen gewalttätigen Elemente stark kritisiert. Janet Maslin von der New York Times empfand den Film als viel zu gewalttätig. Rita Kempley von der Washington Post bewertete Total Recall negativ mit dem Argument, dass der Regisseur Paul Verhoeven „mit dem schrecklichen Ansturm an Blut und Langeweile enttäuscht“. Feministische Kulturkritikerin Susan Faludi ordnete den Film in „den Schwall endloser Kriegs- und Actionfilme“.
  9. Das Mars-Abenteuer ist ein Traum: Der Film endet mit der Szene, in der Quaid und Milena auf Mars darüber nachdenken, ob alles ein Traum war, bis weißes Licht das Bild füllt. Auf der DVD bestätigen Verhoeven und Schwarzenegger, dass das Ende ein Traum ist, bzw. dass Rekall wirklich falsche Erinnerungen in Quaid einpflanzte und die Zuschauer dementsprechend nur die Fantasie-Welt von Quaid anstatt der realen zu sehen bekamen. Für diese Theorie gibt es auch einige Beweise. Zum Beispiel, dass der Rekall-Angestellte Bob Quaid alles genauso schilderte, wie es dann auf Mars geschehen würde.  Das eingepflanzte Programm heißt auch „Blauer Himmel auf Mars“, was perfekt zum Ende passt, als die Alien Maschine eine Atmosphäre (also einen blauen Himmel) für Mars erschafft. Dr. Edgemar von Rekall sah ebenfalls voraus, was am Ende geschehen würde: Dass Quaid die Welt retten und eine Alien Zivilisation entdecken würde.  Außerdem erklärt diese Theorie auch, wie die Maschine der Aliens eine Atmosphäre in nur wenigen Minuten bilden konnte. Das weiße Licht am Ende symbolisiert Quaid’s Lobotomie.
  10. Minority Report als Fortsetzung: Der Film Minority Report aus dem Jahre 2002 sollte eigentlich eine Fortsetzung von Total Recall sein. Beruhend auf eine weitere Kurzgeschichte von Philip K. Dick sollte der Film eine Zukunft darstellen, in der Verbrechen vor ihrer Ausführung gelöst werden würden, und Schwarzenegger als Douglas Quaid zurückbringen. Die Hellseher, die die Zukunft vorausgesagt hätten, wären dabei Mutanten vom Mars gewesen. Als das Projekt scheiterte, wurde es neu verfasst und von Steven Spielberg produziert, mit Tom Cruise in der Hauptrolle. 

 

Quelle: Blastr