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6 Superman-Stars verraten, warum es so schwer ist, der Mann aus Stahl zu sein

Wir sind mit Superman aufgewachsen. Wir haben ihn schon lange auf seinen Abenteuern - im Comic und im Kino - begleitet. 80 Jahre lang, um genau zu sein. Aber niemand hat so viel Zeit und Gedanken in den Mann aus Stahl (und auch Superboy) investiert, als die vielen Schauspieler, die jahrelang in seine Rolle geschlüpft sind. 

Superman returns

Über die Jahre haben viele verschiedene Schauspieler die Rolle des Superman gemimt. Eine Sache haben dabei alle gemeinsam: Sie fanden es unfassbar schwer.

Kal-El, Superboy, Clark Kent, Superman — egal welche Version der klassischen Charakters sie gespielt haben, es gehört mehr dazu, als nur die legendären Strumpfhosen anzuziehen. Als erstes muss man die Idee der mystischen Figur von Superman verstehen. "Er verkörpert all das, was viele Menschen sein wollen.", sagt Schauspieler George Newbern, der dem Superhelden 2001 in der animierten Serie Justice League seine Stimme geliehen hat. "Er ist die ultimative Jesus-Figur - Mensch und Gott in einem." Vielleicht nicht die leichteste Rolle für einen Schauspieler, denn wie soll ein normaler Sterblicher dem gerecht werden?

"Man fragt sich, 'Was, wenn sie mich falsch besetzt haben'?", sagt Newbern. "Ich hatte zum Beispiel das Gefühl, dass meine Stimme ein wenig zu hoch war."

"Man fühlt sich wie ein Eindringling.", sagt James Denton, der Superman in dem animierten All-Star Superman-Film gesprochen hat. "Wenn du deine Stimme aus Supermans Mund kommen hörst, ist das schon seltsam. Ich hab Superman noch nie so sehr wie ein Feigling klingen hören!"

"Kal-El ist ein wenig verloren.", sagt Brandon Routh, der in "Superman Returns" aus dem Jahr 2006 die Hauptrolle übernahm. Auch Routh sagt, dass er sich wie ein Eindringling gefühlt hat - allerdings erst, nachdem der Film veröffentlicht wurde. "Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum es nie eine Fortsetzung gab.", sagt er. "Auch wenn der Film sehr gute Kritiken hatte, hat er nicht so viel Geld eingespielt, das ein zweiter Teil in Auftrag gegeben wurde." (Und das, obwohl der Film im Endeffekt weltweit rund $390 Millionen Dollar eingespielt hat.)

"Ich war sehr geehrt, Superman spielen zu dürfen.", sagt Routh. "Ich wollte Chris repräsentieren und auch die Leute, die schon so lange Superman-Fans sind. Ich wollte dem Charakter gerecht werden - nicht nur der Version von Chris, sondern allen anderen Supermans und auch die Aspekte berücksichtigen, die die Menschen in Superman sehen wollten." Er lacht. "Das ist eine ziemlich unmögliche Aufgabe." 

Für manch einen Schauspieler war es einschüchternder, dass es bereits ein Bild aus dem Comic von dem Superhelden gab. Beau Weaver der 1988 die Rolle der Superman in der gleichnamigen animierten Fernsehshow gesprochen hat, bekam im Alter von fünf Jahren einen Superman-Anzug zu Weihnachten - und war am Boden zerstört als er herausfand, dass er damit nicht wirklich fliegen konnte. "Ich war todtraurig.", sagt Weaver. "Ich bin ziemlich sicher, dass ich sonst auf das Dach gestiegen und gesprungen wäre." 

Andere hatten Probleme damit, der wohl langlebigsten Performance gerecht zu werden - dem von Christopher Reeve gespielten Superman. Reeve lebte die Rolle vier Filme lang. Darsteller, die nach ihm kamen, mussten eine schwierige Entscheidung treffen: Sollten sie das kopieren, was Reeve gemacht hat, oder sollten sie versuchen, einen radikalen neuen Ansatz zu finden?

In der Fernseh-Serie "Lois & Clark: The New Adventures of Superman" aus den 90er Jahren schaffte Dean Cain es, Clark Kent zu dem Hauptcharakter zu machen, für den Superman primär eine Tarnung ist. Damit musste er sich nicht dem direkten Vergleich mit Reeve stellen. 

Superboy, eine TV-Show, die zwischen 1988 und 1992 ausgestrahlt wurde, hatte diesen Luxus nicht. Auch wenn der Fokus auf einer jüngeren Version von Clark Kent lag, fühlten sich die Schauspieler gezwungen, Reeves Beispiel zu folgen.

Als der Schauspieler John Newton einen Screen-Test für die Rolle machte, musste er sogar das Original-Kostüm von Christopher Reeve anziehen. "Das war so einschüchternd - da steckt so viel Geschichte drin."

Gerard Christopher,  der Newton als Superboy in der zweiten Staffel der Serie ablöste, sagt, er habe versucht, die Rolle umzudrehen. "Ich hab versucht es so zu machen, wie Chris Reeve es vielleicht getan hätte." sagt Christopher. "Ich habe die Rolle ihm nachempfunden. Ich habe mir immer gedacht 'Wenn Chris jünger wäre, wie würde er sich als Jugendlicher verhalten?'". 

Es kann einen Schauspieler innerlich zerreißen, eine Entscheidung für den Verlauf der Rolle zu treffen - sollte er dem Charakter mehr Bedeutung geben oder entgegen seiner Art handeln, wie Reeve es getan hat? Beau Weaver hatte den Eindruck, verwirrende Hinweise von dem Regisseur bekommen zu haben - er solle Reeve im Kopf haben, aber ihn gleichzeitig männlicher und mutiger spielen. "Superman muss ein bisschen mehr super werden.", erklärte ihm ein Regisseur. "Ich habe mich so fehl am Platze gefühlt.", sagt Weaver. "Ich fühlte mich wie jemand, der ein Superman-Kostüm an hat, das ihm nicht richtig passt."

Aber der Schlüssel war, genau das zu benutzen. Sich vorzustellen, wie Superman selbst sich gefühlt hat. "Er war ein Fremder in einem fremden Land, der nicht ganz reingepasst hat.", sagt Weaver. "Er fühlte sich wie ein Eindringling - und genau das war er tatsächlich auch."



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