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Aliens: Die merkwürdige Sache mit dem Kinoplakat

James Cameron sprach jüngst über den Grund dafür, dass das Original-Kinoplakat von Aliens nur ein schwarzer Rahmen war.

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Dies geht auf die Kappe eines Hollywood-Marketing-Managers, für den Sarkasmus ein Fremdwort war.

Sie fragen sich, warum das Original-Kinoplakat für James Camerons Aliens so... wenig überzeugend ist? Die Entscheidung für ein einfaches schwarzes Plakat mit dem Titel, ein paar Schlagwörtern sowie den Darstellern und der Crew entsprang nicht der Absicht, dem Zuschauer ein Gefühl des Grauens oder des Geheimnisvollen zu vermitteln - in der Tat war das nicht einmal annähernd so. Laut Cameron geht das eintönige Design auf einen Hollywood-Marketing-Manager zurück, der das Konzept des Sarkasmus nicht verstanden hatte.

Kürzlich nahm der Oscar-Preisträger an einem Zoom-Meeting mit einer begrenzten Anzahl von Pressevertretern (einschließlich SYFY) teil, um über sein neues Buch Tech Noir zu sprechen. Dabei erinnerte er sich an die Geschichte, wie er in den Büros von 20th Century Fox vorbeischaute, um sich mit dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit zu treffen und zu sehen, wie es mit der Werbung für seine Action-Horror-Fortsetzung von Ridley Scotts Alien voranging.

»Ich traf ihn buchstäblich an seinem letzten Tag im Büro«, erzählte Cameron. »In seinem Büro war bereits gepackt, ich war sein letzter Termin, bevor er den Job aufgab. Er saß am Schreibtisch und hatte diesen kleinen grünen Plastikfrosch, den er zusammendrückte und dann auf dem Schreibtisch herumhüpfen ließ. Ich fragte: "Was ist mit dem Frosch?“, und er antwortete: "Das ist mein Stressfrosch.“ Ich sagte mir: „Okay, dieser Typ ist wohl ein Sonderfall.“ Er sagte weiter: „Aber ich habe hier einen Vorab-Poster-Entwurf.“«

Cameron beschrieb das erste Plakat, das ihm gezeigt wurde, als »diese schreckliche Art von Foto-Collage; es sah schlimmer aus als ein Roger-Corman-Ankündigungsposter. Denn Roger glaubte wie ich an gute Vorab-Plakate. Nicht an gute Filme, aber an gute Vorab-Plakate.«

Der Filmemacher, der bekanntermaßen kein Blatt vor den Mund nimmt, war bei seinem Feedback gnadenlos ehrlich:

»Ich sah mir das Ding genau an, hielt es in der einen Hand und sagte dann: „Ich will Ihnen ganz genau zeigen, was ich von diesem Entwurf halte.“ Und dann zerknüllte ich es langsam zu einem Ball und warf es in die Ecke. Er betätigte seinen Stressfrosch und ich sagte: "Ehrlich gesagt, wenn ich die Wahl zwischen diesem Entwurf und einem komplett schwarzen Rahmen hätte, würde ich mich für letzteres entscheiden.“ Anscheinend rief er jemanden an, nachdem ich das Büro verlassen hatte und sagte: „Er will es ganz in Schwarz!“. Wenn Sie sich also jemals gefragt haben, warum es buchstäblich nichts auf dem Ankündigungsplakat für Aliens zu sehen gab - hier ist der Grund.«

Ein ähnliches Dilemma sollte sich einige Jahrzehnte später im Vorfeld des Films Avatar von 2009 (dem umsatzstärksten Film der Kinogeschichte) ergeben. Diesmal allerdings besaß Cameron aufgrund seines Status als einer der angesehensten und visionärsten Geschichtenerzähler der Unterhaltungsindustrie ein weit größeres Mitspracherecht bei der Gestaltung des Marketingmaterials für den Film.

»Ich glaube, auch bei Avatar war es der Fall, dass es (beim Studio) verpasst wurde, und wir zogen Dylan Cole hinzu, der einer unserer Designer ist. Dylan hat die Ankündigungsplakate für Avatar gemacht, glaubt es oder nicht«, erzählt Cameron. »Wir haben das wahrhaftig nur in unserer eigenen Designabteilung gemacht. Ich glaube genauso an das Ankündigungsplakat, wie ich früher an die Buchcover all der Science-Fiction-Bücher geglaubt habe, die ich als Kind kaufte. Wenn es ein gutes Cover war, habe ich das Buch gekauft. Ich glaube also an das Prinzip des Vorab-Plakates.«

Das Buch Tech Noir: The Art Of James Cameron ist bisher nur in der Originalausgabe, erschienen bei Insight Editions, zum Preis von 75 US-Dollar erhältlich.

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Dieser Artikel wurde von Thorsten Walch von Moin Moin Medien im Auftrag von SYFY.de übersetzt und gekürzt.

Der Originalartikel stammt von SYFY.com und wurde von Josh Weiss geschrieben.