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Aus diesen Gründen musst du Marvel’s Runaways unbedingt anschauen

Im großen Reich der fiktionalen Serien zählen Comicbuch-Superhelden zu ihrem ganz eigenen Genre. Nun steht die Verfilmung des Comics "Marvel's Runaways" vor der Tür und damit hat Runaways die Chance, von Anfang an eine neue Herangehensweise an Superhelden-Shows zu etablieren.

ACHTUNG SPOILER!

Der erste Aspekt, der Marvel’s Runaways von anderen Superhelden-Serien abhebt, ist die Tatsache, dass es hier um Charaktere im Teenager-Alter geht. Die Entwicklung von Superkräften fällt größtenteils in die Pubertät. Während bei vielen Heldengeschichten das Aufkommen von Superkräften gleichbedeutend mit der Jugendzeit ist, schafft Runaways auf sehr erfrischende Art und Weise eine Balance zwischen einem normalen Teenager-Leben und dem Entdecken und Weiterentwickeln von besonderen, übermenschlichen Fähigkeiten. Die Superkräfte werden tatsächlich eher nebensächlich, wenn die einzelnen Charaktere echte Teenager-Probleme bewältigen müssen, wie zum Beispiel das Finden der eigenen Identität, das Meistern von komplexen Beziehungen zu Familie oder Freunden oder auch einfach das Überleben in der Schule.

Wenn man sich die erste Staffel von Runaways einmal genauer anschaut, wird die Storyline nicht so rasend schnell erzählt, wie in vielen anderen Shows. So lernen wir nicht nur die wichtigsten Charaktere (Alex, Nico, Karolina, Chase, Gert und Molly) und ihre Eltern (die allesamt enge Beziehungen zur Unterwelt pflegen) besser kennen, es bedeutet auch, dass sich die Rollen weiterentwickeln können. Viele Episoden arbeiten mit Rückblicken und schaffen so ein noch größeres Gewicht bei Entscheidungen, die die Charaktere treffen mussten oder auch ihren Beziehungen untereinander. Dieser Fokus weg von einer chronologischen Erzählweise erlaubt den Zuschauern zu verstehen, warum die Teenager sich nicht einfach so von ihren kriminellen Eltern lossagen – oder sie direkt bekämpfen. Runaways gibt uns genug Hintergrundinformationen, um die einzelnen Handlungen und Motive genau nachvollziehen zu können.

Auch wenn der Anfang der ersten Staffel die Eltern der Runaways als potentielle Bösewichte etabliert, wird die Situation im Verlauf der Folgen wesentlich komplexer als ein simples Gut-gegen-Böse. Wir erfahren, wie die Eltern dazu kamen, Teenager in einem mysteriösen Ritual zu opfern: sie sind dem Anführer Jonah komplett hörig. Wir lernen auch, dass Nicos Schwester Amy sich nicht selbst umgebracht hat, sondern vielmehr eine Bedrohung für Jonahs Plan darstellte. Obwohl Jonah bis zum Ende der ersten Staffel ein sehr mysteriöser Charakter bleibt, erfahren wir noch eine wichtige Tatsache über ihn, die die Situation noch weiter verkompliziert: Er ist Karolinas leiblicher Vater. Dadurch verbindet Runaways die beiden verfeindeten Fronten miteinander und entwickelt sich so zu weit mehr als nur einer Teenager-Superhelden-Serie.

Die Hauptcharaktere von Runaways

Doch wenn man denkt, dass die Dynamik zwischen den Teens und ihren Eltern schon kompliziert ist, machen die Beziehungen der Runaways untereinander es nicht unbedingt einfacher. Selbst über den schnelllebigen Verlauf der ersten Staffel hinweg, entwickeln sich die Beziehungen der Charaktere untereinander stetig weiter. Wir erfahren, wer in wen verknallt ist (Alex in Nico) und aus welcher dieser Schwärmereien tatsächlich mehr wird (im Fall von Karolina und Nico oder Gert und Chase). Die vorletzte Episode „Doomsday“ (oder auch „Die, in der alle knutschen“) bietet damit eine kleine Verschnaufpause, bevor es zum ultimativen Showdown im Finale kommt, aber sie zeigt auch, dass die einzelnen Charaktere endlich ehrlich zu ihren Gefühlen – und Hormonen – stehen.

Für Karolina wird das besonders deutlich, als sie nicht nur endlich ihre Gefühle für Nico zugibt, sondern damit auch akzeptiert, dass sie lesbisch ist, ohne damit in eine klassische Coming-Out Storyline zu verfallen. Die Entscheidung der Show, dass Nico die Annäherungsversuche von Karolina erwidert, ist eine wichtige Entwicklung. Bei Gert und Chase denkt man hingegen schnell an eine typische romantische Komödie, bei der das eher nerdige Mädchen mit dem Schul-Schwarm zusammenkommt, aber auch hier bringt Runaways eine besondere Note mit ein. Gert kann sich besser durchsetzen als das typische Mauerblümchen und Chase besitzt mehr Empathie, als der durchschnittliche Sportler-Typ.

Die Show spielt aber natürlich nicht nur in der Realität. Es gibt ein paar übersinnliche Elemente die daran erinnern, dass Runaways mehr als ein normales Teenager-Drama ist. Ein Teil von Karolinas Fähigkeiten ist, dass sie regenbogenfarbene Lichter um sich herum entstehen lassen kann. Achso, und fliegen kann sie auch. Molly kann immense körperliche Kräfte entwickeln, obwohl sie das viel Kraft kostet und sie sich hinterher oft längere Zeit ausruhen muss. Dann gibt es noch den guten alten Lace, einen Dinosaurier, der über telepathische Kräfte mit Gert verbunden ist und ab und zu aus Kofferräumen, alten Einkaufswagen oder sonstigen Orten auftaucht, wo sich ein Dinosaurier verstecken könnte. Die Show hält sich jedoch nicht lange damit auf, dass ein paar unerklärliche und übernatürliche Dinge passieren. Vielmehr dient das als Ausgleich für eine sonst fantastische Drama-Serie. Und wenn eine Show einen Dinosaurier fast zu sowas wie einem normalen Haustier umfunktionieren kann, sind wahrscheinlich noch ganz andere Dinge möglich.

Wenn wir es herunterbrechen wollen, dann funktioniert Runaways deswegen so gut, weil es nicht nur eine Serie über Teenager ist, die die Welt retten müssen. Es geht um Teenager mit Superkräften, die in unserer Welt leben und ihr bestes Tun, um irgendwie zu überleben. Jetzt, da bekannt gegeben wurde, dass die Sendung in eine zweite Staffel geht, gibt es eine gute Chance, dass die Storyline typischere Geschichten wie die Bedrohung der Menschheit aufnimmt. Für jetzt überlassen wir das Retten der Welt jedoch lieber den Avengers – die Runaways haben schon genug Probleme.  

Marvel's Runaways läuft ab dem 9. Mai immer mittwochs um 21 Uhr auf SYFY


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