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Avengers: Infinty War - Wer ist dieser Thanos?

Er ist der große Gegenspieler unserer Heldentruppe und trotz vieler Sympathieträger im Film doch irgendwie die wichtigste Figur. Doch wie kam es überhaupt dazu? Wer ist dieser Thanos?

Präsentiert von: Björn Sülter


Schon lange vor der Veröffentlichung des neuesten Blockbusters Avengers: Infinity War wurde über die verschiedenen Helden, ihre Kostüme und ihren Werdegang sowie vor allem über die Zukunft jedes Einzelnen im Marvel-Universum spekuliert. Das Schicksal der Truppe ist momentan jedoch ungewisser denn je zuvor und ihre Fans müssen sich noch bis 2019 gedulden, ehe sie Gewissheit erhalten werden.

Doch wie konnte alles überhaupt so kompliziert werden? Wir wollen uns heute mit der Figur befassen, die mit einem kleinen Fingerschnippen das Marvel-Universum auf den Kopf stellte und die Avengers ins Chaos stürzte: Thanos! In vielerlei Hinsicht der Hauptprotagonist des neuen Marvel-Blockbusters.

Thanos Ursprünge in den Comics

Im Marvel-Filmuniversum zieht Thanos schon seit dem Erscheinen des ersten Avengers-Films die Fäden. Seine Ursprünge finden sich allerdings schon wesentlich früher. Zunächst einmal stammt der Name „Thanos“ aus der griechischen Mythologie. „Thánatos“ ist hier nämlich die Personifikation des Todes. In den Marvel-Comics, die den Filmen zumindest als lose Vorlage dienen, befindet sich der Bösewicht ebenfalls auf der Suche nach den Infinity-Steinen, die in diesen Veröffentlichungen schon seit 1991 existieren.

Seine Motivation ist allerdings wesentlich obskurer als im Film: Er ist im Auftrag des Todes in der Gestalt von Lady Death unterwegs, in die er sich verliebt hat und die er beeindrucken möchte. In den Comics wie im Film stellt Thanos jedoch eine brutale und fast unaufhaltsame Macht dar, die sich durch nichts von ihrem Ziel abbringen lässt.   

Thanos: Ein Bösewicht, der unter den Marvel-Gegenspielern hervorsticht

Die Marvel-Filme blicken bereits auf eine zehnjährige Historie aus mal mehr, hauptsächlich aber weniger erinnerungswürdigen Superschurken zurück, von denen nur eine Handvoll wirklich in Erinnerung blieben: Loki, gespielt von Tom Hiddleston, bestach durch mitreißende Emotionen, verachtenswerte Bösartigkeit und einnehmenden Humor. Loki war sogar ein Antagonist, der sich im Laufe der Filme weiterentwickeln durfte. Eine Ehre, die kaum einem anderem Marvel-Gegenspieler zuteil wurde. Auch Michael Keatons Vulture hatte in Spider-Man: Homecoming immerhin so etwas wie eine nachvollziehbare Motivation und einen charismatischen Darsteller vorzuweisen. Danach wird es bereits dünn, doch sicherlich hat jeder Marvel-Fan trotzdem seinen Favoriten. In das kollektive Gedächtnis der Kinozuschauer konnten sich die anderen Superschurken jedoch kaum einprägen. 

Szene aus Avengers: Infinity War

Thanos scheint allerdings noch einmal aus einem ganz anderen Holz geschnitzt zu sein: Größer, bedrohlicher und mit einer finsteren Agenda ausgestattet, möchte er die Hälfte allen Lebens im Universum auslöschen. Schon zu Beginn von Avengers: Infinity War macht er kaum Gefangene und im Gegensatz zu vielen anderen Marvel-Schurken folgt er einer utilitaristischen Philosophie, die zwar absolut fehlgeleitet, aber zumindest halbwegs nachvollziehbar ist. Um das Gesamtwohl des Universums und den Wohlstand der einen Hälfte des Universums zu sichern, muss die andere Hälfte geopfert werden. Statt sein Handeln jedoch Genozid zu nennen, betont er immer wieder, dass er das Gleichgewicht im Universum bewahren möchte.

Wie alle interessanten Schurken der Filmgeschichte ist er der vollen Überzeugung, im Recht zu sein und etwas Gutes zu tun, auch wenn Probleme wie Überbevölkerung und Welthunger weitaus komplexer sind, als Thanos uns glauben lässt. Dennoch bleibt der Ursprung seiner Agenda nachvollziehbar, hat er doch seinen Heimatplaneten Titan durch eben diese Problematiken verloren. Hinzu kommt eine überzeugende emotionale Bindung zu seiner Ziehtochter Gamora, die Thanos menschlicher erscheinen lässt, als er in Wahrheit ist.

Trotz einer Menge CGI-Getrickse kann vor allem sein Darsteller Josh Brolin viel von dieser Gefährlichkeit, diesem inneren Zwiespalt und der gleichzeitigen väterlichen Liebe transportieren. Der Darsteller ist letztendlich eines der wichtigsten Elemente, die Thanos zu einem der größten Erfolge des Films machen.   

Thanos weiterer Weg und die Zukunft des Marvel-Universums

Freilich kann über Thanos Zukunft bisher nur spekuliert werden: Schwer verletzt, aber zufrieden mit seiner Arbeit blickt er einem Sonnenuntergang entgegen. Darsteller Josh Brolin bestätigte bereits, dass er beim vierten Avengers-Film erneut mit dabei sein wird. Allerdings ließ er auch verlauten, dass es sich um seinen letzten Auftritt handeln wird. Es ist also davon auszugehen, dass Thanos sich auf irgendeine Weise erholt, um den verbleibenden Helden der Avengers entgegenzutreten.

Die bereits geplanten Fortsetzungen unter anderem zu den Franchises von Spider-Man, Black Panther und Guardians of the Galaxy suggerieren, dass zumindest einige von Thanos Taten wieder rückgängig gemacht werden können. Wie sich zudem an der Abspannszene erkennen lässt, wird die von Brie Larson gespielte Captain Marvel ein integraler Bestandteil der Infinity-War-Fortsetzung sein. Wie auch immer der zweite Teil dieses Blockbusters aller Blockbuster also letztendlich aussieht, Marvel und die Russo-Brüder müssen ein hartes Stück Arbeit leisten, damit das schockierende Ende des ersten Teils rückblickend nicht wie ein billiger Taschenspielertrick erscheint.

 

Autor, Journalist & Podcaster Björn Sülter ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

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