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Bald auf SYFY: Waise, Anwalt, Rächer - Marvel's Daredevil, der etwas andere Superheld

Er ist einer der spannendsten Helden des Marvel Cinematic Universe und jetzt endlich bei SYFY zu sehen: Matt Murdock alias Daredevil! Zur Einstimmung auf die Abenteuer aus Hell's Kitchen geht es heute um die Ursprünge der Figur.

Daredevil

Bei Daredevil alias Matt Murdock handelt es sich um eine landläufig nicht ganz so bekannte Superheldenfigur, dafür aber um eine besonders spannende.

Sie wurde von Comic-Ikone Stan Lee sowie den Zeichnern Bill Everett und Jack Kirby erdacht. Ihren ersten Auftritt hatte sie im Jahr 1964 im Comic Daredevil #1. In Deutschland tauchte die Figur zum ersten Mal unter dem Namen Devil Man 1968 in der Comicreihe Hit Comics Nr. 34 auf.

Spezieller Held

Die Geschichte des Helden ist schnell erzählt: Als junger Mann rettet Murdoch einen blinden Fußgänger vor dem folgenschweren Zusammenstoß mit einem Lkw. Leider wird der Retter dabei selbst angefahren und bekommt einen Schwall radioaktiver Flüssigkeit ab. Diese schärft seine Sinne, abgesehen vom Sehen: Murdoch ist von diesem Tag an blind.

Nach dem Tod seines Vaters (eines ehemaligen Boxtrainers) und dem Abschluss eines Jurastudiums eröffnet der Neu-Anwalt eine eigene Kanzlei mit seinem Kumpel Franklin „Foggy“ Nelson. Nebenbei sucht er die Mörder seines Vaters (sowie später weitere Kriminelle) und erschafft sich dazu eine zweite Identität; mit einem Anzug, den er aus dem alten Boxmantel seines Vaters schneidert.

Zu Beginn der Comicreihe trug Murdock übrigens noch ein gelbes Kostüm, ehe er dann in der siebten Ausgabe der Comic-Reihe sein typisches rotes Kostüm mit dem doppelten „D“ auf der Brust erhielt. Sein Name Daredevil leitet sich von einem ironischen Spitznamen aus Kindertagen ab: Teufelskerl.

In den Medien

Der Zeichenstil der Comics veränderte sich im Verlauf der Jahre stark, was primär mit dem Wechsel auf Gene Colan Ende der 1960er-Jahre und schließlich zu Frank Miller zusammenhing. Miller wurde mit Ausgabe #168 sogar Autor der Reihe. Er gab der Serie ein neues Erscheinungsbild, das härter, actionbetonter und düsterer war. Auch machte er Kingpin, der eigentlich ein Antagonist von Spider-Man war, gemeinsam mit Bullseye zum neuen Gegnerduo und führte Elektra als Auftragsmörderin ein.

Insgesamt gibt es bis heute vier Daredevil-Serien sowie Nebentitel und Gastauftritte in anderen Reihen.

Es dauerte jedoch bis ins Jahr 1981, als die Figur ihren ersten Fernsehauftritt feierte, genauer in einer Episode von Spider-Man und seine außergewöhnlichen Freunde. Acht Jahre später war er dann Seite an Seite mit Hulk in Der unheimliche Hulk vor Gericht zu sehen. In den 90er-Jahren dann trat er in einer Episode von Die Fantastischen Vier mit neuen Abenteuern und in New Spider-Man auf.

Bis 2003 war es also bei kurzen Gastauftritten an der Seite anderer Helden geblieben. Doch dann verfilmte Mark Steven Johnson für 20th Century Fox den Comic als abendfüllenden Kinofilm mit Ben Affleck in der Titelrolle. Die beliebten Feinde Kingpin und Bullseye waren ebenso dabei wie Elektra, die später sogar noch einen eigenen Kinoableger erhielt.

Einem Produktionsvolumen von rund 78 Millionen US-Dollar standen Einnahmen an der Kinokasse von nicht ganz 180 Millionen gegenüber. Zu viel zum Sterben, zu wenig zum Überleben. Die Meinungen fielen zudem eher gemischt aus. Einige lobten die Atmosphäre, die kompetent den Stil der Comics einfing, andere kritisierten die ausufernden Kampfszenen und vermissten eine ansprechende Story. Zu einer Fortsetzung im Kino kam es nie mehr, dafür jedoch zu einem ganz anderen Ansatz, der erneut etwas mit den Heldenkollegen von Daredevil zu tun hatte …

MCU sei Dank!

2008 hatte Marvel mit Iron Man eine Lawine losgetreten, die noch heute unter dem Namen Marvel Cinematic Universe durch die Kinos tobt. Doch blieb es nicht beim reinen Kinoaspekt. Ab 2010 arbeitete die Fernsehsparte von Marvel daran, die Abenteuer der Figuren auch ins heimische Wohnzimmer zu bringen. Der Startschuss fiel mit Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. und Marvel’s Agent Carter auf ABC sowie später Marvel’s Inhumans.

Mit Netflix als strategischem Partner erweiterten die Macher das MCU dann ab 2013 auch im Streaming-Bereich. Disney versprach sich davon einen Schub in Sachen Bekanntheit und Popularität ihrer Figuren. Im April 2015 erschien beim Streaming-Anbieter eine 13-teilige erste Staffel mit dem Titel Marvel’s Daredevil. Im März 2016 folgte die zweite Staffel, 2018 eine dritte, die jeweils ebenfalls aus dreizehn Episoden bestanden.

Neben Daredevil erhielten auch Luke Cage, Jessica Jones, Iron Fist sowie The Defenders (mit Daredevil in einer Nebenrolle) und The Punisher eigene Shows.

Mit einer weiteren Ausweitung des Serienuniversums über Hulu, Freeform und schließlich den eigenen Streamingdienst Disney+ wird das Marvel-Universum bestimmt noch auf Jahre viele neue Abenteuer zu bieten haben.

Marvel’s Daredevil jedoch hatte die Ehre, den Startschuss im Streaming-Bereich zu setzen und gilt vielen Fans als eine der besten TV-Umsetzungen bisher.

SYFY zeigt die erste und zweite Staffel von Marvel's Daredevil ab dem 31. Juli 2019 in deutscher Erstausstrahlung. Die dritte Staffel folgt 2020.

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch Es lebe Star Trek ist auch der Auftakt seiner Jugendbuchreihe Ein Fall für die Patchwork Kids erschienen. Dazu startete mit Beyond Berlin seine erste eigene Science-Fiction-Reihe, die es als Print, Ebook und Hörbuch, gelesen von Synchronsprecher und TV-Mann Benjamin Stöwe zu kaufen gibt. Sein Podcast Planet Trek fmbehandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Zudem liest er Hörbücher und ist als Moderator auf verschiedenen Events im Einsatz.