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Battlestar Galactica: Das brillante Reboot

Am Montag geht es los: Dann zeigen wir von SYFY euch Battlestar Galactica, Ronald D. Moores Reboot der kultigen SF-Serie. Heute schauen wir uns an, wie es dazu kam und was euch in der Serie erwartet.

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von Björn Sülter

Am Montag, dem 18. Mai ist es so weit: Dann kehrt Battlestar Galactica zurück zu SYFY! Vom beliebten Reboot von 2003 läuft am 18. und 19. Mai in je zwei 90-minütigen Specials die Miniserie. Am 20. Mai beginnt dann die Ausstrahlung der regulären Serie in Doppelfolgen. Am 10. Juli liefern wir euch sogar noch den Fernsehfilm Battlestar Galactica: The Plan nach.

Im ersten Teil dieser Artikelreihe blickten wir auf die Zeit zurück, als Battlestar Galactica in Deutschland noch Kampfstern Galactica hieß. Den Artikel findet ihr hier.

Heute geht es jedoch um das Reboot von 2003. Startbereit? Anschnallen!

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Trekkie auf abwegen?

Nicht immer genießen Reboots einen guten Ruf und nicht immer gelingt es Kreativen, den Kern dessen, was das Urformat ausgemacht hat, in eine neue Serie hinüberzuretten. Manchmal versuchen sie es aber auch gar nicht.

Der Genuss eines Reboots hängt aber ohnehin in großem Maße davon ab, mit welcher Erwartungshaltung man an die Sache herangeht. Kann man mit Neubesetzungen leben? Ist es in Ordnung, wenn die Optik, die Musik oder die Story verändert werden?

Man kann Macher Ronald D. Moore nicht unterstellen, sehr feinfühlig mit dem Material aus den 70er-Jahren umgegangen zu sein. Sein Ansatz stellte vielmehr alles auf den Prüfstand, bis hin zum Geschlecht der etablierten Figuren! Doch wer ist dieser Mann überhaupt? Er verlebte seine Kindheit im beschaulichen Chowchilla in Kalifornien. Weder ein Stipendium der US Navy, noch sein Studium der Politikwissenschaften konnten sein Interesse lange bei der Stange halten. 1988, mit 24 Jahren, besuchte Moore die Sets von Star Trek: The Next Generation auf dem Paramount Lot in Los Angeles. Auf Irrwegen gelang es ihm, einem Assistenten von Gene Roddenberry ein Drehbuch zuzustecken und mit etwas Hilfe auf den Weg an die richtigen Stellen zu leiten. Mehr als ein halbes Jahr später las Michael Piller das Skript und war so begeistert, dass er es kaufte und daraus die Episode The Bonding (Mutterliebe) der dritten Staffel machte. Moore erhielt einen Folgeauftrag, wurde Story Editor, Co-Produzent und schließlich Produzent an der letzten Staffel der Serie. Auf dem Weg dorthin lieferte er insgesamt 27 Episoden ab (einige mit Co-Autoren), die sich oft um die Ausarbeitung der klingonischen Kultur verdient machten. Dieser Aspekt zeigte auch auf, wie stark Moore darin war, sich in fiktive Aspekte einer Erzählung fallen zu lassen und sie auszubauen. Doch waren auch großartige Episoden abseits der Kriegerrasse dabei, unter anderem das gefeierte Serienfinale All Good Things (Gestern, heute, morgen) gemeinsam mit Brannon Braga.

Moore und Braga erhielten nach der Serie sogar die Chance, Star Trek Generations (Star Trek: Treffen der Generationen) und Star Trek: First Contact (Star Trek: Der Erste Kontakt) fürs Kino zu schreiben. Parallel stieg Moore zur dritten Staffel bei Star Trek: Deep Space Nine als Autor und erneut auch in verschiedenen Produzenten-Rollen ein. Er lieferte über die Jahre 31 Episoden zur Serie, von denen erneut viele die Klingonen zum Thema hatten.  Nicht so glücklich endete seine Trek-Zeit jedoch Ende des Jahrtausends, als er zur sechsten Staffel von Star Trek: Voyager an zwei Episoden arbeitete, mit der Arbeitsatmosphäre allerdings nicht zurecht kam und das Projekt schnell wieder verließ. Seine Freundschaft zu Brannon Braga litt darunter eine Weile, später raufte das Duo sich aber wieder zusammen.

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Umwege & Durchbruch

Nach diesem Abgang geriet die Karriere des Ronald D. Moore nur leicht ins Stocken. Er war kurz beratend an Good vs Evil beteiligt und stieg bei Roswell ein, wo er gemeinsam mit Jason Katims die Geschicke bis zum Ende der Serie führte und noch einige der besten Episoden schrieb.

Danach kam David Eick auf ihn zu, den Moore bei Good vs Evil kennengelernt hatte. Damit bewies sich ein weiteres Mal auf eindrucksvolle Weise, dass auch kurze Intermezzi große Auswirkungen haben können. Eick sollte für Universal eine Mini-Serie über Battlestar Galactica erschaffen und wollte Moore dafür im Boot haben. Die beiden modernisierten das alte Material und schufen ein Konstrukt, das man bei Bedarf für eine reguläre Serie ausweiten würde können. Moore hatte sich derweil jedoch auf einigen Umwegen als Showrunner für Carnivàle verpflichtet und musste somit die alltäglichen Arbeiten zur Produktion der Miniserie in Kanada Eick überlassen. Die Einschaltquoten bei SYFY (damals noch Sci-Fi) übertrafen schließlich alle Erwartungen und so griff Universal zu und bestellte weitere Episoden. Moore nutzte das Ende der ersten Staffel von Carnivàle und wechselte zu seinem Wunschprojekt: Das Duo aus Eick und ihm konnte also durchstarten.

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So geht Reboot!

Der Rest ist Geschichte. Die Serie entwickelte sich zu einem Publikumsrenner und auch die Kritiker weltweit jubelten. Nach der Miniserie folgten noch vier Staffeln mit insgesamt 74 Episoden, zwei Fernsehfilme (Razor und The Plan) sowie das Spin-Off Caprica und der erneute Fernsehfilm Blood & Chrome (bei dem Moore jedoch nicht beteiligt war).

Doch was war es gewesen, das dieses Reboot über so viele andere Versuche hinauswachsen ließ? Moore und Eick nahmen sich das Beste des Originals und stellten dabei dennoch alles auf den Prüfstand. Sie behielten die (ohnehin gute) Rahmengeschichte und einige Figurenzeichnungen in Zügen bei, modernisierten jedoch alles, passten es dem Zeitgeist an und unterfütterten insbesondere die Charaktere mit massig Graustufen. Erneut stieg Moore hier tief in seine Figuren und das Setting ein, durchleuchtete jeden Aspekt und holte aus jedem Winkel das Optimum heraus. Im Mix mit neuen Ideen, weiteren spannenden Figuren, einer sensationellen Präsentation und der episch angelegten Geschichte, die sich nach und nach entblätterte, wurde das neue Battlestar Galactica zu einer wahren SF-Oper, die bis zum Ende bei der Stange hielt. Wie so oft waren nicht alle Fans mit dem Ende zufrieden, doch klagte man hier ehrlicherweise auf höchstem Niveau. Den Autoren gelang ein emotional und inhaltlich mitreißender Schlussakkord, der insbesondere mit den vielen relevanten Fragen für unser eigenes Leben auf der Erde lange nachhallte.

Setting

Wir haben es in der Serie mit einer technisch hochentwickelten menschlichen Kultur zu tun. Den Rahmen bildet desweiteren ein Konflikt zwischen Menschen und Maschinen, den sogenannten Zylonen. Durch den Bruch des Friedensabkommens durch die Zylonen sterben Milliarden von Menschen. Die Überlebenden fliegen mit einer kleinen Flotte, angeführt durch den Kampfstern Galactica los, um nach einem geeigneten Ort für den Aufbau einer neuen Kolonie zu suchen ...

Player

Neben den ausgefeilten Charakteren kann die Serie auch mit erstklassigen Darstellern punkten. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang Edward James Olmos als Adama, James Callis als Baltar, Mary McDonnell als Roslin oder Jamie Bamber als Apollo zu nennen. Doch auch Katee Sackhoff (Starbuck), Tricia Helfer (Nummer Sechs), Michael Hogan (Tigh) oder Grace Park (Boomer) entwickelten sich schnell zu Fan-Favoriten.

Auf geht's!

Die Serie eignet sich sowohl für einen Rewatch als auch zum neu entdecken. Bis heute gehört das Reboot von Battlestar Galactica zum Feinsten, was das SF-Genre im TV je hervorgebracht hat. Unbedingt einschalten!

Und nun wünschen wir allen Zuschauern viel Vergnügen bei Battlestar Galactica auf SYFY.