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Battlestar Galactica: So war das früher auf dem Kampfstern

Anfang des Jahrtausends lieferte Ronald D. Moore eine Serie ab, die jahrelang die Genrefans in Atem hielt. Wir von SYFY zeigen euch die komplette Serie von 2003 ab 18. Mai bei uns im Programm. Heute schauen wir jedoch erst einmal zurück auf das Ur-Format, welches bereits in den 70er-Jahren in den USA auf Sendung ging und auch hierzulande viele Fans fand.

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von Björn Sülter

Am 18. Mai ist es endlich so weit: Dann kehrt Battlestar Galactica zurück zu SYFY!

Nach der Ausstrahlung von  Battlestar Galactica: Blood and Chrome am 16. Mai 2020 um 20.15 Uhr bei uns im Programm startet am Montag, dem 18. Mai 2020 um 15.25 Uhr das beliebte Reboot von 2003 der klassischen SF-Serie aus den 70er-Jahren.

Zunächst läuft am 18. und 19. Mai in je zwei 90-minütigen Specials die Miniserie. Am 20. Mai beginnt dann die Ausstrahlung der regulären Serie in Doppelfolgen. Am 10. Juli liefern wir euch sogar noch den Fernsehfilm Battlestar Galactica: The Plan nach.

Bevor wir jedoch im nächsten Teil dieser Artikelreihe voll in die neue Serie einsteigen werden, blicken wir heute noch einmal zurück, wie das Ganze damals begann, als Battlestar Galactica in Deutschland noch Kampfstern Galactica hieß.

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Auf ins all

Es war Erfolgsproduzent Glen A. Larson, der Ende der 70er-Jahre in den USA ein neues Science-Fiction-Konzept an Universal Pictures verkaufte. Larson hatte sich zu diesem Zeitpunkt beispielsweise mit dem beliebten Format Quincy einen Namen gemacht und wagte nun den Sprung ins Weltall.

Seine Serie Battlestar Galactica wurde hierzulande als Kampfstern Galactica vermarktet, was eine Parallele zu Star Trek und der deutschen Ausstrahlung als Raumschiff Enterprise darstellt.

Die 24 Episoden der ersten Staffel zeigte man in den USA vom 17. September 1978 bis zum 29. April 1979 auf ABC. An den Einschaltquoten gab es nicht wirklich etwas auszusetzen, aufgrund der hohen Produktionskosten entschied man sich aber dennich (vorerst) zur Beendigung der Serie.

Dabei hatte man mit Lorne Greene (als Adama), Richard Hatch (als Apollo), Dirk Benedict (als Starbuck) oder Herbert Jefferson Jr. (als Boomer) starke Hauptdarsteller im Cast. Dazu gesellten sich prominente Gäste wie Jane Seymour, Britt Ekland, Rick Springfield, Lloyd Bridges, Fred Astaire, Patrick Macnee oder Edward Mulhare.

Die Geschichte basierte auf der Prämisse, dass das menschliche Leben ursprünglich auf dem Planeten Kobol begonnen habe. Nach einem langen Krieg zwischen Menschen und der Roboter-Rasse der Zylonen war langsam Frieden in Sicht. Durch das Eingreifen Baltars scheitert dieser Plan jedoch. Der Kampfstern Galactica begab sich unter der Führung von Commander Adama mit einem Flüchtlingskonvoi auf die Suche nach der legendären 13. Kolonie, bei der es sich um den Planeten Erde handeln sollte...

In Deutschland bekam man von der Serie oder auch der schnellen Absetzung lange Zeit gar nichts mit: Die Erstausstrahlung fand genaugenommen erst vom 22. März bis 9. August 1989 auf RTL plus statt, wobei man aber mit der vierten Episode Der verlorene Planet der Götter (Lost Planet of the Gods) loslegte. Der Grund war simpel: Den dreiteiligen Pilotfilm Saga of a Star World hatten die Deutschen in seiner gekürzten Kinofassung als Kampfstern Galactica bereits im Oktober 1978 in den Kinos bewundern dürfen. Am 31. Januar 1981 wurde er zudem im Ersten (damals noch ARD) im linearen deutschsprachigen TV erstausgestrahlt.

Fast verrückt scheint es obendrauf, dass die ungekürzte Fernsehfassung des Pilotfilms Saga of a Star World erst am 9. November 2013 (versehen mit neuer Synchronisation) auf RTL Nitro das Licht der Welt erblickte; zumindest für deutsche Fans. Die Doppelfolge The living Legend hatte man zudem sehr lange gar nicht komplett in deutscher Sprache gesendet, sie erlebte aber als gekürzter Film unter dem Namen Mission Galactica – Angriff der Zylonen im August 1979 ihre deutsche Kinopremiere sowie am 4. Juli 1981 im Ersten ihre deutschsprachige TV-Erstausstrahlung. In ungekürzter Form kam es erst am 10. August (Teil 1) und 13. August 2018 (Teil 2) auf Tele 5 dazu. 

Doch kommen wir zurück zum Ende der Serie in den USA. Dieses Ende hielt nur bis Frühjahr 1980, als ABC mit Galactica 1980 eine neue Serie an den Start brachte. Diese zehn Episoden liefen von Januar bis Mai 1980 im US-TV. In Deutschland fand die Erstausstrahlung von August bis Oktober 1989 auf RTL plus statt. Der aus verschiedenen Episoden zusammengeschnittene Kinofilm Das Ende einer Odyssee: Galactica III kam bereits am 4. September 1981 in die Lichtspielhäuser und hatte am 23. Dezember 1985 im Ersten TV-Premiere gefeiert.

Die Handlung dieser zweiten Staffel setzte mit dem Auffinden der Erde ein. In dieser inhaltlichen Entscheidung lag auch eine produktionsbedingte. Man verzichtete für den abgespeckten Ableger nicht nur auf einen Großteil der Stammschauspieler, sondern sparte durch Szenen auf der Erde auch Tricktechnik ein. Das Budget war erheblich zusammengeschrumpft worden. Von vielen Fans werden diese zehn Episoden bis heute aus vielerlei Gründen abgelehnt.

zweites leben: filme, comics, bücher

Ein besonders komplexes Thema stellen die Kinofilme und diversen Neubearbeitungen der Ur-Serie dar. Diese hatte man nicht nur für den deutschen Kinomarkt neu geschnitten, teils neu synchronisiert und dann auch im TV gezeigt, auch in den USA behält man nur schwer den Überblick.

Relevant ist, dass man nach Einstellung der Serie alle Episoden der ersten Staffel neu zusammenschnitt, damit sie auf unabhängigen Fernsehstationen in Form von Fernsehfilmen laufen konnten. Auch der ursprüngliche Eröffnungsdreiteiler erhielt in diesem Zuge eine neue (dritte) Schnittfassung. Die Doppelfolgen ergänzte man beispielsweise um jeweils rund fünf Minuten (durch ehemals geschnittene Szenen) und erhielt auf diese Weise stimmige Fernsehfilme. Die Einzelfolgen schnitt man in Zweierblöcken, synchronisierte die Dialoge teilweise über und schuf somit eine kohärente Handlungsabfolge. Für den letzten Fernsehfilm (Kriegsgefahr) nahm man Szenen aus der Episode Das Geheimnis um Starbuck der Serie Galactica 1980 dazu und drehte sogar neues Filmmaterial, in dem ein Astronaut das Logbuch von Adama findet. Somit schilderte man die Handlung der Serie aus einer neuen Perspektive.

Schauspieler Richard Hatch schrieb zwischen 1987 und 2005 insgesamt sieben Spin-Off-Romane um die nächste Generation. Dabei ignorierte er die zehnteilige Ablegerserie Galactica 1980 weitestgehend. Seine Romane drehten sich um die Nachfahren der bekannten Helden sowie um Apollo und Athena, die Adama nach dessen Tod nachfolgten. Leider wurden die Romane bis heute noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Marvel Comics brachte zwischen Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre eine sehr kurzlebige Reihe basierend auf den Filmen auf den Markt. Weitere Versuche unternahmen Maximum Press (1995 bis 1997), Realm Press (1998 und 1999) und Dynamite Entertainment (2006 bis 2009). Von Dynamite Entertainment gab es obendrauf auch noch eine sehr düstere neuinterpretierte Version von Galactica 1980 sowie Comics zum Reboot von 2003.

Neben vielen Soundtrack-Releases und Hörspielen gibt es seit 2003 auch ein Spiel für die Xbox und PS2, das allerdings bei vielen Fans und Kritikern durchfiel.

Drittes Leben

Und dann ist da ja noch das ganz neue Reboot-Projekt unter der Führung von Produzent Sam Esmail (Mr. Robot) und Showrunner Michael Lesslie, das für den Streamingdienst Peacock entsteht. Peacock ist der neue Dienst von NBC Universal und soll ab Juli in den USA frei verfügbar werden. Was genau die Macher mit dieser weiteren Neuinterpretation vorhaben, dürfte für Fans der Ur-Serie wie auch des Reboots gleichermaßen spannend werden. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Doch verlassen wir damit die Vergangenheit (und die Zukunft).

In der nächsten Ausgabe kümmern wir uns dann um das grandiose Reboot zur Serie, welches von Ronald D. Moore und seinem Kollegen David Eick konzipiert wurde und ab 18. Mai 2020 auf SYFY zu sehen sein wird.

Freut euch also schon einmal auf eine neue Runde mit Adama, Apollo, Starbuck, Gaius Baltar, Nummer 6 und den vielen anderen beliebten Figuren.

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