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Björn Sülter im Interview mit startrek.de

Es gelang uns, den vielbeschäftigten Autor, Verleger, Medienjournalisten und Chefredakteur sowie Headwriter von SYFY.de ein halbes Stündchen von seinem Schreibtisch weg zu locken. Die Rede ist von Björn Sülter, 43 Jahre jung, geborener Berliner, glücklich verheiratet, Vater einer Tochter und freiwillig in den hohen Norden gezogen um mit seiner Famile, Pferden, Hunden und einer Katze auf einer Ranch bei Kiel zu leben.

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Björn, mein Lieber, schön dass Du Zeit gefunden hast! Wir haben uns glaube ich 2018 auf der Destination Star Trek Germany in Dortmund persönlich kennengelert. Du hast damals noch an deinem Sachbuch Es lebe Star Trek geschrieben und mit Mike Hillenbrand zusammen die SYFY-Fan-Bühne gerockt. Seitdem ist viel passiert. Magst Du uns ein bisschen darüber erzählen?

Du hast Recht, die letzten Jahre kommen mir im Rückblick extrem wild vor. (lacht) Mike holte mich ja zu Beginn des Jahres 2018, noch während ich Es lebe Star Trek schrieb, als Verlagsleiter zu in Farbe und Bunt und als Chefredakteur zum Corona Magazine. Es folgte dann die Veröffentlichung des Buches im August, meine Romanreihe Beyond Berlin, die Jugendbuchreihe Ein Fall für die Patchwork Kids, Jobs als Hörbuchsprecher (zum Beispiel für Q sind herzlich ausgeladen) und einiges mehr. Ende 2019 wurde Es lebe Star Trek mit dem Deutschen Phantastik Preis als Bestes Sekundärwerk ausgezeichnet. Eine tolle Ehre! Der Pokal hat einen Ehrenplatz auf unserer Vitrine im Wohnzimmer bekommen. Anfang 2020 übernahm ich den Verlag und das Corona Magazine dann komplett von Mike. Außerdem wurde ich Mit-Herausgeber und Chefredakteur des Printmagazins TV-Klassiker und begann gemeinsam mit den lieben Kollegen Prahl und Walch die Arbeit an der neuen Reihe Die Star-Trek-Chronik, die Ende Mai erschienen ist und im ersten Teil auf 536 Seiten Star Trek: Enterprise behandelt. Dazu gab es eine Menge Cons, Messen, meine Podcasts. Ja, die letzten Jahre herrschte viel Trubel in meinem Leben.

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Du hast erwähnt, dass du den Verlag in Farbe und Bunt übernommen hast. Seither brummt es, was die Veröffentlichungen betrifft. Was ist gerade aktuell und auf was können wir uns freuen?

Das alles ist eigentlich "nur" das Ergebnis der harten Arbeit in den letzten Jahren. Ich wollte das Profil des Verlags schärfen und neue Wege gehen. Sowas passiert nicht über Nacht. Aber wir sind am Ball geblieben und befinden uns trotz Corona-Krise auf einem guten Weg. Mit Christian Humbergs Gotham Noir, Ralph Sanders Der kleine Trekkie, den Sachbüchern Es lebe Captain Future, Es lebe Star Wars, der neuen Star-Trek-Chronik oder auch unseren tollen Fortsetzungsromanen sowie den anderen Verlagshighlights um Das Arschlochpferd oder Sherman´s End haben wir viele spannende Veröffentlichungen am Start und bedienen ein breites Spektrum für Jung und Alt und auch über die Phantastik hinaus. Im Schnitt kommen aktuell drei Neuerscheinungen im Monat quer durch alle Bereiche (Hörbücher, Magazine, Bücher) heraus und wir haben noch viele Ideen und Projekte in der Pipeline. Es wird sicher nicht langweilig!

Bpw

Thema Termine, es sieht für Conventions nicht gerade gut aus zur Zeit. Was meinst Du, wo geht die Reise hin? Siehst Du dich dieses Jahr noch auf einer Bühne mit über tausend Zuhörern?

Eine gute Frage. Schaut man sich den aktuellen Verlauf in Deutschland an, ist es sicher nicht unmöglich, ab September wieder derartige Termine wahrzunehmen. Ich persönlich würde zumindest meine geplanten Besuche der Space Days in Darmstadt, der Destination Star Trek Germany in Dortmund und der FedCon in Bonn dieses Jahr sehr gerne noch wahrnehmen. Auf der Destination wäre ich ja mit dem Verlagsstand und einigen Autoren dabei und würde zudem noch mit Benjamin Stöwe die Fanstage rocken. Auf der FedCon wäre ich ebenfalls mit Verlag und Kolleginnen/Kollegen dabei und hätte über die Tage verteilt an die zehn Panels und Lesungen sowie einen Live-Podcast. Sollten beide wirklich am gleichen Wochenende stattfinden, würde das bedeuten, dass ich zwei Veranstaltungen parallel an einem Wochenende mache. Das könnte interessant werden. Wenn die Pandemie-Lage es jedoch nicht hergibt, werden wir das alle akzeptieren und uns auf 2021 freuen müssen.

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Lass uns noch kurz über die Zukunft des Star-Trek-Franchise sprechen. Die neuen Serien, sei es Discovery oder Picard haben ihre Zielgruppe gefunden, weitere sind in der Planung. Wirds gerade zu viel oder kann man nicht genug davon haben?

Ach, für mich kann es nicht zu viel Star Trek geben. Letztlich ist der aktuelle Kurs ja auch ein wenig darauf angelegt, jedem etwas zu geben, was ihm oder ihr gefällt. Nicht jeder muss alles mögen. Wenn man das Ganze etwas lockerer sieht, kann man viel mehr Spaß daran haben. Ich freue mich beispielsweise sehr auf Lower Decks, weil das Konzept frisch und witzig klingt. Auch Strange New Worlds könnte eine schöne Abenteuershow werden. Pike, Spock und Number One haben mir in Discovery schon sehr gut gefallen. Und auf die neuen Staffeln von Discovery und Picard bin ich ebenfalls gespannt, wie auch auf die Nickeloden-Show oder potenzielle Filme. Es sind tolle Zeiten für uns Trekkies!

Ifubk

Dann würde ich sagen: Sattel die Pferde, wir wollten noch ne Runde durch die norddeutsche Tiefebene reiten. Ich kanns kaum erwarten - is ja fast so wie bei Star Trek Generations, nur diesmal reitet der alte dem jungen Captain hinterher...

Wie, ich soll dir hinterherreiten? Du kennst dich hier doch gar nicht aus ... (lacht) Nein Gerhard, so jung wie du aussiehst, war ich nie!

Nein, du warst jünger!

Punkt für dich!

Danke für das Gespräch, Björn!

Danke dir, Gerhard!

Fotos von David Knospe, Verlag in Farbe und Bunt und startrek.de.

1994s Star Trek Generations Photofest H 2019