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Captain Future, Capitan Futuro & Faris al-Fadha’a: Das Franchise in anderen Ländern - Teil 2

Nachdem wir im ersten Teil dieses Artikels erfahren haben, wie und wann Captain Future nach Frankreich, Südamerika und Spanien gekommen ist, wenden wir uns im zweiten Teil den weiteren Ländern zu, in denen unser Lieblings-Captain ebenfalls zumindest einigen Fans ein Begriff sein dürfte.

Captain Future S01 Epi031

von Reinhard Prahl und Thorsten Walch (Autoren von "Es lebe Captain Future - 40 Jahre Kult in Deutschland")

Capitan Futuro in italiano

Auch den Weg nach Italien fand unser Held, der hier – sprachlich ähnlich wie in der spanischen Version – Capitan Futuro heißt und dort auf Raiuno, Italia 1 und Italia 7 gezeigt wurde.

Das Titellied war hier eine Übersetzung des latino-spanischen Eröffnungssongs, wurde in der italienischen Fassung allerdings nicht von einem einzelnen Sänger, sondern den Sängerinnen der auf TV-Songs spezialisierten Gruppe Micronauti im Stil damals gängiger Italo-Disco-Stücke interpretiert und kam in einem schnelleren Tempo daher als Capitán Memos spanischsprachiges Original.

Die in den frühen 80er Jahren entstandene italienische Version wurde übrigens auch in der italienischen Schweiz gezeigt.

Saverio Moriones (geb. 1943), der »Capitan Futuro« darin sprach, ist einer der bekanntesten und auch vielseitigsten italienischen Synchronsprecher. Die Hollywoodstars, denen er seine Stimme lieh, reichen von Jon Voight über Actionstar Danny Trejo bis hin zu »Sarek«-Darsteller James Frain aus Star Trek: Discovery im Historienfilm Elizabeth. Im italienischen Fernsehen lieh er Dwight Schultz in Das A-Team die Stimme sowie „MacGyver“ Richard Dean Anderson. Außerdem synchronisierte er Krimi-Star Claus Theo Gärtner in der italienischen Version der Serie Ein Fall für Zwei (!!!).

Monica Gravina (geb. 1959), in Italien auch als Schauspielerin bekannt (unter anderem neben Terence Hill in der Neuverfilmung von Don Camillo) übernahm den Sprachpart der Joan Landor. Ansonsten ist sie unter vielem anderem die italienische Stimme von Linda Blair, Naomi Watts und Kim Cattrall.

Besondere Ehre wurde Grag, im italienischen »Greg«, zuteil: Sein Sprecher Marcello Mandó (1933-2002) war auch der Sprecher des weisen Meister Yoda in den italienischen Fassungen von Star Wars: Episode I und Episode II.

Der überaus stimmbegabte Giulio Platone (1932-2003) hingegen sprach den kleinen Ken Scott, was ihm vermutlich einige Anstrengung abverlangt haben dürfte. Danach war er unter anderem die italienische Stimme von Ferengi Quark in Star Trek: Deep Space Nine.

Auch in Italien wurde Capitan Futuro für das Heimkino veröffentlicht.

Keine große Beachtung: DER Captainin den USA

Über dem großen Teich in den Vereinigten Staaten wurde Captain Future ausgerechnet im Herkunftsland seines Schöpfers Edmond Hamilton kein sonderlicher Erfolg: Die synchronisierte Version ist dort heute bestenfalls noch in entsprechenden Insider-Kreisen bekannt, leider ließen sich die Namen der jeweiligen Sprecher nach der langen Zeit nicht mehr ermitteln.

Einer der Gründe für den mangelnden Erfolg war sicherlich die Tatsache, dass es die Serie gar nicht erst in das US-Fernsehen schaffte. Lediglich die zweite Gesamtgeschichte (deutscher Titel Die Zeitmaschine) wurde in den frühen 80er Jahren vom Label ZIV International in synchronisierter Fassung in mehreren Teilen auf VHS-Cassette unter dem Titel The Adventures Of Captain Future veröffentlicht und sprach vermutlich die damals noch im Aufkommen begriffene Anime- und Manga-Fanszene in den USA an. In den späten 80er Jahre folgte noch eine synchronisierte Version der ersten Gesamtgeschichte Der Herrscher von Megara durch die Fernsehgesellschaft Harmony Gold nach, die als TV-Film vermarktet und ausgestrahlt wurde. Für diese wurde ein Teil der Charakternamen geändert, was angeblich aus rechtlichen Gründen geschah. Die insgesamt acht Einzelepisoden in englischer Fassung erhielten einen eigenen Soundtrack vom Komponisten Mark Mercury, der eine zumindest stilistisch leicht an die Musik von Christian Bruhn erinnernde instrumentale Titelmelodie dafür komponierte.

Während sich die japanische Fassung der Serie in der mittlerweile immens angewachsenen Anime- und Manga-Szene auch der USA bis heute anhaltender Beliebtheit erfreut, verschwand die synchronisierte Fassung fast komplett in der Versenkung und ist bis dato auch nicht auf DVD oder BluRay erhältlich.

Der „Ritter des Weltraums“

Anders hingegen sah es im arabischen Sprachraum aus, wo man Captain Future seit den 80er- Jahren ebenfalls kannte. Leider lässt sich auch über die Sprecher der arabischen Sprachfassung und die Hintergründe der Entstehung der arabischen Version nichts mehr ermitteln, doch ist es eine Tatsache, dass die Serie unter dem Titel Faris al-Fadha'a, übersetzt Ritter des Weltraums in den 80er-Jahren in mehreren arabischsprachigen Ländern zu sehen war und dort teilweise auch mehrmals wiederholt wurde. Auch hier erhielt sie einen eigenen Soundtrack, dessen Komponist ebenfalls unbekannt ist. Das Titellied hingegen war eine dritte Version des Songs von Capitán Memo aus der spanischen Fassung, in diesem Fall natürlich in arabischer Sprache in überaus schmissiger Weise von einem Frauenchor gesungen. Ebenso wenig bekannt ist auch, ob eine Veröffentlichung dieser arabischen Version auf DVD oder BluRay vorliegt.

Man sieht also: Obwohl Captain Future auch in anderen Ländern je nachdem einmal mehr, einmal weniger Beachtung gefunden hat, darf es als unumstößlicher Fakt gelten, dass sie trotz aller Beliebtheit nirgendwo sonst einen ähnlichen, bis heute andauernden Kultstatus erfahren hat wie hier bei uns in Deutschland, nicht einmal in ihrem Herkunftsland Japan, wo sie trotz ihrer Qualitäten immer eine Reihe unter vielen anderen blieb. Fly on, Captain! Freuen wir uns auf das Weihnachtsgeschenk von SYFY!

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Captain Future K E Y 16 9 N O T T