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Captain Future: Die deutschen Stimmen

Einen wichtigen Teil bei Captain Future stellen für die Fans in Deutschland die wunderbaren Sprecher dar, die den Figuren Leben eingehaucht haben. Wir reisen für euch durch die Synchronisationsgeschichte der Reihe.

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von Reinhard Prahl und Thorsten Walch (Autoren von "Es lebe Captain Future - 40 Jahre Kult in Deutschland")

Die Sprecherriege, die man vor über 40 Jahren bei der damals wie heute renommierten Synchronfirma Arena für de deutsche Fassung von Captain Future heranzog, konnte sich mehr als sehen – beziehungsweise hören - lassen. Sie bestand aus einer Reihe von teilweise auch als Schauspielern bekannten Sprechern, deren Stimmen man aus vielen Synchronfassungen ausländischer Filme kannte,darunter auch mehrere aus dem Bereich der Fantastik.Gleich zwei von ihnen hatten gar zu den Hautdarstellern der bekanntesten deutschen Science-Fiction-Serie überhaupt gehört, aber dazu später mehr.

Den Anfang als Captain Future machte Hans-Jürgen Dittberner (geboren 1945). Der Berliner Schauspieler (der in deutschen Serien wie Die Koblanks oder Die Paulskirche mitwirkte) hatte bereits Star-Wars-Star Harrison Ford bei dessen Auftritt im Film American Graffiti gesprochen und war ferner als deutsche Stimme von »Superman« Christopher Reeve ab dem ersten Film von 1978 zu hören gewesen. Dittberners bekannteste Synchro-Rolle wurde kurz nach Captain Future die des Robert »Bobby« Ewing (Patrick Duffy) in der mega-erfolgreichen Seifenoper Dallas, die er auch in den beiden Fortsetzungsversuchen der Serie übernahm. Für Sci-Fi-Fans jedoch ist und bleibt er bis heute die Stimme des Captains.

Anita Kupsch (geb. 1940) lieh Weltraumpolizistin Joan Landor (in der Originalfassung übrigens Randall) ihre Stimme. Anita Kupsch war in dieser Zeit nicht nur als Synchronsprecherin von Filmstars wie Goldie Hawn oder Liza Minelli bekannt, sondern auch als in dieser Zeit vorwiegend für das Fernsehen tätige Schauspielerin etwa in der Serienadaption von Hans Falladas Roman Ein Mann will nach oben. Ab 1986 erhielt sie als Arzthelferin Gabi Köhler eine der Hauptrollen in der ARD-Vorabendserie Praxis Bülowbogen.

Wolfgang Völz (1930 bis 2018) war in der Rolle des wandelbaren Androiden Otto zu hören, der in der Originalversion eigentlich »Otho« hieß. Völz war nicht nur einer der bekanntesten Synchronsprecher der damaligen Zeit und lieh Filmstars wie Walter Matthau und Sir Peter Ustinov sein unverwechselbares Organ, sondern war auch in einer Vielzahl von Filmen ab den 50er-Jahren vorwiegend in komödiantischen Rollen zu sehen. Zumindest für deutsche Science-Fiction-Fans wird er jedoch auf ewig der schneidige Armierungsoffizier Leutnant Mario de Monti aus den lediglich sieben Episoden von Raumpatrouille: Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion bleiben, in denen er 1966 zu sehen war. Ab 1991 war er auch die Stimme des vom Autoren Walter Moers erdachten Seebären Käpt’n Blaubär, den er sowohl bei dessen ersten Auftritten in der Sendung mit der Maus als auch den späteren eigenen Fernsehserien und einem Kinofilm stimmlich intonierte.

F.G. (Friedrich Georg) Beckhaus (geb. 1927) erhielt den leicht blechern verfremdeten Sprachpart des Roboters Grag. Er ist Sci-Fi-Fans ein ebensolcher Begriff wie sein Kollege Wolfgang Völz, da auch er 1966 als Astrogator Leutnant Atan Shubashi zur Besatzung des Schnellen Raumkreuzers Orion in Raumpatrouille gehörte. Als Schauspieler spielte der Mann mit der einprägsamen Stimme häufig eher zwielichtige Rollen etwa in den beiden Edgar-Wallace-Verfilmungen Das Rätsel der roten Orchidee und Das Gasthaus an der Themse, in späteren Jahren sah man ihn häufig im Fernsehen, unter vielem anderen in Episoden beliebter Serien wie Derrick, Der Alte oder auch Hessische Geschichten. Als Synchronsprecher wurde er die Stammstimme für Harry Dean Stanton und Robert Duvall.

Sven Plate (Jahrgang 1966), damals 13 Jahre alt, lieh dem kleinen Ken Scott seine Stimme. Der jüngere Bruder von Schauspielerin Christina Plate verlegte sich vorwiegend auf Hörspiele und Synchronrollen und nicht auf Auftritte in Filmen oder Fernsehserien. Seine bekannteste Synchronrolle wurde die des Wesley »Wes« Crusher in Star Trek: The Next Generation. Auch über die Serie hinaus wurde er der Stammsprecher für Wesley-Darsteller Will Wheaton. Seit 1996 ist er auch als deutsche Stimme des berühmten Cartoon-Hasen Bugs Bunny zu hören.

Jochen Schröder (geb. 1927) ist die stimmliche Verkörperung des berühmten »fliegenden Gehirns« Professor Simon Wright. Auch ihn kennt man trotz Filmauftritten in der Edgar-Wallace-Verfilmung Der Bucklige von Soho oder neben Heinz Erhardt in Unser Willi ist der Beste sowie verschiedenen deutschen Fernsehserien vorwiegend als Synchronsprecher. Bis zuletzt 2018 lieh er James Cromwell seine Stimme, ferner hört man ihn in der deutschen Fassung aus dem Munde von Robert Loggia oder Dick van Dyke. Eine seiner bekanntesten Synchronrollen hingegen war die des Papa John Walton in der berühmten gleichnamigen Familienserie Die Waltons.

Michael Chevalier (1933 bis 2006) ist als Chef der Planetenpolizei, Ezella Garnie zu hören (der leicht abgewandelt wurde und in der Originalfassung Ezra Gourney lautet). Chevalier war als Schauspieler in Filmen wie den beiden Edgar-Wallace-Adaptionen Der Zinker und Neues vom Hexer und TV-Serien wie Manni, der Libero und Mandara zu sehen. Als Synchronsprecher hörte man seine charakteristische Stimme häufig als Stammsprecher von Actionstar Charles Bronson sowie den Schauspielern Oliver Reed, Omar Sharif oder auch Richard Harris.

Horst Schön (1926 bis 2020), der in DEFA-Filmproduktionen wie Geschwader Fledermaus oder Osceola als Schauspieler mitgewirkt hatte und nach seiner Umsiedelung in die BRD auch als Synchronsprecher arbeitete, übernahm die Stimmrolle von Präsident James Cashew (im Original Carthew), der dem Vereinten Sonnensystem vorsteht. Ferner war Horst Schön auch bei mehreren Gelegenheiten die deutsche Stimme für Comedy-Ass Leslie Nielsen sowie den sterbenden Anakin Skywalker am Ende von Die Rückkehr der Jedi-Ritter.

Helmut Krauss (1941 bis 2019) fungierte, wie bei vielen japanischen Zeichentrickserien üblich, als Erzähler und Kommentator, der die Rückblicke und auch Einführungen in den Episoden sprach. Als Schauspieler war Helmut Krauss ein Star im Kinderfernsehen, der in der Serie Löwenzahn Peter Lustigs Nachbarn Hermann Paschulke spielte. Als Sprecher war er unter anderem als der gesichtslose imperiale Kommentator im allerersten Star-Wars-Film zu hören, der die Zeit bis zur Angriffsreichweite verkündigte, sowie die deutsche Stimme von Rocky Balboas Gegnern Clubber Lang und Ivan Drago im dritten und vierten Film der Reihe.

Gert Günther Hoffmann (1929 bis 1997) schließlich gehört die bei Science-Fiction-Fans wohlbekannte schneidige Stimme, die zu Beginn jeder Folge während des Einsatzes der Filmmusik energisch »CAPTAIN FUTURE!« sagt. G.G. Hoffmann, wie er gern abgekürzt wurde, ist die Stimme des anderen berühmten Science-Fiction-Captains der Fernsehgeschichte, James T. Kirk aus Star Trek – somit verhilft ein Captain dem anderen zum Start in seine Abenteuer. Ansonsten war Hoffmann die deutsche Stimme von Stars wie Sean Connery, Lex Barker oder bisweilen auch Kirk Douglas und Clint Eastwood.

Auch wenn ein Teil der beliebten Sprecherriege aus Captain Future leider mittlerweile nicht mehr am Leben ist und in den Hörbuch-Fortsetzungen der Serien Nachfolger erhielt, werden wir die Original-Stimmen während der Feiertage in der Wiederholung von Captain Future bei SYFY wieder hören können. Wir freuen uns darauf!

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Captain Future K E Y 16 9 N O T T