News | 38 Monate

Carrie Fisher - Die Welt nimmt Abschied

Leider erreicht uns kurz nach Weihnachten eine besonders traurige Nachricht: Gestern ist die US-amerikanische Schauspielerin Carrie Fisher verstorben. Die Welt nimmt Abschied.

Leia Star Wars Episode Vii 0

Carrie Fisher, die durch ihre Rolle als Prinzessin Leia Organa in der Star-Wars-Saga weltweit berühmt wurde, ist am 27. Dezember 2016 an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Den hatte sie vier Tage zuvor auf einem Flug von London nach Los Angeles erlitten. Sie wurde 60 Jahre alt.

Ihre ungewöhnliche Karriere war von Höhen und Tiefen geprägt, in den letzten Jahren stand sie dank der Rückkehr in ihre ikonische Rolle in Star Wars: Das Erwachen der Macht wieder im Rampenlicht.

Mit ihrer extrovertierten Art, ihrem zynischer Humor und scharfsinnigen Bemerkungen schockierte sie regelmäßig die Schickeria von Hollywood und sprach das aus, was andere sich niemals getraut hätten.

Fisher wurde am 21. Oktober 1956 als Tochter von Schauspielerin Debbie Reynolds und dem Sänger und Entertainer Eddie Fisher in die glamouröse Welt Hollywoods geboren. Schon als Zweijährige erfuhr sie die Schattenseiten des Ruhms, als sich ihre Eltern nach einer Affäre ihres Vaters mit Elizabeth Taylor scheiden ließen und damit für einen großen Skandal sorgten.

Obwohl es nie ihre Absicht gewesen war, selbst vor die Kamera zu treten, gab sie im Alter von 17 Jahren ihr Kinodebüt in Shampoo an der Seite von Warren Beatty, Julie Christie und Goldie Hawn. Mit Star Wars folgte 1977 der weltweite Durchbruch, nach dem Ende der ersten Trilogie im Jahr 1983 war sie weiterhin in zahlreichen Filmen zu sehen, u.a. Blues Brothers (1980), Harry und Sally (1989), Lieblingsfeinde – Eine Seifenoper (1991) oder Scream 3 (2000). Aktuell spielte sie auch in der britischen Sitcom Catastrophe (seit 2015) mit. Mit diesen Rollen erreichte sie jedoch nicht die Popularität von Prinzessin Leia, einer Figur, die sie ein Leben lang im Guten wie im Schlechten begleiten sollte.

Leia wurde zur weiblichen Identifikationsfigur einer ganzen Generation und die Kluft, die sich zwischen ihrer idealisierten Darstellung und der Schauspielerin, die sie verkörperte, öffnete, prägte auch Carrie Fisher.

Darauf aufbauend folgte Fishers Karriere als Autorin. Ihr Roman Grüße aus Hollywood wurde 1990 mit Meryl Streep und Shirley McLaine verfilmt, ihre Autobiografie Wishful Drinking folgte 2010 als Dokumentation. In ihren Büchern verarbeitete sie ihre Suchtprobleme und die gnadenlose Maschinerie des Filmgeschäfts. Auch machte sie 2008 ihre bipolare Störung öffentlich und kämpfte fortan gegen die Vorurteile, unter denen die Betroffenen dieser Krankheit leiden. In ihrem neusten Buch The Princess Diarist (2016) enthüllte sie, während den Dreharbeiten für den ersten Star Wars-Film eine Affäre mit ihrem Co-Star Harrison Ford geführt zu haben.

Anfang 2016 stand sie für Star Wars: Episode VIII vor der Kamera. Der Film kommt Weihnachten 2017 in die Kinos. Die Dokumentation Bright Lights: Starring Carrie Fisher and Debbie Reynolds wird im März 2017 bei HBO ausgestrahlt.

Carrie Fisher hinterlässt ihre Tochter Billie Lourd, ihre Mutter Debbie Reynolds, ihren Bruder Todd - und Millionen Fans.

Auch für die Star Wars-Familie ist Carrie Fisher's Tod ein schwerer Verlust. Laut dem Hollywood Reporter äußerte sich Harrison Ford, der in seiner Rolle als Han Solo in der Star Wars-Franchise Fisher's Partner spielt, zur Nachricht wie folgt:

"Carrie war einzigartig...brilliant, authentisch. Lustig und emotional unerschrocken. Sie lebte ihr Leben mit Bravour. Meine Gedanken sind bei ihrer Tochter Billie, ihrer Mutter Debbie, ihrem Bruder Todd und ihren vielen Freunden. Wir werden sie alle vermissen."

Auch George Lucas, der die Star Wars-Saga ins Leben gerufen hat, sagte:

"Carrie und ich sind den größten Teil unseres Erwachsenenlebens Freunde gewesen. Sie war unglaublich klug; eine talentierte Schauspielerin, Autorin und Komödiantin mit einer ausdrucksstarken Persönlichkeit, die jeder an ihr liebte. In Star Wars war sie uns eine starke und großartige Prinzessin: Lebhaft, waise und voller Hoffnung verkörperte sie eine Rolle, die sehr viel komplexer war, als die meisten Menschen es vielleicht dachten. Mein Herz und meine Gedanken sind bei Billie, Debbie und Carrie's Familie, Freunde und Fans. Sie wird jedem fehlen."

Regisseur Steven Spielberg ehrte sie im Star Wars-Stil:

"Ich habe schon immer Carrie bewundert. Ihre Beobachtungen brachten mich immer gleichzeitig zum Lachen und zum Staunen. Sie brauchte die Macht nicht. Sie hatte die Macht der Natur, Loyalität und Freundschaft an ihrer Seite. Ich werde sie sehr vermissen."

Auch die beiden weiblichen Hauptrollen der jünsten Star Wars-Filme meldeten sich zu Wort. Daisy Ridley, die in Star Wars: Das Erwachen der Macht die taffe Rey spielt, verkündete:

"Am Boden zerstört nach diesem riesigen Verlust. Wie glücklich wir uns nur alle schätzen können, sie gekannt zu haben und wie furchtbar es ist, jetzt Abschied nehmen zu müssen."

Felicity Jones, die im aktuellen Star Wars-Spin-Off Rogue One die Hauptrolle der Jyn Erso inne und die legendäre Schauspielerin nie getroffen hat, schließt sich den Trauermeldungen folgendermaßen an:

"So furchtbare Neuigkeiten. Ich habe niemals Carrie kennengelernt, doch die ganze Zeit von ihrem scharfsinning Humor gehört. Ihr einzigartiger Geist wird uns allen fehlen."

Was könnte Carrie Fisher auf diese mit Liebe gefüllten Trauermeldungen antworten, wenn es ihr möglich wäre? Da scheint für alle Star Wars-Fans vermutlich nur Han Solo's berühmte Textzeile angebracht zu sein: "Ich weiß.". 

Quelle: Robots & Dragons