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Darum freuen wir uns so sehr auf die neue Marvel-Serie Runaways

Die Welt von Marvel und DC Comics wird dieses und auch nächstes Jahr weiter in unsere Fernseher expandieren. Beide Unternehmen bringen diverse neue Serien heraus oder haben eben das gerade erst getan. Aber unter all den Neuveröffentlichungen gibt es eine, die besonders heraussticht: Marvel's Runaways.

ACHTUNG SPOILER!

Marvels "Runaways"

In der neuen Serie geht es um die aktuell neuesten Charaktere aus dem Marvel-Universum, die genau deswegen auch die bisher wahrscheinlich wichtigsten sein werden.

Runaways feierte 2003 sein Debut. Das von Brian K. Vaughan und Adrian Alphona (mit Christina Strain und C.B. Cebulski) geschaffene Comicbuch wurde als Teil eines neuen Hefts namens Tsunami kreiert, das sich direkt an Leser im Teenager-Alter richten sollte. Während das Heft an sich nicht überlebt hat, wurde Runaways von den Fans sehr positiv aufgenommen. Besonders die vielfältigen Hauptcharaktere im Teenageralter brachten eine nötige Abwechslung in das Superhelden-Genre: Sechs Jugendliche treffen sich auf der jährlichen Wohltätigkeitsveranstaltung ihrer Eltern und müssen feststellen, dass ihre Eltern in Wirklichkeit der kriminellen Vereinigung „The Pride“ angehören. Diese Entdeckung führt dazu, dass die Kinder von Zuhause weglaufen.

Die erste Comicbuch Ausgabe von Runaways

Ein einfaches und sehr unterhaltsames Konzept. Als Alex Wilder, ein hochbegabter Teenager und später unfreiwilliger Anführer des Teams, seine Eltern zum ersten Mal in dem farbenfrohen Gewand von „The Pride“ sieht, denkt er als erstes, sie wären alle Superhelden. Diese jugendliche Naivität schlägt jedoch schnell um, als er einen unwiderruflichen Beweis dafür beobachten muss, dass die Erwachsenen nicht auf der guten Seite stehen. Dieser Umschwung von kindlicher Verehrung zu totaler Abneigung der Eltern ist ein Prozess, den die meisten Jugendlichen durchleben und sich daher damit sofort identifizieren können – auch, wenn die meisten Eltern nicht wirklich Superschurken sind.

Die Hauptcharaktere sind sehr unterschiedlich und repräsentieren viele verschiedene Typen, was sonst in Superhelden-Filmen nicht so oft der Fall ist. Die Protagonisten sind Alex Wilder, ein junger schwarzer Stratege (und Sohn des angeblichen Anführers von “The Pride”); Nico Minoru, eine japanische Hexe, die später die Gruppe der Runaways anleitet; Karolina Dean, ein weiblicher Alien, die etwa zeitgleich mit ihren Superkräften entdeckt, dass sie lesbisch ist; Gertrude Yorkes, deren zeitreisende Eltern ihr einen Velociraptor geschenkt haben, mit dem sie telepathisch verbunden ist; Chase Stein, dessen Eltern geniale Erfinder waren und ihm ihre Attitüde, jedoch nicht ihre geistigen Fähigkeiten vererbt haben; und Molly Hayes (Die fürs Fernsehen Molly Hernandez genannt wird), das jüngste und naivste Mitglied der Gruppe, die jedoch dank ihrer Mutanten-Gene die körperlich Stärkste der Runaways ist.

Allein die Zusammensetzung dieser Gruppe - vier verschiedene Herkunfts-Hintergründe und eine weibliche Mehrheit – ist ein Meilenstein für das Superhelden-Genre. Es gab zwar immer wieder Versuche, die Charaktere und Teams bunter zu gestalten, wie zum Beispiel das Secret Warriors Team, das in der Serie "Agents of S.H.I.E.L.D." von Daisy Johnson (gespielt von der asiatisch-amerikanischen Schauspielerin Chloe Bennet) angeführt wird.

Die Suche nach der eigenen Identität gepaart mit der Realisation, dass die Menschen, die eigentlich auf einen aufpassen sollen, nicht die sind, für die wir sie halten, sind Themen, zu denen nicht nur Kinder und Jugendliche einen Bezug haben.

Brian K. Vaughan ist als Berater Teil der Produktion und hat mehrfach geäußert, wie gelungen er die Comic-Adaption fürs Fernsehen findet. Auch die Lebensläufe der weiteren Hauptverantwortlichen der Serie sind sehr vielversprechend: Josh Schwartz und Stephanie Savage haben unter anderem an ChuckThe O.C., und Gossip Girl mitgearbeitet. Sie kennen Teenager und Schwartz konnte in Chuck auch einige Erfahrung in einem anderen Genre sammeln.

So ziemlich alles sieht also nach einem Erfolg für Runaways aus. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie besonders das Comic war, als es auf den Markt kam. Es fing das Feeling von X-Men oder Teen Titans ein und hat gleichzeitig etwas komplett Neues geschaffen: Es hat die Kinder echt werden lassen. Diese Kinder sind nicht zu Superhelden erzogen worden. Sie sind einfach nur normale Teenager, deren Motivation ihre eigenen Erlebnisse sind und nicht ihre Verpflichtung als Superhelden. Sie verlieben sich und verlieren, werden verraten und unterstützt. So wird auf eine ganz einzigartige Art und Weise das Gefühl eingefangen von dem Tag, an dem man als Kind realisiert, dass die eigenen Eltern keine Superhelden sind – aber auch, wie sie es trotz dieser Erleuchtung irgendwie noch sein können. Es ist schwierig die Serie mit anderen zu vergleichen, weil es tatsächlich noch nichts Derartiges bisher gibt.

Hoffentlich wird auch die TV-Version diesen Fußstapfen folgen. Mit diesen Grundvoraussetzungen sieht das schon mal sehr gut aus. Runaways ist für viele Menschen eine sehr besondere Serie. Wenn es auch nur ein bisschen der Schönheit, Freude, Trauer, des Verrats und der Spannung einfangen kann, die das Comicbuch beinhaltet, werden Superhelden-Fans eine Menge Spaß damit haben.

Marvel's Runaways läuft ab dem 9. Mai immer mittwochs um 21 Uhr auf SYFY


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