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DC FanDome: Der Comicverlag und Warner wagen die Reise ins Ungewisse - Teil 1: Wonder Woman, Batman & Suicide Squad

Hat DC einen Plan, was sein künftiges erzählerisches Film- und Fernseh-Universum angeht? Wahrscheinlich nicht, wenn man nach dem 12-Stunden-Event DC FanDome geht. Aber vielleicht ist das auch gut so. Im ersten Teil unserer zweiteiligen Reihe befassen wir uns mit News zu Wonder Woman, Batman & Suicide Squad.

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von Stefan Turiak

Während Marvel schon mehrere Jahre fleißig an seinem Cinematic-Universe bastelte, stolperte DC leider mit ein paar Jahren Verspätung hinterher. DC-Comicadaptionen ließen in den 80ern bis zu den 90ern mit Superman- und Batman-Verfilmungen sehr erfolgreich die Kinoklassen klingeln und ein Zack Snyder konnte sich mit seiner Interpretation dieser Helden immerhin eine größere Fan-Nische erarbeiten. Ein breitflächiger Erfolg wie beim Comic-Konkurrenten wollte sich jedoch partout nicht einstellen.

Mit dem 2019er Erfolg des düster und depressiv anmutenden Joker könnte sich aber vieles ändern. Schließlich bewies der Film, dass das Publikum weiterhin Comic-Verfilmungen offen gegenübersteht, die nicht direkt mit einem größeren erzählerischen Universum verknüpft sind – auch wenn der Film sicherlich nicht mit Anspielungen auf die Batman-Figur und dessen Ursprünge geizte. Diese Lektion scheinen DC und Warner Bros. Entertainment langsam zu verinnerlichen. Das ließ kürzlich zumindest die zwölfstündige digitale Fanveranstaltung DC FanDome vermuten, in der das gesamte zukünftige Portfolio vorgestellt wurde.

Komödiantin Aisha Tyler moderierte das Event, das sich unter anderem mit den Videospielen Gotham Knights und Suicide Squad: Kill the justice League beschäftigte. Während Ersteres versucht, sich ein Gotham nach dem Ableben des dunklen Ritter vorzustellen, ist beim Letzteren der Zusatztitel Programm. Da es sich weiterhin um einen Comicverleih handelt, durften selbstverständlich entsprechende News nicht fehlen.

In der digitalen „Halle der Helden“, die als Ersatz der berühmten Hall H der San Diego Comic Con diente, bekam jedes Kreativteam ausreichend Platz und Zeit, um neuen Kreationen und Produktionen vorzustellen. Aber auch wenn sie nicht die gesamte Veranstaltung für sich beanspruchten, standen die künftigen Filmneustarts stets im Vordergrund.   

Wonder Woman kehrt zurück

Wonder Woman stellte sowohl einen großen kommerziellen als auch Kritikererfolg im Jahr 2017 dar. Das verhinderte jedoch nicht, dass die Fortsetzung in diesem Jahr verschoben werden musste. Immerhin konnten Regisseurin Patty Jenkins und die Darsteller wie Gal Gardot, Chris Pine, Kirsten Wiig und Pedro Pascal einige Fragen beantworten. Sogar TV-Wonder-Woman Lynda Carter machte ihre Aufwartung.

Weitere Einblicke in den Film lieferte ein neuer Trailer. Während der erste Teaser sich auf die nostalgischen 80er-Vibes fokussiert hatte, schlägt der neue Trailer etwas ernsthaftere Töne an. Trotzdem entfernt sich Jenkins nicht weit von den Comicwurzeln, sondern bietet weiterhin ein buntes, mit Humor und Emotionen gewürztes Actionspektakel. Inhaltlich bleibt noch einiges im Unklaren: Wie der Titel Wonder Woman 1984 bereits verspricht, spielt das Sequel in den 80ern. Pedro Pascal stellt den mächtigen Geschäftsmann Maxwell Lord dar, der anscheinend jeden Wunsch erfüllen kann, was allerdings mit Kosten verbunden ist.

Chris Pine kehrt als Soldat, Pilot und Wonder-Woman-Geliebter Steve Trevor zurück, der von den Toten wieder aufersteht. Die vornehmlich aus ihren komödiantischen Rollen bekannte Schauspielerin Kirsten Wiig hat als Barbara Minerva alias Cheetah offensichtlich einige Rechnungen offen, unter anderem mit Wonder Woman selbst, die sie als mit Superkräften ausgestattete Raubkatze begleichen möchte. Der Kinostart war ursprünglich schon für den Sommer 2020 angesetzt, wurde aber vorerst auf den 1. Oktober verschoben.

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Batman als wahrer Detektiv

Zweites Highlight, wenn nicht sogar die Hauptattraktion, war ein Auftritt des dunklen Ritters namens Batman. Der Trailer zur neuen Adaption von Regisseur Matt Reeves macht mehr als deutlich, dass dessen bunten Tage wie zu Zeiten der 60er-Jahre-Serie und der Joel-Schuhmacher-Filme endgültig vorbei sind; zumindest sofern nach Christopher Nolans Trilogie diesbezüglich noch Zweifel bestehen sollten. Tim Burtons schwarzhumorigen Goth-Zirkus nahm sich der Regisseur ebenfalls nicht unbedingt zum Vorbild. Nach einigen Aussagen ließ sich Reeves vielmehr von Filmklassikern wie Taxi Driver, French Connection und Chinatown inspirieren.     

Wie das aussehen kann, zeigten bereits die ersten Bilder, in denen Bruce-Wayne-Darsteller Robert Pattinson sich in sein Batman-Kostüm wirft und sich aufmüpfigen, geschminkten Straßenkämpfern in den Weg stellt. Auch wenn sich der Schauspieler schon lange eine interessante Karriere, bestehend aus dunklen Independent-Filmen aufbaute und es entsprechend gar nicht nötig hat, beweist er spätestens hier noch einmal, dass seine Tage als Teenager-Vampir längst vorbei sind.     

Der Trailer besitzt eigentlich alles, um Fledermaus-Enthusiasten den Mund wässrig zu machen: Eine düstere Atmosphäre, Action und eine mysteriöse Stimme (von Darsteller Paul Dano), die wohl Batmans berühmtem Gegenspieler Riddler gehört, verheißen zwar nichts Gutes für die Bürger Gothams, aber bestimmt für die Zuschauer. Stars wie Colin Farrell als Pinguin und Zoë Kravitz vervollständigen die Besetzungsreihen auf ansprechend Art und Weise.

Die Dreharbeiten mussten nach ein paar Wochen wieder eingestellt werden. Warner konnte dennoch einen überraschend-einnehmenden ersten Trailer bieten. Das ist bei einem Blockbuster-Regisseur wie Matt Reeves im Grunde aber kein Wunder. Schließlich verhalf er bereits der Planet-der-Affen-Prequel-Trilogie mit seinen beiden Einträgen Planet der Affen: Revolution und Planet der Affen: Survival zum Erfolg.

Das alles lässt hoffen, dass Batman wieder zu seinen Detektiv-Wurzeln zurückkehrt, mit starker Hand in der dreckigen Stadt Gotham aufräumt und sich hoffentlich nicht wieder mit seiner Origin-Story aufhält, die wir nun wirklich oft genug gesehen haben. Wie allerdings das Datum mit seinen Fragezeichen am Ende des Trailers mit einem gewissen Maß an Selbstironie andeutet, müssen wir noch eine Weile darauf warten.

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Alles bleibt anders beim Suicide Squad

Das Suicide Squad stattet nicht nur der Videospielwelt, sondern auch der Kinoleinwand einen neuen Besuch ab. Bei der Quasi-Fortsetzung des Films aus dem Jahr 2016 von Regisseur David Ayer haben sich jedoch vor und hinter der Kamera einige Dinge geändert: Das Sequel mit dem sehr ähnlichen Titel The Suicide Squad inszeniert nicht Ayer, sondern James Gunn, der kurzfristig von den Guardians of the Galaxy zur Konkurrenz hinüberwechselte. Superstar Will Smith spielt nicht mehr den Super-Scharfschützen Deadshot. Die Rolle übernimmt dieses Mal Idris Alba. 

Auf einige bekannte Gesichter dürfen sich Fans des ersten Films aber dennoch freuen. Margot Robbie übernimmt mit viel Spielfreude wieder die Rolle der Harley Quinn, Viola Davis spielt ein weiteres Mal die Regierungsmitarbeiterin und Geheimdienstchefin Amanda Waller, Joel Kinnaman tritt erneut als Rick Flag auf und Jai Courtney kehrt als Captain Boomerang zurück.

Hinzu kommen ein weiterer Marvel-Alumni in der Gestalt von Taika Waititi in einer noch unbekannten Rolle, Michael Rooker als Savant, John Cena als Peacemaker und Comedian Pete Davidson als Black Guard. Für Firefly- und Castle-Darsteller Nathan Fillion kreierte Gunn sogar eine vollkommen neue Rolle mit dem geheimnisvollen Namen TDK.

Wer bezweifelt, dass James Gunn mühelos von knuffigen sprechenden Waschbären im Weltall zur dreckigen Comic-Düsternis wechseln kann, sollte noch einmal einen Blick auf seine pechschwarze und blutige Horror-Komödie Slither – Auf dem Schleim gegangen und auf den brutalen Anti-Superheldenfilm Super – Shut up, Crime! werfen und sich eines Besseren belehren lassen. Das während des DC-Fandome-Panels gezeigte Featurette verrät zwar noch nicht viel vom Inhalt des neuen Films, verspricht aber, einen harten Kriegsfilm mit den schwarzhumorigen Einfällen des Regisseurs zu verbinden. Für den Kinostart ist zumindest bis jetzt noch der 5. August 2021 vorgesehen.

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Nicht verpassen

Das waren noch nicht alle Infos rund um das DC Fandome Event. Im morgigen zweiten Teil unserer Reihe dreht sich alles um The Flash sowie neue, spannende Projekte von Zack Snyder und mit The Rock. Zum Abschluss gibt es dann noch den Ausblick: Quo vadis, DC?

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