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Der unglaubliche Hulk: Der Norton-Hulk ist besser als sein Ruf

Zur heutigen Ausstrahlung des Superheldenfilms mit Edward Norton um 20.15 Uhr auf SYFY schauen wir uns noch einmal an, warum der Streifen damals so kontrovers aufgenommen wurde.

Der Unglaubliche Hulk

Das heutige Marvel Cinematic Universe beglückt uns bereits seit 2008 im Kino und auf dem heimischen TV mit immer neuen Helden und Blockbustern. Mit Iron Man feierte man vor inzwischen dreizehn Jahren direkt einen Überraschungserfolg. Zur heutigen Ausstrahlung von Der unglaubliche Hulk, des damals zweiten Eintrags ins MCU, blicken wir auf das kontrovers aufgenommene Werk zurück.

Es wurde grün

Im Juni 2008 ging es nämlich nur kurz nach Iron Man bereits munter weiter: Bruce Banner alias Hulk feierte seinen großen Auftritt. Als Schmankerl für die Fans hatte man die Rolle äußerst attraktiv besetzt: Edward Norton bewies bereits in American History X, Fight Club und Red Dragon seine Wandlungsfähigkeit und, dass er in der Lage war, komplexe Charaktere differenziert auf die Leinwand zu bringen. Der innerlich wie äußerlich zerrissene grüne Riese Hulk schien wie gemalt für den Darsteller.

Dennoch ging einiges schief. Es bleibt zwar bis heute ein Rätsel, was an der Schnittstelle zwischen Produzenten und Story sowie dem Star wirklich gehakt hat, doch waren viele Unstimmigkeiten und Korrekturen hinter den Kulissen gefundenes Fressen für die Presse und waren auf der Leinwand auch problemlos sichtbar. Es heißt, nicht zuletzt Norton selbst habe mit Eingriffen ins Drehbuch (die er laut Vertrag vornehmen durfte!) für einige dieser Probleme gesorgt. Wirklich aufzuklären ist die Geschichte aber natürlich nicht mehr.

Doch was war überhaupt das Problem? Es fehlte in erster Linie an einer sauberen, emotionalen Grundierung der Figur, an einer stimmigen und ausformulierten Vorgeschichte, die dann auch Norton bessere Chancen geboten hätte, den Charakter zu etablieren, bevor alles in die rasante, actionreiche und atemlose Hatz kippte. Das verfilmte Drehbuch war somit im Ansatz zu blutleer und bot Norton zu wenig Futter. Dass dieser jedoch auch auf eine schwer greifbare Weise abwesend und verhuscht spielte, machte die Sache nicht besser. Norton versuchte seine Figur ausgemergelt, mit Ringen unter den Augen als eine Art Anti-Iron-Man zu positionieren, was bei einem tieferen Drehbuch vermutlich auch deutlich besser geklappt hätte. So ist aber zumindest der Ansatz interessant.

Mehrwert

Dennoch gibt es abseits der gelungenen Action auch noch weitere Aspekte, die den Film sehenswert machen. So durfte man sich am herrlich kauzigen Tim Roth als Blonsky erfreuen und den stets souveränen William Hurt genießen. Auch ist der Streifen in einer Weise interessant, die sich erst mit dem weiteren Fortgang der MCU-Reihe entwickelte. Die Macher probierten zu Beginn noch mehr aus und erhielten mit dieser Hulk-Version eine Blaupause dafür, wie es (ihrer Ansicht nach) zukünftig nicht laufen sollte, wobei der Vergleich zum lauten, witzigen, charmanten Iron Man auch extrem unfair war. Der unglaubliche Hulk bringt eine komplett andere Grundstimmung mit und ist in der Summe (und für sich genommen) ein kompetenter Superheldenfilm mit guten Schauwerten, einem atmosphärischen Score und unbestreitbarem Unterhaltungswert.

Der unglaubliche Hulk läuft am heutigen Dienstag ab 20.15 Uhr auf SYFY.

Edward Norton Avait Presente L Incroyable Hulk Comme Une Histoire Sombre En Deux Parties