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Die Bösewichte in Stargate - Teil 1: Stargate: Atlantis

Neben den Helden einer Geschichte sind es oft die finsteren Gestalten, die unseren Bezugspersonen das Leben schwer, für uns Zuschauer aber auch den Reiz ausmachen. Heute befassen wir uns mit den wichtigsten Gegenspielern aus fünf Jahren Stargate: Atlantis!

Kenmoremichael

von Björn Sülter

Robert davi als Acastus Kolya

Acastus Kolya war ein militärischer Anführer der Genii, der in gleich mehreren Episoden der Serie in der ersten, dritten und fünften Staffel auftauchte.

Zuerst war das in der Doppelfolge der ersten Staffel aus den Episoden The Storm (Der Sturm) und The Eye (Das Auge) der Fall. Mit der Zeit entwickelte er sich zu einer Art Nemesis für die Crew und insbesondere von Sheppard. Kolya war ein charismatischer Mann, getrieben von Rachegefühlen und dem Wunsch nach Macht, die sein Volk ihm (seiner Ansicht nach zu Unrecht) immer wieder verwehrte. Mehrmals nahm er im Zuge seiner Bemühungen die Atlantis-Crew gefangen, scheiterte jedoch immer wieder. Letztlich tötete Sheppard ihn in der Episode Irresponsible (Kolyas Ende) während der dritten Staffel, nachdem er ihn zuvor mehrfach verschont hatte.

In der Episode Remnants (Überreste) der fünften Staffel war er ein letztes Mal als Halluzination zu sehen.

"Hätte ich Sie nur das erste Mal umgebracht. Das hätte mir viel Ärger erspart." - Kolya

Schauspieler Robert Davi ist auch als Sänger und Entertainer aktiv. In den über vierzig Jahren seiner Schauspielkarriere sind insbesondere die Filmauftritte in Die Goonies, Stirb langsam, Lizenz zum Töten, Predator 2 und Showgirls im Gedächtnis geblieben. Im Serienbereich ist er für die Rolle des Special Agent Bailey Malone in Profiler bekannt. Dazu gesellen sich unzählige weitere Auftritte beispielsweise in T. J. Hooker, Das A-Team, L. A. Law oder Criminal Minds. In der Halo-Spielereihe lieh er Rtas 'Vadumee die Stimme.

Neben mehreren CDs die er herausbrachte und einer Show in Las Vegas übernahm er 2016 auch die Radioshow des verstorbenen Babylon-5-Darstellers Jerry Doyle.

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christopher heyerdahl als todd

Die Wraith stellten in Stargate: Atlantis das personifizierte Böse dar und waren über fünf Jahre die primären Antagonisten der Crew. Allerdings wurden nur wenige Mitglieder dieser Spezies wirklich augearbeitet.

Eine Ausnahme bildete dabei Todd, der seinen Namen Sheppard zu verdanken hatte, erstmals in der dritten Staffel in der Episode Common Ground (Ein ungewöhnlicher Verbündeter) auftauchte und danach regelmäßig mit von der Partie war.

Todd war über 10.000 Jahre alt und wurde in seinen Auftritten mit der Zeit vom Gegenspieler zum Verbündeten der Atlantis-Crew. War er zunächst noch Gefangener von Acastus Kolya, half er schließlich Sheppard zu Fliehen, verbrachte schließlich eine Zeit auf Atlantis und arbeitete an der Seite von McKay und wurde am Ende sogar zu einem wichtigen Helfer im Kampf gegen die Asuraner. Todd war genaugenommen der Wraith, den die Autoren (mit einer Ausnahme) am vielschichtigsten gestalteten, der aber in jedem Fall am meisten Sympathiepunkte für sich verbuchen konnte. Insgesamt war er in dreizehn Episoden und sogar bis zur letzten Episode der Serie zu sehen.

„Ist ihnen eigentlich klar, dass er uns beide foltert?“ - Todd

Christopher Heyerdahl, der kanadische Schauspieler mit norwegischer Abstammung, legte erst 1987 mit einer kleinen Rolle in 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer los. Er ist wohl das, was man einen Genreschauspieler nennen könnte, da er zumeist der Phantastik treu blieb. So war er in Smallvile, Supernatural, Andromeda, Blade: Trinity, Dead Zone, Sanctuary, New Moon, Caprica, 12 Monkeys, Arrow, Nikita, Kingom Hospital, True Blood, Catwoman, Falling Skies, Gotham, Van Helsing oder The Quest zu sehen.

Ausnahmen bilden Auftritte in Hell on Wheels, Castle, Vegas, CSI: Vegas oder Scorpion. Im Kino war er beispielsweise in den ersten beiden Breaking-Dawn-Filmen als Marcus zu sehen. In Stargate: Atlantis war er neben der Rolle des Wraith Todd noch in zwei weiteren Rollen zu sehen, als weiterer Wraith und als Halling. Auch in Stargate: SG-1 hatte man ihn zuvor schon einmal als Pallan gesehen. Zuletzt war er in Travelers und Messiah aktiv.

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Colm meaney ist cowen

Ebenfalls zum Volk der Genii gehörte Chief Cowen. Bei ihm handelte es sich um den Anführer und somit auch Vorgesetzten von Kolya. Das erste Mal tauchte er in der ersten Staffel in der Episode Underground (Im Untergrund) auf, als er der Atlantis-Expedition vorspielte, die Genii wären ein prä-industrielles Volk. In der Episode The Storm (Der Sturm) schickte er dann Kolya aus, um Atlantis zu übernehmen. Dieser Plan scheiterte jedoch; und es blieb nicht sein einziger Fehler. In der Episode Coup D’etat (Der Staatsstreich) musste er schließlich für seinen Rivalen Ladon Platz machen und verlor die Macht und sein Leben.

Es ist erstaunlich, dass Cowen im Gegensatz zu Kolya kein so erinnerungswürdiger Gegenspieler wurde. Vielleicht lag es an der gegen den Strich gebürsteten Besetzung der Rolle mit dem sympathischen Colm Meaney? Wie dem auch sei. Sein Cowen war ein kompromissloser, gewissenloser Hardliner, der an seiner Sturheit und Machtgier scheiterte, blieb damit aber eben auch deutlich blasser als der vielschichtigere Kolya.

"Sieht aus, als würden sie zu unserem Volkshelden werden, Doktor McKay." - Cowen

Colm Meaney ist der ewige Chief, nicht nur in Stargate: Atlantis. Die meisten Fans kennen ihn nämlich ebenfalls als Chief aus Star Trek: The Next Generation oder Star Trek: Deep Space Nine, wo er die Rolle des sympathischen Miles Edward O'Brien spielte. Bei der Karriere des gebürtigen Iren weiß man jedoch kaum, wo man beginnen soll. Meaney ist seit Ende der 70er-Jahre aktiv und hat in unzähligen Formaten mitgespielt.

Er war in MacGyver, Remington Steele, Dr. Quinn, Criminal Intent, The Unit, Die Simpsons oder von 2011 bis 2016 in Hell on Wheels an der Seite von Anson Mount zu sehen. Zuletzt hatte er eine Rolle in Will. Im Kino gehören Dick Tracy, Die Commitments, Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam oder Con Air zu den bekanntesten Werken. Für seine Leistung in The Snapper – Hilfe, ein Baby! war er für einen Golden Globe nominiert.

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Connor trinneer als michael

Die angesprochene weitere Ausnahme bei den Wraith neben Todd war eindeutig Michael Kenmore, der von der zweiten bis zur finalen fünften Staffel eine gewichtige Rolle in der Serie spielte.

Michael begann als Mensch in der nach ihm benannten Episode Michael (Michael). Beckett hatte sein Retrovirus erfolgreich getestet und aus einem Wraith einen Menschen gemacht, der sich an nichts erinnern konnte. Michael kam jedoch hinter den Schwindel, floh, wurde wieder zum Wraith und in der Folgezeit zum Dauergegner der Atlantis-Crew. Problematisch war für ihn jedoch, dass auch seine eigenen Leute ihn nicht mehr akzeptierten, was Michael zu einem Wesen werden ließ, das nirgendwo zuhause war und schließlich nur noch seine eigene Agenda verfolgte. Er war somit die vielleicht tragischste Figur der Serie und starb durch die Hand von Teyla.

Michael war in neun Episoden der Serie zu sehen. Witzigerweise musste die Figur in der Episode Allies (Das Bündnis) von Brent Strait gespielt werden, da Trinneer nicht verfügbar war. Dieser lieferte später aber noch seine Stimme nach und synchronisierte Strait über.

„Was ich bin, bin ich erst aus purer Notwendigkeit geworden.“ - Michael Kenmore

Die meisten Genrefans kennen Darsteller Connor Trinneer bestimmt aus seiner Rolle als Trip Tucker aus Star Trek: Enterprise. Vier Jahre und 98 Episoden spielte er dort den charmanten Chefingenieur. Doch war er auch in 24, The Mentalist, Suits, The Closer, Without a Trace und vielen weiteren Serien zu sehen.

2017 spielter er George W. Bush im Tom-Cruise-Vehikel American Made von Doug Liman. Ein Reinfall war derweil seine Mitarbeit an Stargate Origins, einer Webserie, die leider in jeder Hinsicht durchfiel. Doch ging es danach auch im TV wieder aufwärts: Zuletzt war er in drei Episode der Serie The Purge zu sehen.

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David Ogden Stiers ist Oberoth

Oberoth war der Anführer der Asuraner und kam während der dritten und vierten Staffel der Serie in drei Episoden ins Spiel.

Zuerst war das in der Episode Progeny (Der Bruderstreit) der Fall. Dort traf man auf sein mächtiges Volk, das den Antikern ähnelte. Doch stellte sich schnell heraus, dass es sich um Replikatoren handelte. Oberoth ließ das Team gefangennehmen und foltern, um an die Gate-Adresse von Atlantis zu gelangen. Doch wurden sie schließlich von einigen Asuranern gerettet, die den Aufstieg erreichen wollten.

Dabei blieb es jedoch nicht: Im Staffelfinale First Strike (Der Angriff) entbrannte ein neuerlicher Konflikt, als man bemerkte, dass die Asuraner planten, die Erde anzugreifen. Nach der Zerstörung der Schiffswerften auf Asura revanchierten die Replikatoren sich mit einem konstanten Laserstrahl, der das Team dazu zwang, die komplette Stadt an einen anderen Ort zu bringen. Seinen letzten Auftritt hatte Oberoth dann in Lifeline (Rettungsleine), wo Dr. Weir sich für ihr Team opferte. Oberoth wurde allerdings später noch bei verschiedenen Gelegenheiten erwähnt.

„Wollen Sie uns wirklich herausfordern?" - Oberoth

Darsteller David Ogden Stiers war vor seiner Rolle als Oberoth bereits ein Veteran in Kino und TV. Von 1971 an sah man ihn regelmäßig in Serien wie Kojak und Drei Engel für Charlie oder Filmen wie Doc Hollywood. Dazu war er sehr aktiv als Sprecher in Animationsprojekten wie Lilo & Stitch, Pocahontas oder Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt.

Als Schauspieler war er in einer wiederkehrenden Rolle in vielen TV-Filmen der Perry-Mason-Reihe zu sehen. 1977 wurde er dann Teil des MASH-Phänomens, als er in der Rolle des Major Charles Emerson Winchester III zur Serie stieß. Später kamen Auftritte in Mord ist ihr Hobby, ALF, Matlock oder Star Trek: The Next Generation hinzu. In The Dead Zone hatte er dann sogar wieder eine Hauptrolle. Auch lieh er vielen Formaten als Sprecher seine markante Stimme und war zwei Jahrzehnte lang als Sprecher in Spielen aktiv. Nach dem Ende von Stargate: Atlantis durfte man ihn noch in Leverage und Rizzoli & Isles  erleben. Stiers starb 2018 im Alter von 75 Jahren an Krebs.

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In der nächsten Ausgabe dieser Reihe befassen wir uns mit den Anti-Helden der Ableger Stargate: Universe sowie aus Stargate: Origins.