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Die fünf gruseligsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten

Im Weltraum hört dich niemand schreien. Im Kino hingegen kann dich jeder schreien hören, wenn du dir schaurige Science-Fiction-Streifen wie unsere heutige Top 5 anschaust.

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Heute wollen wir ein wenig über gruselige Science-Fiction-Filme sprechen.

Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979), Ridley Scotts beängstigende klaustrophobische Reise ins All mit der Besatzung der Nostromo ist noch immer der gruseligste Film des Alien-Franchises, doch James Camerons Blockbuster-Fortsetzung – die dieses Jahr ihr 35jähriges Kinojubiläum feiert – ist der aufregendste Beitrag der Reihe. Es handelt sich dabei um eine Fortsetzung, bei der nur wenige widersprechen werden, wenn man sie für besser als das Original hält. Camerons Action-Horror-Kombination brachte ein neues (und erschreckendes) Science-Fiction-Subgenre in Gang, als Ellen Ripley (Sigourney Weaver) nach siebenjähriger Abwesenheit auf die Leinwand zurückkehrte und von einem Trupp kolonialer Space-Marines im Kampf gegen eine Horde säureblütiger Xenomorphen und deren mörderische Königin unterstützt wurde.

Cameron behielt die düstere Industrie-Ästhetik von Scotts Originalfilm bei, während er der Fortsetzung gleichzeitig eine große Dosis adrenalingetriebener Action gemischt mit intensivem Grusel verlieh.

Diese damals einzigartige Herangehensweise an das Material ermöglichte es dem Autor und Regisseur, sowohl das Horror- als auch das Science-Fiction-Genre aufzuwerten, indem er auch Ripleys emotionalen Einsatz erhöhte, während unsere Heldin darum kämpft, sich selbst und auch ihre Ersatztochter Newt vor dem galaktischen Äquivalent hochprozentigen Alptraumtreibstoffs zu retten.

Das kürzliche Halloween war vielleicht nicht der ideale Zeitpunkt, um Aliens oder auch Ripleys ersten Kampf gegen ihren schlimmsten Feind zu erleben, doch wer eine Pause von all den üblichen Verdächtigen wie Freddy, Jason und Michael braucht, der schalte alle Lichter in seinem Haus ein und schaue sich vielleicht diese fünf Science-Fiction-Gruselfeste an.

Die Farbe aus dem All

Color Out Of Space, 2020

Die Farbe aus dem All ist Richard Stanleys Liebeserklärung an den Lovecraft’schen Horror und die Autokino-Science-Fiction alter Schule der 50er-Jahre. Stanleys erste Arbeit seit dem berüchtigten DNA: Die Insel des Dr. Moreau von 1996, basiert Die Farbe aus dem All auf Lovecrafts Kurzgeschichte und präsentiert Nicolas Cage in der Hauptrolle als Nathan Gardner, einem Vater, der zusammen mit seiner Familie den Kampf gegen einen mutierten Organismus aus dem Weltraum aufnimmt, nachdem im Vorgarten seines Farmhauses ein Meteor niedergegangen ist. Cage liefert eine zwar unkonventionelle, aber dennoch interessante Vorstellung ab, als die außerirdischen Eindringlinge neue und visuell beeindruckende Wege finden, um Körper und Geist ihrer Wirte zu infizieren und zu verändern.

Was seine Rückkehr zu alter Form betrifft, gibt es nicht viel besseres als Stanleys vorliegende Arbeit. Die Technicolor-Bilder, mit denen er seinen verrückten Alptraum erzählt, sind anders als fast alles, was Genre-Fans bisher gesehen haben. Die Farbe aus dem All gibt sich alle Mühe, ein einzigartiges Sci-Fi-Erlebnis abzuliefern, das, ob man es nun liebt oder hasst, in der Abteilung »Grusel« nie enttäuscht und stets nach neuen Wegen sucht, Lovecrafts typischem kosmischem Horror Leben einzuhauchen.

Predator

Predator, 1987

Ein Jahr vor der Veröffentlichung von Stirb langsam drehte Regisseur John McTiernan sein anderes Meisterwerk aus den 80er-Jahren: Predator. In dem Sci-Fi-Horror-Actionfilm, der ein paar Anleihen bei Aliens vornimmt, wird ein Team von Elitesöldnern unter der Führung des von Arnold Schwarzenegger gespielten Dutch in einen gnadenlosen Dschungel geschickt, wo sie sich mit einem außerirdischen Jäger messen müssen.

Trotz der beträchtlichen Feuerkraft (diese Mini-Kanone!) und Ausbildung der Söldner reicht nichts davon zur Bekämpfung der Bedrohung aus, die ihre Wirbelsäulen und Schädel zu Trophäen macht. Der erste Akt des Films gipfelt in einer überflüssigen Waffenschau, aber danach beginnen die eigentliche Action und der Nervenkitzel, wenn der Predator jedes Mitglied von Dutchs Einheit jagt und erlegt, bevor es zum finalen Showdown mit Arnold kommt. Der Schrecken und das Grauen sind nicht gerade subtil, aber McTiernan gelingt es hervorragend, sie auf wirklich fesselnde und effektive Weise zu inszenieren, während sich Predator auf einen der größten Schlusskämpfe der Filmgeschichte vorbereitet.

Event Horizon: Am Rande des Universums

Event Horizon, 1997

Event Horizon ist kein großartiges, außergewöhnliches filmisches Werk, aber ein nervenaufreibender und schauriger Horrorfilm vor der Kulisse des Weltraums. Er erweitert das Spukhaus-Genre, wobei hier ein verschwundenes Raumschiff der Hauptschauplatz für alles das ist, was in der Nacht geschieht: Eben dieses Raumschiff, die Event Horizon, ist kürzlich von einer Reise in die Hölle zurückgekehrt und bietet die Möglichkeit für ein paar höchst dämonische und hedonistische unheimliche Begegnungen.

Regisseur Paul W.S. Anderson hat nur zwei Geschwindigkeiten: Zu viel und zu wenig. Er zeigt sehr früh den Höhepunkt des Films, als die Rettungsmannschaft, angeführt von Laurence Fishburne eine schockierende Videoaufzeichnung aus dem Logbuch der Horizon begutachtet, die gewalttätige Ausschweifungen zeigt, die selbst Caligula erröten lassen würden. Ab da sind die gruseligen Versatzstücke des Films in einem ungleichen Wettbewerb gefangen, während der Regisseur darum kämpft, dem Film ein Minimum an emotionalem Kern zu verleihen (dem am nächsten kommt die tragische Hintergrundgeschichte der Figur von Kathleen Quinlan und dem Verlust ihres Sohnes, der sich letztlich buchstäblich in einem ausgewachsenen Spuk manifestiert). Das beeindruckende Produktionsdesign und die gelungene Modellarbeit, gepaart mit der schreckenerregenden Kernprämisse eines »The Shining im Weltraum« ermöglichen es Event Horizon, seine Unzulänglichkeiten eben gerade genug auszugleichen, um ein Gruselerlebnis zwischen den Sternen zu schaffen, wie es das Publikum noch nie gesehen hat.

Aliens: Die Rückkehr

Aliens, 1986

Nach Jahrzehnten im Cryo-Schlaf erwacht Ellen Ripley und findet sich erneut im Kampf gegen säureblütige Xenomorphen wieder. Als eine Erdenkolonie – die exakt an der Stelle errichtet wurde, an der Ripley zum ersten Mal auf die Aliens traf – ausfällt, schickt die Company die Colonial Marines und ihre Powerloader, die Ripley in einem nervenzerreißenden Finale gegen die Alien Queen kommandieren muss.

Dieser Anteil von James Camerons Action-Horror-Gesamtmeisterwerk ist einer der mitreißendsten und am meisten erfüllenden Höhepunkte der gesamten Kinogeschichte. Der Film übertrifft das Original, in dem er die Figur der Ripley mit einer persönlichen Geschichte von Verlust und Erlösung vertieft, die durch Sigourney Weavers aufrechte und sympathische Darstellung noch beeindruckender wird. Sie verleiht Ripley eine gequälte und eindringliche Seite, während ihre leidgeprüfte Heldin darum kämpft, das Waisenmädchen Newt, die einzige Überlebende der Kolonie, zu beschützen. Die Beziehung der beiden wird zum Herzstück des Films und die Herzen der Zuschauer schlagen bis zum Hals, wenn Cameron die zweite Hälfte seiner kultigen Fortsetzung mit einem endlosen Vorrat an Grusel und explosiver Action vollpackt.

Das Ding aus einer anderen Welt

The Thing, 1982

Es ist nur schwer vorstellbar, dass das Publikum John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt im Sommer 1982 ablehnte, weil der einzige Außerirdische, den man wollte, E.T. war. In den fast vier Jahrzehnten seit seiner Erstveröffentlichung haben die Kinobesucher den Film jedoch als ein Meisterwerk schätzen gelernt.

Ennio Morricones unheimliche, minimalistischer Soundtrack verleiht dem Film von Beginn an ein ständiges Gefühl des Grauens, als ein Forschungsteam in der Antarktis – angeführt vom bärtigen Kurt Russell – dazu gezwungen ist, sich mit einer außerirdischen Lebensform auseinanderzusetzen, die dazu in der Lage ist, alles (und jeden) zu imitieren, mit dem sie in Kontakt gerät. Die Ungewissheit darüber, ob der Feind vielleicht Dein Freund ist oder andersherum ist der Grund für die sich langsam aufbauende Spannung in Das Ding aus einer anderen Welt, die in einige der spektakulärsten und groteskesten Kreatureneffekte mündet, die es jemals gegeben hat.

In die Enge getrieben und vom Rest der Welt abgeschnitten, begleitet nur vom Heulen des antarktischen Windes und den Schreien der Sterbenden als einzige Gesellschaft kämpfen die verzweifelten Helden in Das Ding aus einer anderen Welt darum, jenes Wesen zu überleben, das die gesamte Menschheit auf zellulärer Ebene zuerst kopieren und danach auslöschen wird, sollte es jemals von seiner schneebedeckten Basis entkommen können. Der Einsatz könnte nicht höher sein, aber Carpenter hält den Schrecken auf menschlichem Niveau: Er konzentriert sich auf Charaktere, deren panische Atemzüge sich so anfühlen, als wären es unsere eigenen. Diese ebenso intime wie epische Vorgehensweise an die eiskalten Schrecken ist das Schlüsselelement für den Erfolg von Das Ding aus einer anderen Welt, der seit beinahe vierzig Jahren anhält.

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Dieser Artikel wurde von Thorsten Walch von Moin Moin Medien im Auftrag von SYFY.de übersetzt.

Der Originalartikel stammt von SYFY.com und wurde von Phil Pirrello geschrieben.

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