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Die Marvel Sidekicks: Unterschätzte Helden aus der zweiten Reihe - Teil 1

Wir haben bereits über die Protagonisten gesprochen und wir haben ihre Gegenspieler thematisiert. Was aber ist eigentlich mit den Frauen und Männern aus der zweiten Reihe, den Sidekicks und Helfern? In dieser zweiteiligen Reihe wirft Björn Sülter einen Blick auf die heimlichen Helden der Marvel-Filme und ihren Anteil am Erfolg.

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Sie werden für selbstverständlich gehalten und oftmals übersehen, obwohl sie einen wichtigen, wenn nicht sogar essentiellen Anteil am Erfolg des Marvel-Helden haben. Sie stehen ihren Anführern bei, egal welche Gefahr sich erhebt.

Sie riskieren mindestens genauso viel, wenn nicht noch mehr, denn oftmals steht ihnen nicht einmal eine spezifische Superkraft dabei zur Verfügung. Somit wird schnell klar: Auch wenn sich Sidekicks oftmals im Hintergrund aufhalten (müsssen), können die Helden im Vordergrund ihre Arbeit ohne sie kaum meistern.   

Rhodey Rhodes: Bester Freund und Mitstreiter

James "Rhodey" Rhodes ist Iron Mans und somit Tony Starks treu ergebener Freund seit... wer weiß wie lange schon. Über die Anfänge dieser Freundschaft ist wenig bekannt, jedoch ist sie stets glaubhaft und überzeugend dargestellt worden. Zum einem natürlich wegen der vorzüglichen Darstellung von zunächst Terrence Howard und später Don Cheadle im Zusammenspiel mit dem Protagonisten.

Hinter den Kulissen sorgte die Umbesetzung der Rolle nach dem ersten Film übrigens für einigen Ärger. Offiziell wurde zwar immer nur von Vertragsdifferenzen gesprochen, man kann jedoch auch die Darstellung von Terrence Howard in Erwägung ziehen. Danach habe kein Geringerer als sein Kumpel Robert Downey Jr. ihn in den Verhandlungen für die Sequels um den Job gebracht. Die Wahrheit ist (wie immer) irgendwo da Draußen.

Wechseln wir lieber wieder vor die Kamera: Es ist nicht schwer zu erkennen, warum die beiden Figuren überhaupt Freunde sind: Sie teilen denselben Humor! Doch holt Rhodey den milliardenschweren Tony Stark auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und scheut sich nicht davor, ehrlich mit dem einflussreichen Industriellen umzugehen.

Im Gegenzug bringt Stark dem US-Soldaten einen enormen Respekt entgegen - meistens jedenfalls. Und er ist wohl der Einzige, dem Stark erlaubt, eine eigene Iron-Man-Rüstung zu tragen und an seiner Seite, aber auch auf eigene Faust, als Held für das Gute zu kämpfen.  

Thor und seine wechselnde Freunde

Wie auch einige andere Aspekte in den ersten Thor-Filmen kamen auch die Sidekicks Sif (Jamie Alexander), Volstagg (Ray Stevenson), Hogun (Tadanobu Asano) und Fandral (Josh Dallas und später Zachary Levi) eher unausgereift und zweidimensional daher. Sogar Idris Elba wurde in der Rolle des Heimdall nicht unbedingt die Ehre zuteilt, die ihm gebührt hätte. Dabei handelt es sich übrigens um eine Duplizität der Ereignisse zu seiner Rolle als Krall in Star Trek Beyond, die viel mehr Potenzial besessen hatte, als die Produzenten auszuschöpfen bereit waren.

Auch Jane Foster (Natalie Portman), Darcy Lewis (Kat Dennings) und Erik Selvig (Stellan Skarsgard) wurden trotz der formidablen Besetzung oft und gerne zu Witzfiguren degradiert und konnten nicht wirklich einen bleibenden, geschweige denn positiven, Eindruck hinterlassen.

Neben anderen Aspekten, die der dritte Thor-Film mit dem Unterttel „Tag der Entscheidung“ richtig gemacht hatte, war einer somit ganz eindeutig die Etablierung seiner Helfershelfer: Zum einem betraf das Hulk alias Bruce Banner, der zwar keinen eigenen Film mehr zu bekommen scheint, aber hier noch einmal für eine äußerst amüsante Paarung mit dem Donnergott sorgen durfte. Darüber hinaus war es aber auch die stets angetrunkene, doch trotzdem kämpferische Gotteskriegerin Valkyre, die von Tessa Thompson wunderbar dargestellt wurde und etwas mehr Abwechslung ins Spiel brachte.

Wie jedes gute Team in einer Buddy-Komödie konnten sie und Thor sich zunächst natürlich überhaupt nicht ausstehen, rauften sich aber doch zusammen, um gemeinsam gegen einen größeren Feind anzutreten. Valkyre besaß dazu noch eine tragische Hintergrundgeschichte, die ihrer Figur mehr Tiefe verlieh: Sie verlor all ihre Mitstreiterinnen im Krieg gegen die von Cate Blanchett dargestellte Hela. Kein Wunder also, dass sie sich nur widerwillig in den Kampf stürzte.

Dreiecks-Bromance mit amüsanten Spannungen

Die Captain-America-Sidekick-Saga ist genaugenommen die erste Dreiecks-Bromance des Marvel-Universums: Zunächst ist da Bucky Barnes, von Kindesbeinen an der beste Freund von Steve Rogers. Bucky verteidigte Steve vor den Nachbarschaftsrowdys, als dieser noch ein schwächlicher Junge in Brooklyn war. Die beiden verbindet ein emotionales Band, das besonders zwischen lebenslangen Jugendfreunden besteht. Das ändert sich auch nicht, als Rogers seine Kräfte erhält und die beiden fortan Seite an Seite gegen das Böse kämpfen. Die Konsequenz ist aber leider der tragische (vermeintliche) Tod des besten Freundes Bucky.

Einen neuen Mitstreiter sollte Steve Rogers erst Jahrzehnte später finden: Zum einen Scarlett Johansson in der Rolle der Natasha Romanoff alias Black Widow (die im zweiten Teil dieser Sidekick-Reihe noch genauer unter die Lupe genommen wird), zum anderen Sam Wilson alias Falcon gespielt vom charismatischen Anthony Mackie. Rogers und Wilson verbindet eine Vergangenheit im Militär und traumatische Kriegserfahrungen, bei der sie gute Freunde verloren haben. Sam Wilson hat sich danach der Betreuung von anderen traumatisierten Kriegsveteranen gewidmet, allerdings bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit anzupacken, als Cap in der Klemme steckt. Eine starke Loyalität und eine neue Freundschaft ist schnell etabliert und wird auch nicht gebrochen, als Bucky Barnes wieder auftaucht, um nach einigen Reibereien wieder den Platz an der Seite des Captains einzunehmen.

Die kleinen Streitereien zwischen Wilson und Barnes kommen spielerisch daher und verleihen den ansonsten eher ernsten Captain-America-Filmen eine Prise Humor. Und je nachdem, wie es letztendlich im Marvel-Universum weitergehen wird, bilden die beiden Streithähne Wilson und Barnes vielleicht bald ein neues dynamisches Duo.         

Nicht vergessen sollte man aber auch die Frauen an Steve Rogers Seite: Peggy Carter und Agent 13 (die sich später als Peggy Carters Nichte herausstellen sollte). Bei beiden handelte es sich um fähige Agentinnen, die bereits eine bewegte Spionage-Karriere hinter sich hatten und nicht nur im Nahkampf, sondern auch mit ihrer Handfeuerwaffen-Zielfähigkeit Gegner in die Tasche stecken konnten. Agent 13 wurde bisher noch nicht sehr viel Raum gegeben, was sich zukünftig hoffentlich noch ändern wird. Immerhin erhielt die Figur der Peggy Carter mit zwei Staffeln eine zwar kurzlebige, aber dennoch sehenswerte sowie spaßige Abenteuerserie, die kurz nach dem 2. Weltkrieg spielte und ihre Zeit als Spionin im kalten Krieg ergründete.

Kommenden Freitag geht es weiter mit dem zweiten Teil dieser Reihe über die unterschätzten Helden aus der zweiten Reihe des Marvel Cinematic Universe. Dann geht es um Ant-Man, die Guardians of the Galaxy, Black Widow, Spider-Man und viele andere.