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Die wundersame Entwicklung der Wonder Woman

Fast alle Superhelden haben sich besonders in den Comicbüchern mal verändert. Doch als eine der ältesten Figuren im Superheldenuniversum gehört Wonder Woman vermutlich zu denjenigen, die wohl die extremsten Modeschritte gewagt hat. Die Syfy Redaktion hat für euch chronologisch die größten Kostümveränderungen der Amazonas-Heldin festgehalten.

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Seitdem Diana Prince, alias Wonder Woman, zum ersten Mal in den DC Comicbüchern der 1940er Jahre auftauchte, gilt sie als feministische Superheldenikone. Sie ist stark, aber friedlich, kämpferisch, doch auch mitfühlend - und hat sich über die Jahre hinweg, wie alle Frauen, immer wieder im Aussehen verändert.

Wonder Woman hat viele verschiedene Kostüme tragen dürfen: Dazu gehören Sternchen-Shorts, Flügel, G-Strings und Latex-Kleidung. Vieles davon würden Fans sicherlich nicht gerne wiedersehen wollen. Somit ist die Kostümentwicklung allein ein wundersames Thema, das wir für euch chronologisch bearbeiten:

  • Die 1940er

Was wie ein Sternchen-Rock auf DCs Sensation Comics #1 aussieht, stellt sich eigentlich als eine Hose heraus, sodass die Gegner nicht zu leicht abgelenkt werden können. Das Motiv des goldenen Adlers auf ihrer Brust wird sich über die Jahre hinweg auch noch öfters verändern. Doch die Armbänder sind erschreckend, denn sie haben große Ähnlichkeiten zu Fesseln, was nicht ganz ihrer wirklichen Funktion entspricht. Mit dieser Frisur muss Wonder Woman auf jeden Fall ein außergewöhnliches Hairspray benutzen, damit ihre Haare so schön in Form bleiben. Man kann hier also deutlich erkennen, dass die 1940er Frauenmode und -kultur eine erhebliche Rolle für Wonder Womans Aussehen spielte.

  • Die 1950er

Was haben wir denn hier? Die Bermuda-Hose hat sich in Bikershorts verwandelt und Wonder Woman sieht sehr viel kämpferischer aus als den 1940er Jahren. Nur wie die Haare weiterhin Wind und Schwerkraft bekämpfen, bleibt wohl ein Rätsel. 1956 verbot der Comics Code Nacktheit darzustellen, die zu viel suggerieren könnte. Kostüme mussten "für die Gesellschaft auf vernünftige Art und Weise akzeptabel" sein. Darüber hinaus war es für die Comiczeichner eine Vorgabe, Frauen in realistische Proportionen zu zeichnen - was allerdings in diesem Fall etwas zweifelhaft ist. Doch zumindest wurde Wonder Woman in dieser Zeit noch nicht wie in späteren Jahrzehnten allzu sehr sexistisch dargestellt.

  • Die 1960er

Die Wurzeln von Wonder Womans heutigem Aussehen sind bereits in ihrer 1960er-Darstellung wiederzufinden. Der Adler hat sich in ein "W" mit Flügel verwandelt, ihr Gürtel ist nun goldfarben und sticht damit mehr heraus, ihre Bikershorts haben sich verkürzt und Wonder Woman steht in Sternchen-Bikini-Hose da. Das entspricht zumindest eher dem Klima, an dem eine Amazonas höchstwahrscheinlich gewöhnt ist.  Auch ihr Lasso ist länger und wird stärker hervorgehoben. Ganz davon abgesehen, dass sich nun ihre Haare bewegen, also endlich ihre unrealistische Starrheit verloren haben!

Leider waren die Verkaufszahlen Ende der 1960er nicht der Brüller. Somit bekam Wonder Woman eine ordentliche Neuerfindung: Taekwondo war ihre einzige wirkliche Fähigkeit. Kaum jemand möchte sich vermutlich an Wonder Woman im Hausfraustil oder weißen Bodysuit erinnern...

  • Die 1970er

Ob sie wohl das Vorbild für Gal Gadot war? Hier zu sehen ist Lynda Carter, die das traditionelle Aussehen von Wonder Woman mit einem mit Sternen beschmückten rot-blau-weißen Umhang ehrt. Auch der Stirnreif wird hier sehr in den Fokus gerückt.

Doch Carter ersetzte eigentlich Cathy Lee Crosby in der von ABC damals ausgestrahlten Serie. Dem einer Sportjacke ähnelnden Kostüm fehlt so einiges, was Fans von den Comics kannten. Die berühmten Armreifen wirken mehr wie billige Accessoires und der Gürtel scheint bedeutungslos und langweilig zu sein. Und wo ist bitte Dianas Stirnreif?

In den 1970ern taucht Wonder Woman auch auf der Titelseite des Ms. Magazins auf, unter der Headline "Wonder Woman als Präsidentin".

  • Die 1980er

Auch im folgenden Jahrzehnt veränderte sich viel, was Dianas Aussehen, aber auch ihren Charakter betraf. So bestand DC darauf Artemis als "ursprüngliche Wonder Woman" mit dem Wonder Suit zurückkehren zu lassen. Fun Fact: In der klassischen Mythologie sind "Artemis" und "Diana" nur unterschiedliche Namen im Römischen und Griechischen für dieselbe Göttin. Daher scheint es überraschend, dass DC unbedingt beide voneinander trennen wollten. 1983 entsprach Wonder Womans Kostüm absolut nicht mehr dem, was man zuvor gesehen hatte: Artemis steht in einem äußerst kurzen Metallkleid da und einem Schild, dessen Motiv sich über die Jahre hinweg sehr oft veränderte.

Apropos Adler: Das war die Zeit, in der die von Alex Ross gestaltete Adler-Rüstung in Challenge of the Gods zum Vorschein trat. Es wird immer noch diskutiert, warum Ross mit den goldenen Flügeln an einen kleinen Charakter wie Winged Victory erinnern wollte, indem er diese einfach an Wonder Woman anheftet. Auf jeden Fall beeindruckt Wonder Woman mit diesem mächtigen und kämpferischen Outfit sehr.

Die Comicbuchreihe der 1980er Crisis on Infinite Earths bedeutete für Wonder Woman ein neues Reboot. George Perez brachte Diana und die ursprüngliche Ausdruckskraft des Wonder Suits zurück – das könnt ihr auf dem Titelbild des Artikels bewundern. Dabei verpasste Perez ihr auch gleich eine schicke Dauerwelle.

  • Die 1990er

Hier scheint Wonder Woman aus den 1990ern bereit zu sein, in den Kampf zu ziehen. Mit einem majestätischen Umhang, einem goldfarbenen Helm und einem mit Sternen umrahmten Schutzschild steht Diana mit einer gigantischen Axt in „W“-Form vor Flash und Superman.

Die Mattel Puppe, die glücklicherweise nie als Massenware vermarktet wurde, kann vermutlich als einer der bizarrsten Entwicklungen in der Wonder Woman Geschichte gelten. Die fast bis zum Boden reichenden Haare machen dabei genauso wenig Sinn wie das Sternen-Zepter, das auf dem rechten Bild in der Puppenhand zu erkennen ist. Am schlimmsten war vermutlich, dass das zur Mattel Puppe passende Mini-Comicbuch mit Barbie-Puppen zusammen verkauft wurde. So versuchen viele Fans, sich nicht an die Schande von Wonder Woman and the Star Riders zu erinnern.

Dann hatte in der Mitte der 1990er wohl jemand die Idee, den Wonder Suit mit Lederjacke und –leggings aufzuwerten. Und ja, das sind Knieschoner.

Doch es kommt noch schlimmer: Diana wird im Laufe der 1990er in eine Art Bikerkostüm gesteckt, das wohl kaum mit den Shorts aus den 1950ern zu vergleichen ist. Sie scheint gar nicht mehr wirklich Wonder Woman zu sein. Stattdessen trägt sie etwas, das ziemlich unbequem wirkt und aus Latex besteht. Das mochten die Fans auf jeden Fall nicht.

  • Die 2000er

Adam Hughes gab Wonder Woman dann wieder ihr ikonisches Kostüm zurück. Allerdings wurde es an einigen Stellen etwas gekürzt und verengt, sodass Büstier und Hose wohl kaum genug Schutz gegen Angriffe bieten könnten. Umso besser, dass sich Diana mit ihren mystischen Fähigkeiten auch ohne viel Kleidung verteidigen kann.

Die animierte Serie Justice League ließ Diana wieder kindgerechter erscheinen. Das Lasso taucht erst in späteren Folgen auf und ihre Identität wird nicht verheimlicht. Ansonsten erscheint Wonder Woman eher klassisch. Der Adler sticht gemeinsam mit dem „W“ deutlich mehr heraus und kombiniert beide Symbole, die meistens getrennt voneinander dargestellt wurden. Zumindest sieht in den 2000ern Wonder Woman schon einmal besser wie in den vorherigen Jahrzehnten aus.

In Aaron Loprestis Ends of the Earth findet man verschiedene Darstellungen von Wonder Woman wieder, die umso stärker zeigen, wie vielseitig die Wonder Woman-Figur ist.

  • Die 2010er

Neues Jahrzehnt, neuer Look! Im roten Spandex-Kostüm, einem subtilen „W“ auf der Brust, einer schwarzen Lederhose und einer Art Jeans-Jacke macht Wonder Woman ihren Eingang in die 2010er. Auch zeigen die Sternenspitzen ihres Stirnreifs nun nach unten.  Dabei geht es besonders darum, Wonder Woman eher so darzustellen, wie sich auch echte Frauen im normalen Leben kleiden. Das liegt daran, dass über die Jahre hinweg immer mehr weibliche Leser Fans der Comicbücher geworden sind und es somit wichtiger wurde, ihnen eine Identifizierung mit der Figur zu erleichtern, statt mit Sexappeal zu werben.

Hier könnt ihr Adrianne Palicki als Wonder Woman sehen, doch das war es auch schon, denn leider schaffte sie es nicht auf irgendeine Art von Bildschirm.  Trotzdem hatte die Show eine enorme Untergrundfangemeinschaft - wie das auch immer zustande kam.

Leider hatte auch dieses Wonder Woman-Outfit keinen Erfolg. Also musste DC mit einer neuen Variante des Wonder Suits daherkommen. Klassische Elemente wie das Sternchen-Motiv und dem "W"-Adler wurden beibehalten. Dem Modetrend folgend, wurde auch Diana mit einem Choker angereichert.

Auf dem Titelbild für die 2010er wurde Wonder Woman erneut in ihrem Aussehen verändert: Gold wurde mit Silber ersetzt und ihr Oberteil bekam einen sehr tiefen Ausschnitt - wobei das ja für Diana nichts Neues ist.

David Finch bekleidete wieder die Superheldin mit ordentlich großen Schulterklappen und gefährlich aussehenden Armreifen.

  • 2017

Die aktuellste Darstellung von Wonder Woman in Batman v Superman: Dawn of Justice (2016) und im Solo-Film Wonder Woman (15. Juni 2017) ehrt das ursprüngliche Aussehen der Superheldin und gibt diesem aber auch einen kleinen Kick. Zwar ist Schauspielerin Gal Gadot hier nicht in den klassischen Pop-Art-Farben zu erkennen, doch die patriotischen Farben rot und blau sind immer noch vorhanden - wenn auch dunkler, um auch der Stimmung des Films zu entsprechen. Der Stirnreif zeigt nach unten und auch das "W" ist wieder mit dem Adler vereint. Das metallische Leder erlaubt Diana Bewegungsfreiheit - ganz davon abgesehen, dass es auch alles am Platz hält, was bei der ganzen Action nicht unbedingt von Nachteil ist.

Welche Wonder Woman gefällt euch am meisten? Teilt es uns in den Kommentaren oder auf Facebook mit!

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Quelle: Syfy Wire